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Motivation und Einsichten II

19. September 2014

Es gab Fragen in der Art, ob ich eine Zusammenfassung geben und das eine oder andere ergänzen könnte. Die Texte stellen – auf wenigen Din A 4 Seiten – die verschiedensten Themen vor und geben Verbindungen sehr verschiedener Bereiche wie „Was ist Demokratie?“, „Was halten wir für Demokratie?“, Wie interagieren Wirtschaft und Demokratie?“ und weisen Alternativen auf und Ausblicke wie: „Wie könnte das umgesetzt werden“ vor. Das ist bereits sehr kompakt. Dies zeigt sich auch daran, dass in der Regel beides gewünscht wird: Komprimieren und Ausführen. Denn freilich bleibt in dieser Form schon viel auf der Strecke.

In diesem Post möchte ich die Verständlichkeit verbessern. Zentral werden Begriffe wie Wirklichkeit und Vorstellung. Wann und bei welchem Thema welcher Begriff überwiegt und wie sich das auswirkt. Für Minimalisten folgt eine wirklich knappe Formulierung:

Lösungen sollten umfassend sein. Die Lösungen, die heute angeboten und gelebt werden, sind meist einseitig. Ihre Haltbarkeit sinkt dramatisch, da ihre Einseitigkeiten immer deutlicher werden. Die Unzufriedenheit steigt. Wir machen es uns zu einfach.

Demokratie bedeutet engen Kontakt zwischen Bürger und Vertretung. Nicht umsonst ist eine der wichtigsten Aufgaben der Politik eine „aktive Rolle bei der Meinungsbildung“ zu übernehmen. Eine weitere Aufgabe der Demokratie ist, dass sie (und damit sind Politiker wie Bürger gemeint) sich alle Meinungen anhört, sie sucht das Gemeinsame und Trennende, thematisiert es, sieht sich das Gesamtbild an und versucht zu verstehen. Wenn Win-Win erreicht wird, werden Gesetze gemacht. Demokratie bedeutet den eigenen „Verstehensbereich“, zu erweitern. Dieses „Grösser werden“ ist der Lohn des Politikers. Es bedeutet Werden und Wachsen. Und viel Reden – mit dem Volk, dem Wähler, dem Souverän.

Narzisstisch überheben wir uns und unsere Errungenschaften. Klopfen uns gegenseitig auf die Schulter. Doch das Feuer ist längst erloschen. Die Bauwerke sind marode. Die Lösungen greifen schon lange nicht mehr. Während wir uns und die kleinen Erfolge, dass Detail X oder Y um den Faktor 2,5% verbessert wurde, feiern, übersehen wir, dass etwas grundsätzlichere Ansätze und Lösungen, nicht nur ein Detail, sondern die Umgebung vieler massiv verbessern würde. Wir vergeben sehr viele Chancen.

Ausser ein paar Pfründe kostet das nichts. Nein. Es werden nur die Regeln und Interaktionen der immer gleichzeitig zu betrachtenden Bereiche aufgezeigt. Dass es beim Menschen nie nur ein Thema zu beachten gibt, unterstelle ich als gegeben und nicht strittig. Strittig ist offiziell die Frage Altruismus oder Egoismus. Favorisiert wird von der Wirtschaft und der Politik der Egoismus. Warum das so ist, wird im Laufe des Posts verständlich werden.

Statt, dass wir uns zusammenraufen und etwas schaffen, wollen wir uns gegenseitig „schaffen“. Dieser Kleinkrieg gerät oft aus den Fugen und wird zu einem grossen. Kann man das verhindern? Will man das verhindern? Läuft man da sehenden Auges direkt in das Unausweichliche? Oder ist dieses Unausweichliche etwa das, was wir eigentlich wollen? Unser heimliches Ziel?

Oder können wir das andere nicht sehen, weil es uns fremd ist, es den Gewohnheiten widerspricht, und wir es uns erst erarbeiten müssten um damit umgehen zu können? Sind wir zu bequem oder denkfaul? Sicher ist nur, dass diese kriegerischen Auseinandersetzungen Zeitverschwendung und Themaverfehlung sind. Im Post über Altro- und Egoismus wurde Egoismus als das Notverfahren in einsamen / schweren Zeiten, als Notprogramm, um die Menschen vor dem Aussterben zu bewahren, vorgestellt. Menschen gibt es heute genug, Egoismus ist sicher unnötig.

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Die Regeln des Marktes scheinen für uns den „Kampf des Lebens“ (eine Vorstellung, die in die Weltkriege geführt hat) widerzuspiegeln. Doch tun sie das wirklich? Die Regeln des Marktes basieren gesellschaftlich auf Arbeitsteilung (auf Zusammenarbeit), auf Weiterentwicklung, auf Kontinuität durch Wandel. Es fällt mir schwer die angeblich so sicher im Markt versteckten kriegerischen Elemente zu finden.

Interpretiert man das aber, dann kann man sie auch finden. Etwa so: Kontinuität bedeutet, dass sich Firmen und Konzerne ewig halten und darauf bauen wir eine Wirtschaftorganisation, in der Grösse und Durchsetzung zählen – aus Sicht der Firma, nachvollziehbar, aus Sicht des Marktes nicht. Für uns sind Marken wichtiger als Märkte.

Zu einer grossen oder sich von anderen irgendwie abzeichnenden Gruppe zu gehören, ist eine persönlich, gesellschaftliche Frage, keine des Marktes. Wir machen den Märkten das Leben schwer, weil wir sie überfrachten. Und manchmal, weil wir den Wandel der Zeit nicht beachten.

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Produktion bedeutete bis vor kurzem: Einen Bedarf erkennen, eine Lösung erarbeiten, für diese Lösung einen guten Arbeitsprozess entwickeln und diesen pflegen und verbessern. Dabei war es nötig, selbst eine in sich geschlossene Gruppe zu bilden, oft nur, um sich von anderen abzugrenzen und sie daran zu hindern, das, was man selbst geleistet hat, nutzen zu können.

Auch wird es oft für nötig erachtet, den Kunden und den Markt zu manipulieren. Märkte mögen das nicht. Und die meisten Kunden auch nicht. Aber selten haben sie eine Wahl. Da diese Vorstellungen wie Matras herunter gebetet werden, werden sie selten bis nie hinterfragt und der Beweis bleibt aus. Da es sich aber sehr gut auch um sogn. selbst erfüllende Prophezeiungen handeln könnte, würde jeder gut daran tun, diese gesellschaftlichen Parolen zu hinterfragen.

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Muss das so sein? Muss es immer so laufen, dass kleine Änderungen nur dann etwas taugen, wenn sie einen selbst gross und die anderen klein machen? Muss alles andere auf der Strecke bleiben? Selbst Kunden und Marktinteressen? Nützliches? Besseres?

Der Markt will, dass der Rubel läuft. Sammelt sich Geld irgendwo, dann wieder raus damit! Unser Markt basiert darauf, dass wir das Geld horten (z.B. gross und stark ist nur, wer genügend Mittel im Hintergrund hat, um einen Preiskrieg etc. zu gewinnen). Ist nun die Wirtschaft daran schuld? Oder wir, die wir uns die Welt so zurecht schneidern, solange, bis es uns in den Kram passt und wir sagen können: die Regeln des Marktes waren daran Schuld?

Die Gesetze des Geldes und des Marktes sind geradezu altruistisch. Unsere Vorstellungen und Befürchtung, dass man ein Schwein sein muss, um im Markt bestehen zu können, treiben uns aus den Gruppen und machen uns egoistisch. Diese Vorstellungen sind das, was uns treibt, nicht der Markt. Auch Märkte wollen überleben und sie haben nichts gegen Wandel. Wir schon.

Nicht der Markt will das. Wir wollen das. Die Spieltheorie besagt, dass der einen kleinen, temporären und zerstörenden Vorteil erreicht, der die Regel als erster bricht. Das läuft zwangsläufig auf Anarchie heraus. Wer wird das machen? Nur der, der Regeln nicht anerkennt und sie zu seinen Zwecken verwendet, der, der sie nicht versteht und der, für den der Zweck die Mittel heiligt. Nur der, der bereits ausserhalb der Regeln steht, der wird dies als gut ansehen, alle anderen sehen nur einen wirtschaftlichen Schläger, der hinter Gitter gehört, weil er die Gemeinschaft mutwillig gefährdet. Deswegen machen sie das im Verborgenen und versuchen, die Betroffen über die Fakten derart zu blamieren, dass er nicht wagt an die Öffentlichkeit zu gehen. Es gibt auch die, die das tun, weil sie ältere Rechte zu haben meinen: Es war schon immer so, dass die einen herrschen und die anderen dienen. Nur diesem Gedanken dienen sie – und bemerken die Ironie nie.

Heute leidet unsere Wirtschaft daran, dass sich der Egoismus etablieren konnte und damit die Führungsriegen infiziert und involviert sind. Sie wissen, dass sie über die Strengen schlagen und erwarten – wie Bill Gates damals: „Ich mache das solange, solange mir der Markt das erlaubt“ – das sie zur Ordnung gerufen werden. Sie sind oft nur wie Kinder, die nichts mit ihrer Freiheit (oder der anderer) anfangen können. Hören wir auf sie, dann hören wir auf Leute, die nichts mit der Welt anfangen können – das machen sie in der Regel gründlich. Heimlich wollen sie, dass niemand was mit der Welt anfangen kann und zerstören sie, das macht frei und schenkt einfache Regeln. Diese Menschen haben sich von allem gelöst, sie tehen aber nicht über den Dingen. Sie sind nur frei von aber haben kein frei für erlebt und auch nicht, den Genuss, nichts zu brauchen. Im Gegenteil. Viele geniessen es, anderen in die Fallen zu schicken, die sie in ihrer Kindheit und Jugend erlebten. Sie sind gut darin. Doch zu diesem Phänomen gibt es berufenere Münder.

Bitte nicht missverstehen: Den Willen etwas zu leisten, den inneren Schweinehund zu überwinden und es zu tun, das sehe ich als die Herausforderung des Marktes an. Egoismus macht kompromisslos, verschafft einen Tunnelblick und reduziert die Welt auf minimalistische, einfache, auf zu einfache Regeln – das kann nicht gut gehen, denn da übersieht man zu viel. Die Wirtschaft fördert heute Egoismus. Warum wohl?

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Jeder, der bei der Entwicklung eines Produkts, jeder, der in den Prozess integriert ist, ist wichtig und grundlegend für alle anderen. Der eine kann nicht ohne den anderen. Einer erkennt die Lücken, Nischen und Bedürfnisse. Es sollte reichen, wenn er diese beschreiben kann, damit andere, Geeignetere die Lösungen entwickeln und anbieten können. Einer kann gut das Neue erkennen, ein anderer gut Produkte entwickeln oder neue Kriterien einarbeiten. Ein anderer kann Produktionswege liefern, die um ein Vielfaches schneller und effektiver sind, als das die anderen könnten und wieder andere saugen all die Neuheiten förmlich ein und verbreiten ihre Vorzüge, die Informationen werden von weiteren aufgegriffen und an den Mann gebracht. Ein Wechsel der Rolle ist jederzeit möglich.

Jeder kann Varianten und andere Lösungen anbieten. Jeder kann den Teil anbieten, den er sehr gut kann. Jede Idee kann Inspiration oder Lösungen auch für andere sein. Somit sichern die Ideen, dass die Märkte sich weiterentwickeln und sicher durch Wandel das Konstante ab. Die Konstante ist das Überleben der ganzen Gruppe. Heute wollen viele, dass nur ihre Gruppe überlebt. Das Morden hat wieder System.

Es ist richtig, bislang ging das (fast) nicht. Und mein Vorschlag sprengt den Rahmen des Vorstellbaren für so manchen. Aber heute oder bald geht es. Früher oder später werden Maschinen die gesamte Produktion übernehmen. Bislang wehren wir uns dagegen. Wir sollten es nutzen statt es zu bekämpfen.

Die Arbeitsplätze werden durch die Vollautomation reduziert. Richtig. Aber es werden auch neue entstehen. Es werden sehr viel mehr Arbeitsplätze entstehen, als man vernichtet hat. Der Grund ist simpel: Individualität. Statt nur an den wenigen Stellen, an denen heute über Autos nachgedacht wird, wird dann überall über diese Aufgaben nachgedacht.

Durch die notwendigen Selektionen der Marken werden die Märkte immer kleiner. Viele Bedürfnisse, viele Produkte, werden schlicht nicht gemacht, weil der Markt das nicht hergibt. Wenn individuelle Produkte vollautomatisch hergestellt werden können, dann bewegen wir uns im grössten aller denkbaren Märkten. Und er wird noch etwas grösser, wenn es ermöglicht wird, dass Ideen in allen Märkten eingesetzt werden können.

Der IT Markt geht in grossen Schritten darauf zu. Schaltungen, die auf Folien gedruckt werden und Anbieter, die Einzelteile und / oder erweiterbare Teillösungen sowie Gesamtsysteme anbieten. Ein paar Normierungen und Standards reichen, um es vielen zu ermöglichen alle Arten von Elektronik anzubieten. Modulare Software übernimmt die Steuerung dieser Produkte. Es spricht nichts dagegen, das bei vielen Produkten ebenso zu machen.

Möchten Sie durch die romantischen Innenstadt-Strässchen eines italienischen Dorfes mit einem Bus fahren? Es geht, wir alle haben das bereits erlebt und doch kenne ich nur wenige, die durch diese Strässchen auch nur mit einem SUV unfallfrei fahren könnten. Wäre es nicht interessant zu erfahren was für Autos die Bürger dieser Städte haben wollten? Wie sähen die Autos in Sibirien oder Afrika aus? Kulturelle Unterschiede würden unterschiedliche Fahrzeuge kreieren, ebenso die geologischen und urbanen Gegebenheiten.

Ich bin davon überzeugt, dass die Autos auch in den USA und in Deutschland schnell ganz anders aussehen würden als die heutigen. Deshalb nenne ich den Markenmarkt als kontrollierend, manipulierend und wird durch die Interessen der Autofirmen und deren Konkurrenz selbst kontrolliert. Da bleiben Ideen auf der Strecke, weil man ständig an Repressalien stösst. Wer einmal erlebt hat, was Designer planten und wie das Produkt durch die Kontrolle der Firmenphilosophie dann verändert wurde, der wundert sich, dass da jemals was „Neues“ herauskommen kann.

Wir beschränken durch die – leider notwendige – Selektion der Marken und Konzerne die Märkte, legen ihnen Fesseln an und wundern uns, dass wir Bewegungsfreiheit verlieren. Durch Grösse wollen wir uns absichern, durch Grösse (zumindest in wirtschaftlichen Kontexten) reduzieren wir die Märkte, durch Grösse machen wir aus an sich guten Märkten, kleine, kleinere, sehr kleine und sich nicht mehr bewegende Märkte. Durch Grösse machen wir sichere Märkte unsicher.

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Es sind immer wieder wir, unsere Ansichten und Vorurteile, die wenig reflektierten aber von Gruppen getragenen Meinungen und Moden, machen diese zu Regeln, des Objekts unserer Begierde. Scheuklappen, Tunnelblick und Gruppen, die, die eigenen Regeln über die der allgemeinen Gruppe stellen, runden diesen Fehleinschätzung ab und geben eine solide Basis dafür.

Ein grosser Teil des Problems sind eben diese Gruppen, die dem Ideal anhängen, dass wenige der Menschen zum Herrschen, viel aber zum Dienen geboren sind. Herrscher sind immer die, die diese Regeln aufstellen. Diese Menschen manipulieren und instrumentalisieren den Markt. Sie kennen die paar wenigen Regeln, nach denen Geld sich kumuliert. Sie bestehen darauf und brach dann der Markt ein, bestehen sie wieder darauf und wiederholen den Fehler. Seit ein paar tausend Jahren geht das nun. Seit mehreren tausend Jahren wird der Markt und die Wirtschaft, das Volk und die Arbeitenden wieder und wieder missbraucht. Es sind die langlebigsten Systemspieler auf der Erde – denn sie begreifen nicht, dass es so nicht funktionieren kann, jedes mal kommen sie mit einem neuen, viel besseren System an und jagen alle damit über die Klippen. So endet dieses Spiel seit mehreren tausend Jahren.

Die Regeln, die angewendet werden lauten: Gewinn erwirtschaften, Gewinne gewinnbringend anlegen, Gewinn häufen. Es etabliert sich eine Mehrklassengesellschaft. Eine erhebt Anspruch über andere zu Herrschen und das System – im Sinne des Systems – zu verbessern. Verlierer werden stigmatisiert und für selber Schuld deklariert (in der Antike wurde versklavt, wer mit seinem Geld nicht richtig umgehen konnte, damit er keinen weiteren Unsinn anstellen konnte, aber auch, damit er durch Zuschauen lernen konnte, wie es richtig gemacht wird – und konnte nach diesen Lektionen wieder freigelassen werden) dieses „Schulsystem“ ist aber auch dazu geeignet (und dazu wird es heute überwiegend verwendet), alle für nötig erachteten Massnahmen zu rechtfertigen und, dass derjenige es selbst verursacht, geradezu provoziert hat. Man wäscht sich durch Pflichterfüllung, durch Dienst am Menschen rein. Jetzt darf, jetzt muss man Gewinne machen. Gott will das so.

Man dreht und wendet es, solange, bis es einem gefällt. Viele erfinden sogar neue Regeln, alte werden aber besser akzeptiert. Das klassische Konzept des Unternehmers und die Anerkennung dessen, der „es geschafft“ hat, sind die Hintertürchen, durch die Herrschaftsromantiker, die den Ruhm der edlen wirtschaftlichen Einzelkämpfer loben, der Masse weiss machen: geht doch. Ihr habt es nur nicht intensiv genug probiert.

Wer aber (eingeredete) Selbstzweifel hat, der wird es nicht schaffen und die, die alle Brücken hinter sich lassen, werden kompromisslos, werden bald „Leichen im Keller“ haben, sind kontrollierbar, sind willkommen im Club. Der „Club der toten Mitmenschen“ sind die Propheten der minimalistischen, der einfachen, der mitreissenden Regeln: Jeder gegen jeden, je früher desto besser. Sie haben die Mittel dazu, und sie haben bislang kaum eine Generation ausgelassen. Sie können grob und sie können fein und hinterfotzig vorgehen. Dazu gehört auch die Theorie der Verschwörungstheorie. Beschäftigen sich die Menschen damit, können sie nicht wirklich Negatives machen und man kann sie durch Lancieren weiterer Gerüchte weiter beschäftigen und als Verschwörungstheoretiker diskreditieren.

Diese Menschen kennen durchaus die Macht der Kreislaufwirtschaft, zumindest können sie sie effektiv einsetzen. Setzen aber auf die Wegwerf Gesellschaft. Insbesondere bei der Energie. Einige sind der Meinung, dass das ein abgekartetes Spiel von Anfang an war, dass einige Ölmillionäre erkannten, dass es nach einer Importphase in den USA genug Energie gäbe, dass dann die Zeit der grossen Kriege beginnen und die Welt erleiden sollte, was die USA erlitten hatte: Unterwerfung. Obwohl es sicher weitere Kriege um Öl (wahrscheinlicher sind aber Wasser und Flüchtlinge) geben wird – die Abhängigkeit von den Ressourcen sind real und die Religionsfragen sind an Wirtschaft weniger als an Jungfrauen interessiert, bin ich kein Anhänger der Theorien – auch wenn es so oder so ähnlich ablaufen wird. Die inneren Spannungen in den USA verhindern einen Rückzug der USA aus der Welt. Sie haben ein Interesse am Köcheln (ebenso andere Mitspieler), um durch den äusseren Feind, die inneren zu kontrollieren. Das kann, das soll aber nicht zu einem richtigen Krieg ausarten – das wäre zu viel des Guten. Und wirtschaftlich auch nicht interessant.

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Auch müssen wir wollen. Wir müssen mitspielen. Stellen uns aber auf die Seite, die uns schwächt. Warum stellen sich die meisten so vehement gegen Alternativen? Viele wollen sich einfach nur auf der Seite der Gewinner sehen.

Andere sagen, dass das so Tradition ist: Europa und der Frieden wurden auf Atomkraftwerken aufgebaut. Damit die Deutschen beschäftigt sind, sollten sie Produkte statt Krieg machen, damit sie das machen können braucht es Energie und damit die Anstrengungen für den Bau der Atomwaffen sich lohnen und Schwerter zu Pflugscharen (Bomben zu Produkten) werden, setzte man bei der Konstruktion der Nachkriegswirtschaft auf die Atomenergie (einfache, zentrale Netze haben zudem den Vorteil, dass im Fall des Falles ganze Regionen der Strom entzogen werden kann).

Statt Reparationen zu fordern, wurde Deutschland aufgebaut und zur Exportmacht gemacht. Es wurden allen gesagt, dass dann Geld nach Deutschland fliessen würde, dass das aber weiter nichts machen würde, weil man mit „schlechtem“ Geld gute Ware bekommen würde und dass man an die nach Deutschland gebrachten Gelder bei Gelegenheit auch wieder kommen werde. Heute werden diese Reparationen quasi eingefordert.

Diese und ähnliche Geschichten kursieren und werfen die Frage auf: Warum Exportwirtschaft betreiben? Die Gefahren kennen wir: Zentrale Firmen werden immer effektiver und bauen Arbeitsplätze ab. Export verhindert in anderen Ländern den Aufbau einer sich lohnenden Wirtschaft und ermöglicht so eine wirtschaftliche Kontrolle weniger entwickelter Regionen, deren Ressourcen verwendet werden können (Russland fühlt sich in dieser Position, unterstützt den Prozess aber auch selbst).

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Man kann eine auf Export fussende Wirtschaft durchaus imperial nennen. Politische Interessen dominieren hier die Wirtschaft und schaden ihr sehr. Die Wirtschaft hat es lieber, wenn an vielen Stellen vieles hergestellt wird. Einmal hat dann jeder was zu tun und zum anderen kommen von überall Ideen auf und werden eingebracht. Die Märkte befruchten sich gegenseitig.

Eine Phase des Exports war unter den damaligen Gegebenheiten praktisch unvermeidbar. Es war quasi eine Phase der Grundlagenforschung in Sachen Arbeitsprozesse und der Werkzeugentwicklung. Erst seit es Roboter und Rechner gibt, gibt es die Möglichkeit und die Angst, dass für den Menschen keine Arbeit übrigbleibt. Der Export ermöglichte damals, dass die Preise für die Produkte für die Massen erschwinglich wurden. Statt Industrialisierung kann man auch den Begriff der Entwicklung des Massenmarktes verwenden. Letztlich ist das der Effekt gewesen, von dem die Wirtschaft profitieren kann. Die Märkte davor waren Elitemärkte. Es gab nur wenige Kunden und die Anbieter mussten sehr hart um jeden Kunden werben – und tricksen. Der Massenmarkt erlaubte es aber – wenn alles gut geht – dass man, wenn man nur etwas auf den Markt brachte, fasst immer auch Käufer fand. Diese Phase gilt als Vorläufer des gesättigten Markts. Er dauerte bei weiten nicht so lange an, wie man sich das mit den unendlichen Märkten vorstellte.

Einige der Gründe wurden bereits oben genannt: Die künstliche Beschneidung der Märkte durch Marken und Konzerninteressen. Anfangs waren sie vielleicht wirklich nötig, doch heute sind sie eine Stolperfalle für die Wirtschaft. Heute sind Standardisierung und Innovation, Neu- und Weiterentwicklung auf allen Bereichen nötig, die Konzerne können nicht anders, sie können nicht alles und sie müssen sich auf weniges konzentrieren, dürfen aber auch keine Konkurrenz zulassen. Konzerne und Marken dominieren den Markt und halten Neuerung von ihm fern. Aus Sicht der Wirtschaft ist das ein Katastrophe. Aus Sicht der ehemaligen Weltverbesserer, des alten Stils und der früheren Phase aber ist das Ziel erreicht – und muss gehalten werden.

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Nach dem Krieg wurde Deutschland geteilt. Dadurch wurde es handzahmer. Nationalstaaten wurden anfänglich gemacht, damit sie durch Grösse andere dominieren konnten oder Kolonien gründen konnten oder usw. Nationalstaaten ist das Kriegerische und die Domination in die Geburtsurkunden geschrieben, wie einem Kuckuck das Legen seiner Eier in fremde Nester.

Gewalt gegenüber Dritten gehört zum Notprogramm des Menschen. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass diese Effekte (der Zusammenschluss zu grösseren Einheiten) auf schlechten Zeiten fusst. Anfangs war es egal wer man war, man VOLKte dem Anführer, schloss sich einer Gruppe an. Mit der Romantik setzte dann der Gedanke an die grössere, zusammengehörende, weil durch vieles verbundene, wie Sprache und Traditionen, an die natürlich gewachsene Gruppe ein. Viel änderte sich scheinbar nicht. Aus vielen kleinen Auseinandersetzungen wurden wenige grosse. Es wurden Theorien entwickeln, nach denen ein Krieg nach so und so viel Toten beendet war und Massenwaffen wurden – auch aus diesem Grund – entwickelt.

Krieg (aber auch Gleichgültigkeit gegenüber – erfolgreicher? – Minderheiten) war auch nötig um das Wirtschaftssystem von Zeit zu Zeit wieder gerade zu rücken. Jedes Geldsystem, das auf einem nicht überall vorhandenen Tauschmittel (wie Hähnchen) fusst, sammelt an der Spitze Geld an. In königlichen Zeiten war das kein Problem, der König brachte das Geld wieder unters Volk. Aber als sich der Reichtum von den Königen weg zu Reichen, oft fremden Reichen bewegte, da verarmten schnell ganze Landstriche. Schuldenerlasse sind seit dem das Werkzeug der Wirtschaft und gehören zu dieser Art Geld- und Wirtschaftssystem einfach dazu. Sie sind unumgänglich. Alternativen gibt es zwar, doch die bedeuten, dass Reiche ihr Hab und Gut verlieren. Deshalb wurde eine ganze Zeitlang die Strategie gefahren, dass Fremde bzw. kleine Gruppen, die immer schlecht angesehen wurden, diesen Job erledigen weil man sich deren bei Gelegenheit entledigen konnte / musste.

Geld ist nicht sicher, nur Güter sind sicher (gebt den Deutschen eine stabile Währung, ihr bekommt die Wahren – diese Aussage belegt, dass die Macher des Nachkriegseuropas durchaus wussten, was sie machten. So betrachtet ist der Euro übrigens die Anwendung des Prinzips auf Europa übertragen – den Deutschen war der Euro recht, weil die schwächeren Wirtschaftsgebiete die Währung auf niedrigem Niveau hielt und für die schwächeren Gebieten war der Euro nichts anderes als Geld zum Zinssatz der Deutschen bekommen zu können. Eine Win-Win Situation, mit der Tendenz, dass alle gemeinsam verlieren, wenn sie sich nicht zusammenraufen und eine zentrale Regierung aufbauen. Das war und ist wenig wahrscheinlich. Genau das braucht man, wenn man das Gebiet dominieren will).

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Ich hoffe, dass nun deutlich wurde, dass Wirtschaft und Geld mit vielem überfrachtet ist, was nichts damit zu tun hat und das letztlich beidem schadet. Es geht auch anders, wenn man sich an die echten Regeln der Wirtschaft hält, statt an die Überfrachtungen.

Meine Motivation für die Ideen war, nach dem Erkennen dieser Zusammenhänge, die Frage: Kann das auch anders gemacht werden?

Die 150er können in staatlichen oder stark erschütterten Gebilden etabliert werden. Sie reduzieren die Gelüste der Nationalstaaten und Regierungsstrukturen, die unbedingt nötige Kriegslust und -pflicht, der Führenden einfach dadurch, dass es keine Führenden bzw. Nationalstaaten in dieser Form braucht. Sie regieren sich „von unten“.

Die 150er bilden kleinste Gruppen aus, die stark gemischt sind, damit sie den Alltag schaffen können, sind aber zu klein um selbst Lokales allein regeln zu können. Sie brauchen andere 150er. Und sie brauchen ständig andere Gruppierungen. Eine zentrale Struktur ist nicht nötig und kann sich nur schwer etablieren oder behaupten.

Auch wenn hier von Ersatz der Nationalstaaten gesprochen wird, ist das nicht unbedingt das Ziel. Es ergibt sich einfach, weil die 150er rasch bemerken, dass bestimmte Dinge in den Grenzregionen grenzübergreifend besser erledigt werden können. Und da es in Europa praktisch keine mehr Grenzen gibt, ist dieses Ansinnen auch nicht verwerflich.

Die 150er könnten gut die künstlichen Staatsprodukte der ehemaligen Kolonien ersetzen. Das würde sehr vielen es sehr viel vereinfachen. Und wir müssten nicht mehr Soldaten in diese Gegenden schicken. Allerdings steht dem entgegen, dass manche – allem Anschein nach – wollen, dass diese Gebiete wirtschaftlich unbedeutend bleiben und Güter importieren müssen. Die 150er setzen auf Selbständigkeit und würden das durch Anpacken und Machen ändern.

Ein Nebeneffekt der 150er wäre, dass kostspielige Unternehmungen wie Krieg und NSA nicht mehr nötig wären. Krieg wird durch notwendige Kooperation und Zusammenarbeit ersetzt und da sich jeder einbringen kann, ist die Zahl derer, die sich zurückgesetzt, überrollt und ausgetrickst sehen, sehr klein und man kennt sie, denn sie können frei Sprechen.

Die individualisierte vollautomatische Produktion würde das Wirtschaftssystem den aktuellen Gegebenheiten anpassen und einige Irrtümer beseitigen.

Mit SynErgy würden viele für Staat und Wirtschaft relevante Leistungen wie Erstellen, Pflege und Ausbau der Infrastrukturen und Mobilität, wesentlich vereinfacht werden.

Es gibt sie also, Alternativen. Und ja, alles von dem hier Vorgestellten ist machbar – hat man den Willen dazu. Doch die Politiker sind wohl gemeinsam mit den anderen, an Machtstrukturen interessierten oder einfach nur im menschlichen Notfallplan verhedderten, nicht daran interessiert, denn sie müssten ein bekanntes Spielfeld aufgeben und ein neues etablieren, Vorteile und Erfolge sind nicht mehr garantiert.

Es gibt sie, aber die, die es tun sollten, werden es nicht tun. Es bleibt am Volk hängen – vor oder nach den Katastrophen. Irgendwann werden sie etwas ähnliches durchsetzen. Die Politiker usw. sind da wie Bill Gates, der sagte: solange mir das erlaubt wird, solange mache ich das.

In eigener Sache: Ich werde den Blog hier nicht mehr lange betreiben. So wie es aussieht, werde ich nicht die Zeit dazu haben. Fragen und Kommentare werden – wie mittlerweile üblich – nicht, oder nur auf ausdrücklichen Wunsch hin veröffentlicht, finden aber in den nächsten Posts anonyme Anerkennung und Würdigung. Bis Ende des Monats sollten entsprechende Mitteilungen noch bearbeitet werden können. Danach wird es schwierig. Ob der Blog geschlossen, nur für Mitglieder oder einfach offen gelassen wird, ist noch nicht entschieden. Letzteres ist aber unwahrscheinlich.

Euer

roseny

PS für die, die es gerne knapp und übersichtlich haben, habe ich unten eine Art Stichwort „Baum“ angefangen zu erstellen. Er wird im Post selbst evtl. weiterentwickelt – ab und zu mal vorbei schauen könnte sich also lohnen.

  • Demokratie: ja
    Wer unter Demokratie versteht, dass er alle auf seine Seite zu ziehen hat, der ist in meinen Augen kein Demokrat. Er ist das nur dann, wenn er die andere Meinung nutzt um auch die andere Seiten der Medaille erkennen zu können, um das Thema in seiner Gesamtheit erfassen zu können und nun die adäquate Lösung sucht. Alles andere ist nur eine halbe Sache, wird dem Thema nicht gerecht und wird viele Fragen und Themen offen lassen.

    Für manchen ist das gut, geradezu eine Arbeitsbeschaffungsmassnahme, für das Volk ist das nicht befriedigend und es wird irgendwann murren.

    In der Demokratie geht es nicht darum, die anderen zu gewinnen, sondern darum, die Anderen in seine Überlegungen einzubinden. Die Enge der eigenen Gedanken durch die Weite und Vollständigkeit der Überlegungen zu ersetzen.

    Demokratie schafft quasi eine Win-Win Situation durch Vollständigkeit. Viele aktuellen Lösungen schaffen das nicht. Im Gegenteil, sie fördern eine Seite und fordern die andere dadurch nur heraus. Die Lösungen sind nicht nur temporär, sie sind oft auseinander und aufeinander, manchmal auch aggressionstreibend. Das Ergebnis ist klar. Wer kann wappnet sich für das Unausweichliche.

  • Wirtschaft
    • leidet unter nicht demokratischen Altlasten aus Altforderen Zeiten. Die wichtigsten sind:
      • Die Automation hat bei der manuellen Arbeit einen hohen Prozentsatz der Arbeiten vom Menschen auf Maschinen übertragen. Wenige Menschen überwachen heute die Maschinen. Wo früher Heerscharen von Mitarbeiter beschäftigt waren, sind heute eine Hand voll.
      • Dies gilt auch im akademischen Bereich. Statt mehrerer hundert oder tausend Mathematiker berechnen heute Computer die Bahnen der Raumsonden, vier Mann reichen für ein solches Projekt, laut NASA.
      • Die Zeiten, in denen es galt Unmenge von Menschen zu organisieren, sind vorbei.
      • Gleichzeitig stieg die Produktion und sanken die Preise. Ohne die Rechner würde heute nichts mehr funktionieren. Einer hat berechnet, dass alle lebenden Menschen Buchhalter wären wenn nur jeder Verkauf erfassen werden sollte.
      • Ein zurück oder ein Festhalten an den guten alten Zeiten – wie das in den akademischen Berufen zu beobachten ist – lässt sich nicht lange durchhalten und wäre kontraproduktiv. Statt zurück sollte man nach vorne blicken:
        • Die Vollautomatisierung anstreben und die Produkte zu
        • Individualisieren
        • Das ermöglicht es, dass die Produktion vor Ort ständig kontrolliert und verbessert wird.
        • Durch die Individualisierung können die kleinsten und nichtigsten Kriterien berücksichtigt werden. Diese erweisen sich oft als Glücksfall in Bereichen, an die man selbst nicht gedacht hat. Sogar nie gedacht hätte. Jede (auch die noch so kleine) Idee, kann zur Initalzündigung in einem Marktsegment werden.
        • Grosse Firmen und Konzerne können diese Vielfalt nicht bedienen. Sie können nur vergleichsweise wenige Menschen zur Aufarbeitung der Massen an Kriterien aufbringen. Sie selektieren und filtern die Kriterien. Sie schauen in einigen Bereichen bewusst weg – weil es anders nicht geht. Die Individualisierung bei Vollautomation erlaubt es aber jedem, seine Kriterien zu beachten und zu lösen.
        • Ein Gesetz der Wirtschaft ist es, dass man sich Nischen und Lücken im Markt sucht. Dies geht nur, indem die Individualisierung vollautomatisch produzierter Lösungen ermöglicht wird.
          Es gibt heute keinen Grund mehr, sich dieser Notwendigkeit entgegen zu stellen. Denn die Vollautomation ermöglicht einen einheitlichen Arbeitsprozess in jeder Produktionsstätte. Es können sogar unterschiedliche Qualitäts- und Materialwünsche beachtet werden.
        • Da die Produkte durchaus komplex sein können, wird
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