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Die Engländer verhaften weil sie nach Internetrecherchen Aufstände verhindern wollen

25. August 2014

Geht das? Die Frage ist, wie fundiert die Annahmen sind. Was noch Meinung und was schon Aufruf ist. Die Meinungen gehen hier stark auseinander. Ein Beispiel: Im Internet wird gerne so gesprochen, wie einem der Schnabel gewachsen ist – etwas voreilig manchmal und oft mit viel Gefühl. Das muss nicht schlecht sein, kann aber leicht aus dem Ramen geraten und dann? Der eine redet sich Rage und wird nicht gebremst – man geniest vielleicht die Show. Manche meinen auch, dass sie sich so profilieren können. Manche verstehen auch nicht, was sie da machen und plötzlich steht ein grosse Gruppe auf der Strasse, die zu einer Fete – oder die jemanden lynchen wollen.

Bei FaceBook und Co, überall dort, wo die Menschen sich im öffentlichen Bereich bewegen, da ist das „Abhören“ nicht so tragisch. Schlüsse daraus zu ziehen, ist aber viel schwerer als wenn das im Gespräch passiert und auch da sind die Kontexte oft nicht bekannt und manchmal ist eine Bombe einfach nur ein sehr hübsches Mädchen.

Um es in wenigen Worten auszudrücken: Man kann es sich einbilden, dass es geht, es wird aber immer sehr fraglich bleiben, denn vieles passiert hier im Dialog und eben nicht zuerst in der Öffentlichkeit. So zu tun, als wäre FaceBook ein absolut öffentlicher Bereich – das funktioniert nicht. Ebenso die Aussage, dass wer da was veröffentlicht, der müsse wissen, was er tut. Denn in ein und demselben Medium wird öffentlich und privat kommuniziert und die Grenzen sind bewusst fliessend angelegt, es soll mehr veröffentlicht werden und so sind die Voreinstellungen eben ungünstig für den, der etwas fokussierter ist – übrigens aus wirtschaftlichen Interessen.

Als um den Fragen zuvorzukommen: Es geht. Es ist unsicher. Es ist schlecht, weil die Leute ihre Spontanität verlieren und sich ständig als voll kontrolliert betrachten. Der Spruch, wer nichts zu verbergen hat, dem wird auch nichts passieren, führt dazu, dass gerade die, die eigentlich locker loslegen könnten, es sich überlegen, was sie machen und freilich konform antworten. Die, die vorhaben das Netz auf ihre Weise zu missbrauchen, machen das anders. Also man findet die kleinen Fische und beschneidet jedem sein Leben, weil es noch vorsichtiger sein muss, als es vorher schon war.

Besser wird das nicht – eine Einheitsbrei wird es. Formlos, Farblos, Sinnlos.

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