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Von Drahtseilakten und Namen

20. Juli 2014

Es ist ein ewiger Drahtseilakt: Um auf etwas hinzuweisen, ist es nötig, es beim Namen zu nennen. Was wenn es keinen gibt?

Dann versucht man es mit einem Bild. So nah am Alltag des Zuhörers wie möglich. Dann wird der Unterschied aufgezeigt und jetzt kann das Thema aufbereitet werden. Viele meinen, Bilder sind unwissenschaftlich. Andere sagen: „Was will ich mit der Kunst? – hier wird gearbeitet, das ist kein Vergnügen.“ Damit es Arbeit bleibt, werden statt echten Bildern, Überzeichnungen verwendet. Überzeichnungen zeigen die Fakten selbst, aber sie verändern, sie steigern die Verhältnisse. Aus 5 Zentimeter werden dann 50 oder 500. Sie verdeutlichen den Punkt, auf den es ankommt. Ja, Überzeichnungen verzerren die Tatsachen. Sie fokussieren Eigenschaften. Blenden einiges anderes aus – was aber direkt damit verbunden ist, das wird ebenso etwas überhöht. Je näher, umso höher.

Hier wird nicht Wissenschaft betrieben, sie wird vorbereitet – für jedermann. Man kann nach einer Überzeichnung wichtige Punkte und zusammenhängende Punkte erkennen. Es gibt einen Einstieg in das Thema. Macht es leichter, aber es bleibt Arbeit. Hier wird meist nur der erste Schritt leicht gemacht, relativieren, weitere Bezüge und Eigenschaften werden normalerweise dem Leser überlassen – auf Nachfrage oder wenn sie wichtig sind bzw. werden, kann es in einem weiteren Post nachgereicht werden. Ziel ist aber, dass der Leser selbst weitermachen kann.

Bei politischen Themen werden diese Überzeichnungen gern als Vorwurf oder Angriff gewertet. Diese Haltung ist mir zu bequem. Statt die Diskussion zu suchen, wird Stimmung gemacht. Leute wir sind hier doch nicht bei einer Commedy! Lasst die Kunst mal weg und kümmert Euch ums Thema.

Was sind die Fakten:

  • Unter Freunden sollte man unterschiedliche Meinungen und Ansichten äussern können. Auch Übertreibungen sollten angesprochen werden können. Und es sollte Antworten geben. Fällt diese aus, wird bagatellisiert, klein geredet / gemacht oder sonst wie nicht beachtet – z.B. weil alles geheim ist – dann ist das ein Zeichen dafür, dass die Kommunikation abgebrochen ist, das belastet die Beziehungen. Wer auch das ignoriert, lässt dem Gegenüber nur zwei Wege offen: „Augen zu und (zusammen) durch“ oder „Distanz“.
    Persönlich bin ich der Meinung, dass es die USA übertreiben. Die Regeln wie die, dass der Staatsanwalt Fakten der Unschuld nicht verwenden muss, sondern nur für die Schuld zuständig ist. Solche Regeln sind hier weniger im Volk verankert – trotz aller überwiegend amerikanischen Krimis und Gerichtssendungen. Auch dass Wissenschaft entscheidet, ob etwas Neues vielleicht gefährlich wird oder nicht, entspricht keineswegs dem hiesigen Denken. Hier ist zu zeigen, dass es ungefährlich ist, bevor es auf den Markt kommt. Dafür gibt es weniger Schadensersatz. In den Staaten regt dafür der hohe Schadensersatz zum Risikokauf an. Dies sind alles Unterschiede, die einem bewusst sein sollten, wenn man über Sachen wie TTip und Datenschutz reden will. Denn auch beim Datenschutz gilt: „Wer etwas auf den Markt bringt und jemand – nachweislich – Schaden daraus entsteht, der zahlt“. Der Staat ist zwar keine Firma, aber Schadensersatz dürfte es dennoch geben – das sollen aber die Spezialisten beantworten.

  • Was schadet mehr: „Anerkennen und für beendet erklären“ oder „ignorieren und kleinreden“? Das ist freilich Ansichtssache und wurde deshalb auch als Frage formuliert. Auch hier wurde die Antwort offen gelassen, damit sich der Leser sein eigenes Bild und Meinung bilden kann, indem er weiter darüber nachdenkt und recherchiert. Es sollte durchaus etwas Kritik auch an „Mama“ erlaubt sein – sonst ist das keine Demokratie, dann ist es keine „Mama“, dann ist es eine Königin. Das Grundgesetz behauptet aber, dass Deutschland eine Demokratie ist. Wer hat Recht? Sind wir bereits eine Monarchie oder sind wir noch eine Demokratie?

  • Wirtschaftlich gehen wir einige Risiken ein und bauen ein wirtschaftliches und soziales Ungleichgewicht auf – ohne Not. Mit welchen Mitteln auch immer. Neben dem Zins gibt es viele weitere, alle sind quasi orchestriert und laufen letztlich darauf hinaus, dass sie Eliten etablieren und sich bald wieder übers Volk erheben – abheben, den Kontakt verlieren. Gleichzeitig ist es nötig, dass man sich von „denen“ unterscheiden kann. Auch dazu kann man anfänglich das Geld verwenden, man verwendet die Vergangenheit um die Überlegenheit im Heute zu erklären bzw. zu begründen. Oft wird dabei vergessen, dass die meisten, die heute Geld haben, das nicht selbst „gemacht“ sondern geerbt haben.

  • Geht es Deutschland gut? Deutschland hat etwas gemacht, das man selten sieht: Aus einer Diktatur eine Demokratie mit funktionsfähiger Wirtschaft. Wenn es auch hier immer wieder kriselte und öfters daran erinnert werden musste, dass Klüngel, Filz, Bestechlichkeit, Vorurteile und „sich in Dokumentation bzw. Bürokratie retten“ nicht der echte Weg ist.

  • Die mich persönlich kennen, wissen, dass es oft meine Aufgabe ist, den Finger in die Wunde zu legen. Manchmal drin herum zu wühlen, sehr Unsensible brauchen vielleicht Pfeffer. In einer Firma ist das lebensnotwendig. Als Externer bringe ich nicht die Betriebsblindheit mit sondern Erfahrungen aus vielen Branchen. Es ist meine Aufgabe, viele Fragen zu stellen – auch die unbequemen. Ein Interner kann diese Fragen so nicht stellen, er würde sie oft nicht sehen, die Widersprüche sind bekannt, werden schlicht hingenommen und nicht hinterfragt. Wer seinen Job gut macht, der ist betriebsblind. Externe wie ich können hier so was wie Coachs sein, die letzten Kanten und Unebenheiten identifizieren, vielleicht Vorschläge machen wichtig aber ist, dass diese Punkte bekannt werden und dann abgearbeitet werden – ob mit oder ohne mich ist oft nicht meine Aufgabe (das dauert, die meisten wollen nicht, dass auch ich betriebsblind werde und ordern mich nur kurz dafür aber immer wieder), nur, wenn es gewünscht ist, arbeite ich die Änderungen in den Arbeitsprozess ein.

  • Ist Merkel und Co, Politik und Wirtschaft mein Bereich, mein Engagement, ist das emotional oder gar Arbeit oder nur Hobby? Freilich versuche ich Texte zu schreiben, die mitnehmen und die Dinge beim Namen nennen – oft in der Mittagspause oder am Abend. Selbst die erste Überarbeitung entfällt oft. In der Arbeit würde ich so was nicht abliefern – wie mir schon oft angemerkt wurde. Aber auch, dass es sehr viel lebhafter und insgesamt ansprechender ist, als reine Arbeitstexte. Hier wird auch ein bisschen die Formulierlust ausgelebt. Politik, Wirtschaft und Personen sind nur Statisten, die sich dazu eignen, etwas aufzuzeigen. Die Überzeichnungen dienen der Verdeutlichung, nicht der Aggression – ich bin konstruktiv nicht sinnlos destruktiv. Allein dadurch wird bereits deutlich, dass ich da noch Chancen sehe. Wir klagen auf hohen Nivau – was aber nicht bedeutet, dass es unbedingt nach Unten gehen muss, es geht auch höher – mein Ziel. Aber da wollen viele nicht hin. Schade.

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