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Antworten zu TTIPP

22. Juni 2014

Nein, es ist kein Schreibfehler. Ich wollte mit der Schreibweise daran erinnern, dass eine denkbare Reaktion auf die Sache sein kann, dass man sich an die Stirn tippen kann. Die Passage ist dann leider beim Erstellen des Textes verloren gegangen.

In diesem Post werden zwei Fragen beantwortet. Die eine ist bereist beantwortet worden, die andere will wissen, wie eine „nicht kompetitive“ Wirtschaft aussieht. Dem eiligen aber fleissigen Leser dieses Blogs hier eine kurze Zusammenfassung: Das Ergebnis der Überlegungen ähnelt sehr den anderen im Blog vorgestellten. Es wird aber speziell auf die Marktinteressen von Firmen und Konzernen eingegangen und warum die „echte arbeitsteilige“ Wirtschaft, diesen Thesen etwas entgegenstellen kann, sie aufhebt und wie das geht.

Es ist die Frage aufgekommen, wie denn diese nicht kompetitive Wirtschaft ausschaut. Wie in der Demokratie sollte es eine Art Gewaltenteilung geben. Das Mittel dafür ist längst „erfunden“. Es heißt Arbeitsteilung. Das heißt im konkreten Beispiel, dass Firmen Komponenten liefern, die – weil es die nötigen Standards gibt – nahezu beliebig kombiniert werden können. Standardkomponenten modellieren Speziallösungen in Zusammenarbeit mit dem Berater und Produzenten vor Ort.

Noch besser wäre es, wenn wenige Komponentenliefernaten benötigten würden, weil auch diese vor Ort produziert werden können. Alles was vollautomatisiert produziert werden kann, sollte vollautomatisiert und vor Ort produziert werden. Der Grund ist simple. Dann gibt es vor Ort Spezialisten für alle Bereiche. Dann gibt es lokale Veränderungen, die sich herumsprechen dürfen. Bei dieser Art der Wirtschaft ist es erwünscht, dass andere die eigenen Erfindungen verwenden und entwickeln. Der Grund ist simple. Es kommt auf die Masse an, damit es billig werden kann. Doch die benötigte Masse findet sich nicht nur im Zielmarkt, die eigene Lösung kann auch in gänzlich anderen, in fremden Kontexten hilfreich sein und durch die ständige Weiterentwicklung vor Ort (also überall) ergibt sich auch eine ständige globale Weiterentwicklung. Allerdings ohne die Rücksichtnahme auf Firmen- und Konzerninteressen.

Habe ich was gegen Konzerne und Firmen? Nein. Sie waren nötig, solange es keine Vollautomation gab. Heute können wir davon ausgehen, dass es sie gibt oder bald geben wird und wir sollten auf diese neue Form des Wirtschaftens vorbereitet sein. Und hier der Vorschlag:

Es gibt Produkte, die in regionalen Kreisen (aber global) designt, produziert und vertrieben werden. Sagen wir es gibt folgende Kreise: 10, 20, 50 und 500km. Die meisten Alltagsgüter werden im kleinsten Kreis gehandelt. Dann gibt es Produkte, die seltener sind und / oder Spezialwissen evtl. auch Spezialmaschinen benötigen. Diese sollten so schnell wie möglich in die normale Kette und bei den 10ner integriert werden, aber manches wird bleiben.

Im eigenen Umfeld von 10 km findet man mindestens 4 Alltagsgüter Produzenten. Auch die anderen Kreise überdecken sich. Man soll sich den Händler / Produzenten / Berater / etc. aussuchen können und es braucht Kapazitäten um Spitzen abfedern zu können.

Arbeitsplätze: Auf einem Areal von ca. 500km Breite und 1.000 km Länge finden sich dann 2*50*100 Alltagskreise. Geschätzte 10 Menschen arbeiten dort fest. Das sind 10.000 Filialen mit ca. 100.000 Arbeitsplätzen für die Basisarbeiten und Logistik.

Wer nun ein Produkt will, der sucht es sich im Internetportal heraus oder designt es oder lässt es designen. Es gibt abertausende Alltagsgüter, da eine Individualisierung der Produkte möglich ist, wird sie auch angenommen werden. Individueller als eine Spezialanfertigung geht es nicht, die ist aber auch die teuerste Variante. Für Spezialanlässe, Events und Feiern werden individuelle Wahren normal werden. Aber auch die maßgeschneiderten Anziehsachen, evtl. medizinisch angepasst, wird es in jedem Laden geben.

Es ist das erklärte Ziel, dass Firmen keine Fertigprodukte liefern, Firmen liefern Komponenten, die per Standards zusammenpassen. In diesem Markt ist die Entwicklung, Werbung, Vertrieb und Produktion getrennt. Sie lebt davon, Neuerungen an den Mann zu bringen. Neuerungen werden sofort aufgegriffen, können aber auch schnell wieder verworfen werden. Wer sich einbringt, bringt sich kurzzeitig ein, kann aber in der kurzen Zeit gut verdienen.

Selten wird jemand ein Produkt erstellen, das auf Dauer verkauft wird und unverändert bleibt. Die meisten werden den größten Verdienst durch Adaptionen und Variationen anderer verdienen. Damit wird sichergestellt, dass Neuerungen auch den Weg auf den Markt finden und sich der Markt dadurch ständig erneuert – heute wird er tendenziell ausgebremst, Versuche werden nicht unternommen, weil Leute, die gestern einen Erfolg hatten heute entscheiden, was morgen auf den Markt kommen wird. Einige bekommen da Allmachtsgefühle – mit Wirtschaft hat das nichts zu tun.

Fertigprodukte dürfen von Privatpersonen und Verkäufern ins Portal als Designmodell gestellt werden. Produktdesignern setzen diese in produzierbare Teilprodukte mit Montageanleitung um – oft wird dieser Schritt nicht nötig sein, aber es kann vorkommen. Nun kann jeder, der es haben will, das Produkt bestellen, es wird bei ihm vor Ort produziert und ausgeliefert.

Viele fragen an dieser Stelle: „Aber ist das überhaupt möglich? Ich meine, Schuhe, Klamotten, Möbel, technische Geräte und Kaffeemaschinen – jeder kann alles herstellen? Ist das noch arbeitsteilig?“. Ja.

Arbeitsteilig ist es deshalb, weil Design, Vorbereitung, Produktion und Verkauf nicht mehr in einer Hand liegen sondern verteilt und vor Ort sind. Hier können Dinge berücksichtigt und gelöst werden, die Konzerne oder spezialisierte Firmen nicht berücksichtigen können. Auf diese Art und Weise kommen immer weitere Impulse in den Markt und er nimmt sie gerne auf. Heute werden viele Impulse aus Firmen- Konzerninteressen heraus verworfen.

Bei Monopolen scheint die Abhängigkeit von der Firma, deren Hauptziel es ist, auch morgen noch möglichst effektiv zu sein, eindeutig – aber bei einem freien Markt? Wie soll da bitte eine Abhängigkeit entstehen?Die Firmen klagen doch über das Gegenteil?

Jede Firma steht täglich vor Entscheidungen wie: „Soll dies oder jenes XY umgesetzt werden?“. Die Entscheidungen werden nach den Gegebenheiten in der Firma, nach der Firmenphilosophie und dem Markt getroffen. Der Markt hat dabei die geringste Stimme, denn er weiß oft nicht, was es alles gibt oder geben könnte. Eine Firma allein könnte auch nicht alle Alternativen anbieten. Auch mehrere Firmen werden nicht alles abdecken, dazu ist die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten, der lokalen Bedürfnisse und die möglichen Folgeprodukte schlicht zu gross.

Die Firmen betreiben zum Erfassen der Kundenbedürfnisse max. etwas Marktforschung, aber die wird oft nicht neutral sondern gezielt betrieben, mit dem Ergebnis, dass man bekommt, was man wollte (das ist die ewige Krux hierarchischer oder dominierter Systeme: die Filter der Umgebung sind fein und die Abhängigkeit macht gefügig. Die Entscheidungen sind so subtil, dass viele sogar annehmen unabhängig entschieden zu haben, nach einem längeren Gespräch erkennen sie meist die Abhängigkeit und die indirekte Manipulation. Selbst bei Doppelblind-Tests würde das Ergebnis durch die Kenntnis des Auftragsgebers oder der Vermutung, den Namen des Auftraggebers zu kennen, verfälscht. Auch hierin liegt ein Grund, warum Menschen, die an der „Spitze“ arbeiten leicht einen Caesaren Wahn bekommen: Ihnen wird hofiert und sie verlieren den Boden unter den Füssen, weil sie keine echten Rückmeldungen bekommen. ).

Im arbeitsteiligen Markt sind die Arbeitsschritte normiert und für Roboter definiert. Jeder Arbeitsschritt ist somit überall durchführbar. Ebenso die Materialien. Das Ergebnis ist überall gleich. Der Preis ist auch überall gleich (theoretisch können die Wege für die Zulieferung der Materialien den Preis minimal schwanken lassen und die Materialbörsen etc. aber die wesentlichen Faktoren sind gleich und diese Preisschwankungen sind lokale Größen, denen man immer irgendwie ausgesetzt ist – das kennt man bereits). Das Design und die eingesetzten Materialien bzw. Handarbeit entscheiden über den Preis.

Und wieder Arbeitsplätze. 100.000 für so ein großes Gebiet. Das sind viel zu wenige. Nein. Sie stellen nur sicher, dass die Maschinen und Produktion funktionieren. Verkaufen, Beraten, Planen, Designen, Vorbereiten das alles tun andere. Sagen wir 100 bis 1.000 pro Filiale, weil es sehr viele Produkte gibt, sind sehr viele Spezialisten nötig, einige werden in mehreren Filialen arbeiten, andere nur im Portal, dann gibt es die, die den Überblick (über den Markt, sein Umfeld und Neuerungen) schaffen, Berater, die auf diese Kollektoren zurückgreifen und die Verkäufer informieren oder in Spezialfällen direkt mit dem Kunden reden. In dem Bereich werden im Grossbereich grob geschätzt 5.000.000 Mittelstandsbürger für die 10 km arbeiten. 2,5 Mio für die 20, 1 Mio für die 20 und – nun hier wären ein paar tausend zu erwarten, das trifft es aber nicht, denn da werden auch Grundlagenforschung etc. betrieben, das dürften viele werden. Sagen wir insgesamt 10 Mio. für konkrete Produkte. Dazu kommen die Lieferanten, Handwerk, Agrar und Touristik sowie Gesundheit und Pflege. Die Lieferanten werden anfänglich zunehmen, bis sich die Vollautomation herumgesprochen hat und dass man so schnell relativ viel Geld machen kann, das es einem erlaubt, Privatier zu werden oder sich in einer ganz anderen Branche zu etablieren. Auch das Handwerk wird mehr gefragt sein, denn individueller als ein Einzelstück geht es nicht – doch das wird eher Sache der „Reichen“ sein. Wahrscheinlich werden 40% bis 50% der Menschen direkt oder als Lieferant / Mitarbeiter / Handwerk von der Produktion leben. Die zweite Hälfte stemmt die Lebensqualität vor Ort.

Zum besseren Verständnis hier ein konkretes Beispiel: Sie wollen eine neue Kaffeemaschine, Computer und ein Auto kaufen.

Kaffeemaschinen haben den Ruf ein Luxusgut zu sein, aber die Erkenntnis des Marktes, dass mit Verbrauchsstoffe mehr Geld verdient werden kann und deshalb die Maschine vom Hersteller / Händler der Verbrauchsstoffe subventioniert oder ohne Markenpuffer verkauft werden können, drücken auf den Preis im Massenmarkt. Kaffeemaschinen arbeiten mit heißem Wasser und evtl. unter Druck. Manche bieten auch an, mit Milch zu arbeiten – allen ist gemein, dass sie letztlich Lebensmittel herstellen. Die Standards stellen Minimalstandards und unterstützen neue potenzielle Standards. Die Minimalstandards regeln den Stand der Technik, die potenziellen Standards finden den Weg zum Stand der Technik von morgen.

Die Firmenphilosophie eines reinen Kaffeehändler verbietet es, eine Maschine herzustellen, die auch Tee machen kann (ein Händler, der beides verkauft, könnte es tun, oder einer der ein Vorgehen vertreibt). Er wird nicht in diese Richtung denken und er wird jeden Vorschlag in diese Richtung verwerfen. Auch wird er Neuerungen, z.B. ein neues Ventil, das in der Industrie eingesetzt wird, das auch in seiner Maschine gute Dienste leisten würde, kaum einsetzen. Oft, weil er die Entwicklung nicht kennt, aber auch, um sich als der Hersteller individuellen Wohlgefühls von der Industrie zu distanzieren, aber auch, weil er die Umbauarbeiten scheut.

Im Portal finden sich nun Listen, die Interesse bekunden bzw. Sparten, in denen ähnliche Objekte verwendet werden. Es finden sich immer Tüfftler, die sich der Aufgaben annehmen. Spartenweite Produkte und Bausteine entstehen. Aus der Kaffeemaschine wird ein Heisswassergetränke Automat und weil auch mit gekühlten Getränken oder Lebensmittel (wie Milch) gearbeitet wurde, kann daraus ein Automat für heiße und kalte Getränke werden (Hot Cool Fontain). Wie könnte der aufgebaut sein?

Ein kleiner Motor erzeugt kontinuierlich Druck, der durch eine Wirbelröhre permanent und in einstellbaren Anteilen kalte (saubere) und heiße (enthält alle Feststoffe) Luft produziert.Der ebenfalls entstehende ohrenbetäubend laute (ca. 120 db)  3 kHz Ton, kann auf einen Raum im Keller des Gebäudes begrenzt werden. Der benötigte Druck kann evtl. auch durch zwei Wasserbehälter erzeugt werden. Damit würde (in allen Häusern, die das Wasser aktiv in die Höhe pumpen) die kalte und warme Luft praktisch kostenlos geliefert werden. (Bei SynErgy kann der Druckunterschied vor / hinter und über / unter den Fahrzeugen gesammelt und genutzt werden. Das Wirbelrohr würde effektiv den Feinstaub trennen und Luft mit unterschiedlichen Temperaturen liefern).

Kaffeemaschinen sind einmal professionelle Maschinen gewesen, Wartungs- und Reinigungsarbeiten gehörten einfach dazu. Kaffeemaschinenhersteller schauen einen sehr merkwürdig an, wenn man von ihnen verlangt, dass diese Arbeiten einfacher und besser gemacht werden sollten und, dass Kaffeemaschinen leiser arbeiten sollten (Wo bleibt denn da der Stolz auf das Gerät, wenn es nicht jeder hören kann und wie soll die Liebe ausgedrückt werden, wenn nicht durch Wartungsarbeiten?).

Hier haben wir eine der Mächte der Hersteller, sie ignorieren den Kundenwunsch und halten an Traditionen fest, sie pflegen die Eigenschaften des Produktes, die den neuen Marktsegmenten nicht gerecht werden. In der Formel 1 wird zur Zeit über den Sound der Fahrzeuge geredet – das ist ein schönes aktuelles Beispiel, wie in diesem Kontext argumentiert wird: Technische Änderungen werden aufgrund von Äusserlichkeiten verworfen. Wer nur die Technik haben will, der wird von etablierten Herstellern enttäuscht werden (müssen).

Im arbeitsteiligen Markt sieht das anders aus. Der Kundenwunsch wird schnell umgesetzt werden und die neue Lösung spricht sich schnell herum. Neue Geräte in den verschiedensten Sparten werden die Neuerung schnell aufnehmen. Ähnlich sieht es beim Autokauf aus. Doch das Auto ist auf Infrastruktur angewiesen. Wer das ändern will, wird vielleicht auf Fluggeräte oder Geländefahrzeuge setzen. Aber ein Standard für die Fahrgastzelle würde bereits vieles ändern. Nun kann das gesamte Innenleben ganz nach Kundenwunsch gestaltet werden – heute rühmen sich die Firmen, vorhersagen zu können, was der Kunde in knapp 10 Jahren (ungefähr solange dauert es ein neues Auto zu entwickeln) haben wollen wird. Kunststück, der Markt ist begrenzt und der Kunde kann nur zwischen wenigen wenig unterschiedlichen Varianten wählen. Das ist nicht Vorhersehen, das hat mehr von Zwingen.

Standards lassen die Komponenten frei wählen – der Markt wäre ein freier, wenn man denn wollte. Der Computer kann als Beispiel gelten. Der Bus, über den beliebige Karten eingesteckt werden konnten, die den Computer beliebig erweiterbar machten, machte den ersten IBM PC erfolgreich. Aber auch, dass er von IBM war. Vorher traute sich keiner, einen der bereits bestehenden Angebote zum Standard zu machen – man wartete auf einen Großen. Diese Großen gibt es im arbeitsteiligen Markt nicht. Es ist nicht mehr nötig auf einen Anbieter zu setzen, der die entsprechenden Kapazitäten und den finanziellen Rückhalt bietet (um auch in schweren Zeiten bestehen zu können). Diese Änderung entlastet den Markt und führt letztlich dazu, dass der, der die neue Entwicklung zuerst auf den Markt gebracht hat, der setzt den (vorläufigen) Standard, der bald durch neue Einsatzgebiete und Anwendungen und Varianten – verbessert wird.

Der Markt wird flexibler und dynamischer. Das führt dazu, dass die Teilnehmer beginnen zu kalkulieren: Wann ist die beste Zeit für meine Neuerung? Soll auf max. sofortige Nutzung oder auf Weiterentwicklung gesetzt werden? Das eine verlangt, dass man auf einen „geeigneten“ (aber schwer abschätzbaren) Zeitpunkt wartet – man erwartet eine Spitze beim Absatz der betroffenen Produkte, das andere verlangt den Zeitpunkt abzuwarten, ab dem das Bedürfnis für dieses Produkt in mehreren Sparten gross wird. Dieser Zeitpunkt liegt vor der erwarteten Kaufphase. Da es immer um beides geht, sind beide Berechnungen umsonst. Der Erste wird das bessere Geschäft machen.

Es ist wichtig einen großen Unterschied zum bestehenden System zu erkennen und zu verstehen. Das aktuelle System hängt davon ab und zielt darauf, dass sich wenige Firmen mit immer billigeren Produkten den Markt aufteilen, bis sie den Preis frei festlegen können, weil es keinen Mitbewerber gibt. Das ist ein erklärtes Ziel jeder Firma, die sich auf einem Markt etablieren will und dieser Wettkampf ist der Grund, warum unsere aktuelle Wirtschaft ständig weitere Märkte benötigt und immer billiger Produzieren will und Gewinnmaximierung betreibt. Vielleicht musste das in der Vergangenheit auch so sein.

Heute ist es nicht mehr nötig. Es ist sogar kontraproduktiv, weil die Firmen Mitarbeiter entlassen (die Arbeiten auslagern) und die Kosten drücken wollen und so immer weniger Kunden haben, die das eigene Produkt zahlen können, die selbst für ihren Lebensunterhalt sorgen können. Das Konzept hat klar definierte Grenzen, ab denen es nicht mehr funktioniert sondern (durch neues Geld) nur noch am Leben gehalten wird – man beschützt die Asche. Die Grenzen heißen: Statik, Bewahren, Variieren, Wachsen, Verdrängen und finanzlastige Argumente – weil man die eigenen Verbesserungen sonst nicht messen kann (die Kundenwünsche und -interessen werden ja konsequent ignoriert, sonst kann man diesen Weg nicht beschreiben). Die Wirtschaft benötigt jedoch das Werden und Vergehen, gegen die sich das aktuelle Wirtschaftssystem stemmt. Man kann auch mit den Regeln der Wirtschaft arbeiten, denn

Der arbeitsteilige Markt kennt diese Kriterien nicht. Er ist ein lebendiger Markt, der durch die sich ändernden Kundenwünsche zum „ewigen“ Markt wird. Produkte Werden und Vergehen (und die Arbeitsplätze werden sicherer dadurch), sie werden kombiniert und wieder getrennt, finden neue Partner und Anwendungen, Einsatzgebiete, werden in Retrophasen wieder aufgegriffen. Er kann beliebig wachsen. Er kann erweitert werden. Das aktuelle Format erlaubt es nur einem geringen Teil in Überfluss zu leben, die anderen arbeiten für sie – früher oder später zu jedem Preis und in Armut.

Werden die Produkte teurer werden? Nein. Und wenn, dann um einen ortsüblichen Faktor. Wer freilich die gesamte Beratung und jede neueste Finesse mitnehmen will, der kann das tun, genauso wie der, der auf Qualität setzt. Die Preise sind also nicht direkt vergleichbar, es kommt auch darauf an, was man will und kann. Sicher ist aber, dass jeder alles bekommt, was er braucht und zu einem Preis, den er sich leisten kann.

Was ist mit Patenten etc.? Wer einen Beitrag geleistet hat, bekommt seinen Anteil. Auf diesem Markt geht es darum, schnell große Verkaufszahlen zu bekommen oder darum Basisarbeiten zu leisten, die jeder oder viele brauchen können. Je flexibler die Produkte sind umso besser ist es. Man macht also zu Beginn sein Geld und nicht, indem man solange wie möglich davon zehrt. Von guten Ideen hat nur der lange viel, wenn sie von anderen weiterentwickelt werden.

Patente können dies verhindern und regulieren den Markt herunter. Das mag einmal richtig gewesen sein und es mag in bestimmten Sparten auch heute noch richtig sein – in vielen ist es aber nur eine Möglichkeit, den Markt zu dominieren und die Weiterentwicklung zu bremsen oder anzuhalten. Die Wirtschaft selbst braucht ein anderes Modell.

Dieses Modell ist als Alternative zum aktuellen Konzept aufgestellt worden und es würde die meisten aktuellen Probleme auffangen. Ist es aber direkt umsetzbar? Die Vollautomation wurde bislang vermieden, wahrscheinlich weil man fürchtet, dass dann alle Arbeitslos wären und man dann politische Lösungen suchen würde, die evtl. heißen: Es gibt immer noch genug Geld im System, es muss einfach nur anders verteilt werden. Machen wir es so: „Die Firmenzahlen Einkommenssteuer und diese Einnahmen verteilen wir im Volk.“ Diese Lösung wäre schwerer durchzusetzen als die im Blog beschriebene, da das Verfahren zwar schnell eingeführt, die Veränderungen aber schrittweise durchgeführt werden können, man kann das eine ins andere transformieren. Die andere Lösung wäre ohne viel Aufwand – es ist „nur“ Büroarbeit – möglich, aber gesellschaftlich würden viele dagegen angehen, weil sie befürchten alle Schmarotzer dieser Welt durchfüttern zu müssen. Weil sie befürchten, dass nur sie arbeiten und alle anderen davon profitieren.

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