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Wegen dem bischen Daten – was soll schon passieren?

13. Dezember 2013

Habe nicht schlecht gestaunt, als mir die Frage gestellt wurde: „Und wie ist das jetzt mit dem Abhören und den privaten Daten?

Nach all den Enthüllungen? Es scheint so zu sein, dass normale Beschreibungen über Daten, ihre Bedeutung und Missbrauchsmöglichkeiten  nicht jeden erreichen. Die einfachste Aussage „Wer die Daten hat, hat alles um sich die Person zu eigen zu machen – ohne dass sie es merkt“ wird – eben weil man es nicht merkt, man einfach kein Gefühl dafür entwickeln kann, als nicht so schlimm abgetan.

Warum merkt man es nicht? Die Daten werden kopiert, man verliert sie nicht, es fehlt nichts. Auch weiss man nicht, wer wann welche Daten hat. Bislang war das etwas, das viele beruhigte: Niemand weiss alles. Das stimmt so nicht: Durch die erprobten Mittel der NSA & Co können alle Kanäle zusammengeführt werden. Das war – so das allgemeine Credo – bislang nur in nicht demokratischen Staaten möglich. Warum gilt das als nicht demokratisch? Zur Bekämpfung von Kriminalität, organisierter Kriminalität und Terror gibt es ein erprobtes Mittel, das diesen Erscheinungen den Boden unter den Füssen wegzieht: Die Demokratie. Alternativ stehen Druck, Unterdrückung, Gewalt und Willkür bereit. Zu den juristischen Mittel dieser Kategorie gehört Folter. Etwas ausführlicher: Unter Androhung und / oder Anwendung von Gewalt werden „Probanten“ ermutigt – zu sagen, was der andere erwartet. Das Mittel wurde im Mittelalter gebräuchlich als Rettung der unsterblichen Seele eines bereits zum Tode verurteilten Körpers. Schaden von ihm abzuwenden war gegenüber der erwarteten Ewigkeit ein geringes Übel, geradezu ein Freundschaftsdienst. Das bedeutet, dass es damals bekannt war, dass die Ergebnisse eher Mundbekenntnisse als Wahrheiten sind. Senkt Folter und Todesstrafe die Verbrechensrate? Statistisch betrachtet nicht. Steigern sie die Aufklärungsrate? Auch nicht. Bekommt man Wahrheit zu hören? Nur, was man hören will. Diese Meinung teilen Demokraten, andere nutzen eher die Erkenntnisse über „sich selbst erfüllende Prophezeiungen“. Mit anderen Worten, sie reden sich die Welt schön und gestalten sie, indem sie sie durch den Filter ihrer Phantasie und Prophezeiungen betrachten. Mit Fakten hat das nichts zu tun. Mit stabilen Verhältnissen auch nicht – irgendwann bricht das Kartenhaus zusammen.

Die Fakten sind: Gerichte können sich irren. Im Namen der Gerechtigkeit wurden viele Verbrechen begangen. Die eigene Meinung ist kein Glaubensbekenntnis. Erpresste Aussagen helfen nur dem, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt. Phantasien und Prophezeiungen sind keine Realität. Mit Schönreden beruhigt man nur die eigenen Bedenken, damit erlaubt man sich selbst, wegzuschauen.

Was sind Statistiken? Einfach nur Berechnungen. Ihre Bedeutung ist oft zu interpretieren. Das heisst aber nicht, dass manche Statistiken nicht aussagekräftig sind. Es kann aber bedeuten, dass man sich zu viel davon verspricht – sich die Sachen schönredet und der Selbstbetrug zur Erpressung Dritter gesteigert wird und so weiter.

Die vertrauenswürdigsten Statistiken bestätigten bislang nur andere Daten, sie wurden durch diese bestätigt und dadurch – nur wahrscheinlicher. Das ist das Mass der Statistik: Entweder sie gibt Tipps, die zu bestätigen sind oder sie werden durch andere Daten vertrauenswürdig oder bestätigt.

Mit anderen Worten: Sie bestätigen Vermutungen. Ein freier Staat, über alles reden, sich selbst ausdrücken zu können und zu dürfen, schafft Fakten: Wer dagegen ist, sagt es, seine Argumente werden aufgegriffen und er wird sich einbringen können. Mit anderen Worten: Wer andere ins Aus drängt, kein Vertrauen geben und schaffen kann, wer eine rosarote Brille der Realität vorzieht, bekommt früher oder später Ärger – mit den Welt, meist in Form der „Anderen“.

Gesellschaften sind auch geduldig und können sich mit Leid arrangieren, dann doch nur auf Zeit. Aber mit Vernunft ist da schon lang kein Staat mehr zu machen. Sie vermuten aus gutem Grund überall Verschwörungen – sonst lässt sich ihre Welt nicht aufrecht erhalten.

Danke, ich warte schon seit einiger Zeit auf diese Frage: Was hat all das mit dem Thema zu tun? Nun, Leute, die sich die Welt schönreden und rosarote Brillen tragen und verteilen – die gibt es heute in grosser Zahl. Wieder. Fakt ist, dass die Welt auf unruhige Zeiten zuläuft. Und Fakt ist, dass sich viele Menschen „allmächtig“ fühlen, weil sie über Statistik, die aus viel Hard- und Software

und rechtlich grenzwertig (weil die Grenzen unter Druck ständig verschoben werden) gewonnen wurden. Recht wird vielleicht noch nicht gebrochen, doch nahe am beugen sind wir schon und die Mittel technisch statt durch teuer bezahlte und unzuverlässige Menschen ständig zu überwachen gibt es. Diese Macht ist zu gross, zu verführerisch und somit immer in den falschen Händen.

Man kann es auch mal so sehen: Am Beispiel der NSA kann man sagen, dass mit Milliardenaufwand im Geheimen die Mittel geschaffen wurden, alles zu kontrollieren – es sei denn, wir finden einen Weg ohne Computer und Technik auszukommen. Andere Länder sind ebenso weit. Die Mittel dürften reichen, die Leute zu überwachen und zu manipulieren, die nicht so recht zur eigenen Brille passen wollen. Es wird das Geld regieren – auch, wenn die Staaten heute noch denken, dass sie es sein werden, die dann das Sagen haben werden. Aber wer wird sie finanzieren, wenn die Wirtschaft von anderen kontrolliert wird? Werden sie frei sein, das gestiftete Haushaltsgeld verteilen zu können? Oder werden sie tun, was man ihnen sagt? Weil sie doch sonst nichts zum Verteilen haben? Und warum das Geld? Weil sie davon abhängig sind. Hohe Kosten und kaum Einnahmen. Da das Internet für die meisten unsicher geworden ist, haben sich die Märkte verlagert. Realwirtschaft wird durch Realpolitik in Schwarzmärkte gewandelt. Die organisierte Kriminalität lebt auf. Angst und Unruhe verbreiten sich. Aber wir sind ja vorbereitet.

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From → Politik

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