Skip to content

Ändern die 150er etwas?

2. Dezember 2013

Hin und wieder will mal jemand etwas über die 150er oder eine der anderen Ideen wissen. Manche von ihnen wollen nicht per E-Mail, sie wollen persönlich – halt bei einer Gelegenheit. Neulich gab es so eine Gelegenheit. Wir hatten nur ein paar Minuten Zeit. Begrüssung und Smalltalk fielen aus und er direkt ins Thema: „Sie sagen, die 150er sind eher kommunal, dass das Grundgesetz eine gute Basis und – verdammt nochmal, was ändern die 150er eigentlich?“

Aus seiner Sicht ist das, was wir haben, immerhin schon etwas und es gilt dies bewahren; aus meiner Sicht ist das, was wir haben, immerhin schon etwas und es gilt es auszubauen. Wenn diese zwei Sichten aufeinander treffen, dann kann man gut über die Vergangenheit sprechen. Gespräche über die Zukunft werden schwierig. Er scheint der Meinung zu sein, dass die Gegenwart lediglich ein Wendepunkt ist, von dem aus sich die Geschichte quasi rückwärts zu entwickeln hat (zurück in die guten Zeiten, nicht weiter aber bis dahin). Meiner Meinung nach wird sie sich einfach nur weiterentwickeln, wie und wohin, das ist auch unsere Aufgabe. Freie Entwicklung ist in seinen Augen ein Frevel. Die vor uns haben schon alles durchgemacht, was ein Mensch durchmachen kann und sie haben alles schon gelöst. Die Lösungen haben viele Menschenleben gekostet. Das alles in den Wind zu schlagen und alles ganz neu, zumindest anders machen zu wollen, das ist in seinen Augen pure Dummheit, Unbelehrbarkeit und nahe an der Blasphemie. Wir bewegen uns auch nahe an einer pseudo – religiösen Sprache. Wenn so jemand auf eine „neue Idee“ mit der Frage: „Was ändert sich?“ reagiert – sollte man dann skeptisch und vorsichtig werden oder sich freuen?

 

Die heftigsten Einwände gegen die 150er sind von überzeugten Städtern gekommen und von solchen, die enge Gruppen und deren Zwänge erlebten. Für sie alle steht fest, dass es ohne Gruppen, wenn jeder für sich ist, besser ist. Für sie sind die 150er wie ein Rückschritt in schlechte Zeiten.

Wie von selbst stellt sich bei ihnen immer wieder und mit erstaunlicher Präzision folgende Überlegung ein: „Die Anonymität der Stadt soll schlecht sein? Nur weil Menschen über Wochen tot in ihrer Wohnung vor sich hin verwesen und niemand etwas sagt, tut oder unternimmt? Wenn er das so will, dann kann er das genauso machen! Die Nachbarn geht das erst mal nichts an. Werden sie allerdings belästigt durch Geruch oder ihre Gesundheit bedroht, dann haben sie das Recht und die Pflicht darauf zu reagieren und zu drängen, dass nachgesehen wird und Missstände beseitigt werden.“

Einer der ein entsprechendes Gymnasium besucht hatte, malte in den traurigsten Farben aus, was Gruppen aus Menschen machen. Unterdrückte Sklaven, die wissen, dass es falsch ist, was sie tun. Aber wegen ein paar Boni oder weil sie was zum Beissen brauchen, machen sie gute Mine zum bösen Spiel. Viele werden gebrochen – und die werden zu den besten Brechern. Geteiltes Leid sei halbes Leid. Ein normaler Psychopath tut alles, damit er ein bisschen Leben bzw. Gefühl in sich selbst spüren kann, diese Leute fügen anderen zu, was ihnen widerfahren ist, damit sie sagen können: „Alles halb so wild. Ich habe es auch überlebt und was ist aus mir geworden?“ Leise Zweifel bleiben ihnen, die Antwort auf die Frage gefällt ihnen nie: Ein gebrochener Überlebender. Einer, der lieber bei den Toten wäre, lieber bei seinen Leidensgenossen als bei denen, die Leiden geniessen. Und damit es nicht so weh tut, und er sehen kann, dass man nicht daran stirbt – auch wenn es sich so anfühlt und es einem in der Erinnerung durchaus so vorkam – geniesst er das Leiden anderer und wirkt für kurze Zeit wie erleichtert. Bis die nächste Dosis nötig wird.

 

Die Schar der Warner vor Gruppen ist gross. Und wenn einer, für den alles, was zu klaren Verhältnissen wie Schwarz und Weiss oder: König, Adel, Klerus und Bauer führt (Bürger kommen da nur vor als Schimpfwort und Bezeichnung für Abweichler, Ruhestörer und Saboteure des besten aller Systeme – auch weil es Gott gewollt ist und meiner Familie Vorteile verschafft), ein willkommenes Mittel zum Zweck ist, wenn so einer begeistert ist, dann schlägt diese Schar Alarm. Und sie schlagen oft Alarm.

 

Aber egal wohin man schaut, es gibt immer und überall Gruppen. Auch heute noch. Wirklich überall. Ohne Gruppen geht es nicht, die 150er machen die Mitglieder „gruppentauglich“ und die Gruppen „mitgliedertauglich“.

Es gibt niemanden, der nur Gutes über einer Gruppe sagt – aber alles was schon lange vorbei ist, ist zumindest gut (erzählt?). Manche freuen sich auf die Gruppen. Andere winden sich. Einige meinen: ohne Gruppen ist man besser dran. Dann öffnen sie Facebook und bilden eine Allianz mit Leuten, die meinen, aus diesen Daten Geld zu machen – über Gruppen von Freunden. Vielleicht glauben sie, in den Massen untertauchen zu können. Sich darin verstecken zu können. Sie wollen nur nicht auffallen. Vielleicht sogar unsichtbar werden. Um sich selbst, den eigenen Bedenken, Hoffnungen und Zielen zu entgehen. Die drängeln immer so. Aber da gibt es die bequeme Flucht in die Regeln und Unterdrückung der Gruppen. Man selbst würde alles anders machen – aber mit denen im Schlepptau? Das Schöne ist, man kann sich die Gruppe jederzeit aussuchen – falls sie mal was richtig machen würde, kann man sie wechseln. Ja, man könnte. Heute! – zumindest heute ist es erreicht. Ja, heute ist alles gut.

Die Reaktion ist auch typisch für Leute, die zum Beispiel Belauscht werden. Auch das ist eine Reaktion auf repressive Gruppen. Also auf Gruppen, die Abweichungen vom Standard, vom Gesetzen und Erlaubten nicht dulden sondern „korrigieren“ wollen. Diese Gruppen nenne ich destruktiv (für die Mitglieder), konstruktive Gruppen bestehen aus Mitgliedern, die in einer Win Win Situation mit ihren Mitgliedern stehen (das bezieht sich nicht aufs Geld sondern auf Alltag, Organisation, Umsetzen und Werden).

Destruktive Gruppen verfolgen bei ihrer Repression unterschiedliche Ziele, Vorgehensweisen und Feinabstimmungen. Es gibt gerade Wege und Umwege. Umwege sind am schwersten zu erkennen. Wie beim folgenden Beispiel:

 

Der Kollege, keine zwei Meter entfernt, hat beim Finanzwesen und Verkauf gelernt. Er meint, jetzt Profi sogar unangreifbar zu sein. Er ist überzeugt, selbst alle und jeden manipulieren zu können, ja alle und jeden manipulieren zu müssen. Er gibt sich als ihr Freund aus. Er scheint ihr Freund zu sein. Er tut alles so, als wäre er ein Freund.

Und im Innersten denkt er: Im Grunde aber bist Du ihr Lehrer. Alles was du tust ist, ihnen ein paar Lektionen zu erteilen. Dass manche darüber zugrunde gehen, liegt nur daran, dass sie zu schwach sind. Daran sind sie selber Schuld. Und ich bin nur ein Evolutionshelfer. Klar, der Job ist nicht immer schön. Aber wenn er das reine Vergnügen wäre, würde er nicht Arbeit genannt werden.

Wir wollen so leben. Und da stören die paar Typen eben. Die, die nach anderen Regeln leben wollen. Übrigens völlig abgehobene und irreale Träume von einer schönen, gerechten Welt und so. Ausserdem: die haben uns doch erst in diese völlig verkorkste Situation gebracht! Alle haben Geld! Alle haben Macht! Haben die sich mal angeschaut, was sie da angerichtet haben? Ein paar Kröten rennen im Kreis!?! Sie spielen tatsächlich Ringelpiez mit Anfassen! Mit Geld! Statt es zu sammeln und zu mehren! Demokratie?! Was bleibt von der Macht, wenn man sie teilt? Dass man Rücksicht nehmen muss! Rücksicht auf diese Träumer? Schwächlinge? Leistungsdiebe? Leistungsschuldner sind sie! Dazu Tagediebe und Gauner! Und Verbrecher an der Realität – das sind sie! Verleumder und Verschmutzer der reinen Realität! Diese Irrealos! Diese – Gutmenschen?!

Aber Ironie verstehen die ja nicht. In ihren Augen macht mich das zum Schlechtmenschen! Der bin ich gern, in ihren Augen! Wenn es wirklich nötig ist, ihnen klar zu machen, wie die Welt ist – wenn es wirklich, wirklich nötig ist, ihnen klar zu machen, dass die Welt schlecht ist (und wie anders könnte sie sein, wenn ich – an ihrem Kinderrecht gemessen – schlecht werden muss, damit gut bleibt, was mein Gut ist?). Ja! Wenn mir diese Aufgabe zufällt, dann mache ich das gern. Diese Leute haben keinen Glauben und keine Loyalität.

So sind sie, die Kollegen. Aber mir passiert das nicht. Mich von den Verführungen des Geldes fangen zu lassen. Da fällt mir ein, wir sind heute Abend im Casino verabredet. Freilich nur die kleinen Spiele. Neulich habe ich beim Roulette und Poker gewonnen. Anfängerglück haben sie gesagt, vielleicht zeige ich ihnen heute, dass dem nicht so ist.

 

Und während mir diese alten Geschichten durch den Kopf geisterten, sagte ich: „Gruppen sind immer und überall. Sie bilden sich dort, wo Menschen sind. Wir versuchen ständig gegen die Gruppen zu kämpfen. Wir halten sie aus verschiedenen Gründen für nicht mehr angebracht – nur um mit dieser Meinung wieder eine Gruppe zu bilden. Mal wollen wir Individuen sein und denken, dass Individualität einen Gegensatz zu Gruppe bilden. Dabei vergessen wir immer, dass nur wer weiss wer und was er ist – kurz, wer alle Ecken und Kanten seiner Individualität kennt – kann sich auch engagieren und einbringen, auch in Gruppen. Das eine geht nicht ohne das andere, wenn auch manchmal die Gruppe das „Grössere“ zu sein meint und sich und seine Regeln über die Mitglieder stellen will. Dabei vergisst die „Gruppe“ gern, dass sie nur Teil – sozusagen ein Individuum – noch grösserer Gruppen ist und konzentriert sich auf ihre eigenen kleinen Regeln. Damit schädigt sie nur die umgebenden Gruppen und letztlich sich selbst. Sie sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt.

Ein weiterer Grund warum wir etwas gegen Gruppen haben ist, dass wer sich in Gruppen organisieren kann, sich nachweislich organisieren kann, bereits organisiert ist. Das ist für manche erschreckend, denn sie denken, dass nur sie organisieren können, dass das ihre Arbeit sei und sehen einen persönlichen Angriff in jedem Versuch „so was“ selbst zu machen. Sie tun alles, dass solche Versuche schief gehen.

Diese „Manche“ sind die, die denken, dass sie ein Recht darauf haben. In der Regel ein angeborenes Recht. Ihre Vorfahren erwarben dieses „Recht“, sie sind zumindest Nutzniesser der vergangen Leistungen anderer, werden aber auch in dem Glauben erzogen, dass sie – egal wie geeignet sie sind – diesen Ansprüchen gerecht werden müssen. Was sind das für Ansprüche? In diesen Kreisen etablierten sich bestimmte Regeln, wie sie was machen. Die Regeln, nach denen sich diese Regeln bilden, sind einfach: Was erwartet wird, wird bedient – mit Tamtam. Ein Herrscher war für den Überfluss zuständig und für die Sicherung der Zukunft. Dass Überfluss vorhanden ist, wird durch Bauwerke gezeigt. Diese Bauwerke waren anfangs sogar vom Volk gefordert. Als Aushängeschild ihres Überschusses und als Dokumentation ihres Glaubens, was nur eine Warnung an die Anderen war, dass er es hier mit einer eingeschworenen Gemeinschaft zu tun hat. Denn nur diese kann so etwas leisten. Heute ist klar, dass dazu schon eine lose organisierte Gemeinschaft reicht, die eben Bauen kann.

Aber damals, damals waren die Leute durch Steingebäude leicht zu beeindrucken (Steine waren den Göttern vorbehalten, nach dem Motto: Ewiges zu Ewigen. Holz hatte den Menschen zu reichen, ausserdem war es billiger und es reichten weniger Menschen es aufzubauen und in Schuss zu halten. Steingebäude waren pure Angabe (niemand brauchte sie und unpraktischen waren sie obendrein. Sie waren den Toten, Göttern und dann den Herrschern vorbehalten.

Die Regel hatte praktische und auch wirtschaftlich Gründe: Der Wettstreit um die prachtvollsten Bauten, Häuser und Luxus war auf durchaus verzichtbare Einzelfälle begrenzt worden, die den Überfluss abbauten). Ebenso unter Vorbehalt waren die Herrscher. Diese, bzw. ihre Familien, haben etwas gegen den Vorbehalt. Man war was Besseres. Die Arbeitsspezialisten mutierten zu Dominatoren. Sie verloren den Kontakt zu den Menschen und bildeten eine eigene Gruppe, die sich immer weiter separierte.

Diese Art der Gruppendynamik, ist auch in grösseren Firmen bekannt – manchmal sehen die Abteilungen sich als das Zentrum der Firma und „optimieren“ alle Prozesse um sich herum auf sich hin oder sie bekämpfen andere Abteilungen. Solche Firmen gehen oft kaputt obwohl sie die besten Chancen am Markt hätten. Andere sind so gross, dass sie sich das leisten können. Ein Bekannter hat diese Firmen plastisch als „volkswirtschaftliches Krebsgeschwür“ bezeichnet, weil sie alle Ressourcen aufsaugen aber keine oder nur verhältnismässig wenig Leistung bringen. Mir geht das etwas zu weit, weil man Krebs wegschneiden muss, viele der Firmen könnte man aber sanieren – wenn man wollte. Wenn man zur Zusammenarbeit zurückfindet.

 

Meinem Gesprächspartner sagte ich das mit den Worten: „Die 150er sind kleine Gruppen, die ohne andere Gruppen nicht auskommen. Arbeiten sie nicht zusammen, dann geht bald nichts mehr, das heisst, es ist sehr wahrscheinlich, dass die Vernunft bei allen Entscheidungen überwiegen wird. Innerhalb der 150er weiss jeder was wann nötig wird und macht das einfach. Dadurch sind viele Aufgaben, die man sonst organisieren und kontrollieren müsste, selbstorganisierenden Gruppen, die sich auch kontrollieren – weil jeder weiss, wie es sein sollte – überlassen. Wirklich neue Ideen oder Unterfangen, die entsprechend viele evtl. auch Spezialisten benötigen, werden von vielen Gruppen gemeinsam umgesetzt. Jeder stellt Leute ab oder beteiligt sich anderweitig. Da keine Gruppe gross genug ist um zu herrschen und in der Gruppe ein Herrscher nicht nötig ist, das Individuum sich frei entwickelt und zwischen den Gruppen wechseln kann, entwickelt sich eine Gesellschaft, keine Hierarchie. Sie probieren Dinge aus und machen sie reif für die „Massenanwendung“– oder sie verwerfen die Idee und greifen eine neue auf.“

„Aber geht so was ohne Hierarchie?“ „Selbstorganisation! Ja, das geht.“ „Ohne Hierarchie geht nichts. Glauben Sie mir. Da haben zu viele etwas dagegen – und laissez-faire ist von selbst kaputt gegangen. Sogar wirtschaftlich haben sich die Liberalen sich selbst machen lassen und sind nur von einer Krise in die andere gestürzt. Ich bin dafür, dass zum Beispiel der zu Guttenberg soll in ein bis zwei Jahren zurückkommen und als Nachfolger der Merkel aufgebaut werden. Dann wäre der Adel bald wieder dort, wo er hingehört und die richtige Ordnung wieder hergestellt. – so sehe ich das jedenfalls.“

 

So gerade heraus gesagt – das hätte ich nicht erwartet. Da fehlt nur noch der Hinweis auf den Blog. Wäre nur interessant gewesen, was er für ein Typ ist: Der Verbieter will, dass man sich über das Verbot hinwegsetzt, der Tippgeber folgt meist einer urplötzlichen, sehr zufälligen Eingebung und der Bettler hofft, dass man irgendwann schon nachgeben wird.

In diesem Fall will er aber nur auf den Busch klopfen. Will provozieren, sehen, was folgt. Warum ich das glaube? Nun, weil er nicht dumm ist. Erstens ist er auf meinen Block in Sachen PR nicht angewiesen. Zweitens, weil er genau weiss, dass die Geschichte mit dem Adel sich nicht wiedereinrichten lässt – jedenfalls nicht mit den 150er und drittens, weil ihm klar sein muss, dass ich was gegen die Erbhierarchie und Dynastien aus rein praktischen Gründen habe und weil einer, der wie ich immer wieder Demokratie schreit und mit dem, was wir erreicht haben, (noch?) nicht zufrieden ist, sicher kein National- oder Dynastienstaat zu machen ist.

Da ich keine Börse bin und dementsprechend keine Aktienstände von mir gebe, ignoriere ich es.

 

„Wo wollen Sie bei den 150er Hierarchie einbauen?“ „Ohh – das ist eine gute Frage. Wo sehen Sie die Hierarchie in den 150er?“ „Gegenfrage: Brauchen die 150er die Hierarchie? Oder befürchtet die Hierarchie die 150er?“ „Nicht so gut. Die Hierarchie braucht nicht gebraucht werden, sie nimmt sich einfach was sie braucht. Es ist besser, man lässt ihr ein Plätzchen – und wenn nicht, kommt sie wieder. So oder so.“ „Ist das mehr Rat oder mehr Drohung?“ „Eine Tatsache. Nichts weiter. – Sie rühren an etwas, für das die, die es verteidigen, alles geben. Sind Sie auch dazu bereit?“ „Für die 150er alle und jeden der Destruktivität, Krieg und Repressalien, Unrecht und Tod preiszugeben? Nein. Würde ich mich zurückziehen, wenn mich jemand zum „Kampf“ auffordert? Schuster bleib bei deinen Leisten – das wäre ein kurzes, wenig unterhaltsames Intermezzo. Das wäre kein Ruhmeswerk – viel dagegen stellen könnte ich diesem Profi freilich nicht – bin weniger physischer Kämpfer mehr Denker und Sprecher. Wenn es wirklich wieder so weit wäre, dass Recht und Gesetz der angedrohten oder durchgeführten Gewalt weichen, dann fürchte ich, dass von den 150er die Selbstorganisation getrennt wird und damit die Saat für die Wiedererfindung der 150er ausgebracht wird. Gegen Ideen zu kämpfen, war schon immer sinnlos. Dass es immer Menschen gab, gibt und geben wird, die lieber alles kurz und klein schlagen wollen, ist leider auch eine Tatsache, doch diese Menschen sind auf viele 150er verteilt und da sich die Mitglieder gut kennen, werden sie leichter erkannt, schon allein, weil sie sich und ihre Meinung äussern können, sie müssen nichts verstecken. Brauchen keine Angst haben, werden nicht zu Gegner. Finden sie einen Fehler, dann kann man ihn beheben, sehen sie nur Fehler, kann der Blick geschärft werden (und die Gruppe lernt, wo sie sich deutlicher ausdrücken sollte).

Man kann darüber reden und die Situation handhaben. Die 150er sind eine offene Gesellschaft, die Mitglieder und die Gruppe kooperieren, bei kleinen Gruppen geht das nicht anders.“ „Es gab tausende von Organisationsformen, was ist der Unterschied, warum sollen die 150er so anders sein?“ „Die 150er legen darauf Wert, dass sich die Leute einbringen können. Die meisten anderen Organisationen legen Wert darauf, dass alles nach Vorschrift geht – das geht bei allem Alltag und Vordenken – bei 150 Leute nicht. Da wird jede Alltagsarbeit zum Gegenstand von Verbesserungen. Dass sich viele unterschiedliche Leute zusammentun ermöglicht es den Menschen über den Tellerrand hinaus zu sehen und Erfahrungen in vielen Bereichen zu sammeln – das schafft Raum für Synergien, Denken, Neugier und ausprobieren mit Scheitern und viel Fleiss etwas werden zu lassen. Die meisten anderen Gruppen suchen die Unterwerfung des Mitglieds unter die Gruppenregeln, die 150er wollen, dass beide – alle wachsen und bieten Raum dafür. Man sollte den meisten Organisationsformen aber keinen Vorwurf machen, denn viele von ihnen sind speziell für sehr schlechte Zeiten und speziellen Aufgaben gemacht. Die 150er funktionieren gerade in wechselnden Zeiten und unterschiedlichen Aufgaben und Situationen – eben durch Selbstorganisation und der Möglichkeit vieler Gruppen die sich austauschen und jede von jeder lernen kann.“

 

Advertisements
Schreibe einen Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: