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Politische Kontraste?

8. September 2013

Es wäre gut, wenn es politische Kontraste gäbe, aber sie sind zur Zeit nicht gewünscht. Vielleicht werde ich deshalb ständig – mit irgendwelchen Augenzwinkern – gefragt, wen man den wählen soll. Meine Antwort ist immer: „Wer Deine Fragen plausibel beantwortet, den wähle.“ Mittlerweile werde ich immer öfter gefragt „Was sind denn die richtigen Fragen?“. Da es Deutschland ohne Europa heute nicht gibt, ist eine wichtige Frage „Wie geht es mit dem Krisen gebeutelten Europa / Deutschland weiter?“ Aber Deutschland ist doch nicht in einer Krise!?“ Doch. Tum tua res agitur paries com proxima ardent – Dann wird deine Sache verhandelt, wenn die Wand zum Nachbarn brennt.

Dieser alte Spruch ist heute zu interpretieren: Die Nachbarn sind auch die, denen es schlecht geht oder bald schlecht gehen wird, oder die, die Perspektive, schlicht etwas zum Arbeiten haben wollen. Auch die Nachbarstaaten sind gefragt – und da sind die Probleme unübersehbar sind. Der Hindukusch ist manchmal näher, als man denkt.

 

Merkel sagt: Wir sind nicht für die anderen Staaten zuständig. Sagen wir mal, dass das die Erkenntnisse der Alten zu Gunsten der nationalstaatlichen Nichteinmischungsregel ignoriert. Es ist weder konservativ, noch vorausschauend, noch europäisch gedacht – es ist nationalstaatlich gedacht. Es ist rückwärts gedacht. Und über dieses Rückwärts stolpert man an allen Ecken und Enden – wenn man nicht die Augen zumacht.

Die Grundeinstellungen zur Wirtschaft sind ebenso alt, sie entstammen sehr alten Überzeugungen, sind fasst feudal. Das liegt einfach daran, dass die Menschheit nun seit ein paar tausend Jahre in einem Zyklus von 50 bis 150 Jahren erst eine Wirtschaft aufbauen, kurz geniessen, dann sich verschulden um sich dann davon zu befreien, aber nur, um den Zyklus von vorn zu beginnen.

Anfangs war das kein Problem, denn alles gehörte dem König und der konnte, musste – denn es gehörte zum Zeremoniell – in dieser Phase des Zyklus alle Schulden erlassen.

Heute ist alles Privateigentum und die Leute sehen nicht ein, dass sie etwas zurückgeben sollen, sie verweigern das Zeremoniell. Damit beginnen die Probleme – und die sind bis heute nicht geklärt. Deshalb verehren und leben manche Menschen noch den alten Weg. Manchen ist aus der Geschichte noch bekannt, dass so Geschichte geschrieben wird. Manche wollen Geschichte schreiben oder fühlen sich dazu verpflichtet Geschichte zu schreiben – aus welchen Gründen auch immer. Manch einer leidet darunter – aber das ist nicht so wichtig, er hätte es selbst in der Hand gehabt, hat es halt nicht hinbekommen, ist selber schuld.

Wer so denkt, muss über Leichen gehen können; wer so denkt, hilft, wem nicht geholfen werden muss; wer so denkt, sondert sich von vielen ab; wer so denkt, verliert den Kontakt zu Vielen; wer so denkt, dem bleibt letztlich nur der Egoismus.

Was richtet Egoismus mit einem Staat an? Wir kennen es aus einer Zeit, in der die Staaten, sagen wir die Vereinigten Staaten von Amerika, noch wenig organisiert waren und zu wenig Geld hatte, um seine Polizei etc. zu bezahlen. Die Beamten liessen sich von denen, die ein Interesse daran hatten, dass sie wegsahen, finanzieren. Korruption ist der einzige Ausweg – wenn Geld pur regiert.

„Befreite“ Märkte bedeuten, dass das Geld tun kann, was es will. Das war noch nie im Sinne einer funktionierend Wirtschaft, wer will, kann jetzt den Unterschied zwischen Geld und Wirtschaft herausarbeiten. Die Interessen werden gerne verwechselt.

 

Neben der CDU/CSU, FDP ist auch die SPD in diesem Netz verstrickt – denn auch hier gibt es Stimmen, die nichts gegen die unausweichliche Folge, dem Reinstallieren herrschaftlicher Strukturen, haben. Der Unterschied ist, die CDU/CSU, FDP würde nach dem Prinzip Selberschuld arbeiten, die SPD würde versuchen, das ärgste Leid zu lindern – offiziell zumindest, denn letztlich kann in dieser Machtstruktur niemand anders als egoistisch handeln.

Es wird also früher oder später etwas geben, nennen wir es „Europäische Demokratische Republik“, denn der Boden ist gut vorbereitet. Sie glauben das nicht? Kein Problem: Die Dienste sind bald soweit, dass sie die dann nötigen lückenlose Überprüfungen – weltweit – durchführen können.Es fehlt nicht mehr viel. Nur noch eine Krise oder Krieg, das würde schon reichen – ein überschuldetes Europa arbeitet dann seine Schulden ab. Kein Erlass der Schulden, kein Marshallplan sondern Repressalien.

Dann kann man das neue, politisch effektivere System etablieren, dann ist „duchregieren“ machbar. Das ist auch notwendig, denn wenn man die zukünftigen wirtschaftlichen Interessen bedenkt, dann gehen uns bald die billigen aber fähigen Arbeitskräfte aus. Asien ist bald „eingegliedert“ und fasst angepasst – viel geht dort nicht mehr. Afrika soll eher Land für Nahrungsmittel und Rohstoffe denn Arbeitskräfte liefern. Aber die Europäer haben bewiesen, dass sie diese Arbeiten gut machen können. Das ist dann so wie in Russland oder China – und bald auch in den USA. Wenn es rein nach den wirtschaftlichen Regeln geht, dann kann es nur so ausgehen.

 

Alles nur Paranoia oder Verschwörungstheorie? Sicher nicht. Es ist nicht nur im Bereich des Möglichen, es ist sogar im Bereich des Wahrscheinlichen, wenn wir das einfach so schleifen lassen. Die Wirtschaft (und Politik) sieht bei Verschuldung massive Repressalien vor. Die bestehenden und akzeptierten Regeln würden es erlauben. Krisen gibt es genug, man kann sie sich geradezu aussuchen. Kriege ebenso.

Es muss nicht mal eine bewusste politische Agitation sein, es kann auch von Interessengruppen oder Dienste / Organisationen eher im Verborgenen arrangiert worden sein. Warum ist der Boden so gut vorbereitet? Eben weil es entsprechende Interessengruppen gibt. Ob verdeckt oder offen ist unwichtig. Es kann passieren. Es wird passieren, da die Sache mit dem Geld nur mit massiven Mitteln durchgesetzt werden kann. Was ist zu tun? Kann man was machen?

Freilich, noch ist es nicht zu spät. Europa und seine Schulden müssen so organisiert werden, dass es sie nicht gibt. Das Zeremoniell ist eine Möglichkeit. Aber auch neue Produkte, die sicherlich andere ablösen werden, die aber so gut optimiert sind, dass sie kaum Personal benötigen.Das kann nicht (nur) mit Sparen geschehen, dazu braucht es grosse Projekte. SynErgy oder ähnliches wären geeignet. Das bindet alle zusammen, das schafft Europa – aber das scheint nicht das Ziel zu sein.

 

Wer alles zusammen betrachtet, der sieht, dass die aktuellen politischen Diskussionen nicht wirklich ins Schwarze treffen. Die wesentlichen Themen (auch deutsche) sind Europa,Wirtschaft und Krise. Es werden Projekte benötigt, die alle zusammenschweissen, einige Probleme lösen und die finanzierbar sind. SynErgy wäre geeignet. Die Wiedereinführung der Arbeitsteilung würde die Märkte für Innovationen öffnen. Ich kenne kein besseres Mittel, die finanziellen Fehler von früher aufzufangen, die Schwierigkeiten des Marktes oder Europas aufzufangen und neue Märkte zu erschliessen.

 

Noch ein Wort zum Abhören

Jeder weiss, dass ein offener und zuverlässiger, rechtsstaatlicher Staat der beste Schutz vor Terror ist. Nachrichtendienste sind da die schlechtere Wahl. Ausserdem tendieren diese Dienste dazu – gerade in egoistischen Zeiten – sich die Arbeit etwas zu einfach zu machen und – es da die Dinge, die sie machen, immer weiter weg vom allgemein akzeptablen abrückt – immer heimlicher, immer mehr im Untergrund machen. Sie gleichen sich denen an, die sie aufhalten sollen, sind aber besser ausgerüstet und übertreffen sie bald – nur, um früher oder später deren Job zu übernehmen. Denn, wer immer mehr kann, findet immer mehr Feinde – bis alle Feinde sind. Das passiert immer, wenn sie freie Fahrt haben.

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