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Grundsätzliches

20. August 2013

Im Post wird aufgezeigt, dass es sowas wie Entwicklung und Werden gibt und dass das sinnvoll ist. Dass und warum und von wem das nicht immer gern gesehen ist und dass es eigentlich ganz einfach ginge.Das Wie wurde hier im Blog oft genug beschrieben, 150er etc. viel Spass beim Stöbern.

Zuerst noch eine Frage an alle: Warum sagt Schäuble gerade, wenn der Druck auf die Medien in England berichtet wird, dass Griechenland weitere Hilfen braucht? Wird hier ein internes Problem mit einem internen Problem bekämpft? Genauso wie Poffalla den Fauxpas passierte, dass die USA ihm schriftlich bestätigte, dass sie die Daten nicht hätten selbst saugen müssem, der BND hätte sie geliefert?

Im Prinzip ist Entwicklung etwas, das man vorsichtig angehen sollte, dafür aber kontinuierlich und experimentell. Der Grund ist schnell gesagt: Wer etwas ändern will, hat ein Problem gefunden und vermutet, auch die Lösung zu haben – beides kann falsch sein. Sicher ist nur, dass etwas nicht stimmt. Ob das Problem und die richtige Lösung (aus welchem Blickwinkel bitte?) gefunden wurde, kann meist nur im Nachhinein – oder wenn alles zu spät ist – gesagt werden und auch dann bleibt es oft Spekulation. Aber warum ist das so?

 

Angenommen alles ist Bestens. Irgendwann wird in irgendeiner Suppe ein Haar gefunden werden. Nach den Gesetzen der Statistik kann das auch ein paar mal hintereinander vorkommen. Wieder angenommen, das wäre zu einer Zeit passiert, in der es noch Könige gab und die Suppe war dies des Königs. Obwohl der Koch alles, was in seiner Macht war, getan hat, er hat die Suppe mehrmals gesiebt und die Suppe selbst in gutem Licht aber abseits des Tisches in den Teller geschöpft, immer mit einem Hut auf und alles exakt auf Haare abgesucht, nie eines gefunden und doch, wenn sich der König über die Suppe beugt, fand er ein Haar. Eines von seinen. Der König hat Haarausfall.

Damals hatte der König das Recht über Leben und Tod eines jeden seiner Untertanen zu entscheiden und er hatte die Pflicht dafür zu sorgen, dass alles sich so wie gewünscht verhielt. Ein König hat keinen Haarausfall. Also ist der Koch schuld. Und der nächste Haarschnitt kann schnell etwas tiefer ausfallen. Für Viele der damaligen Zeit – evtl. auch für den Koch – war das auch gut so.

Hauptsache, der Schein blieb gewahrt, der König ist in Ordnung und wenn mal nicht, dann hiess es: Der König ist Tod, es lebe der (neue) König.

Das kennt fasst jeder Mensch, er erlebt es oft selbst. Man will, dass etwas so ist, wie man wünscht, dass es ist – und wenn nicht, wird es passend gemacht. Geht man so vor, zum Beispiel bei einem Puzzle, macht man den Stein, der doch dorthin passen muss!, passend, dann wird das Ergebnis ein löchriges sein und der Hersteller war schuld.

In einer idealen Welt geht es ganz logisch aber sehr unvernünftig zu. In einer nicht idealen Welt auch.

Zusammengefasst kann gesagt werden: Aus solchen – vereinfachenden – Ansichten kommt nur, wer sich der Komplexität der Welt stellt und in der Lage ist, die ersten Impulse (und auch die weiteren) zu beherrschen und die Wünsche mit dem Gegebenem abgleicht, um seine Entscheidungen und Handlungen evtl. an zu passen. Passt der Stein oder nicht? Was tun, wenn der Stein nicht passt? Einfach beiseite legen und schön weiterspielen oder dem Querulanten und Weltenkritiker zeigen, wo es lang geht? Kinder tun sich damit mitunter sehr schwer – Erwachsene auch.

 

Wer sich seiner Gefühlswelt sicher sein kann, dem eröffnet die Welt eine neue Aufgabe: Wenn es keinen König mehr gibt, sondern nur noch Interaktion, wie gestaltet man dann die Welt? So mancher wird sich auch fragen: „Macht das alles denn noch Sinn?“ Diese Frage wird von nun an praktisch jeden wieder und wieder um treiben. Das Phänomen hat viele Namen. Hier soll „Werden“ verwendet werden.

Etwas Neues zu erkennen und zu verstehen versetzt uns in einen Glückszustand, sagen die Neurologen. Wer mehr weiss, hat mehr Möglichkeiten, mehr offene Wege, kann besser überleben. Wer ein Problem gelöst hat, der ist glücklich. So sehen es die Gefühle vor. Wissenschaftler bekennen: Eine gelöste Frage bringt tausend weitere auf. Statt sich nun auf unendlich viele weitere Glücksmomente zu freuen, gehen die meisten vor dem neuen Berg von Fragen in die Knie. Glück ist von kurzer Dauer.

Aber der Mensch ist auch glücklich, wenn er etwas kontinuierlich und Welt vergessen macht. Das wird „Flow“ genannt. Das längste Glück der Welt. Wer das Glück hatte, es sehr intensiv und mehrere Stunden am Stück erlebt zu haben, der weiss, dass er danach ganz kaputt ist und oft mehrere Tage zur Erholung braucht. In diese Zeit echot das Glück immer wieder, keimt auf und richtet uns auf – aber nur, damit wir vom Körper zurück in die Kissen gedrückt werden.

Der Unterschied zwischen den beiden Glücksarten ist, dass etwas Neues unsere Welt bereichert und wir das Neue nun ins Alte – unter Einsatz des zweiten Glücks – einarbeiten, dazwischen werden immer wieder neue Fragen beantwortet und damit für Nachschub gesorgt. Die beiden Glücksarten arbeiten genial Hand in Hand. Wer nur die eine will, verliert nicht nur die andere, sondern auch das Weiterkommen. Der bleibt stehen und verharrt in der Vergangen, im Erinnern und nie mehr wieder erleben. Glücklich sein kann ein Dauerzustand sein, wenn man ihn zulässt.

 

Wenn das so einfach ist, warum tun wir das nicht alle?

Das hat historische Gründe. Tut mir leid. Also ab in die Geschichte. Als der Mensch sesshaft wurde, Metalle verwenden konnte und Techniken wie das Rad erfand – erfuhr der Mensch auch die Vorteile der Arbeitsteilung und deren Nachteile.

Arbeitsteilung erlaubt Spezialisierung. Spezialisierung ermöglicht die ständige Verbesserung des eigenen Produktes und die Spezialisierung des Produktes auf weitere Nischen. Das Wissen verbreitete sich anfangs sehr schnell – manche Wissenschaftler reden davon dass sich Neuerungen binnen weniger Jahre über die Kontinente verbreiteten, das ist schneller, als sie es heute messen können – jeder konnte es nutzen und ändern, was das erfolgreich, wurde das neue Wissen schnell verbreitert. Das war sinnvoll, da jeder Schmied wissen sollte, wie es das macht; der eine, der es erfunden hat, der konnte die Nachfrage nicht bedienen.

Heute, mit Maschinen und Digitalem und so, heute ist das möglich und wird Export genannt. Der funktioniert aber nur dann so, wie im Lehrbuch, wenn Ex- und Importe ungefähr auf gleichem Level befinden. Ein Beispiel soll es verdeutlichen: Wenn die Griechen für ihre Importe genug Oliven und Salat und Hotels und … liefern bzw. bereitstellen. Wenn also ein Land genügend Tauschmittel bereitstellt dann funktioniert es. Zum Export geeignet sind nur landestypische Produkte, die den Transport überleben. Der Meteorit, der den Germanen die Angst brauchte, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte, schenkte ihnen ein Metall, das besonders gut war für – die damaligen Bedürfnisse. Anderen Völker soll es ähnlich ergangen sein. Einige Gegenden waren als die Kornkammern grosser Reiche bekannt. Auch heute gibt es das: Soja und … alles in Monokulturen zu Preisen, die die Produzenten nicht ernähren und die sie dazu bringen noch mehr herzustellen …

Wirtschaftlich kann das sinnvoll sein, denn die Preise sind gering, Transport und … können ebenso im grossen Stiel organisiert werden und kosten wenig. Das Ganze rechnet sich. Nur nicht, für die Bauern vor Ort. Die bekommen ihre Produkte nicht mehr verkauft. Heute passiert das zum Beispiel mit der Überproduktion von Hähnchen, die zu Schleuderpreisen in Afrika verkauft werden. Diese Bevölkerungen können nichts mehr produzieren, verdienen nichts mehr, können nichts mehr kaufen, letztlich sind sie abhängig – und man kann sich grosszügig geben.

Warum tun sich das die Menschen gegenseitig an? Weil sie rechnen können und keinen Bezug zu Land und Leute haben. Aber auch, weil sie sich selbst so einiges angetan haben, bevor sie so wurden. Denn wer wirtschaftlich erfolgreich sein will, der hat dafür einen Preis zu zahlen: Eine lange Zeit arbeitet er nur und hat sonst nichts. Kein Privatleben, keine Freunde, keine sozialen Beziehungen, alles läuft auf Geschäftsbasis. Das ist heute so. Muss das so sein? Nein. Wir haben das Prinzip der Arbeitsteilung so umgesetzt, dass der Produzent auch die Nachfrage und Verbreitung und … organisiert. Was uns selbstverständlich erscheint, war es nie. Wer etwas produzierte der gab einige seiner Produkte den Händler mit, von denen bekam auch er Arbeitsproben der anderen. Der Händler war mehr Postbote als Der,-der-nur-Geld-kennt. Die meisten dieser Händler interessierten sich für das Geld dort nicht – es gab überall ein anderes und wie soll man Muschel in Schnecken umrechnen? Die ersten Händler hatten sehr wohl begriffen, dass ein Wirtschaftsraum ein relativ begrenzter Raum ist und es sich nicht wirklich lohnt, den zu erweitern. Ein „gesunder“ Wirtschaftsraum ernährt alle Beteiligten. Erarbeitetes Wissen und Verbesserungen verbreiten sich, werden zum Allgemeinwissen und ermöglichen es, dass jeder es selbst machen könnte – wenn er denn wollte oder müsste. Alltagsprodukte zeichnen sich dadurch aus, dass es nach einer entsprechenden Einleitung jeder machen könnte. Es gibt freilich mehr oder weniger Geeignete. Auch gibt es Leute, die zu nichts geeignet scheinen. Diese machen nach einer langen Odyssee etwas Neues oder etwas Bekanntes so anders, dass es was Neuem gleichkommt. Sie brauchen Zeit und Gelegenheit sich überall mal umsehen zu können.

Gesellschaften organisieren sich meist nach bestimmten Regeln. Diese sind für die Gesellschaft meist akzeptiert und können für andere Gesellschaften nur schwer bis gar nicht verstanden werden.

Hier drohen ernsthafte Auseinandersetzungen, wenn nicht eine gewisse Zeit geredet und sich kennengelernt wird. Auch hier ist es möglich, Neues zu entdecken. Das geht nur, wenn die Freude am Neuen erhalten geblieben ist. Manche Gesellschaften unterdrücken das, sind dogmatisch und bekämpfen das Andere.

Das Andere bedroht in ihren Augen das Bewährte und Bestehende. Das eigene Kartenhaus der Erklärungen, wird oft beschützt – weil man weiss, dass es einer genaueren Befragung nicht standhält, dass neue Erkenntnisse nicht mehr integriert werden können oder sollen, weil man sich auf die Masse der Alten verlassen will. Genug ist genug. Basta. Neues und Anders feindlich sein bedeutet, dass man das sich des Glücks zugunsten der Stagnation. Doch wer mag Stagnation?

Stagnation wird von dem, der etwas zu verlieren hat, bevorzugt. Nach einer Stagnationsphase tut sich meist schnell sehr viel und alle können sich etablieren. Es gibt also relativ viele, die etwas zu verlieren haben. Auf gute Zeiten folgen schlechte Zeiten. Meist selbstgemachte schlechte Zeiten. Das müsste so nicht sein. Es gibt durchaus Möglichkeiten das anders zu regeln. Doch das ist ein anderes Thema. Das im Blog bereits breitgetreten.

 

Geht es aber so, dann werden die Beharrungskräfte immer skurrilen Bewegsgründe, die soweit gehen könnte, dass die, die sich an die Spitze zunächst auf fingierte Wahlen und später dann werden auch wieder die Götter herhalten müssen.Stagnation bedeutet Gleichschritt. Alles was anders ist, ist das nicht lang, ist schnell weg. Mit Augen zu durch, werden die Boten der schlechten Nachrichten solange bearbeitet oder getötet, bis sie die gewünschten Nachrichten überbringen. Benötigt wird nur eine Erziehungsbehörde. Früher hat man dazu sehr viele Menschen benötigt, heute, im Zeitalter der Elektronik geht das wie von selbst. Und die paar, auf die sich die Macht verteilt, die sind sehr einfach zu synchronisieren.

Sie finden sich zusammen. Einmal kennt jeder die Geschichten über die Herrscher und Machthaber, über rücksichtslose Durchsetzer und die anderen, die mehr Aufgaben und Verhaltensweisen erklären und demonstrieren als Herrschergeschichten zu sein. Wir sind alle damit voll gestopft. Und so mancher, der sich aufgemacht hat, sein Ziel zu erreichen, der hat bald gemerkt, was das bedeutet, er bezahlt den Erfolg oft indem sie ihre Herkunft, ihre originalen Gruppen, Freunde, Heimat … aber auch viele Grundsätze (leider schrittweise, in die Länge ziehend, langsam aber ständig kämpfend). An kaum einem geht das spurlos vorbei. Praktisch jeder hat an vielen Stellen seelisch nachgeben müssen, bzw. brach sich selbst, damit er das Ziel erreichen kann. So finden sich meist Angeschlage zusammen, zum gemeinsamen Wunden lecken, Dort hört man bald Aussagen wie: „Wenn sie es nur gewollt hätten, hätten sie es geschafft.“ Die Moral ändert sich, während „alle“ anderen, versuchen alle mitzunehmen und zu helfen, helfen diese nur denen, die es schaffen können. Das führt hin und wieder dazu, dass der, der im Staub liegt, tiefer hinein gedrückt werden, damit sie schneller Mut fassen, sich da selbst raus zu arbeiten. Es gibt aber Zeiten, in denen man es allein nicht mehr schaffen kann, oder viel Glück braucht. Nicht jede Wirtschaftslage erlaubt Erfolg.

Auch setzt sich die Meinung durch, dass die, die es nicht schaffen, es nicht wert sind. Eine in mehrere Klassen geordnete Gesellschaft entwickelt sich. Zur Zeit leben wir wieder in einer Zeit, in der das möglich wäre. Und was passiert, kaum dass etwas passiert wie in England, diesem massiven Druck auf die Presse: In Deutschland wird vorbeugend angemerkt: Leute seid still, vergesst Griechenland nicht, das wird richtig teuer. Wir haben sicher andere Probleme, als die Berichterstattung der skurrilen Briten.

 

Ja, das stimmt. Aber wer meint, dass es bei uns anders ist, der irrt sich wahrscheinlich. Der Herrschaftsfilz etabliert sich wieder. Auf Leuten herum trampeln wird wieder schick. Über Leben und Tod, derer, die zu viele und unendlich viele sind, zu entscheiden, ist doch letztlich nur ein Spass, eine Pflichtübung, Geburtenkontrolle eben. Manchmal kann man mit ihnen auch noch Gewinne machen. Nicht viel, aber immer hin.

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