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Netzsicherheit – verdeutlicht.

24. Juli 2013

Die Lücke ist gerissen, hat sich bewährt und das Filtern im grossen Stil soll nun legalisiert werden. Mit Volldampf ins Zeitalter des „Jeder hört Jeden“ ab. Können wir es der möglichen staatlichen Willkür und der organisierten Kriminalität nicht noch etwas einfacher machen? Es wird gern darauf verwiesen, dass das nicht so leicht ist, weil international und so – es gibt aber auch technische Lösungen.

Praktisch alle unsere Daten gehen über das Netz. Dabei kann die Nachricht an den Nachbarn eine kleine Weltreise hinter sich bringen. Das muss nicht so sein, ist aber sicher so, wenn man ausländische Dienste verwendet.

Doch das darf uns nicht schulterzuckend die Hände in den Schoss legen lassen. Jeder Einzelne kann versuchen sich zu schützen. Das ist nicht ganz so einfach, man kann viele Fehler dabei machen. Wer alles auf einem Rechner hat oder in einem nicht gut gemachten Netzwerk, der kann sich die Mühe sparen.

Dennoch, für eine Privatperson mag das reichen, denn in der IT wird Sicherheit am „zu betreibenden Aufwand“ gemessen. Das zeigt aber auch auf, dass es keine absolute Sicherheit gibt. Und dass es keine fehlerfreie Software geben kann, macht einen da auch nicht zuversichtlicher. Beruhigend wirkt da schon eher, dass eh schon alle relevanten Daten in den gern genutzten Diensten preisgegeben wurden. Also Schwamm drüber – so resümieren viele, aber nicht Firmen und Selbstständige.

Ob die bereits in den Brunnen gefallen Daten wieder zurückgeholt werden können, steht auf einem anderen Blatt. Das hier Besprochene behandelt die aktuellen Spähauswirkungen. Hier geht es z.B. darum, dass bislang die Trennung des Datenflusses auf mehrere Kanäle als sicher erachtet wurde. Da im grossen Stil Daten gesammelt und in Bezug zueinander gesetzt werden, kann dieser Gedanke getrost verworfen werden.

Nein, ihr Zugriff auf ihre Bank per Internet ist jetzt nicht sicher. Noch betrifft es „nur“ den Staat, aber ob der Zahlendreher, der das grosse Geschäft platzen liess, von ihnen oder von … kommt, ist ab heute nicht mehr so sicher. Oder die Fehlbuchung, die sie in den Dispo getrieben hat und deren Verursacher nicht mehr aufzutreiben ist, … Aber auch, wenn sie selbst nicht über das Internet auf ihr Konto zugreifen, die Bankfiliale tut es sicher (vielleicht sicherer als sie, aber …).

Was ist passiert? Der Staat, der Daten lesen kann, kann sie – theoretisch – auch manipulieren, dazu gehört blockieren, fingieren, editieren. Der erste Schritt ist gemacht, die nächsten sind verlockend, kann man so doch leicht Einfluss nehmen, Menschen und ganze Firmen manipulieren. Und was ein Staat bzw. Geheimdienst ganz praktisch findet, das ist auch für die Privatwirtschaft und letztlich auch für die organisierte Kriminalität interessant. Im Machbarkeitsrausch haben die Geheimdienste nun die Lücke gerissen, die Politik soll das Verfahren – „Filter“ genannt – legalisieren, damit die Firmen und Betreiber die Arbeit legal weiterführen können. Von hier ist es dann nur noch ein Schritt in die Kriminalität. Der grosse Stil, der aus der allgemeinen Filterung resultiert, macht kaum eine Überprüfung von Vorgaben möglich. Ausserdem arbeiten alle Interessenten zusammen, stellen selbst die Regeln auf und kontrollieren die Einhaltung.

Ist der Bruch mit den Demokratischen Grundpfeilern nun deutlich geworden? Und ist auch deutlich geworden, warum die eigenen Daten (und schon gar, wenn alle zusammengeführt werden) einen nicht nur voll kontrollierbar, berechenbar und manipulierbar machen? Ergebnis dieser Erkenntnisse kann aus Sicht des Bürgers nur sein, dass neue Sicherheitstechnik immer für alle eingesetzt werden.

Und was sagt es darüber aus, wenn die Politik dies verweigert? Ist es gewünscht? Und wenn nicht, warum nicht? Es ist ein grundsätzliches Problem, Nebenargumente wie Erotik, Kinderschutz oder freie Vertragsgestaltung werden hier voll vom Grundsatz überstimmt – wer die Freiheit für die scheinbare Sicherheit aufgibt, der ist selber Schuld. Wer aus wirtschaftlichen Gründen meint, dass das der grosse Gewinn sei, der wird bald merken, dass beim Lauschen im grossen Stil die Märkte schlicht stagnieren, weil jeder alles weiss macht niemand etwas Neues. Das wäre verschwendetes Geld. Wer lauscht, der bildet im Grunde ein Kartell und betreibt Insider Handel. Wer lauschen weil er filtern muss, ist grundsätzlich verdächtig und wäre so massiv zu überprüfen, dass sich das auf die Kosten durchschlagen müsste und letztlich würde nur die Verbindung zwischen Kontrollierten und Kontrollierenden – da beide Kenner der Materie wäre und es nicht so viele davon gibt und … – verfilzen. Wer sein Handwerk Politiker versteht, der wird sicher nicht eine derartige Deregulierung und / oder Freibrief für Datenpiraterie ausstellen.

Noch ein Wort zu Daten. Entgegen der landläufigen Meinung sind Daten keine harten Fakten. Sie sind eher das Gegenteil, weich und formbar. Jedes beliebige Ziel ist immer erreichbar – je komplexer umso einfacher. Hier nur ein einfaches Beispiel: Ihr gutes Abschlusszeugnis hat den Durchschnitt 1.1. Auch das lässt sich relativieren: War es ein starker Wahlgang oder ein schwacher? Waren die Prüfungen eher leicht oder schwer? Hatten sie einen guten oder schlechten Tag?

Aber auch: War er auf der richtigen Schule? Stammt er aus den richtigen Kreisen? Das zähle nicht? Nun, kennen Sie die kleinen Sticheleien, die es sicher zwischen Ihrer und der benachbarten Schule gab? Oder war es ein regelrechter Konkurrenzkampf? Das kann sich auf das Betriebsklima auswirken, so oder so. Gesund wäre ein Mix, um auf alles vorbereitet zu sein. Bequemer ist es aber, wenn alle dieselbe Sprache sprechen. Jetzt bleibt aber geistige Flexibilität auf der Strecke. Es werden immer dieselben Lösungen präsentiert und produziert, das kann jeder beobachten – und mit Daten sichern. Nur dumm, dass mit etwas mehr Aufwand auch das Gegenteil „bewiesen“ werden kann.

Manche setzten gern auf Muster. Dazu nur folgendes: Die Bauten der alten Ägypter werden wegen ihrer guten Symmetrie und ästhetischen Proportionen gelobt. Einem Architekt ging das zu weit und erstellte ein ähnliches Dokument, das ebenso viele „göttliche“ Bezüge aufwies, Gegenstand der Arbeit waren die damals standardisierten Hütten für Würstchenverkäufer.

Freilich gibt es echte Muster und … mit ihnen zu spielen ist interessant und amüsant, aber dass es sie gibt sagt noch nichts über ihre Aussagekraft aus und diese ist dann auch noch zu interpretieren. Statistisch gleitet man da schnell in die Belanglosigkeit und die Beliebigkeit ab.

Das wirkt sich heute schon auf ihre Kreditwürdigkeit aus. Sind sie sicher, dass sie auf der richtigen Seiten ihrer Strasse wohnen und wissen Sie auch, dass sich das relativ oft ändert und sie in bestimmten Stadtteilen deshalb ständig umziehen müssten?

Wer auf interpretierte – egal ob statistisch oder direkte – Daten zurückgreift oder es erlaubt, der schafft bzw. unterstützt irgendwann eine Art Datenwillkür. Zumal man die Datenbasis wegen ihrer schieren Mengen nie verifizieren kann.

Dann kann alles auch den Demokraten schmackhaft gemacht werden.

Neben den politischen Lösungen gibt es auch technische. Ein wichtiges Element wird unter dem Stichwort FAnNet aufgezeigt, falls gewünscht kann ich das weiter ausarbeiten. 10 likes reichen.

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