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Netzsicherheit

23. Juli 2013

Die Brisanz dieses Themas lässt sich am besten anhand der Gewaltenteilung aufzeigen: Sie soll Willkür verhindern. Der Schutz vor bzw. das „Einhalt gebieten“ der Willkür ist der Grund, warum es immer Aufstände gibt. Wer Gesetze macht, muss auch mit ihnen leben. Wer die Gesetze nicht zeitnah zu seinen Gunsten manipulieren kann, macht Gesetze, mit denen auch er leben kann – soweit die These.

Auf staatlicher Ebene wurde das bereits umgesetzt, jedoch Geheimdienste und Datenschutz sind Hintertürchen, über die die Willkür zurückkommen kann. Dass sich in den USA niemand mehr traute etwas gegen NSA & Co auch nur zu sagen zeigt bereits in Richtung Allmacht und Willkür. Dass sich diese Meinung scheinbar auch in Europa etablieren konnte zeigt deutlich die Hintertür der Willkür für den Geheimdienst auf. Die Begeisterung der Geheimdienste für Daten, zeigt die Brisanz eben dieser auf.

Es ist ein Spagat und verlangt Transparenz an Stellen, die lieber im Dunkeln agieren.

Das Problem der Wirtschaft ist: Sie braucht einen stabilen Raum, der durch die Gewaltenteilung erreicht wird, sonst geht niemand ein Risiko ein. Konsolidierende Verdrängungsmärkte und die Idee von „Wissen ist Macht“ (zu viel wissen blockiert) lassen diese, in die Enge gedrängten, Märkte gern am eigenen Ast sägen. Ein funktionierender Datenschutz ist Basis und Schutz der Privatsphäre von Personen und Firmen. Die Haltung der Wirtschaft: „Wenn ein Dummer bereit ist es zu machen, dann mach es“ – das ist bequem verdientes Geld-, der verstösst gleich gegen mehrere Regeln der Wirtschaft: Geld ist definiert über die erbrachte Gegenleistung, fehlt diese, dann ist auch das Geld nichts wert. Langfristig schadet er der Wirtschaft. Solche Aktionen starten also nur Personen, die die Zukunft längst abgeschrieben haben, das sind destruktive Kräfte, die in der Regel durch Gesetze aufgehalten werden, man steht mit dieser Meinung immer mit einem Bein im Gefängnis. Und zu guter Letzt, es ist ihm vielleicht noch nicht aufgefallen, deshalb hier ganz deutlich: Jetzt gibt es zwei Dumme.

Wer alle Daten von einer Person / Firma zusammenführen kann, der weiss alles über diese Person und kann diese Person nach Belieben manipulieren. Passiert das einer einzelnen Person / Firma, dann würde ihr unterstellt werden, dass sie fahrlässig mit ihren Daten umgegangen ist und deshalb mindestens eine Teilschuld trägt. Wer eine generierte Wegwerf Pin unverschlüsselt per SMS bekommt, dessen Konto ist bereits gefährdet. Kann gleichzeitig auf seine Internetverbindungen zugegriffen werden, dann kann die nächste Buchung abgefangen, evtl. manipulieren. Per Gesetz kann die Bank angewiesen werden, Manipulationen dieser Art von einer bestimmten Stelle als gültige Buchung zu deklarieren (um in Ermittlungen nicht zu stören) – somit wären die Sicherheitsmechanismen der Banken schlicht ausgehebelt.

Frage: In wie weit sollen die angewendeten Sicherheitsmechanismen ausgehebelt werden dürfen?

Antwort: Da jede Firma die Zusammenarbeit mit den Behörden pflegt, ist ein direkter Zugriff auf die Daten nicht angebracht. Zusätzlicher Aufwände, sind zu zahlen. Die Grenzen zwischen Datenwirtschaft und Geheimdienst sind zu waren (z.B. darf kein GD eine eigene Abteilung beim Anbieter, in dessen Gebäude … oder Resident … haben). Der Zugriff ist nur über einen offiziellen standardisierten Weg erlaubt. Der stark zu kontrollieren ist und im Zweifelsfall direkt an die Öffentlichkeit gehen kann.

Frage: Gibt es neben den Lausch- auch Manipulationswerkzeuge?

Antwort: Wenn, dann sind alle Grenzen überschritten – sollte man denken. Technisch ist das aber eine heikle Frage denn bereits bei der Kopie kann etwas schief gegangen sein (bitte erspart mir die komplette Liste, dies soll reichen: kaputtes Bit, gleichzeitiges Schreiben derselben Speicherzelle..). Hier wäre nur die Kopie betroffen, denkbar ist auch, das Original manipuliert werden soll. Es beginnt damit, dass bestimmte Seiten blockiert werden können – dazu ist das Filtern nötig, das die Tage durch das sittengemäntelte PornoAccess Flag der Briten und die wirtschaftsgemäntelte Vertragsfreiheit für Sondernleistungen bei der Internetgeschwindigkeit sind, genau das technische Mittel, das zur Kontrolle des Internets benötigt wird. Filtern wird als Nutzen des Benutzers verkauft – der Nutzen für die Geheimdienste wird verschwiegen. Ich weiss, man darf nicht überverkaufen, aber sind Politiker Verkäufer? Wer hat da wohl die Ideen geliefert, vielleicht sogar die Reden geschrieben? Auch hier werden wieder Grenzen überschritten. Die Wirtschaft ist auch ein Teil der Gewaltenteilung zu grosse Nähe darf es da nicht geben.

Nach dem Blockieren kommt das Fingieren. Freilich auch nur für die Ermittlungen. Eine fingierte Kommunikation kann schliesslich Verborgenes aufzeigen wie: „Würde er, wenn er könnte?“ – hier wird die Grenze zur aktiven Manipulation überschritten, der nächste, die Daten zu manipulieren ist dann nur konsequent.

Wenn der Staat das kann, dann kann das auch eine Firma – oder einzelne Person, die sich so weit auskennt und an der richtigen Stelle Zugriff hat. Das Thema Teilschuld wird bald in aller Mund sein. Erpressung das lukrativste Geschäft der organisierten Kriminalität, Prism und Co machen es vor und spätestens die organisierte Kriminalität vergoldet es.

Ausserdem kann man nun Leute manipulieren, ihnen etwas unterschieben und … alles mit eingebauter Teilschuld. Mit jedem Mal werden Betroffene es mehr verstecken wollen, es wird immer heftiger … man kann immer mehr verlangen.

In die Nähe dieser Macht darf ein Staat nicht kommen. Daten und Kommunikation müssen in die Gewaltenteilung aufgenommen werden, ansonsten ist das Vertrauen verloren und es beginnt eine Phase der Zurückhaltung und des Ausweichens. Wirtschaftlicher Abschwung in allen Ländern, die das Vertrauen nicht wiederherstellen können.

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