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Demokratie, Dienste und … wozu?

20. Juli 2013

Wenn man sich die Sache recht besieht, dann regiert das Geld. Politiker und Ansager braucht es eigentlich nicht, nur zur Staffage. Mich würde es nicht wundern, wenn sich demnächst wieder eine oder einer zum König oder Kaiser ausruft. Ehrlicher wäre es. Mit Demokratie hat das doch schon lange nichts mehr zu tun.“. Was einem im Café an einem heissen Sommertag, ganz nebenbei und fasst im Plauderton gesagt wird, kann es einem kalt über den Rücken laufen lassen.

 

Ein Mensch, von dem man sagen würde, dass er mit beiden Beinen fest im Leben steht, erfolgreich ist, der positiv und zuversichtlich auf den Rest seines Lebens blicken darf, vertritt so eine Position.

 

Wurde er depressiv? Oder hat ihm ein Verschwörungsscientologen beim letzten Friseurbesuch den Kopf gewaschen? Wurde er umgedreht? Versteckte Kamera? „Nein, nichts von alledem“, sagt er gelassen und bestellt noch einen Kaffee um „auf Touren“ zu kommen. Ich brauchte dazu keinen mehr. „Er sei einfach nur Realist.“.

 

Es habe sich längst eine zwei oder mehrere Schichten Gesellschaft gebildet. Ich solle nicht so überrascht sein, schliesslich würde ich die meisten Mechanismen in meinem Blog beschreiben. Wo Geld ist, fliesse anderes Geld hin. Dazu kommt, dass Geld nicht glücklich mache, sondern nur mehr Geld wolle, nur Sorgen bereite. Praktisch jeder, der Geld habe, würde zum Systemspieler, zum Abhängigen und ginge bald und gern über Leichen. Auch über seine eigene. Jedes Mittel wäre ihm recht, würde zum Recht werden, weil „sie“ es brauchen. Und wer das Recht bestimmt, der bekomme auch in einer Demokratie recht. Auch wenn die anderen ganz andere Probleme haben. Er habe in seinem Urlaub mal einen Blick in die Geschichtsbücher gemacht – und gesehen, dass das nicht gut gehen könne. Er stände nun vor der Wahl: Verdrängen und hoffen, dass alles gut geht, also CDU/CSU wählen oder die Sachen angehen und – ja wen denn dann wählen?

 

In der Hoffnung, dass alles nur ein erfolgreicher Versuch war, mich auf das ungeliebte Thema: „Ob und wenn was er denn wähle“ zu locken, wollte ich mich nicht gleich ergeben. So leicht möchte ich es ihm nicht machen. Also fragte ich: Was er denn wie erreichen oder ändern wolle?

Mit einer Gegenfrage den Ball zurück spielen – das heisst, Du hast ihn angenommen. Beantworte sie nun..“ Hamm – so herrisch?

Also an Deinem Führungsstil müssen wir wieder arbeiten. Ich werde zwei mal zwei Stunden für nächste Woche frei machen. Ist das Ok?“

Ich will nicht meinen Führungsstil verbessern. Ich will Antworten.“ Sommerdepression. Den Fall muss ich abgeben.

Du willst einen Wahltipp? Soll ich die Wahlprogramme auseinander nehmen? Oder die Gemeinsamkeiten aufzeigen? Soweit ich Dich kenne, könntest eher Du mir diesen Gefallen tun, es wäre zumindest, die richtige Richtung“.

Vielleicht. Aber es sind doch wieder nur Gegenfragen, keine Antworten.Ich brauche aber dringend eine Antwort auf die Frage: Kann man durch Wählen noch etwas bewegen?“

Warum plötzlich so skeptisch? Bislang warst doch Du der sich dafür einsetzt?“

Die Dinge ändern sich. – Neulich hatte ich Besuch von einem Politiker, der mal wieder darauf drängt, dass meine Firma mehr Angestellte braucht. Ich hätte sogar Gewinn gemacht. Da ziehen Politiker durch die Firmen und zeigen auf, wie man den Staat betrügen oder ausnehmen oder … ich weiss auch nicht was genau – aber es gefällt mir nicht und … ist denn wirklich alles Recht, wenn man nur gewinnen will? Das ist doch kein Spiel?! Ich hätte drei Leute für ein paar Monate einstellen sollen sonst nichts, es wird gefördert – sie machen das, weil es sich herausgestellt hat, dass jemand, der gerade in Arbeit gekommen ist, die wählt die … na, Du kennst das doch: Statistische, virtuelle und simulierte Realpolitik. Egal was und wie du es machst, es ist so eingerichtet, dass Du ihnen immer in die Hände spielst – und dich damit irgendwie korrumpierst und immer leichter immer tiefer verwickelst und mitmachst. Und jeder kann sich darauf herausreden, dass das heute nun mal so gemacht wird, einer hat mich direkt und grad heraus gefragt, wie hoch sein ‚Gewinn‘ sei? Mitten in Deutschland!?! – “ Ich schwieg und hörte zu, konnte es nicht glauben und war … gebannt, wie bei meinem ersten Horrorfilm. Er fuhr fort:

Freiheit wird mit Reichtum gleichgesetzt. Wer arm ist, hat sich Freiheit nicht verdient. Er könnte ja arbeiten – aber da es irgendwo auf der Welt einen gibt, der es billiger macht, verdient niemand mehr genug Geld, sich freizukaufen – nur die, die selbst bestimmen, was sie verdienen. Recht ist nur ein Mittel um den Gewinn zu rechtfertigen. Demokratie ist nur ein Schlafmittel für den Bürger, solange er manipulierbar ist und das ist er, wenn es weniger Geld gibt. Du weisst, wie ich auf Deinen Blog reagiert habe – ungläubig. Obwohl auch ich täglich mit den Mechanismen zu tun habe, war ich bereit, diese Fakten als eine weitere Verschwörungstheorie zu sehen – wohl gemerkt, ich mache das täglich, will es aber nicht glauben und würde es mit Inbrunst abstreiten. Und genau in diesem Ton wurde ich nun auf diese Gesetzeslücke aufmerksam gemacht. Dann habe ich mich gewundert, warum es am einen Tag heisst, der Industrie geht es gut und am nächsten, es gehe ihr schlecht. Dass Wissenschaftler offen sagen, dass in ihrem Werk was anderes steht … und … Ich bin Geschäftsmann und Techniker. Aber ich sage Dir ehrlich: Das ist keine solide Umgebung mehr. Das sind Verhältnisse, wie … sonst irgendwo, das hat aber mit den Ansprüchen von D. nichts mehr zu tun. Wenn ungestraft so gelogen und zum „gesetzesnahen“ Betrug aufgefordert wird, … können Wahlen da noch was ändern?“

 

Da sitzt man einem Menschen gegenüber, dessen Welt zusammengebrochen ist. Er hat erkannt, dass er sich über lange Zeit etwas vorgemacht hat. Hut ab. Die meisten schauen einfach weiter weg. Das funktioniert dann solange, bis man den anderen die Schuld geben und ihn niederknüppeln kann – oder wird. Man wartet ab, bis das Offensichtliche nicht mehr zu leugnen ist, sitzt vor dem sich anbahnenden Problem wie ein Kaninchen vor der Schlange – nur, um dann zu sagen: das konnte man nicht vorhersehen. Zugegeben, es gab da ein paar … aber Spinner gibt es überall. Da hat ein blindes Huhn ein Korn gefunden, das macht es nicht zu Vertrauten.Wenn Einseitigkeit und Vorurteile vorherrschen, dann ist die Welt meist einfach und gut – und die anderen haben sie kaputt gemacht, es beginnt nach dem Chaos gleich wieder alles von vorne.

 

Diese Gedanken werden den Welterkenner nicht aufbauen. Nichts wird das. Die Antworten, die er sucht, gehören zu der Kategorie, die man nur für sich selbst nach langer harter Arbeit und auch nur auf Zeit beantworten kann. Man kann sich entscheiden, einfach wegzuschauen und weiter zu machen wie bisher; man kann es anprangern, bricht das gesellschaftliche Tabu und wird ins Exil geschickt werden; man Ersatzhandlungen starten. Gehört wählen dazu?

In einer Demokratie kann man nur aktiv etwas ändern und Wählen ist einer der ersten Schritte. Du stellt aber in Frage, ob es sich hier noch um eine Demokratie handelt. Was steht denn zur Wahl? Ist es Oligarchie oder schon Diktatur?“

Systemokratie, die totale Unterwerfung unter ein System, das die Wirtschaft und … – das einfach alles betrifft.“

Die Demokratie ist selbst ein System. Welches ‚System‘ meinst Du?“

Eines, das allem Anschein von einem Dogma dominiert wird.“

Jede Demokratie, die Dogmen kennt, leidet. Ob die nun von einer Religion oder der Wirtschaft kommen ist egal. – Du beklagst eine Dogmakratie? Einen Rückfall ins: Funktioniere oder Hölle? In den Kadavergehorsam?“

Ich beklage die bewusste Aufgabe des Verstandes, dem daraus resultierendem Verlust der Freiheit gefolgt der des Rechtsstaates und der Demokratie. Ich beklage die Verblendung der Menschen, das sture, prinzpienreiterische Verweigern der wenigen und kleinen aber nötigen Änderungen.

Ich beklage die Untätigkeit und das Abwarten, das Absitzen und das ‚mit sehenden Augen ins Verderben gehen‘. Junge, ich habe Kinder in die Welt gesetzt – in diese Welt gesetzt! Was soll ich ihnen sagen? Heute spielen wir mal nicht Krieg, wir machen ihn!?“

Wieso den Verlust der Demokratie?“

Hast Du nicht zugehört?! Die manipulieren alles! Die Menschen werden mit dem Arbeitsplatz und dem Geld gefügig gemacht. Da hat sich eine Gruppe etabliert, die sich an nichts halten muss! Weisst Du, was das für mein Geschäft bedeutet!? Jedes Geschäft kann fingiert sein! Mit einem einzigen fingiertem Geschäft, kann alles aus sein. Ich bin erpressbar – ohne je etwas getan zu haben! Ohne Schuld! Nur weil ich arbeite! – und weiter arbeiten will!?!“

Ein Rechtsstaat würde Dir also reichen?“

Rechtsstaat! – für sich allein heisst das gar nichts. Scharia, Halacha, fundamental Christen oder Radikale? Hast Du Dir mal die Wirtschaft von Staaten angesehen, die nach radikalem Recht Recht sprechen? Ich meine, selbst die Russen bringen ihr Geld aus Russland raus. Ein Rechtsstaat mit gesunder Wirtschaft kennt verbindliche, nicht willkürliche Rechte. Überall, wo es keine Demokratie gibt, ist auch der Rechtsstaat ‚korrupt‘.“

Demokratie stabilisiert den Rechtsstaat und die Wirtschaft. Was ist schief gegangen?“

Wirtschaft braucht Recht. Ist aber zum rechtsfreien Raum geworden. Die Politiker haben sich über den Tisch lobbieren lassen. Lassen sich von Komplexem beeindrucken und … sie haben es eben vermasselt“

Also ist die Wirtschaft an allem Schuld?“

Die Wirtschaft ist wie ein kleines Kind. Sie versucht und testet alles auf Spielbarkeit. Ergibt sich eine gewisse Kurzweil, dann bleibt sie solange dabei, wie es eben Spass macht. Dann geht sie weiter. Wirtschaft funktioniert nur, wenn sie frei fliessen kann, das geht nur, solange alle ungefähr gleichstark sind, sonst geht alles immer langsamer bis die „Starken“ entschlafen sind, schlafen die Märkte. Die Politik hat das zu regeln. Aber statt sich hinzustellen und zu sagen: das haben wir vermasselt; stellen sie sich hin und sagen: ‚Das haben die Banken vermasselt, denn wir haben nur gemacht, was sie wollten.‘ es wäre auch OK, wenn sie sagen würden: ‚Uns sind die Hände gebunden. Wir haben uns in Verträge verstrickt und verschanzt. Jetzt können wir nicht mehr anders. Wir müssen da jetzt irgendwie raus finden. Das wird nicht anders gehen, als dass einige der Verträge neu verhandelt werden müssen. Im Zweifelsfall werden wir sie brechen müssen …“

Nur um das zu rekapitulieren: Die Wirtschaft ist in Wirklichkeit ein verspieltes – mittlerweile wohl auch ein verzogenes – Kind und die Eltern (sprich Politiker) tun was, das Kind ihnen aufträgt? Wir werden von einem Kinderparlament regiert?“

Im Prinzip ja. Aber mach ihnen nicht zu grosse Vorwürfe, denn der Verkäufer gewinnt immer. Wenn er nicht mit dem absoluten Wunsch, nein, der Überzeugung hineingehen würde, würde er nie etwas verkaufen.Politiker sind auch nur Kunden, sie brauchen nur etwas Pflege, sie sind einfache Kunden. – Aber das Spiel läuft aus dem Ruder. Aus harmlosen „Politikerverlade“ wurden Amog laufende, machtversessene Politiker! Die allem Anschein nach nun gegen sich selbst antreten. Sie haben die Seite gewechselt und jetzt gibt es eigentlich kein Halten mehr.

Wenn Politik, Geheimdienst und Wirtschaft zusammen arbeiten statt ihren Job zu erledigen, dann haben wir da eine Führungsschicht, die bald mehr damit beschäftigt sein wird, sich selbst vor dem Rest der Welt zu schützen und sich zu etablieren. Es kann gut sein, dass das eine der letzten Wahlen ist.“

Also lohnt es sich Wählen zu gehen?!“

Wer wählt sich seinen Henker?“

Man sollte den wählen, der das wieder in Ordnung bringen kann.“

Und wer ist das? Sie spielen alle falsch – und wenn es so weit ist, wie ich zur Zeit befürchten muss, dann hat sich da ein Politiker, Spion und Manager Kartell gebildet. Egal wen man wählt, man wählt immer, was man verhindern will.“

Wenn einer, der den ganzen Tag arbeitet, plötzlich Urlaub macht, über Gott und die Welt nachdenkt und mit diesem Anspruch bei Politikern und Co landet, dann muss die Politik und Co schlecht abschneiden. Gib ihnen noch eine Chance. Gewählt wird erst, wenn die Leute wieder arbeiten und die Gläser wieder halbvoll sind.“

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From → Politik, Prosa, Wirtschaft

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