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Das Recht der Masse II

30. Juni 2013

Diese Frage hat mehre von Euch beschäftigt, es gab einige Diskussion darum und es hat sich was getan. Deshalb folgen einige weiterführende Ausführungen.

Grundlegendes zuerst: Hier wird über Masse als Verhältniszahl, als gemessene Werte geredet, diese wird selten in Kilogramm angegeben. Leider nur soviel zu dem herrlichen Verwirrspiel, das da mit mir getrieben wurde. Noch entwindet es sich meinen „schriftstellerischen“ Fähigkeiten – ich arbeite daran.

Es wird über Masse als statistische Funktion bzw. Mehrheit einer Wahl gesprochen. Die Tatsache, dass das Ergebnis einer Wahl zwei gleichwertige Massen liefern kann (wenn es 50/50 steht), zeigt die Verhältnismässigkeit einer Wahl auf.

Erstes Ergebnis: Der Ausgang einer Wahl liefert nur Daten bzw. Zahlen. Erst deren Interpretation, liefert so etwas wie Antworten auf Fragen. Sie hängen immer von den Fach- und Sachkenntnissen und vom Standpunkt des Betrachters ab. Die Masse hat entschieden – ob sie Recht hat, steht auf einem anderen Blatt. Man kann zu widersprüchlichen Interpretationen des Ausgangs einer Wahl kommen:

Wenn die Mehrheit für Apfelkuchen ist, sagt das dann aus, dass die anderen Kuchen, die auch zur Wahl standen, schlechter sind oder heisst das nur, dass die meisten besser konditioniert sind für den Apfelkuchen? Dass sie eine Vorliebe ausgebildet haben, die sie so und nicht anders entscheiden lässt, ganz egal, was sonst zur Wahl steht? Dass es um das Andere gar nicht geht? Jede Wahl ist zu einem gewissen Teil Konditionierung und Sachverstand – die Frage kann nicht abschliessend behandelt werden, sondern bleibt mit wechselnden Verhältnissen offen.

Nichts anderes ist eine Wahl: Eine Momentaufnahme der Verhältnisse und Stellungnahme zu einer Frage, die nicht abschliessend behandelbar und deshalb immer eine  offenbleibende, ein in Frage zu stellendes Ergebnis, bleiben wird.

Zweites Ergebnis: Wahlen entscheiden – auf Zeit – über Dinge, die nicht abschliessend behandelt werden können. Die Freiheit, seine Meinung ändern zu können gehört dazu. Wer aus Tradition bei einem einmal ermittelten Ergebnis bleibt, verwirft einen der wichtigsten Gründe, warum Wahlen abgehalten werden.

Die Umstände, in denen gewählt wurde, spielen eine grosse Rolle. Sie wirken sich direkt oder indirekt auf die schwankenden Verhältnisse auswirken. Wer wählt in welchen Umständen? Über was soll wie abgestimmt werden? Wird per Konditionierung gewählt (Nach dem Motto: „Bisher ist es gut gegangen und nach mir die Sintflut“)?

Gegen Konditionierung hilft nur Bildung, für Sachverstand hilft nur Bildung. Wahlen ohne Bildung ist mehr Spiel als tragfähiges Ergebnis, denn es wird meist ein radikales Ergebnis dabei heraus kommen.

Sind Wahlen also gefährlich? Nicht unbedingt. Wer Wahlen durchführt, die ein 100% Ergebnis lieferten, weiss, dass er umsonst wählen liess. Wer aus einem Ergebnis 80 – 20 schliesst, dass genau in diesem Verhältnis die Umsetzung erfolgen soll, der wird ständig die Gesetze ändern müssen. Wer sich zur Wahl stellt, der sollte realisieren, dass ein gewählter Repräsentant alle vertritt. Man kann die Vertretung der Minderheiten nicht deren wenigen Repräsentanten überlassen. Eine kleine Rechnung soll zeigen warum: Wer 10% massiv vernachlässigt, der hat es in Deutschland mit acht Millionen Leuten auf der Strasse zu tun. Eine Regierung sollte wissen, was das bedeutet.

Funktionieren Wahlen, dann wird eine Regierung aufgestellt, die eben alle vertreten kann. Es gibt aber vieles zu verbessern: Wenn die eine Partei massive Änderungen anbieten muss um gewählt zu werden und die andere mit „Alles bleibt, wie es ist“ die Bequemen angelt (und für Stagnation wirbt), dann wird es zu immer grössere Aufgabenberge und diese dann zu Umwälzungen.

Bei einer Wahl geht es nicht um Recht und Unrecht – sonst würde ungefähr die Hälfte der Wähler nach der Wahl im Gefängnis sein – es geht darum, eine aktive und handlungsfähige Regierung auf zu stellen. Es geht darum, die Zahl der Bequemen und ewig Gestrigen so gering wie möglich zu halten, weil es um die Zukunft, nicht um die Vergangenheit geht.

Was ist die Aussage des Posts? Ein Kollege tat sich schwer damit, dass da nur Fakten und keine Interpretation oder Meinung geliefert wurde. Manche Posts wollen einfach nur Fakten liefern. Es ist einfach keine haltbare Aussage: „Das Recht der Masse“ ist gleichzustellen mit dem Faustrecht, der Diktatur der Masse – ein Politiker, ein demokratischer Politiker, kann das nicht gut heissen. Alles andere wäre ein Fall für den BND, denn diese Leute wollen definitiv die Grundpfeiler der Verfassungen etc. einreissen.

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