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Kann man was tun? Ja!

9. Juni 2013

Immer wieder trifft man auf tiefe Mutlosigkeit oder Hilflosigkeit, dem Gefühl des der Willkür Anderer ausgesetzt seiend. Das ist schade. Ich möchte etwas Hoffnung verbreiten, denn so schlecht ist die Lage nicht. Das Gefühl kann ich zwar verstehen, es kann entstehen, weil man bemerkt, dass die da oben, nicht wissen, was sie tun, abgehoben sind und deren interne Organisation zunehmend wichtiger wird und jede Entscheidung nahezu unmöglich macht … die vertreten doch nur sich selbst.

Am Ende des Artikels kann man sehen, dass es Möglichkeiten gibt, die man nur anpacken braucht, und die im Stande sind, viele aktuelle Schwierigkeiten zu lösen. Auf mehrere Jahrzehnte sollten einige grundsätzliche Fragen geklärt sein. Ohne Anstrengung wird es nicht gehen, aber die lohnen sich.

Dazwischen soll aufgezeigt werden, warum und wie wir in die aktuelle Situation geraten sind. Da wird auch immer gleich deutlich, wo man anpacken kann. Es ist ein etwas längerer Artikel geworden, aber er sollte leicht lesbar sein.

Doch zuvor, von wo starten wir? Im Süden Europas schwächelt es, im Norden ist es etwas besser. Auf Fragen der Verwaltung etc. gehe ich hier nicht ein, nur soviel, es sollte einen Standard geben. Dabei ist darauf zu achten, dass die Verwaltung nicht instrumentalisiert wird: Die ersten Behörden Deutschlands – wie wahrscheinlich überall – vertreteten zuerst den Kaiser, dann die behördliche Aufgaben (in Form von Formularen, Abteilungen und immer mehr Abteilungen), dann lange nichts und ganz zum Schluss erledigten sie die Aufgaben – möglichst zeitfern. Das kann man besser machen.

Der gemeinsam Währungsraum wird auf die eine oder andere Art auf einen Ausgleich bestehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das eine allgemeine Reduzierung der Standards sein wird. Man rutscht gemeinsam ab. Wäre es besser auszusteigen? Alles rückgängig machen und von vorne zu beginnen? Nein. Auch ohne den gemeinsamen Währungsraum bleiben die Fakten bestehen: Dem Norden brechen die Exportmärkte weg und die Perspektiven für den Süden werden noch schlechter. Diese Aktion giesst Öl ins Feuer. Es würde zu Völkerwanderungen führen, um die Ressourcen gleichmässiger zu verteilen, wenn es sein muss, nimmt man sie sich dann mit Gewalt.

Leider protegieren heute die Politik und die Wirtschaft indirekt diese Wanderungen mit der Idee: „Wenn es dir schlecht geht, gehe in den Norden“. Sie wollen damit an handzahme Mitarbeiter kommen. Ob sie wissen, dass sie damit nur den Neid der dortgebliebenen schüren und soziale Unruhen billigend in kauf nehmen, weiss ich nicht – in diesem Punkt hoffe ich auf Gier und Dummheit.

Ist dem nicht so, dann wird ein Wort zu allen Verschwörungstheorien nötig werden, davor soll gezeigt werden, wie wir in die Situation geraten konnten.

Ja, es läuft sehr ungut. Ja, vieles davon hätte man im Vorfeld wissen und dagegen angehen können. Ja, es gibt wenige, die viel und Viele, die wenig haben – das ist dumm und völlig unnötig, aber das passiert, wenn man Laissez faire im globalen Markt praktiziert. Wenn die elementaren Funktionen von Geld, Zins und Zinseszins sich frei bewegen können, dann sind nur wenige Rechnungen nötig um zu sehen, worauf das hinauslaufen wird.

Dabei sollte aber nicht vergessen werden, dass die Menschen damals glaubten einen Glaubenskrieg gewonnen zu haben. Eine Radikalisierung, ein wörtlich-nehmen und die buchstäbliche Verwendung der Regel, die zur Glaubensregel wurde, war die – nachvollziehbare, aber fatale – Folge. Verstärkt wurde das Gefühl sicher dadurch, dass das eigene System selbst kurz vor dem Zusammenbruch gestanden, es gerade so noch einmal geschafft hatte.

Die Märkte waren übervoll, alle hatten alles. Im Endeffekt bedeutet das: Wer nichts verkaufen kann, der braucht weder Produktion noch Mitarbeiter. Nichts geht mehr. In ihrer Not erschien es vielen wie ein Gottesgeschenk, dass sich da ein riesiger Markt auftat – es ist unsere heilige Pflicht, dieses System in die Welt zu tragen, Gott wird die Mauern niederreissen und wir missionieren die Welt. Radikalkapitalismus ist Religion, oder Ersatz dafür. Und wenn, nach einer der vielen Krisen, die dadurch ausgelöst wurden, einer der Architekten verzweifelt vor einem seiner Tempel stehend gesteht: „Ich habe da wirklich daran geglaubt“, dann kann man ihm das glauben.

Einige suchten und unterstützten diese Entwicklung, denn die Aussicht, im Finanzmarkt viele, die ausser Pokern nicht viel können müssen, beschäftigen zu können und die „schmutzigen“ Arbeiten den Billigmärkten überlassen zu können, waren zu verführerisch – und freilich kurzfristig gedacht, denn die neuen Märkte gehen irgendwann einmal aus. Aber die Probleme von morgen kennt keiner, kann ja sein dass einem der Himmel auf den Kopf fällt – also nur nicht zu weit voraus denken „was Du heute nutzen kannst, das verschiebe nicht auf morgen“.

All das kann man als Verschwörung darstellen. Doch diese Verschwörung müsste von sehr langer Hand geplant gewesen sein. Mindestens 60 Jahre oder so. Auch die Tatsache, dass die Menschheit das schon über ein paar 1000 Jahre so macht, dann spricht das eher für einen Fehler im System als für Verschwörungen. Bedenkt man weiter, dass es anfangs kein Problem war, denn dem König gehörte sowieso alles, ein streichen der Schulden änderte nichts an den konkreten Verhältnissen. Später dann wurden per Gesetz alle paar Jahrzehnte die Schulden erlassen. Das regulierte den Kreditmarkt enorm und Missbrauch wurde selten. Es wurde akzeptiert, weil es quasi lokal den Markt am Leben hielt. Dieses Verständnis verflog, als mit den grossen Eroberungen das lokale verloren ging. Aus: „Was Recht ist, muss auch Recht bleiben“ wurde bald: „Was Schulden sind, müssen auch Schulden bleiben“. Das Systemproblem wurde zu einem persönlichen Problem, der Schuldner war selbst verschuldet in diese Situation gekommen und wurde für ein paar Jahre Sklave. Das heisst, der Wucherer hatte ein Interesse am Wohl des Schuldners um dessen Arbeitskraft nutzen zu können – heute verhungern die Menschen einfach, oder machen sich Waffen und gehen zum Nachbarn und dessen und … Es ist oft genug vorgekommen. Könnte man im Geschichtsunterricht schon aufzeigen.

Im Prinzip hängen wir heute noch in dieser Schleife. Der Grund dafür ist, dass es anfangs gut geht. Es läuft immer nach demselben Muster: Nach einer Phase der Selbstversorgung stellt sich heraus, dass Arbeitsteilung es sehr viel leichter macht, wenn da nicht der Tauschhandel wäre. Es dauert ewig und manchmal kommt er nicht zustande. Man wich auf ein zentrales Tauschmittel aus und stellte bald fest, dass Geld so wenig wie möglich wert sein sollte, sonst kann man Kleinigkeiten schlecht tauschen. Die Wahl viel auf Kleinvieh. Damals gab es keine Zinsen. Die kamen erst auf, als Geld etwas Wert wurde, denn nun lohnte es sich Geld zu sammeln. Mal gab es zu viel, mal zu wenig Geld, das war ärgerlich weil die Preise stark schwankten. Die Lösung waren Banken. Das gesammelte Geld konnte jetzt per Kredit wieder in den Markt zurückfliessen, allerdings brauchte es einen Anreiz: Kredit. Wer genug Geld übrig hat, kann das Geld auf der Bank liegen lassen. Ab einem bestimmten Betrag lohnt sich das richtig. Die Banken haben das schnell heraus gefunden. Aber auch, dass es ständig neues Geld braucht. Das wird per Kredit generiert. Eine Bank darf das Vielfache der Einlagen als Kredit vergeben. Das System funktioniert, wenn die Kredite zeitlich begrenzt sind und zurück gezahlt werden. Bleiben sie erhalten und werden mit neuen Krediten nur die Zinsen bedient, der Kredit aber nicht zurückgezahlt, dann wird immer mehr Geld generiert. Das System gibt das normalerweise nicht her, denn faule Kredite müssten abgeschrieben werden – aber der Mechanismus wurde ausgehebelt. Genau passiert immer wieder. Man erinnert sich nur nicht an das letzte Mal, weil es lange her ist und tunlichst aus den Geschichtsbüchern herausgehalten wird.

Dahinter kann man nun eine Verschwörung vermuten, es ist aber wahrscheinlicher, dass es so geht: Die Erinnerungen an das Versagen der Wirtschaft, wird verdrängt. Einige arbeiten sich hoch oder waren bereits etabliert. Das sind Menschen, die gewohnt sind Probleme zu lösen und tendenziell Regeln als praktisch und verbindlich für andere ansehen. Sie selber wissen schon, was sie machen und brauchen niemand, der sie gängelt. Sie sind aber der Meinung, dass man andere gängeln muss. Für diese Leute, meinen Sie, die Entscheidungen treffen zu müssen. Aus dieser Überheblichkeit wird die „Elite“. Sie brauchen nun alles etwas besser und immer etwas Besonderes. Es entsteht ein Parallelmarkt, der in früheren Zeiten mal jemanden dazu brachte: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen“ zu sagen.

Nach dem vergessen Crash, ist anfangs war alles gut. Harte Arbeit aber machbar. Dann füllen sich die Märkte, es wird immer schwerer neue Produkte zu finden und zu verkaufen. Geld kann nicht auf dem normalen Markt untergebracht werden, Zinsen können nicht gezahlt werden, weil keiner einen Kredit braucht, und man sucht verzweifelt nach Lösungen. Entweder neue Gebiete oder neue Produkte. Letzteres wollen die „Entscheider“ immer seltener. Die Banken strecken vorsichtig den Finger und sagen: Wir haben da ein paar Vorschläge, allerdings geht das nur, wenn wir ein paar Gesetze ändern. Gesagt getan. Nun stecken die Politiker und die Finanzler unter einer Decke, sind Komplizen und wir haben einen bewusst aufgemachten, kaum regulierten, parallelen Markt für Finanzprodukte.

Parallel bedeutet, dass im Realmarkt Schulden gemacht werden und das generierte Geld landet im Finanzmarkt. Dem Realmarkt werden immer mehr Ressourcen entzogen, er muss deshalb immer mehr Kredite aufnehmen und die generierten Gelder fliessen wieder in den parallelen Markt. Im Realmarkt steigen, wegen der Kreditlast, die Preise, auf die Dauer kann man keine Produkte mehr herstellen, die Produktion wandert ab. Durch die Abwanderung – scheinbar – gesunkenen Preise, ist es möglich, die wachsende Kreditlast eine Zeitlang zu verstecken. Die Abwanderung der Produkte wird vorgezogen, Unausweichliches bringt man besser hinter sich.

 

Es soll deutlich gesagt werden: Die generierten Gelder sind nichts wert. Sie sind nur scheinbar Geld – real sind es nicht bezahlte, faule Kredite. Der Wert des Geldes wird berechnet: Produktion durch Geldmenge.  Die Kredite steigern die Geldmenge, nicht die Produktion.

Die Zinseszinsspirale sorgt dafür, dass die Preise für alle steigen – auch die, die keine Kredite aufnehmen, denn der Einkauf wird unweigerlich teurer. Solange die Einzelteile und Vormontage in einem Markt, der den Zinseszinseffekten noch nicht unterliegt (Schwellenländer etc.), kann produziert werden wie früher. Der Effekt wird weiter verschleppt. Doch das ist trügerisch, denn in diesen Märkten wird wieder so gewirtschaftet, wie man es von zuhause her gewohnt ist, jedoch kompromissloser, auch deshalb geht es wesentlich schneller. Wenn ich wetten müsste würde ich auf 2020 bis 2030 tippen. Das weiss aber niemand, es kann schneller geht oder länger dauern.

Jetzt sind fasst alle Kriterien genannt, bleiben noch die Exporte und die Energie. Wenn Industrie viel Energie braucht, dann kann das nicht jeder Staat liefern. Man hat einen Standortvorteil. Das erklärt, warum es niemanden gibt, der energiesparende Techniken und Produktion von bestimmten Gruppen als eine fatale Entwicklung angesehen werden. Es wäre ein Vorteil, denn es sichert die Exporte und die, die Arbeitsplätze. Das stimmt nur leider nicht. Billige Energie verhindert bzw. reduziert die Weiterentwicklung, eine Technologiesparte wird unterdrückt, der Markt stagniert und wird kleiner.  Grossindustrie, die sich nicht entwickelt, entwickelt auch nichts Neues. Die Märkte füllen sich. Ab einer bestimmten Grösse, verhält sich die Grossindustrie wie Banken – Produkte werden vernachlässugt.  Exporte haben nur einen guten Effekt, sie verschleppen den Zinseszinseffekt ein weiteres mal, wenn verschiedene Währungen im Spiel sind, da das ausgleichend wirkt. Ab einem bestimmten Punkt gehen dann beide gemeinsam unter.

Um es deutlich zu sagen: Es gibt wiederkehrende Schemata bzw. Fehler in der Wirtschaft, die seit Jahrtausenden immer wieder gegangen werden. Es mag Menschen geben, die meinen, besonders gescheit zu sein und alle anderen abzocken zu können. Dieses Problem könnte mit einer weniger beschönigenden Geschichtsbüchern drastisch reduziert werden. Andere Lösungen sind: Verzinst werden kann nur eine begrenzte Menge geparkten Geldes. Parallelmärkte sind keine Option, wenn man den Realmarkt im Auge behält, im Gegenteil, sie ziehen das dort dringend benötigte Geld ab und wirken sich preissteigernd aus. Es wird die Geldmenge ständig erhöht, aber am Realmarkt fehlt es. Dort hin muss es kontrolliert wieder hin.

Die Betreiber dieser Wiederholungen glauben allerdings wirklich das beste gemacht zu haben und sie halten sehr lange an „alten“ sagen wir besser: „bewährten“ Lösungen fest – bis sie bemerken, dass seit langer Zeit schon alles in Scherben liegt. Das gehört zu den Brot und Kuchen Symptomen.

Auch diese Leute sollten wieder in die Gesellschaft resozialisiert werden – es geht vielen wie Spielern, wie Hoeness. Das kann man wieder hin biegen.

Es braucht also ein grosses Projekt, dass das Geld wieder zurückführt und allen hilft. Sowohl die Wirtschaft als auch der Bürger, Stadt und Land brauchen Energie und Infrastruktur. In einem gleichnamigen Artikel dieses Blogs wurde ein Vorschlag gemacht, der es ermöglicht die Energie, die über 500 Atomkraftwerke liefern würden zum Preis von 200 zu bauen. Energie hätte Europa dann genug. Es kann vorhandene Ressourcen nutzen und diese vor Witterung schützen, Es kann sowohl den Individual- also auch den öffentlichen Verkehr, inklusive den innereuropäischen Flug entlasten. Es kann mit herkömmlichen aber auch mit alternativen Energiekonzepten betrieben werden bzw. diese unterstützen. Dieses Konzept schafft Synergien, die Strom produzieren. Die Nützlichkeit ist noch nicht voll ausgeschöpft, da kann es noch viel mehr Verbesserungen geben. Egal ob einer einen genutzten oder einen ungenutzten Flughafen herumstehen hat, er kann an dieses System angeschlossen werden und genutzt werden. Es würde über einige Jahre gehen, Arbeitsplätze und Perspektive für viele schaffen, z.B. indem ländlichere Gebieten wieder interessanter werden, weil sie besser eingebunden sind.

Es ist für jeden eine interessante Investition, da kommt Geld zurück in den Markt und es bringt für ganz Europa und darüber hinaus leicht erreichbare, wartbare und änderbare Basis für Infrastruktur jeglicher Art.

Die Idee ist gut und machbar. Es würde recht kostengünstig Potenzialis auf mehrere Jahre, wenn nicht Jahrzehnte geschaffen werden, ist leicht erweiterbar und …

Wer die Vorteile nicht sieht, weil die Idee nicht von ihm ist, der sollte es mal so sehen: später kann er immer noch behaupten, dabei gewesen zu sein oder er muss bekennen, dagegen gewesen zu sein. Es wird viel Arbeit bringen, die Welt etwas erleichtern zumindest sie angenehmer machen und man weiss, dass man es gemeinsam gemacht hat. Statt sich um Dinge zu streiten, wer der Besser ist, sollte man das Beste machen. An den Taten, nicht an den Worten messen. Wenn einer wirklich besser sein muss als andere, dann kann er das hier beweisen.

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