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Demokratische Firmen

2. Juni 2013

Der Begriff fiel ein paar mal im Zusammenhang mit den 150er. Er wird in verschiedenen Kontexten sehr unterschiedlich verwendet. Diese Kontexte und Bedeutungen sollen hier aufgeführt werden.

Grob umrissen können Firmen von den Möglichkeiten der Selbstorganisation der 150er Gruppen Gewinn ziehen. Praktisch heisst das, dass das Was vorgegeben, minimal skizziert wird und die Umsetzung den Mitarbeitern überlässt. Der erste Einwand ist meist: „Wie kontrolliert man das?“ Nun, das Was ist ja gegeben und das Wie kann eingeschätzt werden. Die Antwort ist: „Mit den ganz normalen Mitteln“. Boardmittel reichen, Bei Kontrolle nichts Neues.

 

Phasen einer Firma

Bei Gründung einer Firma arbeite in der Regel eine kleine Gruppe zusammen, die ein neues Produkt von der Idee bis zum Prototype entwickelt.

Nun beginnt der Aufbau der Firma, die wichtigsten Punkte sind: Produktion, Ein- / Verkauf, Marketing, Vertretung … sind

Da Anfangs viel Handarbeit dabei ist, sind die Preise der Produkte meist recht hoch. Weil die Produktion immer besser wird und die Zahl der verkauften Produkte steigt, können die Preise sinken. Es werden gute Gewinne eingefahren. Was nun mit den Gewinnen passiert, entscheidet über den weiteren Werdegang

Werden die Gelder reinvestiert, dann kann sie in eine Schleife mit neuen Produkten -varianten treten. Das Risiko ist da sehr gross (was haben viele Hersteller von Mode und Computerspielen gemeinsam? Sie investieren den gesamten Gewinn in die nächste Produktion). Früher oder später werden Rücklagen gebildet, was aus der Firma einen immer stärkeren Teilnehmer des Finanzmarkt. Für die eigene Branche werden diese Firmen oft zum Hedgefond. Vor dem Monopol steht das Kartell, beides sind volkswirtschaftlich nicht gewünscht, aber das soll – wenn gewünscht – an anderer Stelle diskutiert werden.

Die wichtigsten Phasen sind Idee (mit Prototyp), Aufbau, Etablierung, Bank. Die benötigten Persönlichkeiten sind: Rebell, Verwalter und Verkäufer, Marktgestalter. Rebell und Marktgestalter sind sich sehr ähnlich, unterscheiden sich aber im Vorgehen; der Rebell will gute / bessere Produkte, der Marktgestalter arbeitet mit Recht und Regeln und schierer Potenz.

 

Von Gruppen und Rebellen

Für Gruppen gilt die 20/80 Regel. 20% der Mitglieder schaffen 80% der Probleme. Auch das hat wieder mit der Erhaltung der Entwicklungschancen zu tun. Es ist das Erneuerungspotenzial, das sich freilich an den Erhaltern reibt (und anders herum). Sollen die Menschen als Ganzes überleben, dann ist es nötig, dass die beiden sich vertragen. In den 150er funktioniert das so: Die Rebellen brauchen einen Bereich, in dem sie sich „austoben“ können – eben in einer speziellen Gruppe. Die einen sagen jetzt: „Wie denn, die Rebellen sollen sich organisieren können?“, die anderen sagen: „Genial, keiner kann einen Rebell besser beschäftigen als ein Rebell“ und die Dritten sagen: „Weg ist weg.“. Nichts davon ist der Grund. Die meisten, die diese Kommentare geben sind gefangen in der Meinung, dass man Gruppen nicht wechseln kann. Rebellen tun sich da recht leicht. Aber Neues machen ist nicht einfach und es gilt den einfachsten Weg zu finden.

Ausserdem werden nun die Rebellen gebraucht um heraus zu finden, wo etwas hackt und ob man es besser machen kann. Die Gruppe der 80 hat kaum Tendenzen etwas zu ändern, sie nehmen die Dinge wie sie sind. Der Mensch ist ihnen wichtiger als die Prozesse. Die sind nur Mittel zum Zweck, Routine macht frei für wichtigeres. Und es hat wirtschaftliche Gründe: Wer will schon mühsam aufgebaute Produkte und Strukturen ständig ändern?

Schaut man das genau an, dann sind es eigentlich nur die Strukturen, die bewahrt bleiben sollen – die Produkte sind austauschbar, wenn auch neue Verkaufsgespräche zu erstellt sind … viel Arbeit eben.

Eine Firma macht heute alles: Entwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb… das hat viele Gründe, organisatorische Gründe gehören nicht dazu. Arbeitsteilung ist eigentlich der Grund, warum es Geld und Wirtschaft gibt. Und selbst in den etablierten Firmen gibt es diese Trennung. Sie könnten so bleiben, wie sie sind. Für alle anderen ändert sich nur, dass jeder das machen kann, was er am besten kann – etwas lockerer und in Eigenverantwortung, aber er kann.

Politisch ist es interessant, weil es in der Wirtschaft die Monopole und Kartelle kaum noch gibt. Die Aufgabe der Wirtschaft wäre es, die Geldmenge der Produktion anzupassen. Oder nach anderen, neuen Kriterien zu arbeiten. Alles kann lokal hergestellt werden, die Lohnkosten entsprechen dem lokalen Niveau, sie sind fasst neutral.

 

Wie kam es zu heute?

Warum gibt es heute die grossen Firmen, Massenproduktion etc.? Das hat sich so entwickelt und ist gewollt – es sichert bereits eroberte Märkte. Der Mensch lieferte lange die einzig ernstzunehmende Arbeitskraft (das Vieh geht nicht von sich aus auf den Acker zum Pflügen …), Masse war wichtig. Und dies führte zu den bekannten Sklaven und zur Unterdrückung der Arbeiter, zu sozialen Unruhen … und es gibt auch heute noch welche, die dies durchaus gut heissen und es wieder anstreben. Es so machen wollen, wie es in den guten alten Zeiten war.

Seitdem es Produkte und Geld gibt, änderten sich etwas: Zeit war Geld. Evolutionär war das nicht im Menschen berücksichtigt worden, zwar brauchte der Jäger viel Zeit um seine Waffen zu machen, aber er hatte mehr als genug davon (die Jäger und Sammler „arbeiteten“ angeblich nur vier Stunden am Tag). Der Mensch hat kein Gefühl dafür entwickelt. Dafür hat er die Sache aber gut in den Griff bekommen: In Zeiten, in denen etwas hergestellt wurde, wurden auch gesellschaftlich genutzt. Jeder machte sein Ding aber man machte es zusammen, die Kinder waren dabei, man erzählte Geschichten … Es war Schule (die Geschichten), Sozialisierung und Produktion zugleich. So gesehen, war die Zeit hoch effektiv genutzt.

Heute ist das alles getrennt (so gesehen, sind wir sehr unwirtschaftlich organisiert). Das ist aber verständlich, wenn man bedenkt, dass es sich um routinierte Handgriffe drehte, die eigentlich wie von selbst gehen – ständige Kontrolle produziert hier nur Fehler.

Das gibt es auch heute noch: Ich konnte Abteilungen erleben, die Routinearbeiten sehr effektiv erledigen, in denen aber ständig irgendwelche Witze, Limericks, kleine Geschichten aus dem Alltag erzählt wurden. Wurde dieser Gruppe Schweigen verordnet, wurde sie extrem ineffektiv. Der Chef – der etwas gegen „Schwätzen“ hatte, verordnete der Gruppe ein Radio – obwohl sich die Effektivität “nur“ normalisierte.Viele brauchen einfach das Gefühl, dass sie für Ruhe und Ordnung stehen – freilich nur solange sie sagen, was Ruhe und Ordnung ist.

Die 150er erlauben die benötigte Vielfalt, reduzieren den Einfluss, von sozial bedenklichen Motivationen. Erlauben eine praktische Wirtschaft nahe am theoretischen Maximum, die wenig Regulierung, die kein zu gross oder zu klein kennt und …

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