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Positionen II

14. April 2013

Wir nähern uns einer typischen Sonntagsfrage: Was sind die grössten Probleme und für wen?

 

Diese Frage bringt Themen hoch, die sehr alt sind, denn es sind generelle Fragen. Was ist ein Staat, eine Firma, Organisation und wie organisieren sich diese Konstrukte?

 

Meine Antwort darauf ist Demokratie (übrigens auch in Firmen). Doch was ist Demokratie? Demokratisch haben sich ja viele genannt. Was also ist meine Definition von Demokratie?

 

Im Deutschen dürfte sich der Begriff „Volk“ von folgen ableiten. Das heisst aber nicht, dass „die da hinten“ bleiben. Wenn es den „Führenden“ nur noch darum geht, dass die „Positionen“ so bleiben, wie sie sind, dann wird es eng. Um es auf den Punkt zu bringen: Das grösste Problem ist, dass Leute „nach oben“ gespült werden – und dort ohne Gegenleistung, einfach aus Prinzip oder weil sie eher zufällig einmal was richtig gemacht haben oder aus Tradition, bleiben wollen. Der Begriff Elite wird hier gern und missbräuchlich gebraucht. Vielleicht später mehr dazu.

 

Diese Gefahr droht auch, wenn sich eine Berufsgruppe „Führer“ etabliert. Führer etablieren sich gern, wenn alle anderen sich uneins sind. Das Zentrale Thema ist in der Gesellschaft, dass man Konsens schaffen kann. Wer schafft wie viele Gefolgschaft?

 

Diese Frage konnte in der Vergangenheit nur persönlich geklärt werden – und darin liegt auch einer der grossen Nachteile dieser Lösungen. Persönliche Lösungen sind oft eine Fragen der Dominanz. In kleinen Gruppen ist das meist schnell geklärt: Der Bessere gewinnt. Aber bitte bedenken Sie hier: Im direkten Vergleich aber ohne Wettkampf, da aus dem Alltag bekannt ist, wer das ist, und nur in seiner Domäne.

 

Freilich gibt es auch hier Leute, die einfach nur nach vorne wollen und denen jedes Mittel dazu recht ist. Je kleiner die Gruppen sind, umso leichter werden diese Kandidaten gefunden, darauf angesprochen bzw. werden die Regeln so gestalten werden, dass dies ausgeschlossen ist. Es kann aber nie ausgeschlossen werden, dass sich Menschen nach vorne mogeln – für manche stellt dies eine Leistung an sich dar. Diese liegt jedoch ausserhalb der Gruppenziele und führt dazu, dass Gruppen instrumentalisiert werden.

 

Es sind dieselben Mechanismen die zur Bildung der Gefolgschaft und zum „hochmogeln“ benötigt werden. Dominieren per Körpersprache und Sprache aber auch durch List und Tücke – sagen wir durch ausgeklügelte Strategien. Es ist jedoch wichtig, dass hier gesagt wird: Es ging lange Zeit nicht anders.

 

Zwei Dinge haben sich geändert: Einmal die Erkenntnis, dass sich Gruppen bis 150 Mitglieder selbst organisieren können und zweitens, das Internet (direktere Formen der Kommunikation). Es bietet die Möglichkeiten, die Themen sachlicher zu diskutieren. Hier geht es nicht darum, dass der arabische Frühling vielleicht nur durch technische Hilfe möglich war – das halte ich für übertrieben. Es war max. möglich, sich schneller auszutauschen und abzusprechen. Doch alle hatten diese Möglichkeiten – ein echter Vorteil war das nicht. Es zeichnet sich auch ab, dass das Internet instrumentalisiert wird.

 

Hier die Utopie: Die Organisationsformen nähern sich den 150er an. Jeder ist Mitglied mehreren solcher Gruppen. Sowohl die Arbeit als auch die Politik lässt sich so organisieren. Das Internet macht es möglich, dass die Personen sich seltener treffen müssen. Die Anonymität sichert die Wahl der besten Lösung und nicht des modischen Gurus. Das Konstrukt wäre sehr dynamisch, eine Ausbildung statischer Gruppen wäre nur schwer möglich.

Diese kleine Regeländerung hat Folgen. Sie hat das Potenzial viele etablierte aber kritische Praktiken zu beenden und bessere Lösungen anzubieten. Es ist aber auch viel Arbeit.

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One Comment
  1. drbruddler permalink

    Ja, da steckt viel wahres drin

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