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Was kann Politik heute bewirken?

29. März 2013

Eine ketzerische Frage? Wie kommt es, dass ein Begriff aus der Religion in der Politik so heftigen Zuspruch findet? Warum finden sich weitere Begriffe im Vokabular der Politik und Wirtschaft, die aus der Militärsprache stammen?

Würde die deutsche – nur ein Beispiel, jede andere täte es auch – Politik ein Wirtschaftsinstitut bestellen, das die Effektivität ihrer Aktivitäten einschätzen sollen, würde diese sich beauftragen lassen – mit einem ständigen Grinsen im Gesicht.

Allein die an der Regierung beteilgten Abteilungen / Ministerien würden wegen ständigen Querelen, Grabenkämpfen und … als höchst ineffektiv angesehen werden. Zusammenarbeit sieht anders aus. Eine andere Maxime treibt diese an. Welche? Sie wissen schon …

Wirtschaftlich ist das Ergebnis: Unwirtschaftlich. Abschaffen. Es sei denn, die Firma soll verkleinert werden. Dann lasst sie ein halbes Jahr kämpfen und übernehmt die sich euren Bedürfnissen entsprechend verhalten haben, macht eine neue Firma, die alte Firma wird abgewickelt.

In der Wirtschaft ist das Phänomen bekannt: Jede Abteilung kämpft gegen jede andere. In diesen Firmen geht nichts mehr. Selbst die Bestellung von Bleistiften wird zum Gegensand dieser „notwendigen“ Auseinandersetzungen. Sie haben verlernt, wie man an einem Strang zieht. Und vergessen, dass das das Ziel einer Firma ist. Ohne Teamgedanken geht in einer Firma nichts – auch wenn sie hierarchisch organisiert ist. Wenn sich die Organisation über die Ziele erhebt, dann passiert genau das, was oben beschreiben wurde. Die Dinge verkehren sich dann. Auch das wrid gern vergessen.

Aber wird man der Politik gerecht, indem man sie an wirtschaftlichen Massstäben misst? Ja und nein. Ja, weil die gerade genannten Fakten mit Menschen zu tun haben und somit auch überall dort gelten, wo Menschen sind. Nein, weil die Wirtschaft von der Politik gesteuert werden sollte. Und doch gilt zu bedenken: Wenn die Politik eine gute Arbeit geleistet hat, dann kann sie sich guter Dinge auch dieser Prüfung stellen.

Nach heutigen Masstäben aber fällt sie durch. Und eines ist sicher: Wer sich nun in die Politik begibt, dem bleibt nichts anderes übrig, als sich den Gepflogenheiten dort zu stellen und alle Zeremonien mitzumachen. Da diese aber zu dem aktuellen Status geführt haben, sind sie keine guten Ratgeber – mehr, wenn sie es einmal waren. Es wird also vergeblich sein.

Kann man die Politik erneuern? Sicher. Die Aktien stehen für die aktuellen Politiker aber nicht gut, zu sehr haben sie sich den Ideen unterworfen, die sie hätten verhindern bzw. kontrollieren sollen. Im richtigen Leben führt soetwas oft zu einem Ausschlag in die andere Richtung. Auch diesen Politikern ist nicht zuzutrauen, dass sie es richten, denn es werden eher Leute sein, die sehr dogmatisch sind – das ist nicht menschengerecht, nur dogmagerecht.

Es wird aller Erfahrung nach politisch nicht besser werden. Zu gross die Gewohnheiten, die Erwartung, für alles, was man gemacht hat auch gelobt werden zu müssen, es ist nach bestem Wissen und Gewissen geschehen und braucht deshalb nicht widerrufen zu werden. Wer das nicht begreift, dem wird mit aller Härte vorgeführt, dass es auch anders gehen könnte – und wie das aussieht. Dem wird gezeigt, dass es schlechter sein könnte. Es wird Demut verlangt, vor den guten Lösungen. Dass es bessere geben kann, könnte, wird verschwiegen. Vom Tisch gewischt. Weil es nicht die eigene Idee ist oder … menschliche Niederungen, naja – dass und wie die doch so hoch gekommen sind?!

Es wird dauern, bis die Politik wieder gelernt hat, zu was sie da ist und wie sie das machen kann. Zur Zeit versucht sie sich im Nachmachen von scheinbar Erfolgreichen in Sachen Wirtschaft und vielleicht auch bald von …

Nur um es deutlich zu sagen: Wer heute in die Politik geht, der kann nicht ernsthaft hoffen, etwas zu bewirken – zusehr ist das System des sich Hochdienen im internen Stimmenfang etabliert. Wer denkt, dass es um die Sache und Fakten und … der irrt. Das System wird ihn anpassen, er aber nicht das System an sich. Das ist wie der Unterschied zwischen Recht haben und Recht bekommen – man braucht die Mittel dazu.

Zur Zeit läuft die Politik Dingen hinterher, die sie kontrollieren sollte. Sie kann es nicht richten. Worauf läuft es politisch hinaus? Ein Blick in die Kristallkugel gefällig? Gut, ich habe etwas Zeit, schau ma mal.

Es wird vor allem daran hängen, ob Europa ein Europa bleibt oder ob es zerfällt. Europa hängt nicht vom Euro ab, aber er hilft. Zerfällt Europa, dann ist ein Rechtrsrutsch sehr wahrscheinlich. Bleibt es ein Europa, wird dann alles Links? Nein. Dann hängt es davon ab, wie Europa die anstehenden politischen und wirtschaftlichen Probleme löst. Die unangenehmste Lösung wäre ein zur Diktatur gewandeltes Europa. Das wäre der Fall, wenn die wirtschaftlichen Probleme ungelöst bleiben, dann wird das Geld regieren und die installierten Regierungen nur Befehlsempfänger sein.

Andernfalls kommt es darauf an, wie die wirtschaftlichen Probleme gelöst werden. Wird zu lange gewartet, dann verwaltet Europas nur Armut. Wird zu schnell agiert, dann spaltet sich Europa in zwei Gruppen, die einen wollen unbedingt zu den alten Zuständen zurück – es ging ihnen ja gut – und die anderen werden durch den ständigen Druck der „Zurück“ Mitbürger dazu gebracht immer dogmatischer zu werden – was sich sicher nicht gut auswirken wird.

 

Ich bin in diesen Fragen sicher kein Fachmann. Dennoch sein mir ein Vorschlag zugebilligt. Ein wichtiger Punkt ist die Reduktion der wirtschaflichen Regeln auf die Gewinnmaximierung. Diese Maxime tendiert dazu, sich selbst den Boden zu entziehen.  Das andere grosse Problem ist, dass die wirtschaftlichen Einheiten immer zu gross sind. Jemand hat einmal berechnet, dass eine Gruppe von 7 000 Menschen ein funktionierendes Wirtschaftsgefüge darstellen. Diese Gruppe kann auch ihre sozialen Belange weitgehend selbst regeln. Damit wären viele öffentlichen Aufgaben bereits erledigt. Im grösseren Kreis wären nur Infrastruktur, Bildung und … zu lösen. Der Staat würde kompakter und die Aufgaben würden klarer definiert sein.

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6 Kommentare
  1. alphachamber permalink

    Hallo!
    Sehr gute Ueberlegungen! Ich stimme dem meisten zu. Aber Sie koennen getrost noch tiefer und konsequenter vorgehen.
    Zum Titel: Die Politik bewirkt natuerlich alles. Ausser, jemand stelllt eigene Soeldner-Heere auf und ruft sich zum Feudalfuersten auf. Der Titel muesste also heissen: „WIE…bewirken?“ Die Antworten haben Sie schon selbst gut herausanalysiert.
    Allerdings: „…weil die Wirtschaft von der Politik gesteuert werden sollte.“ Im idealen Falle, sollte die Politik eben garnichts „steuern“, sondern den Volks-Willen durch Gesetze staerken und seine Betriebsamkeit verwalten. Durch Manipulation der Buerger auf der einen Seite und das Ignorieren der Mehrheit auf der anderen, sind wir langsam (seit ungefaehr den 70er jahren) aber zielgerecht in diese verfahrene Situation geraten. Mitgeholfen haben die ehemaligen Alliierten, UN-Koerperschaften und liberale Interessenstroemungen.
    Ich gebe Ihnen deshalb recht, dass nur eine totale Umstrukturierung (angefangen mit einer Aenderung des Wahlrechts zur einfachen Mehrheit) unseres Parlamentarismus Ein Anfang vom Ende der Misere bringen kann.
    Im Uebrigen, meiner Meinung nach, ist dies der beste Artikel bislang zu diesem Grundproblem.
    MFG

    • Der Vorschlag mit den Basisgruppen zu 7 000 sollte nicht den Eindruck einer „totalen Umstrukturierung“ bewirkten, das täuscht. Oder wie kommen Sie auf die Idee, dass ich eine solche anstrebe?

      Mir würde es gefallen, wenn Demoratie nicht nur drauf steht, sondern auch drin ist. Rein kapitalistische Ideen sind genauso extrem wie rein sozialistische, und beide benötigen eine Phase der Diktatur, um die Ungläubigen zu bekehren. Findet das ein zugrosses Echo in der Politik, dann gibt es unschöne Zeiten. Verspielt die Demokratie nicht, sondern setzt Euch für sie ein! So könnte der Artikel zusammengefasst werden.

      Die Einschätzung der 7000 hat mich überrascht, mit: „Wie? Zurück zu den Dörfern?“ – Kommentaren hatte ich eher gerechnet.

      Leider hatte ich nicht notiert, von wem ich das mit den 7000 aufgeschnappt habe. Wenn es jemand weiss, dann bitte raus damit.

  2. alphachamber permalink

    Auf die „7000“ bin ich garnicht eingegangen.
    Ihre post stellt unser Gesamtsystem intelligent in Frage. Dazu schrieben Sie weiterhin: „…Nur um es deutlich zu sagen:
    Wer heute in die Politik geht, der kann nicht ernsthaft hoffen, etwas zu bewirken – zusehr ist das System des sich Hochdienen im internen Stimmenfang etabliert….“
    Nach Ihrer vernichtenden Analyse (der ich ja zustimme) der Situation, WIE sollten dann elementare Verbesserungen geschehen, wenn nicht durch Systemaenderungen???
    Mit, Verlaub, Sie erklaeren nicht, warum rein kapitalistische Ideen „extrem“ seien? (Kaptialismus mit „rechts“ gleichzusetzen ist faktisch falsch und Resultat liberaler Begriffs-Manipulation.)
    Dagegen haben allerdings saemltliche Varianten sozialistischer und kollektivistischer Experimente demonstrativ schon versagt.) Warum also einen Kompromiss zwischen einem versagten System und einem Erfolgreichen?
    Warum laesst sich der Deutsche in dieses „Links-rechts-Gesinnungsgefaengnis“ sperren? Das dient doch nur zur politische korrekten Kontrolle.
    Wichtig ist, was rational, vernuenftig und moralisch ist. Das kann durchaus radikal sein, ohne mit links oder rechts verbunden zu sein. Lassen wir uns nicht von Begriffsbeschlagnahmungen beirren. Gut und Boese sind unabhaengig von einer politischen Gesinnungsskala.
    Respektvoll & MFG

    • Also eine Interpretation – das fällt mehr oder weniger unter Meinungsfreiheit.

      Jeder Gedanke kann extrem vertreten werden. Das ist keine Frage des Gedankens, das ist eher eine Frage des Vertreters. Extreme Leute haben es meist sehr eilig und sie schiessen gern über das Ziel hinaus. Ausserdem tendieren sie dazu, alles zu vereinfachen und zu einseitig zu sehen. Auf die Dauer ist das fehleranfällig. Deswegen gehe ich es gern etwas ruhiger an.

      Die Analysen sind wie sie sind. Sie sollen aufmerksam machen, dass und wie es kommen kann – nicht radikalisieren.

      In meinen Augen hat sich bislang nur bewiesen, dass extreme Positionen besserwisserisch und diktatiorisch sind, Demokratie ist mir da lieber. Was einen einsperrt oder aussschliesst ist der Zwang alles ändern zu müssen. Mit liegt daran, zu ändern was sich nicht bewährt hat – und der Egoismus des Kapitalismus bewährt sich in der Politik nicht. Andere extreme Auffassungen auch nicht.

      Dass sich irgendeine „extreme“ Meinung sich bewährt hätte, kann nur behauptet werden, wenn man eine spezielle Brille trägt.

  3. alphachamber permalink

    Was Ihr Artikel beklagt, ist den meisten Menschen schon klar. Und wenn Sie damit NICHT rechnen wuerden, waere ja auch die gesamte post sinnlos, nein?
    Da Ihr Artikel ueberdurchschnittliche Einsicht und Analysenfaehigkeit zeigt, wollen Sie damit doch sicher mehr ausdruecken, als pure Frustration – oder habe ich Sie da zu hoch eingeschaetzt?
    Wenn nicht, ist das verzweifelte Zurueckrudern unnoetig. Weder warenin Ihrer post undemokratische Aeusserungen, noch in meinen Kommentaren? Ihre Interpretation von „radikal“ und Ihre 3 letzten Paragraphen entbehren jegliche Syllogismen. Einen Zusammenhang zwischen reinem Kapitalismus (also dem Wort „rein“) und „extrem“ haben nur Sie selbst hergestellt.

    „..Auf die Dauer ist das fehleranfällig. Deswegen gehe ich es gern etwas ruhiger an…“
    Sie haben also keine alternativen Vorschlaege – Sie wissen nur, das alles falsch laeuft.
    Vielen Dank! Gut zu wissen! Und keine Angst – die meisten Leute sind wie Sie. Vielleicht weniger intelligent, aber VOLL demokratisch, langsam und ruhig! Ohne Standpunkt und Prinzipien, genau wie es die Politik von ihnen erwarten. Wir sind weder begrifflich, noch rational auf einer Ebene.
    ich bedanke mich fuer die Diskussion.

  4. Immer wieder dasselbe, Kommentare werden zu gross für kommentare, deshalb habe ich ihn zum Blog des Tages gemacht – viel Spass.

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