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Gewaltenteilung in der Wirtschaft

Der Risikoträger, der Unternehmer, entscheidet alles. Er allein hat alle Macht. Er allein trägt das Risiko. Er allein ist es, der sich in vielen Bereichen durchgesetzt hat. Er allein hatte die Ideen – er hatte bessere als andere. Er allein war es, der die Ideen umgesetzt hat – er tat es besser als andere. Er allein war es, der es erfolgreich auf den Markt brachte und er allein war es, der sich auf dem Markt gegen alle anderen durchgesetzt hatte und er allein ist es, der das Produkt am Markt hält – oft gegen den Wunsch der anderen. Er allein generiert daraus, verdientermassen, Gewinn um Gewinn. Er allein ist es, der es geschafft hat. Alle anderen sind Versager.

Unsere Wirtschaft baut scheinbar auf die, die mit niemandem können und immer gegen alle anderen sind. Kann das funktionieren? Wie könnte das funktionieren? In einer Gesellschaft? „Der Gewinner schreibt die Geschichte“ – funktioniert hat das noch nie. Nur die Geschichten darüber haben immer Konjunktur.

Das ist wie bei den Spannern, die sich Autounfälle anschauen und Videos davon machen: Man ist froh, dass andere den Horrortrip erleben und man aus sicherer Entfernung zuschauen kann. Kapitän Ahab im Buch ist toll! Aber in persona? Also mit Menschen kann der nicht und Menschen können nicht mit ihm. Sie denken sich: „Was will der hier? Kann der sich nicht benehmen? Der sollte besser gehen.“

Ein bisschen Wahrheit steckt schon in all diesen Geschichten. Neues kommt selten gleich an und es ist schwer Leute zu finden, die mitmachen – die meisten machen da nur einmal mit und erzählen gerne darüber. Das hört sich dann an wie Geschichten über ganz schlechte Zeiten, doch die Augen glänzen und man merkt – im Nachhinein haben sie das gerne erlebt. Aber das nochmal machen? Plötzlich werden sie ganz vernünftig, habe Familie oder sind nicht mehr jung genug. Neues machen ist keine Kleinigkeit. Neues machen ist eine Herausforderung.Neues machen verändert die Welt. Einige wollen das nicht. Neues schafft Widerstand.

Wer Neues machen will braucht Biss, Durchhaltevermögen und sollte immer wissen, was er wie sagen soll. Wer das einmal mitgemacht hat, dem reicht das. Der will das nicht ein zweites Mal erleben. Es ist ein bisschen viel. Und das dann noch auf Dauer – einige werden quasi zum Junkie und machen es wieder und wieder. Die anderen machen es maximal einmal.

Taktik gehört dazu. Wer trotz all dieser Geschichten solche Herausforderungen annimmt, ist entweder ein Getriebener und als solcher leichte Beute für die, die sich das mit dem Neuen etwas leichter machen wollen, oder einer, der gewillt ist, den Preis zu zahlen, und die Aufnahme Riten incl. dem „sich auszuliefern“, weil alle anderen wissen, was er sich zu Schulden kommen liess, klaglos auf sich nimmt. Er wird also zu einem von „denen“. Oder ist das wieder nur so eine Geschichte?

Egal was die Geschichten sagen, einer alleine war es so gut wie nie. In den meisten Fällen waren sogar recht viele daran beteiligt – der Ruhm, der geht aber an einen. Sonst wäre das keine gute Geschichte. Es geht immer nur um die Geschichte, also im Nachhinein. Für jede Aufgabe gibt es welche, die das besonders gut können. Tun sich die Richtigen zusammen, dann funktioniert das. Das fällt unter den Begriff der Arbeitsteiligkeit und Spezialisierung. Und es geht darum, etwas Sinnvolles zu tun zu haben. Heute muss man sich noch entscheiden, zwischen den Grossen, die das Geschäft unter sich aufgeteilt haben, aber wenn man dem Kunden ein massgeschneidertes Produkt liefern könnte, dann wäre der Kunde König und mal selbst ein vielfacher Königsmacher – das artet zwar in Arbeit aus, befriedigt aber auch. Ganz im Gegensatz zum ewigen Anziehen derselben Schraube. Aber wer will, der kann auch so einen Job bekommen.

Gewaltenteilung in der Wirtschaft würde auch das Risiko auf mehrere Schultern so verteilen, dass es immer weitergehen kann. Selbst wenn man hingefallen ist, braucht man nur wieder aufstehen und kann weitermachen. Die Wirtschaft wäre stabil und würde sich kontinuierlich weiterentwickeln. Sie wäre fasst schon ein Selbstläufer, fasst schon langweilig. Aber volkswirtschaftlich effektiv. Weil sich die Dinge frei entwickeln können und es keinen braucht, der es plant und alles lenkt – es geht auch ohne Allmacht (-sphantasien). Manche behaupten, dass das sogar besser funktionieren würde.

Betriebswirtschaftlich wäre es weder nötig noch (geplant) möglich unendlichen Reichtum anzuhäufen, aber alle könnten gut und sicher leben. Übrigens, einige würden es dennoch schaffen, das mit dem Reichtum, denn wenn eine Idee viral geht, dann verhindert auch dieses Vorgehen nicht, dass einer richtig reich wird. Anfangs wird es leichter sein aber wirklich reich werden, dafür sind es noch zu wenige, doch schon nach relativ kurzer Zeit werden solche Ideen immer seltener werden. Es wird sie geben, aber nur wenige werden es schaffen. Sag ich doch: Es bleibt alles fasst so, wie es immer war. Geht doch! Nur diesmal ohne dass andere die Rechnung zahlen müssen und die, die es unbedingt probieren wollen, tun auch der Gesellschaft etwas gutes, anstatt nur Geld aus dem Markt zu nehmen. Investiert man das Geld wieder in den Markt und arbeitet das Ganze gut, dann wird und bleibt alles gut.

Gewaltenteilung in der Wirtschaft lässt den Verkäufer frei verkaufen. Der Konstrukteur kann sich dort einbringen, wo er Bedarf sieht. Der Designer bespricht mit dem Kunden, was er will und entwickelt die Lösungen, stellt diese in Rechnung bekommt aber auch Geld, wenn die Ideen und Lösungen anderweitig aufgegriffen werden. Andere Produzieren oder arbeiten zu oder ermöglichen Neues, indem sie neue Materialien oder Techniken liefern. Jeder kann relativ frei agieren, hier verkaufen, dort produzieren oder weiterentwickeln.

Um es in einem Bild zu sagen: Unsere Gesellschaft befindet sich in einem Zustand, der vergleichbar ist mit Menschen, die nicht wissen, wann sie wieder etwas zu essen bekommen werden. In guten Zeiten werden diese Menschen dick, damit sie in schlechten Zeiten länger durchhalten. Es gibt aber auch Menschen, die sich sicher sein können, dass es auch morgen und übermorgen und – eigentlich: Immer – Gutes zum Essen geben wird. Diese Menschen bleiben schlank und agil. Die Wirtschaft dieser Menschen bevorzugt die Kontinuität statt das ewige Auf und Ab, diese Menschen arbeiten und bringen sich ein statt alles zum Kampf zu deklarieren oder auf ihn zu reduzieren. Die Welt muss nicht so klein gemacht werden, sie kann auch mit dem Menschen – am besten klappt das, wenn auch der Mensch das will.

Eine Möglichkeit Gewaltenteilung in der Wirtschaft einzuführen sind „Innovations Center“ (kurz: InnoCents). Sie Forschen und Entwickeln frei. Entweder lagern die Produzenten die Entwicklung in diese aus oder sie investieren selbst, nun aber in freie, eigene Forschung und Entwicklung. Alte Produkte (und die Gewinne daraus) durch Verhinderung von Wettbewerb zu sichern, würde dann nicht mehr reichen. Da über das Netz sich jeder gut informieren kann und es überall Verkäufer und Produzenten gibt, braucht es auch keine grosse Strukturen mehr – dennoch funktioniert es schnell und flexibel. Selbst Disruptionen wäre nur eine kurzfristige Belebung des (produktiven) Marktes.

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Protektionismus, Handelskrieg was, wie, warum?

Kaum hat man mühsam einen Post zusammengestellt und will danach noch entspannt Nachrichten sehen, hat Trump scheints mitgelesen und versucht sich vom Volk die Legitimation zu einer Eskallationsstufe holen. Eigentlich hätte ich einen anderen Post schreiben sollen – dachte ich zunächst, aber dann meine ich: Der Post beschäftigt sich vor allem um die Themen selbst, nicht um die konkreten Personen und deren Aktionen. Da so ein Post auch einem Weile braucht, bis er lesbar ist, kann es schon mal vorkommen, dass ein Hektiker ein Detail ändert. Hier geht es darum Wie kommt man da rein – und wieder raus? Was ist das überhaupt und wie wirkt das. Ich komme zum Fazit, dass wenn sich die USA aus dem Welthandel zurückziehen will, dann können wir sie nicht aufhalten. Wir sollten gelernt haben, dass man sich nicht auf einen Markt alleine stützt: Nicht nur Autos, nicht nur ein zwei grosse Länder sondern mehrere – und wie bekommt man das hin. Regelmässige Leser des Blogs kennen die Antwort breits: C/SE und IvaP – die werden jedoch nur kurz erwähnt, nicht erneut beschrieben aber gezeigt, wie sie auf Stahl und andere seit Jahren anstehenden Fragen wirken würde. Kleiner Tipp: Deeskallierend.

Handelskrieg und Protektionismus – was ist das, wie wirkt sich das aus? Egal was man macht, alles kann auf Krawall gebügelt werden. Das grundlegende Problem dabei ist, dass es leicht ist, in diesen Modus hineinzukommen, aber sehr schwer ist, aus diesem Modus wieder herauszukommen. Einer der einfachen Wege hinein ist: Protektionismus. Man meint, etwas beschützen zu müssen. Wähnt sich, der Held zu sein. Doch wer macht, während er auf Krawall gebürstet ist, der gibt schlechten Schutz.

Gibt es guten Schutz? Viele würde diese Frage erstaunen, denn allgemein wird behauptet, dass Schutz Männersache und damit eine heilige und selbstverständlich immer gute und gerechte Aufgabe ist. Was passiert aber mit einem Kind, das ewig beschützt wird? Es wird als Kind kaum Erfahrungen machen, das macht unsicher, das prägt den Rest des Lebens – negativ, denn das Kind kann nichts lernen. Man kann das Leben nicht vor dem Leben beschützen.

Aber dass der Mann Frauen beschützt – das ist doch gut?! Warum meinst Du, ist dieser Schutz nötig? Vor wem sollen Frauen und Kinder geschützt werden? In der Regel vor anderen Männern. Das ist nur nötig, wenn der Mann willkürlich, regellos und absolute Aggression ausüben kann – und soll. Das geht nur in einer bestimmten Phase: Autarke Kleingruppen, ohne nennenswerte Spezialisierung und unter der Willkürherrschaft des Stärkeren.

Aber es gibt doch grosse Staaten, die so geführt werden – von einem „starken Mann“! Schau sie dir an diese „Staaten der starken Männer“ – in ihnen ist nur erlaubt, was der „starke Mann“ will. Es gibt so gut wie keine Entwicklung und es gibt keine nennenswerte Wirtschaft. Alles stagniert; schafft oft das Nötigste nicht. Konservative mögen sich darin wohlfühlen, tun das aber nur solange, bis sich von aussen etwas ändert – dann fällt das Kartenhaus zusammen. Und bis das passiert, passiert nur eines: Das Geld wandert nach oben und das Volk verarmt. Daher nimmt der „starke Mann“ seine Legitimation, wähnt sich „erfolgreich“, dabei ist er nur ein Rädchen in einem mathematischen Model: Er müsste sich schon sehr anstrengen, um das Wandern des Geldes zu stören.

Muss das so sein? Es war bislang (seit mehreren tausend Jahren) immer so bzw. ähnlich. Das beruht auf ein paar (ebenso lange) wohlbekannten Mechanismen, gegen die Regeln gesucht und etabliert wurden. Eine der Lösungen war z.B. dass der König, wenn es wiedereinmal so weit war, den sich angesammelten Reichtum wieder unters Volk brachte. Darauf folgte eine sehr gute Zeit bis der Effekt wieder spürbar wurde, es an Geld und damit an Ideen und neuen Märkten mangelte und der König den sich angesammelten Segen wieder unters Volk brachte.

Lassen wir das. Zurück zum Protektionismus – warum ist der schlecht? Ein Kind, das keine Erfahrungen machen kann, dem macht die Welt dort draussen Angst, es weiss nicht, wie es sich verhalten soll, was es selbst kann oder könnte, es kennt die Freude kaum, riskiert nichts. So geht es auch dem protegierten Markt. Selbst dann, wenn er sich z.B. durch ein Monopol selbst protegiert und Änderungen zu verhindern sucht, wird er auch sich selbst verbieten, das „Erfolgserlebnis“ zu ändern. Dominiert er den Markt nicht, dann weiss er nicht, wann sein Produkt „veraltet“ und er wird vorbereitet sein und die Neuerungen – um nicht nur Kosten sondern auch Gewinn zu haben – auf den Markt bringen.

Protektionismus gleich Stagnation? So kann man das sehen. Ja.

Aber warum versprechen sich die Leute dann so viel davon? Einmal, wer protegiert wird, kann es sich (vermeintlich) gemütlich machen, im Sinne von weitermachen, wie bisher. Zum anderen scheint man anfangs wirklich etwas zu erreichen, denn der Markt der protegierten Firmen wächst von jetzt auf gleich etwas, die Auftragslage kann sich sprunghaft verbessern – sinkt i.d.R. aber bald wieder.

Warum? Bestimmte Produkte benötigen bestimmte Qualitäten, die Hersteller der Produkte, die auf solche spezielle Qualitäten angewiesen sind, experimentieren eine Weile mit den schlechteren Qualitäten herum und liefern dann entweder schlechtere Produkte ab oder aber kaufen wieder die nun teureren Materialien ein und geben die Teuerung weiter – ihr Markt wird kleiner – so oder so. Das kann dazu führen, dass sie die Produktion einstellen .

Gibt es guten Protektion? Ja. Wenn es keine Akteure / Firmen gibt, die diesen Markt vor Ort bedienen können aber benötigt werden, damit das Geld, die Wirtschaft vor Ort floriert, dann wird zu schnell zu viel Geld abfliessen und die Märkte veröden. Nur wenn es andere Märkte gibt, die das ausgleichen, kann das ausgeglichen werden. Die Theorie des Freihandels geht davon aus, dass jeder etwas besser kann als andere, darauf soll er sich konzentrieren, dann kann er selbst kostengünstig produzieren und alles kostengünstig einkaufen.

Und – stimmt das? Die Grundregeln der Wirtschaft fordern Wettbewerb. Und darüber hinaus: Wie findet man heraus, wer was am besten kann, wenn nicht überall alles produziert wird? Bislang wurde die Produktion industrialisiert, automatisiert und nun wird sie digitalisiert, in diesem Zug kann sie auch flexibilisiert werden. Die aktuelle Industrie hat nichts dagegen, denn sie hat mittlerweile erkannt, dass eine weitere Steigerung der Produktivität der hochspezialisierten Produktionsstrassen mittlerweile Stückzahlen fordern, die nicht verkauft werden können oder mehrere Strassen benötigt werden, die – gegen den Trend und somit überraschend – an verschiedenen Standorten effektiver sind. Es ist zu erwarten, dass mehrere Standorte die Flexibilität steigern wird, was etliche aktuell bestehende Regeln der Industrie in Frage stellt. Aber wir waren beim „guten Protektionismus“, bei einer solchen Produktion wären nur Ideen und bestimmte Rohstoffe (sowie Finanzprodukte etc.) im Freihandel, alles andere würde lokal oder regional produziert – ausgeglichener geht es nicht. Allerdings würden auch die Gewinne verteilt, sie blieben ja auch lokal bis regional.

Hat Trump dann recht, wird die USA unfair behandelt? Gesamtwirtschaftlich sicher nicht, denn die USA dominieren z.B. den Sozial / Digitalen Markt, damit die Werbung und den Datenhandel. Die ganze Welt hätte mehr Grund der USA „nicht fairen Handel“ vorzuwerfen – auch, wenn oft Daten statt Geld fliessen, sind das „geldwerte Vorteile“, die, wenn sie berücksichtigt würden, die Lage durchaus drehen würden. Zudem: Diese Branche schickt sich zudem an sich in anderen Branchen zu betätigen, E-Mobilität, Telekom (Googles Funkzeppeline z.B.) und sie wollen die Hardware auf denen ihre Software läuft selber machen.

Was hätte das für Auswirkungen? Gelingt es ihnen, dann hätten sie die Mobilität, die Kommunikation und – eben viele wichtige Infrastrukturen ohne die eine aktuelle Gesellschaft nicht kann, in der Hand. Sie hätten schnell ein Monopol auf jede benötigte Infrastruktur – und damit sehr viel mehr Macht als ein Staat jemals haben kann. Dieser Konzern würde die „entwickelte“ Welt vollkommen dominieren.

Wie weit sind sie? Recht weit aber es gibt in bestimmten Bereichen auch Gegenwind z.B. wird es immer häufiger angezweifelt, dass der Wasser, Strom und Strassenmarkt nur von Firmen statt von der öffentlichen Hand sinnvoll und effektiv gesteuert werden kann – es zeigte sich, dass Gewinne gerne mitgenommen werden, aber Investitionen vermieden werden und somit diese Infrastruktur kaputt gewirtschaftet wird. Mit anderen Worten: Diese Art Wirtschaft wirtschaftet nicht, sie sammelt nur Gewinne. Andere meinen: Sicher wirtschaftet sie, denn wenn die Infrastrukturen nur noch in wenigen Gebieten funktionieren, dann sammeln sich die Menschen dort und alles kann wesentlich billiger und effektiver gemacht werden, zudem: Mangel schadet nicht den Preisen – und Gewinnen. Wirtschaftlich ist das hochvernünftig.

Was läuft falsch, wenn man es „nach allen Regeln der Wirtschaft“ richtig macht? Wirtschaft ist ein kleinerer Teil der Gesellschaft und sollte durch die Gesellschaft geregelt werden. Tut sie das nicht, dann richtet man sich nur nach den bereinigten Regeln eines kleinen Teilgebiets der allgemeinen Gesellschaftsregeln, das Grosse und Ganze – zumindest der grössere Teil von Allem – wird ignoriert, wird von Scheuklappen ausgeblendet, wird künstlich reduziert. Es scheint alles einfacher zu werden, aber nur, weil ein grosser Teil des betroffenen Bereichs schlicht übersehen wird.

Und – was läuft schlecht dabei? Diese Welt ist klein, sie erkennt viele Möglichkeiten nicht, hat nur wenige Optionen – zu wenige als dass es ohne massive Auseinandersetzungen ausgehen kann und zu wenige, als dass sie grössere Änderungen aushalten könnte, sie wähnt sich ständig bedroht. Dieses Weltbild fühlt sich schwach und ist deshalb ständig ängstlich, reagiert nervös und im Affekt, ist impulsiv, kann sich nur schwer selbst kontrollieren. Mit anderen Worten: Diese Welt ist instabil und scheitert absehbar wieder und wieder. Wer will, kann das in den Geschichtsbüchern nachschlagen.

Woran liegt das? Weil es aufgeschrieben wurde und sich nicht verschweigen lässt, wenn man weiss, nach was man sucht. Ähhh – Einfache, stark reduzierte Weltbilder zeichnen sich durch eine hohe Bereitschaft aus Sündenböcke zu schaffen und greift dann gerne auf jegliches Mittel („der Zweck heiligt die Mittel“) und schnell auf Aggressionen und Gewalt zurück, mangels Alternativen und Optionen. Sie lehnen Objektivität ab und setzen stattdessen auf Gefühl und nicht zu begründende aber proklamierte Meinungen bzw. auf extreme Gruppendynamik mit Parolengeschrei.

Und was wird daraus? Einfache Weltbilder können nicht ohne Druck und Gewalt aufrecht erhalten werden, sie werden ständig hinterfragt und meinen deshalb, sich verteidigen zu müssen. Sie setzten auf Angst und Schrecken. Das nennt man auch eine Terrorherrschaft. Das unterscheidet sich in nichts von jedweden anderem Terror, egal ob durch die Gewalt des Stärkeren in Form von Prügel und Demütigung, Bomben, Intrigen, Erpressung oder eben Gewaltherrschaft bzw. einem übertriebenen, viel zu engen Gruppenbild. Mit diesem Weltbild landet man unweigerlich in sehr alten aber keineswegs altehrwürdigen Phasen der Menschheit, macht viele Rückschritte auf einmal, begibt sich in Lichtgeschwindigkeit in die Zeit vor der Stadt, vor der Spezialisierung, vor die Zeit, in der es dem Menschen möglich wurde mit unterschiedlichen Menschen umgehen zu können. Sie macht alles gleich und will allen vorschreiben, was wie zu machen ist. Sie weiss und kann alles besser. Gibt den Trump.

OK Protektionismus schläfert Märkte ein und verdrängt die Gesellschaft bzw. wirft sie in eine alte Phasen zurück. Ist Wirtschaftskrieg dann nur eine andere Form bzw. Folge davon? Ja. Aber eine politisch motivierte weil wirtschaftlich meist kontraproduktiven Form – zumindest in der von Trump angestrebten Form, wenn grosse Firmen sich zoffen, kann das auch ein Wirtschaftskrieg sein. Die politisch motivierte Form wird gerne mit sicherheitsrelevanten bzw. die Wehrkraft erhaltende also als kriegswichtigen Wirtschaftsbereich beschrieben.

Aber wie kann ein solcher Markt ins Hintertreffen geraten? Z.B. weil er als weniger wichtig eingeschätzt wurde. Es gibt aber auch wirtschaftliche Zyklen, die durch betriebswirtschaftliches Handeln eher verstärkt als gedämpft werden. Fast jede Firma macht denselben Fehler der meist wirtschaftlich begründet wird: Man hält zu lange an dem Erreichten fest, und um zu zeigen, dass man sich ganz sicher ist, kein übergrosses Risiko einzugehen, werden nahezu alle „Vorbereitungen auf andere Zeiten“ eingestellt: Es gibt kaum Neuentwicklung aber irgendwann hat irgendwer irgendetwas Neues gemacht und drängt damit auf den eigenen Markt. Man wähnte sich zu lange sicher. Mit anderen Worten: Diese Firmen haben hausgemachte Probleme. Wenn sie vom Staat geschützt und auf Teufel komm raus erhalten werden sollen, greift dieser Staat massiv in die Märkte ein – das ist immer gefährlich.

Warum? Der Staat ist meist einer der grössten Kunden und Auftraggeber im Land und ist für viele Märkte richtungsweisend, verfügt bereits über eine erhebliche Marktmacht – die noch dazu die Regeln macht. Das wird schnell zu viel Macht und beeinflusst die Märkte negativ. Geradezu fatal wäre es für die Gesellschaft, wenn sich der Staat z.B. die Digitaltechnik zu nutze machen würde, er würde diesen Markt vollkommen dominieren – vielleicht würde er sogar dafür sorgen, dass er überall hineinkommt und überall alle Daten nach Gusto ändern könnte, dann könnte er – aber Quatsch, dann gäbe es ja keine Computergläubigkeit mehr, dann würde ja niemand mehr die Dinger nutzen, weil das dann ja jeder könnte, daraus ein Markt entstehen würde – aber wenn man es selten macht und dadurch den Preis hochhält und es nicht jeder nutzen könnten?

Sehe ich das richtig?: Neben Firmen und Staaten gibt s auch eine Art Wirtschaftskrieg gegen das Volk bzw. Kunden? So habe ich es noch nie gesehen, aber ja, so kann man das nennen. Wenn ein Staat und oder die Wirtschaft der Macht nicht widerstehen kann, dann geht es gegen die Kunden und Bürger, sie werden ihrer Marktmacht „durch die Nachfrage die Märkte steuern zu können“ nicht nutzen können sondern können nur kaufen, was man ihnen vorsetzt. Diesen Mangel werden sie nicht einmal bemerken.

Aber was bedeutet Wirtschaftskrieg für uns? Sollte es zu einem Wirtschaftskrieg kommen (die neuen Zölle sind noch kein Wirtschaftskrieg) dann wirkt sich das gewöhnlich wie folgt und mehr oder weniger auf beiden Seiten aus: Für eine relativ kurze Zeit scheint es sogar aufwärts zu gehen, denn die Zölle steigern die Binnennachfrage, dann beginnen die Preise zu steigen, dann sinkt die Qualität der Produkte, etliche werden nicht mehr gekauft, die Märkte schrumpfen, man braucht weniger Arbeitskräfte, dadurch fehlt Geld im Markt und sie schrumpfen weiter, das führt dann dazu, dass Firmen zusammengelegt werden und weiter Personal abgebaut wird – die Spirale dreht sich weiter und weiter. Kurz: Die Wirtschaft schwächelt und den meisten Leuten geht es schlecht – nicht allen, einigen geht es dafür umso besser.

Also: Weltuntergangsstimmung? Sicher nicht. Aktuell ist es Kraftmeierei und dass sich der eine oder andere Zoll ändert – das kann vorkommen. Zudem: Wirtschaft kann auf- und umgebaut werden – falls man gestalten will, bzw. sich traut. Eskaliert es, dann sollten wir bei der Gelegenheit auf ein paar Fehler verzichten. In der Regel wirkt so etwas wie selbst verschriebene Sanktionen – nur schneller. Da aber die Märkte kleiner werden, werden sich die Preise in den USA, selbst wenn es Neuerungen gibt, auf einem höheren Level einpendeln. Übrigens C/SE und IvaP könnten das in Deutschland und Europa (und bei allen, die sich anschliessen wollen) locker abfedern. Wir haben die Wahl: Mit Trump zurück in den selbstzerstörerischen Nationalismus oder auf in die Zukunft. Reicht der Mut? Nur keine Bange, der wird schon kommen, wenn man es nun zu spüren bekommt. Danke Trump!

Wandel und etwas schneller in die Zukunft – mehr müssten wir nicht tun? Abgesehen davon, dass wir das schon gestern hätten tun können und sollen: Ja.

Bist Du optimistisch oder pessimistisch? Ein vom Zaun gebrochener Handelskrieg wie dieser einer wäre, eskaliert gerne, da sind von Anfang an viele Gefühle und Mutmassungen im Spiel – vor allem zeigt sich, dass zumindest einer nicht mehr verhandeln will / kann sondern nur noch sich durchsetzen will. Geschäftlich bedeutet das, dass er ein unzufriedener, ewig nörgelnder und ewig tricksender Kunde wird – so etwas meidet man, da zieht sich der vorausschauende Geschäftsmann zurück, denn das gibt unweigerlich Ärger, der bindet Kräfte, die besser in die Suche nach besseren Kunden gesteckt werden. Insofern denke ich, dass sich der Stahlmarkt aus diesem Markt zurückziehen wird und deshalb die Forschung bereits hochgefahren hat, um mit Neuheiten den Markt zu gewinnen.

Und wie sollte man sich Trump gegenüber verhalten? Die EU sollte zusammenrücken und sich nicht täuschen lassen, denn der europäische Markt ist aktuell stabiler als der der USA. Trump macht alles zur Verhandlungsmasse und bindet sich nicht an Zusagen. Diese Volatilität verträgt auf Dauer kein Markt. Durch Trump und noch nach Trump wird dieser Markt unzuverlässig und es wird mehr Auseinandersetzungen auch vor Gericht geben. Solche Märkte werden i.d.R. gemieden da kleinere Anbieter das Risiko nicht eingehen können und grössere von sich aus die neue Abhängigkeit der Kunden geniessen und das höhere Risiko einpreisen, Die Preise steigen in volatilen Märkten. Volatilität steht hier für Märkte, die stark und widersprüchlich manipuliert werden. Hier politisch / kämpferisch motiviert, es kann aber auch von übergeordneten Konzernen, Investoren, die max. Gewinne einfahren wollen und ähnlichem verursacht werden – übrigens auch von eigenen Management.

Ist der Stahlmarkt wirklich sicherheits- bzw. kriegsrelevant? Wenn ein Staat Krieg führen will, aber nur über eine ungenügende Wirtschaft verfügt, dann kann er sich den Krieg nicht leisten bzw. wird dafür zu wenig oder zu spät gerüstet sein. Da die USA recht gut gerüstet ist und seit Jahren die Stahlproduktion sinkt, die Rüstung aber stieg – scheint mir das für die USA nicht plausibel zu sein.

Was würdest Du machen? Das fragst Du mich im Chat bzw. Blog? CSE wird auf Stahlpfeiler aufgesetzt. Dass es bei Stahl aktuell eine Überproduktion gibt, kommt da sehr gelegen, denn dadurch bleibt CSE kostengünstig. Diejenigen, die es wissen müssen sagen, dass es schnell ginge, wenn nur die Politik endlich in die Gänge käme.

Was hat die Politik damit zu tun? Solange sie nicht sagt, dass sie CSE will, halten sich alle zurück und wollen nichts investieren, weil sie fürchten, dass das Produkt keinen Markt findet.

Und wie würde sich CSE auswirken? Es gäbe beim Stahl keine Überproduktion mehr, der Markt wäre für ein paar Jahre ausgelastet. Der Bundesstaat USA würde durch die zu erwarteten Stahleinfuhren den Staat auf Kosten der Regionen einiges Geld in die Hände spülen. Das würde wahrscheinlich nicht reichen um die zusätzlichen Kosten der Steuersenkungen ganz auszugleichen, würde aber die Regionen belasten – sie werden dadurch abhängiger.

Also was jetzt: Optimismus oder Pessimismus? Da sich die USA evtl. selbst aus dem Spiel nimmt und die eigene Wirtschaft stark belastet, wird sich auf dem Exportmarkt einiges tun – das ist eine Chance für Europa, weil die Binnennachfrage von innen befriedigt werden kann, mit C/SE und IvaP könnte zudem der Markt von Morgen in Angriff genommen werden und eine friedlich vor sich hin wirtschaftende und innovationsfreudige Wirtschaft etabliert werden. Vieles könnte gelöst werden.

Aber werden sie es tun? Sagen wir es so: Mit diesem Personal und seinem „weiter so“ wird das nichts werden. Es wird es vorziehen sich den USA anzuschliessen und lieber eine schlechte Wirtschaft statt eine etwas verbesserte zu bekommen. Die, die fürchten, dass sie vielleicht etwas verlieren könnten, mahnen sie vor „Experimenten“ – weil sie befürchten, dass sie funktionieren könnten. Was sie auch tun. Zumindest CSE kann unmittelbar in Angriff genommen werden.

Was war das Ziel des WIRs – nochmal?

Im WIR steht die Zusammenarbeit im Fokus. Die ersten Versuche von Kindern gemeinsam einen Tisch zu Decken scheitern oft kläglich. Es gibt viel Geschrei und weil sie alle merken, dass es nicht klappen will, ist jeder enttäuscht und gibt sich und allen anderen die Schuld – dabei konnten sie sich einfach nicht koordinieren und kooperieren, in einem bestimmten Alter können sie das noch nicht, die dazu nötigen Fähigkeiten sind schlicht noch nicht ausreichend entwickelt.

Bereits ein paar Monate später, kann das ganz anders sein, im Vorbeigehen werden kleine Fehler korrigiert und mit einem Blick weiss jeder was noch fehlt und was wer wahrscheinlich machen wird und was er machen wird. Dies gilt für den Alltag und ist selbst bei Änderungen recht stabil. Grösseres zeichnet sich meist früh genug ab und wird zunächst in Nebensätzen im fast privaten Gesprächen thematisiert; je mehr es in den Fokus gerät umso offizieller wird es diskutiert.

Und warum klappt das nicht bei uns? Weil viele noch eine geschichtete Weltsicht bevorzugen bzw. per Erziehung als „normal“ empfinden. In einer geschichteten Welt hat jeder eine ihn zur Existenz berechtigende Aufgabe – ohne diese Arbeit existiert dieser Mensch für die (-se Art von) Gruppe nicht und er bekommt das zu spüren. Alles, was den eigenen Bereich angeht wird wie ein Schatz gehütet, der Informationsfluss gerät ins Stocken. Nur noch nach oben wird das Nötigste gemeldet und nur noch Oben verfügt scheinbar über alle notwendige Informationen, um die Gespräche erfolgreich durchführen und beenden zu können.

Nun ist das Ergebnis aber nach unten zu kommunizieren, nach dem Prinzip: „Nicht Denken, Gehorchen!“ geht das schnell, denn man funktioniert nur. Doch da die Betroffenen Dinge machen sollen, von denen sie das Warum Wieso und oft auch das Wie nicht richtig kennen, sind sie – unmotiviert und werden für Fehler anfällig. Begriffe wie „Faulheit“ und „Saboteur“ sind nur in diesem Kontext aussagekräftig.

Ist das schlecht? Wenn Informationen sich ausbreiten können, dann geben sie überall mehr oder weniger starke Impulse ab, betrachtet man das dazugehörige Wissen als Membran und der Fluss der Informationen als Bewegungen auf dieser Membran, dann wäre diese ständig in Bewegung und überall werden die Impulse auf ihre Tauglichkeit im eigenen Kontext geprüft und Auswirkungen und Ausblicke werden notiert, evtl. getestet einiges dann freigegeben.

Wenn nur nach oben „gemeldet“ wird, gehen viele Informationen und Gelegenheiten verloren, alles wird wage und undeutlich, unbrauchbar und immer weniger Leute, die sich damit auskennen beschäftigen sich mit der ständig wachsenden Sache. Wenn Informationen nicht frei fliessen können, wird auch das Wissen ausgebremst, das bremst auch die Wirtschaft und die Politik. Alles verkrampft sich und man sucht Ausreden für die nun „nötig gewordenen Härten“. Fest in dieses Weltbild eingebaut ist die Vorteilsuche, die Auseinandersetzung, Streit, Kampf und Krieg. Ja, ich glaube: Das ist schlecht.

Ein paar Monate später kann alles schon ganz anders sein – sie werden ja so schnell gross. So schnell kann es bei Kindern gehen – Erwachsene brauchen etwas länger. Es sieht fasst so aus, als ob sie Generationen brauchen, um zu lernen „wie man zusammen einen Tisch zu deckt“. Die aktuell Aktiven können sich bereits über allgemeine Ziele einigen, bei der Umsetzungen glauben sie dann aber noch an die Göttlichkeit ihrer Eingebungen und Lösungen. Sie leben ihre Imagination und gruppendynamische Werte wie Image, Status und Durchsetzungsfähigkeit etc., statt nach echten Lösungen auch nur zu suchen. Lösungen können von allen getragen und mit Leben erfüllt werden, weil sie es verstanden, vielleicht sogar etwas dazugelernt haben und sich entwickeln konnten. Entscheidungskämpfe brauchen nur Material für die Schlacht. Es scheint nur einfacher zu sein alles zu zerstören, doch die Destruktivität, die zu diesem Weltbild gehört, kann man maximal den Status Quo halten, in der Regel weicht man aber immer weiter zurück, verliert an Boden und wird immer nervöser.

Wer in seiner eigenen Meinung die einzig wahre Lösung sieht und diese durchsetzen will, der mag vielleicht in der Lage sein seine Horde in den Krieg und für die Schlacht zu „motivieren“. Er – und andere – werden Soldaten (bitte erinnern: Menschen) verlieren; das war so sicher, dass er sie auch gleich selbst hätte töten können. Ohne diese Aktionismus, hätte zumindest eine Chance auf ein normales oder gutes Leben für diese Menschen bestanden.

Das WIR steht für die Fähigkeit zur Kooperation. Wer den Kampf, Krieg und Streit vorzieht oder zu einem entweder-oder oder Alles-oder-nichts tendiert, lebt das WIR leidend, missionarisch und will der Welt seine Heilung und göttlich inspirierte oder durch ihn beauftragte Lösung aufzwingen.

Neutral kann sich die Person anderen gegenüber öffnen, kann deren Meinung verstehen, kann sich erstmals eine eigene Meinung zur Meinung, die seine Gruppe vertritt, bilden und kann zumindest Brücken zwischen diesen Meinungen bauen – statt nur dem Befehl von oben oder der offiziellen Meinung der Gruppe blind zu folgen. Wer es so will: Regeln werden zu Richtlinien. Wer es etwas ernster will: Es heisst „du sollst“ nicht „du musst“.

Im nächsten Schritt ist Kooperation kein Thema mehr, sie ist normal, integriert. Allerdings wird in dem Prozess, der bislang eher intuitiv oder „aus der inneren Einstellung heraus“ betrieben wurde, etwas anderes zunehmend auffälliger: Das Thema „Regeln“ gerät in den Fokus. Im WIR werden Regeln kaum abgesprochen sie entwickeln sich aus der Situation heraus. Mit „Try And Error“ wird Material beschafft, das ausgewertet und variiert wird bis Anspruch und Gelungenes übereinstimmen.

Im WIR entwickeln sich Regeln „wie von selbst“. Im Ihr wird aus der Praxis Theorie, die einem Anfangs wenig attraktiv erscheinen mag, oft weil sie einen in den früheren Phasen heraus- und überfordert hat. Erst die theoretische Durchdringung von etwas das bereits praktisch erreicht wurde, stellt das nötige Material bereit, das benötigt wird, um für den nächsten Schritt vorbereitet zu sein, denn erst die Abstraktion ermöglicht es dem Denken bzw. dem Thema vollumfänglich zur Verfügung zu stehen. Erst dann ist es „integriert“ erst dann ist die Integration abgeschlossen, weil die letzten Grenzen: „Es steht für sich selbst“ durchbrochen wurde und nun allgemein einsetzbar ist.

Aus etwas, das weder zugeordnet noch eingeschätzt werden konnte, wurde etwas das entweder als ein Fremdkörper eingeschätzt wurde und „einfach nicht hineinpassen wollte“, wird schrittweise etwas, „irgendwie Hilfreiches“ und bald „Selbstverständliches“, um dann nahtlos ins Regelwerk integriert zu werden, um es allgemein einsetzen zu können.

Warum wurde das WIR hier breit besprochen ohne einen echten Bezug zur Gruppe, Dynamik oder Gesellschaft zu stellen? Weil es nicht nötig ist. Diese Begriffe können durch die oben genannten fasst vollständig ersetzt bzw. durch sie beschrieben werden – zumindest auf einem einführenden Level.

Kurzes zur aktuellen politischen Tragikkommödie

Da diese Fragen ständig gestellt werden, hier eine Zusammenfassung zum aktuellen Geschehen:

Eine Beschreibung, wie es zur aktuellen Situation gekommen ist, soll vorne weg gegeben werden, denn das kürzt die anderen Themen erheblich:

Die Union verlegte sich bei Bundeswahlkämpfen darauf, dem politischen Gegner den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem dessen Themen schlicht übernommen werden. Was (vielleicht) gut für den Wahlkampf ist, ist schlecht für die folgenden Koalitionsgespräche (zu wenig Verhandlungsmasse) und die gesamte Legislatur (man steht für ungeliebte Ziele), in denen nun Dinge zu vertreten wären, zu denen die Union im Vorfeld meist schon gezeigt hatte, dass sie das eigentlich ganz anders machen würden – da sie aber nur das Thema aufgegriffen haben und nie gesagt haben, wie sie es machen wollen, können sie die Themen im Nachhinein schwärzten. Das Ergebnis ist für alle Wähler der beteiligten Parteien unzufriedenstellend.

Das schadete bislang allen beteiligten Parteien, alle verloren einheitlich in der Wählergunst, wenn das so weitergeht, dann werden selbst die Grossen klein werden, die Kleineren trifft es jedoch schneller. Immer gilt aber auch, dass sie das mit sich haben machen lassen und dass sie, meist in Verzweiflung, selbst weitere Fehler gemacht haben.

Die FDP wurde ganz aus dem Parlament gewählt, die SPD spürt es, selbst die CSU kann ein Lied davon singen. Die eigenen Fehler der CSU sind vielschichtig:

Sie versucht es mit einer neuen, genaueren Positionierung – nach den Wahlen und die eingenommen Positionen sind oft so weit weg von den im Wahlkampf vertretenen Meinungen und oft so nahe an den der sogn. Populisten, dass so mancher beginnt von Wahlbetrug zu reden: „Das habe er nicht gewählt“.

Ein weiterer Punkt ist, dass sie es gegen das Konzept und gegen den grösseren Partner durchsetzen wollen. In Bayern nennt man das aufmannderln, im Rest von Deutschland „auf verlorenem Posten stehen“. Bestenfalls nerven sie nur, im Mittelfeld werden sie zum Don Quichotte und im schlechtesten (oder in jedem?) Fall als Nachzocker, Streitsüchtige und Erfolgslose abgewählt und sicher machen sie sich dadurch selbst zum willkommen Sündenbock für den Rest der Union.

Die Liste ist nicht vollständig, aber dieser Teil sollte reichen um zu erkennen, wohin die Reise geht: Man stärkt den politischen Gegner – in dem Fall auch die CDU – und betreibt den Bruch der Union. Auch dadurch, dass man Sondierungsgespräche platzen lässt (Sündenbock – erinnern Sie sich?). Ohne den Makel CSU kann die Union eine „solide Regierung“ mit der SPD und den Grünen schliessen. Die CSU hätte nun die Wahl: Sich ruhig verhalten und diese Regierung dulden oder massiv dagegen anzugehen, mit anderen Worten: In der Union bleiben oder sie ganz oder teilweise, auf Zeit oder für immer aufzukündigen. Sie könnte auch Bedingungen stellen wie „Nach der Hälfte gibt es Neuwahlen“(ginge das überhaupt?) oder: „Bei der nächsten Wahl tritt die Union zwar als Union an, der Wähler kann aber entweder die CDU oder die CSU ankreuzen“ und was sonst noch einfällt.

Deutschland leidet seit Jahren an einer schläfrigen und stagnierenden Politik, die zu einem guten Teil von den Machtinteressen der Union und von dem sich-das-gefallen-lassen der anderen Parteien getrieben wird. Letztlich wird der Bürger entmündigt, da er durch die allgemeine Unterstützung dieses „Stils“ an keiner politische Entscheidung teilnimmt, sondern die Parteien sollen das vollständig für ihn übernehmen, egal, wie die Zusammensetzung im Parlament ist.

Immer wird gefragt, wie es weitergeht und die meisten hoffen, dass es bald eine Regierung geben wird. Wenn die CSU das kürzlich Proklamierte wieder in den Sondierungen durchsetzen will, wird es wieder keine Koalition zumindest bis Ende dieses Jahres 2018! geben. Also gemach. Entweder dauert das noch lange oder die Union zerbricht. Dann dürfte es zügig eine Koalition von CDU/SPD/Grüne geben. Von vielen Personen, über die heute aktiv diskutiert werden soll, wird wahrscheinlich kaum noch die Rede sein. Über diese Zeit werden wir uns nur kopfschüttelnd erinnern, uns über die vertane Zeit und Chancen beklagen und entweder sagen: Damals wurde die Demokratie in Deutschland gestärkt oder geschwächt.

Destruktive CSU. Einmal Sündenbock, immer Sündenbock, wahrscheinlich wird dann Bayern aus Deutschland raus wollen, vielleicht mit BW und vielleicht schliessen sie sich Österreich an – übrigens: Dann gäbe es die Bürgerversicherung in Bayern.

Egal was sie tut: Aktuell steht die CSU auf verlorenem Posten – und will unbedingt Deutschland mitnehmen. Also mit strategisch hat das alles nichts zu tun – aber sie sind ja noch im Wahlkampf, 2019 wird dann alles wieder gut – vielleicht, es werden sich schon welche finden, die nachzocken werden.

Es ist nicht mein Ding, andere in den Selbstmord zu reden oder treiben, deshalb schweige ich zu diesen Dingen, die für mich zudem immer noch unter Wahlkampf verbucht werden, das ist der Hauptgrund, warum ich nun seit September zu diesen Themen schweige. Ich hoffe, dass das hier die letzte Ausnahme sein musste. Da wäre ja Trump unterhaltsamer.

In diesem Punkt bin ich übrigens enttäuscht: Ich will nicht wissen, was er twittert sondern was er macht – entweder macht er nichts, oder wir erfahren es nicht. Warum?

 

Kurz und fündig

Was kann die Politik in der Wirtschaft bewirken? Das kann schön an der Atomkraft gezeigt werden: Sie wurde gegen den Willen der Wirtschaft etabliert.

Was will die Wirtschaft? Gewinne einfahren, solange es noch geht. Und wenn die Gewinne gesichert erscheinen, dann geht es um die Absicherung derselben, meist durch schiere Grösse bzw. Dominanz des Marktes. Die Wirtschaft hat ständig Angst, dass bald alles kaputt geht – deshalb verhält sie sich oft so, dass alles kaputt gehen muss.

Was kann der Kunde? Solange es den Wettbewerb durch den Markt dominierende Firmen nicht gibt, hat der Kunde keine Wahl und damit keine Macht / Möglichkeiten. Ansonsten hängt es davon ab, was er weiss und Kleinigkeiten wie: Ob er in einer restriktiven Umgebung lebt.

Gibt es sichere Software? Nein.

Woran liegt das? Komplexität ist das Stichwort, das einem hier ständig begegnet. Sie wächst mit dem Faktor der Fakultät. Das ist grösser als die Potenz. Etwas vereinfachend gesagt steigt bei einem Programm nach dem Schema: Fakultät der Codezeilen. Deshalb kann nicht alles getestet werden. Das wäre aber nötig, um absolut sicher gehen zu können, zudem schreitet die Entwicklung fort und es ergeben sich täglich neue Dinge, auf die zu achten (gewesen) wäre – dafür ist es gelegentlich zu spät.

Was kann man dagegen unternehmen? Viel – aber das ist nicht gewollt.

Warum? Da gibt es unterschiedliche Ansätze: Auftragnehmer und Mitarbeiter sichern ihren Auftrag bzw. Arbeitsplatz; Politik und Wirtschaft wollen möglichst unsichere Standards und wenig Regelung; Wirtschaft und Politik wollen an persönliche Daten; die Politik will ermitteln können – und schiebt das vor, damit sie auch spionieren kann; die Wirtschaft erhofft sich weitere Geschäftsfelder, durch die Kommerzialisierung der Sicherheit der digitalen Welt usw..

Und wie sicher wäre IT, wenn alle am gleichen Strang (und daran in die gleiche Richtung) ziehen würden? Im Leben gibt es keine hundertprozentige Sicherheit. Das gilt auch für die IT. Deshalb wird Sicherheit in der IT daran gemessen, wie hoch der Aufwand wäre. Daran gemessen wäre die Sicherheit, die bei sorgfältiger Programmierung und Melden von Einfallstoren, ausreichend hoch: Selbst mit viel Hardware und Können wäre es ein fasst unglaublicher Zufall, eine Lücke zu finden und nutzen zu können.

Aber warum macht man das nicht? Man verspricht sich viel davon.

Was zum Beispiel? Die Wirtschaft meint oft, dass viele Informationen Klarheit schaffen und dass alles Wissen Allmacht bringen würde. Die Politik fürchtet sich vor Unterwanderung und beide zusammen würden gerne die Meinung im Volk steuern können.

Und was ist schlimm daran? Man nennt das auch Spionage, Stimmungsmache, Populismus, Unterdrückung und Cäsarensyndrom. Zudem führt es zu einer allgemeinen Gleichmacherei und da Gleichmacherei jede Gemeinschaft schwächt, wird das meist blutige Ende dieser Herrschaft (die definitiv undemokratisch wäre) eingeläutet. Kurz: So was geht selten lange gut (eher ein paar Jahre denn Jahrzehnte). Denn sie glauben nicht, dass der Zweck die Mittel nicht heiligt. Das kann in der Geschichte vielfach nachgelesen werden.

Und warum macht man es dennoch? Es gibt eine Gruppe von Leuten, die das seit etlichen tausend Jahren versuchen – und regelmässig scheitern bzw. sich die Sache als zu kurzlebig erwies. Die Gründe sind vielfältig: Meist können sie einer „Versuchung“ nicht widerstehen; viele geben offen zu, dass sie „das solange machen werden, bis es ihnen verboten wird“, diese Leute wollen andere erziehen und legitimieren das meist durch einen früheren Erfolg, der ja wohl den Willen Gottes offenbare, dass sie das so machen sollen. Es ist Selbstüberschätzung, Anmassung, Gier und Geiz – kurz: alle Todsünden bzw. Cäsarenwahn.

Aber lernen die denn nie etwas dazu? Es gibt heute eine nie dagewesene Verlockung, die das Unterfangen für solche Leute geradezu zur Pflicht macht: Die Digitalisierung. Bislang galt, dass einer allein weder alle Informationen beziehen noch alle Informationen verarbeiten könne, mit der Zeit wuchs die Verzweiflung, denn man scheiterte bereits an der Masse des allgemeinen Wissen und dem Aufwand und der Organisation. Die IT scheint das heute jedoch wieder möglich zu machen – und das relativ billig und exklusiv für eine sehr kleine Gruppe. Bei solchen Möglichkeiten kochen die Allmachtsphantasien über.

Und – kann das funktionieren? Nein. Wissen und Können sind stark von dem Kontext und Verhalten (u.a. Übung) einer Person abhängig. Das geht nicht parallel sondern würde eine ganz andere Person bilden – aber eben wieder nur eine.

Zu den Kontexten einer Person gehören auch deren Eigenschaften. Das führt dazu, dass es bei offenen Fragen so viele Antworten (oder mehr) gibt, wie Personen gefragt werden. Wer also alles Wissen können wollte, bräuchte schon eine ausgeprägte multiple Persönlichkeitsstörung – es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Person nicht effektiv handeln könnte.

Was bekommt man stattdessen? Das grosse Scheitern. In den meisten Fällen entdeckt man alles und nichts, kann sich aber eine Welt basteln, wie sie einem gefällt und die wird sehr wahrscheinlich alle Befürchtungen bestätigen, was diese verstärkt und einen selbstverstärkenden Effekt aufweist, der alles andere verdrängt – das dürfte zu tiefer Verzweiflung und diese zu Panik und Manie führen.

Was würde stattdessen helfen? Nur eine offene Gesellschaft hilft, in die sich jeder einbringen kann und die mit allen ehrlich redet.

Aber es heisst, dass der Mensch nur in der eigenen Gruppe gerne gibt! Wie offen kann eine Gruppe sein? Wie diese Gruppe definiert wird, liegt im Auge des Betrachters: Wer sich von anderen ab- und diese deshalb auch ausgrenzen muss, der wird nur innerhalb dieser selbstdefinierten Gruppe „gut“ sein, im Umgang mit Nichtmitglieder aber ausgesprochen „böse“. Aber was spricht dagegen, dass die Gruppe etwas grösser ist – sagen wir die Menschheit umfasst?

Welche Rolle spielt dabei die Globalisierung? Wirtschaftlich gilt, dass Märkte sich ausbreiten. Je erfolgreicher ein Produkt bzw. Produktionsprozess wird, umso schneller breitet es/er sich aus. Daran ist nichts schlimmes – es kommt darauf an, wie man es macht. Darüber sollte man sich zeitig Gedanken machen, denn Wirtschaft funktioniert in aller Regel umso stabiler, je grösser das Gebiet ist, das sie umfasst. Das kann Vor- aber auch ein Nachteil sein.

Welche Vorteile? Nichts geht immer gut, Rückschläge kommen schlicht vor. Wenn der Hagel mein Feld niedergemacht hat und ich gut mit den Nachbarn kann, wird es nicht leicht aber es wird gehen. Grösse ist manchmal auch eine Versicherung. Gerät sie ins Wuchern, dann schlägt sie ins Gegenteil um.

Welche Rolle spielt Grösse? Im Wirtschaftlichen bedeutet Grösse letztlich nur Versicherung. Sie kommt spätestens ins Wuchern, wenn der Markt dominiert werden kann.

Wenn der Gewinn als gesichert gilt, sichert man sich den Markt – u.a. verhindert man dadurch Innovation und führt den Markt in die Stagnation, leitet den eigenen Untergang selbst ein, weil: Je länger ich einen Markt dominiere, umso gesättigter wird er, das wird an Absatzschwächen deutlich und der Markt wird irgendwann entweder untergehen oder von einem anderen, der mehr oder weniger zufällig, auf die notwendige Entwicklung gestossen ist und sie umsetzen kann, übernommen.

Wirtschaftlich sollte Grösse ein Warnsignal sein? Oft. Weil Zusammenbrechende Märkte zuvor kumulieren, da wird einer ganz gross und übrigbleiben – und einen Pyrrhussieg erringen bzw. die Asche hüten. Aber auch, weil Grösse mit viel Aufwand aufrechterhalten werden will, das führt schnell zu Rechtsbrüchen und Ungerechtigkeiten, immer aber auch zu einer Schädigung der allgemeinen Marktlage führt, denn sie wird eingeschläfert, bewusst geschwächt.

Was kann man dagegen unternehmen? Die Wirtschaft / der Staat sollte darauf achten, dass Innovationen immer und ohne Rücksicht auf bestehende Märkte gemacht werden können. Eine erste Massnahme wäre es, z.B. in Zusammenarbeit mit den (Hoch-) Schulen, Umsetzungszentren zu etablieren. Sie greifen Ideen auf, prüfen sie auf Machbarkeit, auch in Kooperation mit anderen Ideen, und setzen sie um. Das kann als „Start-Up Geburtsstation“ bezeichnet werden. Firmen können die Produkte kaufen, doch gehen die Rechte nach relativ kurzer Zeit wieder zurück, wenn die Produkte nicht auf den Markt kommen.

Und wie würde das wirken? Entweder führt das dazu, dass die Firmen auf diese Zentren setzen und die Eigenentwicklungen komplett einstellen oder dass sie die Eigenentwicklung hochfahren.

Was wäre wahrscheinlicher? Dass sie mit dem Auslagern beginnen – weil viele Konzerne sowieso der Meinung sind, dass ihre Produkte nicht zu verbessern seien, bzw. dass sie sich zurückhalten und sich die Sache erst mal ansehen. Wenn sich die Zentren als effektiv erweisen, was ein oder zwei Jahre dauern kann, dann werden sie versuchen Leute abzuwerben, gelingt das, dann werden sie versuchen den lästigen Markttreiber auszutrocknen und kaputt zu kriegen. Gelingt das nicht, werden sie in die Schubladen greifen und versuchen den Markt mit Neuerungen zu fluten um so den alten Zustand wiederherzustellen. Gelingt das nicht, werden sie die Eigenentwicklung hochfahren und zum Teil in die InnoCents auslagern. Letztlich verlagert sich die Grob-Entwicklung in die Zentren und die Firmen kümmern sich dann um die Detailarbeit, die ja auch firmenspezifisch ist. Etliche Produkte werden aber auch zu neue Firmen führen.

Wie sähe eine Wirtschaft aus, die auf dem Stand der Zeit wäre? Wie oben bereits angedeutet: Die einzelnen Komponenten, die heute unter einem Dach sind, werden getrennt und selbstständiger: Idee und Umsetzung separieren sich von der Produktion, der vom Handel und Wartung. Wenn die Produktion quasi vollautomatisch abläuft, dann sinken auch die Preise für kleine Serien und einzelne Produkte, wenn diese dann auch noch individualisiert werden könnten, dann würden sich um die Produktionsstätten herum Handwerker ansiedeln, da diese Stätte fleissig Aufträge liefern.

Die Stichworte für den Blog sind IvaP und ForschungsInseln.

Weil wir gerade dabei sind: Wie viele arbeiten aktuell an City-SynErgy? Keiner. Angestellte gibt es nicht und die Arbeiten daran sind soweit, dass es bereits Lösungen / Umsetzungsmöglichkeiten für jede Aufgabe gibt, die nun zusammenarbeiten müssten, damit es klappt. Bei CSE braucht es die Leitschiene, die etwas vom Antrieb abhängt, dafür gibt es mehrere Kandidaten, die Pfeiler und die Kabinen sind nahezu trivial – es geht um die Massenproduktion. An der scheinbar niemand ein Interesse hat

Deutungshoheit – geht mich das was an?

Definitiv: Ja. Eine Aufgabe kann das klären: „Einfach eine Zeitung aufmachen und sich zu jedem Thema die Frage stellen „Habe ich eine Meinung dazu – und wenn ja, welche?“. Ehrliche Menschen (egal ob klug oder dumm!) stellen schnell fest, dass sie zu vielen Themen keine solide Meinung haben – können, denn niemand kann alles oder vieles tief genug wissen, dass er eine dazu eine solide und begründete Antwort geben kann.

Ohne Menschen, denen man in bestimmten Fragen vertraut und diese das Thema laiengerecht diskutieren, geht es nun nicht mehr. Kennt man nur einen, der in diesem Fall vertrauenswürdig erscheint, sollte man sich parallel dazu selbst schlau machen und weitere Stimmen suchen.

Solche Prozesse dauern. Vieles bleibt liegen. Ohne Vertrauen geht nur das, was ein Mensch allein an einem Tag schafft. Das ist nicht viel – jedenfalls gemessen an dem, was zu machen wäre. Es wird schnell einseitig, gerät in Schräglage und droht zu kentern – so oder so:

Die Dinge funktionieren dann nicht und deshalb wenden sich die Menschen ab und regeln die Dinge selbst, irgendwie, aber es ist geregelt. Auch diese Regelungen funktionieren nicht, falls sie überhaupt zustande kommen. Schnellschüsse fördern Gewohnheits- und Vertragsrecht, auf die Dauer ist rechtsstaatliches Verhalten kaum möglich.

Wenn einer oder eine Gruppe allein die Deutungshoheit hat, passiert genau das: Andere Meinungen sind dann bereits diskreditiert, der Schritt zur Kriminalisierung, ist dann nicht weit. Eine Gesellschaft, in der es nur eine Meinung gibt, kennt auch nur eine Möglichkeit sich „zu wehren“, diese Gesellschaft wird unterdrücken und auf Zwangsmassnahmen zurückgreifen, letztlich bleibt ihr immer nur die Gewalt – sie kann nicht mehr reden, sie kann nur noch zwingen.

Es gibt Weltbilder, in denen es „nur einen geben kann“. Sie befürchten, erwarten und führen im Fall des Falles das absolute Chaos herbei, wenn gegen diese Regel verstossen wird. Begründet wird das mit: „Was sein muss, muss sein. Sie werden es schon lernen. Und wenn nicht, ist es nicht schade um diese blinden, dummen, aufmüpfigen Besserwisser, die doch nichts wirklich wissen und ausser sinnlosen Experimenten nichts können.“

Sie sind aus Überzeugung Bewahrer. Solche Menschen halten an den absurdesten Momenten fest und halten sie aufrecht, sie achten das Gesetz, sagen aber auch, dass es für sie bei ihrer Aufgabe nicht wichtig sei, das andere stehe über allem und überhaupt: Sie sind und machen das Gesetz.

Solche Überzeugungstäter und Missionare gibt es überall, wie es dazu kommt – eine Einführung kann man sich im Blog über das Stichwirt „WERDEN“ holen. Für sie ist es selbstverständlich, dass nur sie die Deutungshoheit haben, dass die Welt und jedermann sich nach ihren Ansichten zu richten hat und sie achten darauf, dass das so bleibt.

Die Deutungshoheit von Lehrer und Ausbilder steht auf einem anderen Blatt, steht aber oft auch für einen schlechten Ausbildungsstil. Die Deutungshoheit von Hierarchien steht nur einen Schritt vor dem Abgrund, die oft geforderte Durchsetzungsfähigkeit steht zwei Schritte vor dem Abgrund. Viele von diesen wollen weiterkommen und -machen.

Heutzutage gehen wir sehr fahrlässig mit der Deutungshoheit um. Es gibt da den Spruch „Wissen ist Macht – ich werde noch Präsident“. Ganz abgesehen davon, dass wer viel oder alle Informationen bzw. Daten hat, noch lange nicht über Wissen sondern maximal über Interpretationen verfügt, überlassen wir einigen Wenigen die Deutungshoheit über unsere Daten. Diese Wenigen müssen nicht zu den gerade genannten Überzeugungstäter gehören, sie laufen aber Gefahr zu solchen zu werden. Das nennt man dann einen Cäsarenwahn usw..

Wenn der Begriff „Elite“ als Bezeichnung einer gesellschaftlichen Schicht benutzt wird, dann wird oft auch gefordert, dieser „Elite“ die Deutungshoheit zu überlassen. Die Geschichte ist voll von Berichten darüber und je unfreier eine Gesellschaft wird, umso mehr Wert wird auf die angebliche Deutungshoheit gelegt. Sie ist ein Mittel der Stimmungsmache zur Unterdrückung und Steuerung aller anderen. Sie ist schlicht ein Machtmittel. Und sie dient der Selbstüberhöhung.

Alle sind davon betroffen, Gruppen fordern mindestens in einem Thema die Deutungshoheit für sich und je unsicherer man sich ist, umso häufiger requiriert man die Deutungshoheit für sich. Wie kommt das? Wenn man nur einen Weg kennt, um etwas zu machen, dann behauptet man schlicht, dass es andere Wege nicht gibt. Dann kann das nichts werden. Man meint, dass man sich sicher ist und kennt das andere nicht und will es nicht, weil es da doch eine bereits lang praktizierte Lösung gibt. Man ist sich selbst sicher, dass das alles nicht nötig ist – die anderen sollen sich anpassen.

Aber wie kann es Unsicherheit sein, obwohl diese Menschen nur darüber sprechen, dass sie doch so sicher wie kein anderer zu sein scheinen? Ein Mensch, der in sich ruht, schaut sich um und probiert mal was aus, weil er lernen will und nicht, weil er Experimente liebt. Wer sich seiner Selbst sicher ist, ist neugierig, wer nicht, der sagt schnell „das haben wir bislang immer so gemacht, da könnte ja jeder kommen“. Oder mit anderen Worten: Wer eine gewisse Selbstsicherheit aufweist, kann sich neuen Dingen stellen, der andere kämpft noch mit sich und dem Altem, es sagt meist: Da ist noch viel drin – auch, wenn dem nicht so ist.

Deutungshoheit ist ein zentrales Mittel über das diejenigen, die ihr unterworfen sind, effektiv gesteuert werden können. Sie macht es dem Machthaber leichter, besteht man darauf, dann kann der politische Meinungsgegner kriminalisiert werden.

Wenn die Gesellschaft aber alle Fähigkeiten, nicht nur die einer Einzelperson und dem daraus resultierenden Schema F, aller Mitglieder nutzen will, diese Gesellschaften werden miteinander konstruktiv reden. In Gesellschaften mit Deutungshoheit wird nur übereinander gesprochen bzw. geurteilt.

Krieg und Frieden, Weltfrieden ein Kommentar zur zeit-online Diskussion

Auf Zeit-online wurde heute über Krieg und Frieden und ob der Weltfrieden möglich ist diskutiert. Da das Thema im Blog einige mal angesprochen wurde, hier eine Zusammenfasse der Meinung des Blogs:

Der erste schriftlich dokumentierte Krieg wurde scheinbar im Zweistromland geführt, dort rühmte sich ein Herrscher „als erster aus dem ritualisiertem Kampf einen echten gemacht zu haben“. Krieg gab es schon vorher, war aber ritualisiert, weil echte Tote zu teuer waren – dass man sich echte Tote „leisten“ konnte, dürfte daran gelegen haben, dass es nun „genug“ oder gar „zu viel“ Menschen gab.

Die Basis liegt jedoch viel tiefer: Der Mensch kennt einen Flucht-oder-Kampf-Modus, als Individuum verfällt er in diesen, wenn Gefahr-für-Leib- und-Leben besteht. Das Individuum identifiziert sich jedoch auch mit der Gruppe und so greift auch der Gruppe gegenüber dieser Modus.

Um die Gruppe selbst bilden zu können, ist eine friedliche Grundeinstellung nötig. Wenn aber der Kampf/Flucht Reflex des Individuums die ganze Gruppe erfasst und es ein Feindbild gibt, dann kann es Krieg werden.

Aber ist das Krieg? Wenn es rein affektiv ist, dann neige ich dazu es als gewaltbereiten, aggressiven Schub zu sehen, denn das Organisierte fehlt. Wird für den Kampf jedoch trainiert, dann kann es als organisierte Gewalt betrachtet werden – was, wenn auf die Jagd in der Gruppe Trainierte die Waffen gegeneinander richten? Ein Graubereich – denke ich.

Grundsätzlich: Mit der Gruppe in Kombination mit dem Kampf/Fluchtreflex, kamen Aggressionen zwischen Gruppen in die Welt, die irgendwann zur organisierten und geplanten Gewalt, zum Krieg werden kann. Affektive Gewalt sollte zur Unterscheidung lediglich als „kriegsartig“ bezeichnet werden, sie zeichnet sich durch übermächtige Gefühle, Chaos und Unüberlegtheit aus – zumindest am Anfang.

Wenn zwei Gruppen von Jäger-und-Sammler aufeinandertreffen, dann kann es gut sein, dass gegenüber Menschen der Fluchtreflex bevorzugt wird, auch, weil jeder Tote der eigenen Gruppe fehlen wird.

Mit dem Besitz und der Sesshaftigkeit wurde Flucht immer seltener möglich – die letzte Ausfahrt war dann Krieg. Doch die Gruppen können Eskalationsstufen einführen und so auf der Autobahn in den Krieg ein paar weitere Ausfahrten anbieten.

In aller Regel werden diese Angebote angenommen werden, doch bei Ressourcenmangel und / oder Überbevölkerung steigt die Bereitschaft zum Krieg – einfach weil der Druck im Kessel immer grösser wird. Dabei reicht es, wenn das Gefühl oder die Befürchtung von derartigem vorhanden oder genutzt werden kann.

Ein weiterer Grund für Krieg bzw. Gruppenaggressionen ist, wenn eine Gruppe sich so richtig sauwohl fühlt, meint, dass alles bestens sei und die Augen vor den sich abzeichnenden und sich aufdrängenden Problemen zumacht – oft, weil sie gedenkt, genau diese Welle reiten zu wollen, den gewünschten eigenen Vorteil bewusst nutzen will, koste es das Volk, was es wolle. Ein Vorsicht des politischen Gemütlichkeit / Narzissmus / Selbstüberhöhung. Da „die anderen“ die Zeche zahlen, mag es stimmen: Einem selbst, geht es gut, wenn nicht besser – doch die, die die Zeche zahlen werden sie einem in Rechnung stellen.

Fazit: Aus dem Kampf/Flucht-Reflex kann in der Gruppe Krieg werden, die Flucht wird unter Menschen wahrscheinlich vorgezogen. Wer sesshaft ist, kann nicht mehr flüchten, es sei denn, es gibt Eskalationsstufen und eine ritualisiert Auseinandersetzung – Aussterben ist die andere Option.

Demnach ist eine kriegerische Gruppe, eine, die das evolutionäre Ziel, das Überleben der Art, auf die eigene Gruppe (wahrgenommen Individuen der eigenen Art) reduziert haben. Da gibt es sozusagen noch Luft nach oben.