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Krieg und Frieden, Weltfrieden ein Kommentar zur zeit-online Diskussion

Auf Zeit-online wurde heute über Krieg und Frieden und ob der Weltfrieden möglich ist diskutiert. Da das Thema im Blog einige mal angesprochen wurde, hier eine Zusammenfasse der Meinung des Blogs:

Der erste schriftlich dokumentierte Krieg wurde scheinbar im Zweistromland geführt, dort rühmte sich ein Herrscher „als erster aus dem ritualisiertem Kampf einen echten gemacht zu haben“. Krieg gab es schon vorher, war aber ritualisiert, weil echte Tote zu teuer waren – dass man sich echte Tote „leisten“ konnte, dürfte daran gelegen haben, dass es nun „genug“ oder gar „zu viel“ Menschen gab.

Die Basis liegt jedoch viel tiefer: Der Mensch kennt einen Flucht-oder-Kampf-Modus, als Individuum verfällt er in diesen, wenn Gefahr-für-Leib- und-Leben besteht. Das Individuum identifiziert sich jedoch auch mit der Gruppe und so greift auch der Gruppe gegenüber dieser Modus.

Um die Gruppe selbst bilden zu können, ist eine friedliche Grundeinstellung nötig. Wenn aber der Kampf/Flucht Reflex des Individuums die ganze Gruppe erfasst und es ein Feindbild gibt, dann kann es Krieg werden.

Aber ist das Krieg? Wenn es rein affektiv ist, dann neige ich dazu es als gewaltbereiten, aggressiven Schub zu sehen, denn das Organisierte fehlt. Wird für den Kampf jedoch trainiert, dann kann es als organisierte Gewalt betrachtet werden – was, wenn auf die Jagd in der Gruppe Trainierte die Waffen gegeneinander richten? Ein Graubereich – denke ich.

Grundsätzlich: Mit der Gruppe in Kombination mit dem Kampf/Fluchtreflex, kamen Aggressionen zwischen Gruppen in die Welt, die irgendwann zur organisierten und geplanten Gewalt, zum Krieg werden kann. Affektive Gewalt sollte zur Unterscheidung lediglich als „kriegsartig“ bezeichnet werden, sie zeichnet sich durch übermächtige Gefühle, Chaos und Unüberlegtheit aus – zumindest am Anfang.

Wenn zwei Gruppen von Jäger-und-Sammler aufeinandertreffen, dann kann es gut sein, dass gegenüber Menschen der Fluchtreflex bevorzugt wird, auch, weil jeder Tote der eigenen Gruppe fehlen wird.

Mit dem Besitz und der Sesshaftigkeit wurde Flucht immer seltener möglich – die letzte Ausfahrt war dann Krieg. Doch die Gruppen können Eskalationsstufen einführen und so auf der Autobahn in den Krieg ein paar weitere Ausfahrten anbieten.

In aller Regel werden diese Angebote angenommen werden, doch bei Ressourcenmangel und / oder Überbevölkerung steigt die Bereitschaft zum Krieg – einfach weil der Druck im Kessel immer grösser wird. Dabei reicht es, wenn das Gefühl oder die Befürchtung von derartigem vorhanden oder genutzt werden kann.

Ein weiterer Grund für Krieg bzw. Gruppenaggressionen ist, wenn eine Gruppe sich so richtig sauwohl fühlt, meint, dass alles bestens sei und die Augen vor den sich abzeichnenden und sich aufdrängenden Problemen zumacht – oft, weil sie gedenkt, genau diese Welle reiten zu wollen, den gewünschten eigenen Vorteil bewusst nutzen will, koste es das Volk, was es wolle. Ein Vorsicht des politischen Gemütlichkeit / Narzissmus / Selbstüberhöhung. Da „die anderen“ die Zeche zahlen, mag es stimmen: Einem selbst, geht es gut, wenn nicht besser – doch die, die die Zeche zahlen werden sie einem in Rechnung stellen.

Fazit: Aus dem Kampf/Flucht-Reflex kann in der Gruppe Krieg werden, die Flucht wird unter Menschen wahrscheinlich vorgezogen. Wer sesshaft ist, kann nicht mehr flüchten, es sei denn, es gibt Eskalationsstufen und eine ritualisiert Auseinandersetzung – Aussterben ist die andere Option.

Demnach ist eine kriegerische Gruppe, eine, die das evolutionäre Ziel, das Überleben der Art, auf die eigene Gruppe (wahrgenommen Individuen der eigenen Art) reduziert haben. Da gibt es sozusagen noch Luft nach oben.

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Mensch, Politik, Wirtschaft, Gruppe, Arbeit, Freizeit – wie gehört das zusammen?

Da brühtet man über einer digitalen Aufgabe, wird unterbrochen und braucht eine ganze Weile, bis sich das Gehirn auf diese überraschende Frage eingestellt hat: „Mensch, Politik, Wirtschaft, Gruppe, Arbeit, Freizeit – wie gehört das zusammen?“.

Solche allgemeinen Fragen lassen einem, der sie beantworten soll, kurzfristig das Herz in die Hose rutschen zumindest, wenn man gerade an seinen Terminkalender denkt. Dann erinnert man sich aber an eine einfache Technik: „Fragen stellen, bis die Aufgabe kleiner geworden ist.“ und beginnt damit sich mit allgemeinen Hinweisen und Vorschlägen herauszureden oder eben mit Fragen, die Frage in den Griff zu bekommen. Doch der Fragesteller kennt diese Technik scheinbar auch.

Selbst Bücher zu nennen, die das Zeug dazu haben, die Frage zu beantworten, hilft nichts. Da wird mit ganz harten Bandagen verhandelt und die letzte Frage: „Willst Du, dass ich dazu ein Buch schreibe?“ nehme ich selbst nicht ernst, soll aber zeigen, was für ein Volumen eine Antwort auf diese Frage einnehmen würde, wird beantwortet mit: „Ich dachte eigentlich an eine kürzere Antwort“.

Eierlegendewollmilchsäue-Fragen haben den Vorteil, dass jeder weiss, dass es nur Teilantworten gibt und so trete auch ich auf die Bremse und antworte: Gemein ist den Fragen, dass es um den Menschen geht. Gedanklich lege ich nun auf, doch der Folterer fragt schnell noch und leider deutlich hörbar: „Plattitüden bin ich von dir nicht gewohnt.“

Wie stellt man das Telefon nochmal ein, dass bestimmten Anrufer immer vorgespielt wird, dass keiner da ist? Aber den Gedanken verwerfe ich schnell wieder, das wäre auch keine Lösung. Also wieder Fragen stellen: „Wie kommst Du auf die Frage?“. „Ist mir eben mal eingefallen.“ „Bei welcher Gelegenheit?“ „Ich habe mich gefragt, was sind die grossen Strukturen, die von Menschen aufgebaut wurden – und warum tun sie das und wie hängt das zusammen?“ „Mit anderen Worten: Die Frage war eine jungfräuliche Empfängnis?“ „Ungewöhnlich für einen Mann, aber im Prinzip: Ja.“ „Und was glaubst Du, was die Antwort sein könnte?“ „Dich fragen.“

So wird das nichts. Ich drohe damit, ab Freitagnachmittag nicht mehr ans Telefon zu gehen – dazu meint er nur, die Antwort wäre das Risiko wert. „Du weisst also, was Du da fragst?“ „Ich weiss, dass ich am ehesten von Dir eine halbwegs fassbare Antwort bekomme.“ „Warum glaubst Du, dass ich zaubern kann?“ „Du warst es doch, der uns Tolkien und Harry Potter vorgestellt hat.“ „Das eine war als Jugendlicher und das andere, weil das Kind einer Bekannten -“ „Also wenn es einen für so ein Thema gibt, dann Du. Wie es dazu gekommen ist, ist nicht weiter wichtig. Wie hängt das nun zusammen: Mensch, Politik, Wirtschaft, Gruppe, Arbeit, Freizeit.“. Ich gebe nicht auf, ich nenne es Notwehr, was nun folgt.

Im Prinzip ist das gemeinsame Thema die „Organisation“. Je mehr Menschen auf engem Raum zusammenleben und je spezialisierter sie sind, umso höher wird der Organisationsgrad und der Interaktionsmuster der Menschen. Dabei gibt es ein Schema, das sich wiederholt: Es beginnt zentral bzw. an einem Punkt und wird dann dezentral, weil es sich ausweitet bzw. herumspricht.

Kants Kategorischer Imperativ wird dabei zum evolutionären Selektionsmechanismus, der irgendwann zu einem stabilen Gebilde wird, dessen Stabilität durch Veränderung irgendwann nicht mehr flexibel genug ist und deshalb oft komplett ersetzt wird. Es gibt viele Beispiele von Kulturen, die in kürzester Zeit zu neuen Erklärungen und Systemen wechselten. Die aktuelle Hausaufgabe für den Menschen ist es, zu erkennen, dass die Welt nicht zusammenbricht, wenn von hierarchischen Systemen zu selbstorganisierten übergegangen wird, im Gegenteil, dass das sogar Vorteile schafft.

Das Hauptthema ist die „Organisation“ von Menschen, die sehr viel unterschiedlicher sein kann, als das die „Weltbilder“ der Menschen vorgaukeln. Der erste Schritt ist, mehrere Weltbilder zuzulassen und zu erkennen, dass sie erklärbar sind, dass sie wechseln können und letztlich nur ein Narrativ sind, das mehr oder weniger zur aktuellen Situation passt und das es erstaunlich einfach sein kann, es zu wechseln, wenn es Zeit dafür wird.

Alle diese Weltbilder sind nur temporär und immer zumindest ungenau bis fehlerhaft. Letztlich kann es passieren, dass von den Begriffen nur der Mensch übrigbleibt und sich völlig andere Organisationen etablieren.

Unser Begriff „Arbeit“ basiert sehr auf einem hierarchischen Unterbau, das lässt sich leicht daran erkennen, dass Begriffe wie Faulheit und „sich einordnen“ mit ihr fest verbunden sind und der „Egoismus“ (das Verfolgen eigener Interessen) in die „Freizeit“ verbannt wird.

Der zukünftige Ersatzbegriff könnte „Beschäftigung“ sein, der betont, dass das Thema selbstgewählt und eigen motiviert verfolgt wird, dass die Ziele bekannt sind und immer auch gewählt wurden, um der Gesellschaft etwas zurückzugeben und um seinen Teil beizutragen.

Politik umfasst das Setzen, Überprüfen und Umsetzen von Gesetzen. Sie regeln das Zusammenleben – immer nach dem aktuellen Weltbild. Die Politik steht dabei oft zwischen den zwei Stühlen: Religion und Wirtschaft. Wenn Religion ohne weltliche Macht (-missbrauch) betrachtet wird, dann weisst sie dem Gläubigen den Weg, wohin er sich entwickeln kann und sollte. Die Wirtschaft, speziell, wenn sie auf Gewinn (oder irgendeinen anderen ihrer Unterbegriffe) reduziert wird, zeigen ihm woher er kommt, sie fördert Urängste und befreit Extreme von ihrem zivilisatorischen Unterbau. Sie singt in dieser Ausformung das Hohelied des Egoismus, die Religion und Gesellschaft (immerhin 80% der Bevölkerung), solange sie kein Interesse an Macht haben, das des Altruismus.

Macht ist für unser aktuelles Weltbild das alles dominierende Thema. Sie ersetzt geradezu den Begriff „Organisation“ und zeigt, dass wir uns z.Z. in einer „zentralen“ Phase befinden, aus der wir herauskommen könnten, wenn wir Bildung nicht mehr als „gerade soviel, dass er auf Zuruf etwas machen kann“ verstehen würden sondern als etwas, das einem Menschen eigenständiges Verstehen und Denken ermöglichen sollte. Die aktuelle Entwicklung bei Schulen und akademischen Instituten geht in die andere Richtung bis auf wenige Ausnahmen, die fasst ausschliesslich, wie in ganz alten Zeiten, der Schicht zur Verfügung steht, die meint gerade das Sagen zu haben.

Fazit: 80% der Menschheit wäre in der Lage sich in einer sehr dynamischen Selbstorganisation ohne Machtzentren und -interessen frei zu entwickeln. Von den 20% von der die eine Hälfte sich über das aktuell Errungene weiterentwickeln will und die andere Hälfte sich irgendwie zurückentwickeln (am liebsten wieder in Muttis Schoss zurückkriechen) wollen, die verursachen den Ärger und halten die 80% auf Trab. Wenn die 80% zu träge werden und sich z.B. regieren lassen, dann setzt sich die eine oder die andere Hälfte der „Entwickler“ durch und tun so als ob sie das Sagen haben. Falls es ihnen gelingt die Massen weiter an ihrem Gängelband zu halten.

Du meinst: Mensch, Politik, Wirtschaft, Gruppe, Arbeit, Freizeit hängen über den Begriff „Organisation“ zusammen, wobei Politik, Wirtschaft, Gruppe, Arbeit und Freizeit lediglich Spielformen und aktuelle Ausprägungen sind, die vergänglich und letztlich frei definierbar sind?

Wenn man es ganz kurz mag – ja.

Und wie war das mit der Religion?

Letztlich versteht sich der Mensch und hat den Willen dazu, als Teil von etwas Grösserem. Gleichzeitig will er Teil des Grösseren sein anderseits fürchtet er das Grössere – wird er einfach untergehen, sich im Grösseren verlieren oder wird es fair und gerecht zugehen, wird er seinen Teil beitragen können oder wird er gar ausgeschlossen sein? Die Religion versucht diese Fragen zu klären: Ja, Menschen sind Teil von etwas Grösserem (oft sogar Teil von Gott); ja, das Ganze hat einen Sinn weil …; und ja, es wird fair und gerecht zugehen. Das jeweils vorherrschende Weltbild sagt, was fair und gerecht ist.

Also macht das Weltbild die Religion?

Zu einem guten Teil ja. Doch macht auch die Religion das Weltbild, denn eine ihrer ureigenen Eigenschaften ist, darauf hinzuweisen, dass es eine Entwicklung geben kann und wohin die Reise gehen wird, dass der Mensch über sich hinauswachsen kann und es eines Tages fair und gerecht sein wird. Ohne die Möglichkeit zur Entwicklung wäre jede Religion im Kern nichtssagend und unglaubwürdig. Sie versucht oft diese zentrale Eigenschaft zu kaschieren, z.B. indem sie behauptet, dass die Entwicklung bereits statt gefunden hat und wir heute und jetzt und für immer in der gottgewollten Welt leben und daran nichts ändern sollten.

Ist dann jede Religion erstunken und erlogen?

Die Narrative ja, der Kern, dass es Entwicklung gibt, sicher nicht. Aber da die Narrative auf dem jeweiligen Weltbild beruhen und es bilden, sind sie es, die die Lügen wahr werden bzw. für den Gläubigen absolut plausibel machen.

Und alles andere wird von Macht dominiert!

Auch die Religion kann von der Macht dominiert bzw. missbraucht werden, dann wird sie für den Gläubigen und für seine Nachbarn schnell gefährlich. Wie das die Macht nun mal so an sich hat.

Und alles endet, wenn wir die zentrale und hierarchische Organisation hinter uns lassen?

Nein, dann beginnt es erst, dann kommen wir in eine Zeit, in der sich Menschen ergänzen und sie in Gruppen lediglich zu Besuch sind und sie sich einbringen können, statt sich unterwerfen zu müssen.

Das hört sich fasst nach einem Paradies an!?

Da irrst Du Dich, denn wenn eine Aufgabe überwunden wurde, wurde mit ihr auch schon die neue Herausforderung gemacht. Für die hat die Menschheit dann das nötige Werkzeug, aber die Möglichkeit zur Entwicklung wird nicht aufhören – es geht immer weiter.

Und wohin?

Da wir dort noch nicht angekommen sind, bleibt das notgedrungen offen. Aber Ken Wilber hat in „Halbzeit der Evolution“ ein paar Thesen dazu beigetragen.

Und was beschreibt er da?

Letztlich nur, dass wir uns die Welt schaffen, von der wir meinen, wie sie sein sollte und dass wir es dadurch und letztlich selbst (als Menschheit) in der Hand haben, eine Welt zu schaffen, die – nun, wie sie vielleicht sein sollte, wer weiss das schon?

Kompakter

Um es einmal kompakt zu sagen: Es geht schlicht und einfach darum, dass es lokale, regionale, überregionale ( nationale ) und globale Märkte gibt, das selbe gilt für Berufe, Gruppen und Interessen.

Heute wird versucht alles nur global zu machen – das bereitet uns einige Schwierigkeiten. Doch begann es nicht mit der Globalisierung sondern es beginnt damit, dass beides, Politik und Wirtschaft, zu grossen Strukturen tendieren. Die Wirtschaft macht das, weil der Markt immer leichter und stabiler für dominierende Firmen ist, die Politik ist von Domination ebenso fasziniert.

Beide irren sich, bzw. denken zu kurzfristig – zu kurzfristig als dass sie mit den Prädikaten „stabil“ und „zukunftsorientiert“ werben dürften. Politisch scheint der Verfall spätestens nach zwölf Jahren einzusetzen, Wirtschaftlich gibt es mehrere Zyklen, der grösste dürfte bei sechzig Jahren liegen.

Wenn wir das berücksichtigen, wie müssten unsere Regelungen dann aussehen? Wenn es ein Merkmal für eine langfristig stabile Wirtschaft ist, dass es verschiedene Märkte und Ebenen gibt, auf denen gewirtschaftet wird, dann sollten Übergriffe ausgeglichen werden. Das kann auf vielen Wegen erreicht werden, einer wäre, dass, wer zu aggressiv in einen Bereich eindringen will, den anderen Markt unterstützen muss. Da jeder, der ein Standbein der Wirtschaft angeht, dieses Bein stützt, werden solche Versuche unwirksam – dennoch wird es weiter Überlegungen und Versuche geben, denn das Ziel bleibt verlockend.

Damit die Politik sich nicht den Vorwurf einhandelt, dass sie willkürlich in die Wirtschaft eingreift, ist es besser, wenn diese Regeln einmal festgelegt werden und zwar in der Form, dass Ursachen und Reaktionen in Bereichen vorgegeben werden.

Ein weiteres wichtiges Merkmal einer stabilen Wirtschaft ist, dass es Bereiche gibt, die dynamisch sind und die Änderungen zulassen. Warum ist Wirtschaft nur dann stabil, wenn sie instabile Momente aufweist? Jedes Produkt verallgemeinert. Dabei werden Kompromisse gemacht. Irgendwann werden sie zu gross und es ergeben sich mehrere neue Möglichkeiten die Lücken zu füllen – Nischenprodukte entstehen. Falls man das zulässt. Die gängige Praxis ist, dass solche Möglichkeiten unter den Teppich gekehrt werden, was zur Folge hat, dass der Markt kleiner wird.

Wenn ein Produkt nicht den gesamten Markt bedienen kann, dann macht es Platz für Wettbewerber. Weil die Produzenten das auch wissen, verschweigen sie die Möglichkeit von Nischenprodukten bzw. tun alles, dass diese sich nicht auf dem Markt etablieren können. So scheint es in der Autoindustrie eine Regel zu geben, die ungefähr so aussieht: Kein Produkt, das in einem Fahrzeug verbaut wird, darf unter einem Patent von einem Aussenstehenden (kein Mitglied der AI) stehen. Aber das dürfte auch in anderen Industrien gängige Praxis sein.

Warum sollte die Politik darauf achten, dass es neben dem lokalen und regionalen – tut mir leid, ich bin es leid das ständig auszuschreiben, vereinbaren wir eine Abkürzung „LoRInGl“ überregional und national werden hier verschwiegen aber die sind in der wirtschaftlichen Theorie nur Unterpunkte von regional und international – LoRInGl Wirtschaft gibt?

Hier nur die wichtigsten Gründe: Wettbewerb und Innovationen entstehen oft, weil eine bestimmte Aufgabe lokal aufkeimt und nach einer Lösung strebt – ohne die Möglichkeit diese lokal umzusetzen, wird die Idee max. in irgendeiner Schublade verschwinden.

Auf der anderen Seite: Eine reine lokale Wirtschaft schafft unnötige Beschränkungen: Um die lokale Versorgung sicherzustellen, werden beispielsweise eine Tonne Weizen benötigt, der Acker gab 1,2 Tonnen her – was machen wir mit dem Überschuss?

Zudem gibt es Fertigungstechniken, die die Kosten und Preise senken, auch hier gilt, wenn es nur den lokalen Markt gibt, was machen wir dann mit den Überschüssen? Letztlich verdrängt aber jede Produktion jenseits von lokal, die Produktion vor Ort. Das bedeutet u.U. dass vor Ort die Arbeitsplätze knapp werden. Eine Lösung könnte IvaP sein (näheres bitte im Blog nachlesen) wie immer: Das ist nur ein Vorschlag, es gibt auch andere Möglichkeiten – aber bitte selber denken, wenn ihr wieder die Wirtschaft (welche denn?) fragt, werden ihr wieder vorgeführt werden.

Klärung keiner Kleinigkeiten

Es geht bei den meisten Vorschlägen keineswegs darum „alles anders“ zu machen oder „etwas durch etwas anderes“ zu ersetzen. Es geht vielmehr darum zu erkennen, dass genau dieser Fehler nicht mehr wiederholt werden muss, weil es jedes Ding auf verschiedenen Ebenen in verschiedenen Ausprägungen geben kann. Ein übertriebener Konkurrenzglaube verdrängt gerne die kleineren Varianten, die soviel Ärger bereiten, weil sie der Ort sind, die ständig Änderungen liefern – je grösser eine Struktur desto unflexibler wird sie – für sie werden „die“ Kleinen zu „hektischen Unruhestiftern“.

Erste Regel: Wenn es grosse dominante Strukturen gibt und die lokalen Märkte verdrängt werden, dann tendieren die Märkte zur Stagnation. Ein Merkmal eines gesunden Marktes ist es, wenn es lokale, regional, überregionale, (nationale,) und globale Märkte gibt.

Man kann das auch mit der alten Optimierungsregel von 70 / 30% erklären: Optimierung wirkt sich positiv auf alle Aspekte der Produktion / Effektivität aus, wenn bis zu 70% der Aktivitäten gut durch optimiert wurden. Wer die restlichen 30% optimieren will, der verzichtet entweder auf einen grossen Teil seiner potenziellen Aufträge (das kann über 50% werden) oder hat mehr Arbeit mit der Optimierung allein schon, weil er die ständigen Änderungen einarbeiten muss.

Übrigens: Das heisst nicht, dass innerhalb der restlichen dreissig Prozent nicht optimiert werden darf, das darf man durchaus und es hat auch seine Berechtigung. Ausgehend einem Volumen von hundert täglichen Vorgängen, die von zehn Mitarbeitern bewältigt werden, und weiter angenommen, dass nach der Optimierung jeder Mitarbeiter zwanzig Vorgänge täglich leisten kann, würde für den grossen Bereich bei weiteren hundert Vorgängen nur noch die Hälfte der Mitarbeiter benötigt, doch bei den würde nach der Optimierung nur ein Mitarbeiter eingespart. Apropos „einsparen“, wenn das richtig gemacht wird, geschieht das selten von heute auf morgen sondern es gibt eine Übergangszeit in der mehr Arbeit zu leisten ist als vorher. Wirkt die Optimierung, dann werden die Mitarbeiter zuversichtlicher und effektiver, das bemerkt auch der Kunde, ebenso, dass das Geschäfte machen jetzt wesentlich besser geht, die Folge ist die Zahl der Aufträge steigt – wenn nun auch weitere Varianten zugelassen werden, dann kann es passieren, dass bald neue Mitarbeiter einzustellen sind – nicht selten wird dann auch neu optimiert. Bei den meisten, die erfolgreich optimierten, lief das so – das ist kein Geheimnis.

Aber warum sind die lokalen Bereiche so umtriebig? Es liegt an ihren Kunden. Das ist gemeint, wenn die Sprache vom „vernünftigen Handwerker“ die Rede ist, der sich an seinen Markt anpasst – einfach, weil er sein Betrieb verbessern und weitere Produkte anbieten können will, achtet er auf den Kundenwunsch und entwickelt seine Produkte weiter. Da er selbst alles macht bzw. im kleinsten Massstab arbeitet, kann er schnell reagieren und flexibel auf den Kundenwunsch eingehen. Je grösser der Betrieb wird, umso wichtiger wird der Verkäufer, dessen Aufgabe in diesem Fall immer mehr zum „Anpasser des Kundenwunsches an das Produkt“ wird.

Zweite Regel: Je grösser die Strukturen, umso grösser wird die Tendenz, den Kundenwunsch zu steuern – ihn firmen- oder marktgerecht zu manipulieren.

Beispiel: Ein Kleinwagen ist besonders hässlich geraten und zieht den Spott des Marktes und der Kunden auf sich. Kurz danach findet sich überall ein Plakat mit einem selbstbewussten, wenig angepassten Mann, den bewusst zu diesem Auto steht, und gefragt wird „Wie ihn sein Sohn nennt, seitdem er dieses Auto fährt?“ „Immer noch Papa“ antwortet er. Die Verkäufe überstiegen den erwarteten Absatz weit.

Werbung kann so einiges. Der „echte Händler“ will jedoch zum „individualisierten Preis“ und dem „individualisierten Information“ kommen. Das ist nicht neu, das wollen sie schon immer. Der Hintergrund ist einfach: Es geht darum, was der Kunde bereit ist zu zahlen. Ab einem bestimmten Reichtum, kann das auf einen Anteil des gefühlten Vermögens des potenziellen Kunden reduziert werden. Mit anderen Worten: Ein Promille von einem Armen ist weniger Geld als ein Promille eines Reichen – selbst die Reichen werden nun wieder unterscheidbar, doch hier wird dann eher nach bestimmten Luxusgütern unterschieden: Der Reiche, der zuhause der Reichste ist; der Reiche, der sich ein teures Hobby leisten kann (er fährt dann nicht einfach Ski sondern nimmt statt dem Lift einen Hubschrauber, oder er sammelt Bilder etc.), dann folgen die Luxuswohnungen in den Metropolen und so weiter – übrigens: Da mit dem Reichtum die Preise inflationär steigen, wird das gelegentlich unter dem Begriff „Reicheninflation“ zusammengefasst).

Kann einer nun den konkreten Zielkunden einschätzen, dann kann er individualisiert angesprochen werden und es kann ihm ein individualisieren Preis genannt werden – besonders gut funktioniert das, wenn immer verhandelt werden muss. Doch das war früher, heute wollen sie das über den Rechner erreichen.

Dass es das Phänomen schon früher gab, zeigt, dass die Begründung schon immer den Heilern zugeschrieben wurde: „Wenn ein Reicher viel zahlt, dann kann ich auch vielen Armen helfen“.

Dritte Regel: Wenn Verkauf zur Kundenmanipulation benötigt wird um den Kundenwunsch durch das eigene Angebot zu erfüllen, dann verliert der Anbieter den Kontakt zum Kunden – und der Markt wird mittel- oder langfristig stagnieren.

Wie oben bereits angesprochen: Ein, vom Kapitalismus idealisierter, Markt, funktioniert wenn, dann am besten in einen lokalen Kontext, weil der Produzierende ein echtes Interesse am Kundenwunsch hat. Je grösser sein „Lieferbereich“ wird, desto weniger kann er die einzelnen Wünsche erfüllen.

Die Industrialisierung der Produktion hatte zur Folge, dass „jede Farbe geliefert werden kann, solange sie Schwarz heisst“. Heute haben wir eine Tendenz dazu, die zentrale Produktion wieder zu verteilen. Es wird schlicht einfacher, wenn bestimmte Kriterien, die weit verbreitet und damit zumindest zu eine „regionale Besonderheit“ wird. Beim Bau von Verkehrsmitteln spielt die Grösse und das Gewicht von Personen eine entscheidende Rolle. In einigen Bereiche Asiens wurden z.B. keine Autos eines bestimmten Typs verkauft, es stellte sich heraus, dass die Personen dort schlicht zu klein waren und nichts sehen konnten – obwohl alle europäischen Standards eingehalten wurden. Ein anderer Autohersteller stellte den Vertrieb in bestimmten Ländern ein, weil das Durchschnittsgewicht der Personen dieses Areals das Fahrwerk und die Stossdämpfer zu sehr belasteten.

Man kann sich vorstellen, dass dieser Hersteller sich wünschen würde, etwas gegen dieses „ungesunde“ Übergewicht zu unternehmen. So gibt es z.B. auch die Anekdote, dass Google das autonome Fahren nur will, damit die Insassen noch länger im Internet gehalten werden. Aber die Beschreibung wollte auf etwas anderes hinaus:

Vierte Regel: Je grösser ein, zur Individualisierung tendierender, Markt, wird, desto weniger kann er die individuellen Bedürfnisse erfüllen.

Das ist jetzt die Gelegenheit, für Kritiker an City-SynErgy: Ein paar Pfähle in den Boden rammen, ein Leitsystem dran geklatscht und mit ein bisschen Elektrik(!) die Steuerung machen – wird da nicht der ganzen Welt ein sehr einfaches, nicht individualisierbares System aufgedrückt?

Die Antwort ist: Die Verkehrsregeln und das Prinzip, dass auf Strassen Autos gefahren werden, ist an sich ebenso wenig individualisierbar. Beim Auto ist es das Fahrzeug selbst. Doch, man sieht es z.B. bei den ePost Autos: Selbst ein Posten für die Post deutschlandweit rechnet sich scheinbar für die Autoindustrie nicht, selbst, wenn weitere Liefermärkte mit bedient werden können. Diese Individualisierung wird heute von einem Fachfremden Konzern betrieben, der heute schon schwärmt, dass der diese Fahrzeuge deutschlandweit für sich und die eigen Konkurrenz aber auch für alle Interessierte anbieten werde. Die Anzeichen, dass sich die AI kräftig verkalkuliert und sich zu lange „in sicheren Märkte“ wähnt, sind gewaltig – es entstehen viele Alternativen, normalerweise ist das das erste Zeichen, dass sich der Markt kräftig verändern wird.

An dieser Stelle ist Raum um darauf hinzuweisen, dass C/SE Kabinen durchaus individualisierbar sind. Jeder der will und der sich einen entsprechenden Parkplatz leisten will, darf sich gerne eine solche Kabine bestellen. Es ist nicht ganz im Sinn von C/SE, das dadurch brilliert, dass man schnell von A nach B kommt, es geht darum so wenig wie möglich Zeit (im Vergleich zu heute) für diese Aufgaben investieren zu müssen, aber ja, wenn einer dann den überwiegenden Teil seiner Arbeitszeit in der Röhre verbringt, dann können bestimmte Ausstattungen gut sein.

Politisch ist C/SE (City-SynErgy) für D von grosser Bedeutung, denn es stellt ein Produkt dar, das es erlaubt alles nötige wie Wasser, Energie, Mobilität und für Infrastruktur kostengünstig auch in bislang unerschlossene Gebiete bringen zu können. C/SE ist ein zentrales Produkt um in der Entwicklungshilfe Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können. Wie in anderen Posts jedoch auch gezeigt wurde, hilft es der Autoindustrie, hält Geld in der Gegend, birgt neue Möglichkeiten und löst alte Probleme. Allein der Ring ums Mittelmeer, würde Flucht über das Mittelmeer unnötig machen, bietet aber auch die Möglichkeit an den Zugängen geschützt Areale anzubieten, die, falls gewünscht, gerne auch zu Wirtschafts-, Gesellschafts- und Bildungszentren ausgebaut werden können.

An dieser Stelle breche ich hier ab – es gäbe noch viel zusagen, aber für heute reicht es.

Es brodelt im Land und Chat

Erst waren alle erstaunt, ob dieser „direkten Umsetzung“ der Meinung des Chats: „Die grossen Parteien so klein wie möglich zu halten“. Mittlerweile hat sich herumgesprochen, dass da wohl jeder seinen eigenen, privaten Grund hat – im Land wie im Chat.

Doch für die meisten war viel wichtiger: „Was haben die Parteien verstanden?“. Es scheint: Jeder etwas anderes. Aber „Die CSU hat offenbar nichts und die CDU noch viel weniger dazugelernt“ war die häufigste Antwort.

Liegt es wirklich am berühmten rechten Rand? Um die AfD zu übertreffen müsste man sie rechts überholen. Das nennt man auch: Öl ins Feuer giessen. Und das scheint irgendwie in die falsche Richtung zu gehen. Bedenkt man dazu, dass die AfD als Denkzettel gewählt wurde und nicht wegen ihrer (kaum vorhandenen) Inhalte, dann könnte einem auffallen, dass es um etwas anderes als rechts oder rechter geht, es geht schlicht darum einmal die Aufgaben zu lösen zumindest sie anzugehen, die anstehen. Zum einen wäre das: Einmal einfach eine solide (und eben keine Lager) Arbeit abzuliefern. Sich zu erinnern, dass zu dem Job „zuhören“ und überlegen gehört. Und statt alles abzuwarten und max. zu verwalten, es zu gestalten – wobei: Ziele wie „der Rechner wird es schon alles richten“ greifen nicht. Einmal tun sie das weder heute noch morgen nicht, denn „wer mit einem Schraubendreher eine Wand einreissen will, wird nur den Schraubendreher klein kriegen“. Zum anderen wollen solche „Umbrüche“ gesellschaftlich diskutiert werden – damit die Bürger und Menschen es mittragen können. „Mitnahmereden“ oder „die Massen begeistern oder zu dominieren“ allein reichen da nicht – wirkt eher lächerlich. Zumal es für die meisten immer sichtbarer wird, dass „die Ernte von vorgestern vielleicht für morgen oder übermorgen nicht mehr reichen wird“. Mit anderen Worten viele befürchten, dass Europa wirtschaftlich bald überholt wird (nein liebe CSU und CDU das hat nichts mit rechts oder links zu tun, bitte: seit nicht so fixiert). Viele sehen zudem, dass der Sozialstaat einem übertriebenen und gesellschaftsgefährdendem Kapitalismus geopfert werden soll – das wollen viele schlicht nicht, weil es Alternativen gibt, etliche wurden im Blog vorgestellt aber stellt Euch vor: Es gibt noch viel mehr davon!

Um es einmal deutlich zu sagen: Nein, es geht nicht um rechts oder links, es geht um eine gute Arbeit. Es begann anno dazumal mit den Grünen, die unter Wirtschaft nicht mehr Ausbeutung der Natur verstehen wollten und Allmachtsphantasien von Wirtschaft und „Herrschern“ eher angewidert wurden statt dass sie begannen „Hurra“ zu schreiben. Sehr viel später signalisierten die Piraten, wo es brennt, der CCC war nur eine der warnenden Stimmen, die es schon lange vorher gab. Und statt sich in den vielen Kleinigkeiten zu verheddern wollen viele, dass man die richtigen Stellschrauben anders einstellt.

Da gibt es heute z.B. ein Internet, das die Kommunikation vom aktuellen Ort (nahezu) unabhängig macht. Privat fährt man deshalb nicht mehr herum – man hat ja alle Freunde immer dabei. Deshalb wechselte vieles, was früher mit dem Auto verbunden war, zum Handy. Ausserdem wollen viele einfach nicht im Stau stehen, die Luft verpesten oder stundenlang im Auto sitzen wenn man es mit dem Handy binnen Sekunden auch haben kann. Allein schon wegen der nervigen Parkplatzsuche, ein Kollege, der für gewöhnlich mit dem Auto unterwegs ist, kam neulich zurück, weil er seine Monatskarte vergessen hatte; er erwiderte dann „Dort wo ich jetzt hin will, bekomme ich so gut wie nie einen Parkplatz und muss meist weit weit weg parken, ohne die Öffentlichen müsste ich lange laufen“.

Zudem kommt das Sharing. Mit dem Sharing ändert sich auch so einiges: Die Autoindustrie wird sich verändern und die Baumärkte werden einen guten Teil an Leihgeschäften verlieren usw.. Die Deutsche Wirtschaft baut darauf, dass all das noch lange nicht kommen wird und wenn, dann wird es schon nicht so heiss gegessen werden, wie es gekocht wird. Das machen sie schon lange so, das nennt man „seine Märkte sichern“ – andere nennen es Stagnation, volkswirtschaftlich ist das nicht sinnvoll.

Für die meisten ist es klar und deutlich zu sehen (nur „die Oberbonzen wollen noch an die ganz alte Welt glauben): Wir stehen vor wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, zur Zeit geht es noch irgendwie, aber lange kann das so nicht weitergehen. Sie wollen es endlich angegangen sehen und sie würden ja gerne mitmachen – wenn es denn Angebote geben würde.

Ein Mitglied des Chats drückte es so aus: „Was kostet es (City-)SynErgy zu testen? Ein paar Millionen. Etwas mehr gilt für IvaP, das aber von der Industrie so bzw. gewinnoptimiert bereits angestrebt wird. Auch das ist relativ billig. Ebenso dein Produkt und etliche der Ideen der anderen Mitglieder. Wir stehen in der Startaufstellung – aber die Ampel bleibt seit Jahren auf rot. Verdammt noch mal: Ohne Anschubfinanzierung geht es nicht und ja, jeder würde bei dem, was Du InnovationsCenter nennst, mitmachen – sicherer kann man so etwas nicht organisieren. Aber was da kommt, ist eher Hohn als Hilfe.“

Ein anderer meinte: „Die anstehenden Aufgaben können durch wenige und sogar billige Massnahmen zu einem guten Teil gelöst werden! Die Merkel könnte das tapfere Schneiderlein bei weitem übertreffen. Bleibt aber stehen und tut nichts und wenn – dann das falsche. Die wissen doch nicht mehr, wie es ist, wenn man den Boden verliert, die glauben wahrscheinlich, dass der Boden immer fester wird, auf dem sie stehen, aber die Zeichen sprechen eigentlich eine andere Sprache.“

Wahlen 2017 – brauchen wir neue Parteien?

Eigentlich hält sich der Blog aus dem Wahlkampf heraus – der Blog läuft nur nebenbei, im Wahlkampf liefern die Politiker einfach zu viele Steilvorlagen; diese Inflation überlasse ich besser denen, die dafür bezahlt werden.

Doch das Ergebnis dieser Chat- Umfrage will ich nicht hinterm Berg halten. Allerdings ist es wichtig, dass ich hier nicht meine Meinung wiedergebe sondern Antworten zitiere, die ich bekommen habe. Das ist so, wenn man über etwas berichtet oder der Schriftführer ist. Die Wahlen sind nur der Aufhänger – hier geht es um Inhalte.

Ich wollte den Wahl-O-Mar ausprobieren und fütterte ihn mit den Antworten, die ich als Privatperson, als Selbstständiger und als ITler geben würde. Mehr Zeit wollte ich nicht investieren.

Diese politische Schizophrenie ist mir schon mehrfach aufgefallen und ich wollte wissen, ob es nur mir so geht. Also stellte ich im Chat eine Umfrage, die den Fall beschrieb und ob es anderen auch so gehe? Gerechnet habe ich mit kurzen Antworten wie „3“ oder „42“. Bekommen habe ich aber Listen der Rollen und die politische Parteien aushebelnden Themen.

Das war ein Fall für ein neues Spielzeug von mir, das Wortfeldgruppen bildet und so quasi die Überbegriffe herausfindet – ich bitte die Sprachkundlern unter Euch um Rücksichtnahme gegenüber dem Laien, der so was nicht im Kopf macht sondern das dem Computer überlässt; Ihr dürft es gerne überprüfen.

Das weitaus grösste Thema war, dass die Menschen mit der Vergangenheit abgeschlossen haben und dass sie nun wissen wollen wie es weitergeht. Das ist nicht die AfD Position, es geht nicht um Leugenen oder Verdrängung, es geht darum, dass es auch eine Zukunft gibt, die z.Z. im Klein-Klein vernachlässigt wird.

Die Leute scheinen nicht gesellschaftskritisch eher scheinen sie „gesellschaftsneugierig“ zu sein. Da im Chat zwar alle Berufe vertreten sind, die ITler aber überwiegen und das Verhältnis von Frauen zu Männern bei 1:2 liegt, er beim Alter aber erstaunlich ausgeglichen ist, ist eine solche Umfrage leider nicht repräsentativ, auch, wenn ca. 3000 der fasst 5000 aktuellen Mitglieder antworten. Die Leute im Chat kümmern sich um die Produkte von morgen und da die menschliche Interaktionen gemeinsam mit der Mensch-Maschine-Schnittstellen immer wichtiger werden und sich die Welt deshalb ändern wird und es den Menschen ganz klar ist, dass sich deshalb auch die Gesellschaft ändern wird, interessiert sich diese Gruppe sehr für die Frage: „Wie organisieren wir uns Morgen?“ sehr.

Auch das zweite Thema war überraschend: Freizeit. Für die meisten ist das einfach wichtig, weil sie „einen fit für die Arbeit und das Leben“ macht. Sport und Weiterbildung, sowie Spiel und Unterhaltung und das Zusammenwachsen von Spiel und Arbeit in der 3D Welt sind die wichtigsten Unterthemen.

Das dritte Thema war Mobilität, Energie und Infrastruktur. Aber das ist nicht überraschend, denn es stammen etliche Ideen, die hier m Blog vorgestellt wurden, von Chat-Mitgliedern.

Die Themen im Wahlkampf waren dort nicht wiederzufinden. Darauf angesprochen war die Antwort wieder für den Chat typisch: Die meisten sind der Meinung, dass mit einem BGE, IvaP und C/SE die meisten Probleme gelöst wären, dass es aber an geeignetem Personal für solche Aufgaben in der Politik fehle, ebenso der Wille etwas, das den eigenen „politischen Job“ auf lange Zeit garantiere, einfach so „wegzulösen“.

Gestern wurde dann lange diskutiert ob es noch eine „Volkspartei“ gebe? Die Antwort war: Nein. Die Begründung: Weil die aktuellen Parteien die Möglichkeiten z.B. der Digitalisierung selbst nutzen wollen und zudem kräftig bei der Wirtschaft mitmischen, dass sie das gerne im Hintergrund wüssten und ihnen eine Diskussion dieser Themen nicht gelegen kommt. Den Parteien wird quasi Parteilichkeit vorgeworfen.

Da CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP alle daran beteiligt waren und da keine dieser Parteien „sich ehrlich“ machen wolle sondern mit „weiter so“ es keine Alternativen zur Realpolitik gäbe, diese wegen „Weltfremdheit“ und „Unehrlichkeit“ (alles Zitate!) nicht wählbar sei, gerade weil die Chat-Mitglieder sehr wohl Alternativen anbieten können. Was übrigbleibt wären aus ähnlichen Gründen ebenso nicht wählbar.

Gewünscht wird eine Alternative zur Alternativlosigkeit; eine Partei, die sich dazu bekennt, nicht für Europa sprechen zu können, aber dass Deutschland zeigen könne, dass C/SE, IvaP, die 150er und die anderen Konzepte und Ideen funktioniere: Die Einzelteile gäbe es, gesucht wäre nur eine Gegend, in der man das ausprobieren könne. Selbst die Maschinenbauer freuen sich darauf mal etwas anderes als Autos in einem neuem Markt machen zu können – endlich mal wieder zeigen zu können, was man kann. Doch die Politik sagt nein dazu, das haben wir schon immer so gemacht, da könnte ja jeder kommen – so kommt es zumindest den Chatlern vor.

Es fehlt schlicht der Ausblick in die Zukunft, sie kommen sich vor, als würde man versuchen sich vor der Zukunft „drücken zu wollen“ oder die Zukunft der Vergangenheit gleichzuschalten. Zudem haben viele ITler es satt, dass es „immer die schlechteste Lösung“ sein muss – sie wollen nicht zu „VWler“ werden, wie sie sich ausdrückten. Die Frage, ob das Bashing wäre, wurde mit „gemeint ist die hierarchische Software-Entwicklung, in der die Lösungen und Techniken vorgegeben werden“ geantwortet.

Die Idee zu einer eigenen Partei wurde erwägt. Die aktuelle Politik lege nicht die Finger in die Wunden, die sie selbst geschlagen habe, dies sei jedoch nötig; protegierte und gelenkte Märkte, nachrichtendienstliche Interessen vor Privatsphäre, dass es möglich sei, die Digitalisierung weit besser zu gestalten, Ermittlungen zuzulassen und Datenschutz zu vereinen, Mobilität etc. das wären die Themen (auch des Blogs), die angesprochen werden müssten, für die Lösungen aufzuzeigen und die endlich wieder die Zukunft thematisieren statt dem ständigen politischen Narzissmus und Eigenlob einige ergänzen „auf Kosten des Volkes“. Man will endlich wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken können und wissen, was da auf einen zukommt – Möglichkeiten gäbe es genug, zur Not würde man mit den Vorschlägen des Blogs beginnen.

Die indiskrete Frage „wie werdet ihr wählen“ beantworten einige mit „na, was bleibt einem schon übrig, natürlich die CDU/CSU damit sie über 50% kommt und sich dann selbst demaskiert“ und andere „wichtig ist eigentlich nur, dass die Grossen so klein wie möglich werden“.

Wie immer gibt es von mir keine Wahlempfehlung, gebe aber zu bedenken, dass CDU über 50% sehr gefährlich für Deutschland und die Union werden würde. Einmal würde hemmungslos die USA kopiert werden und damit ein „deutscher Trump“ aufgebaut werden, ein verführtes Deutschland im Zentrum von Europa tat noch nie gut, und die zu erwartenden Streitereien zwischen den Unionsmitgliedern würden die Politik lähmen, weit stärker als das die grosse Koalition tut, die bremst diese interne Selbstdarstellung einer Gruppe, die zu gross geworden ist.

Wettbewerb und Wirtschaft

Da sich morgen die Anfragen zu diesen Themen häufen werden, ich aber unterwegs bin, antworte ich lieber gleich:

Wettbewerb, in dem Kontext, wie er bei Anne Will gebraucht wurde, bezieht sich auf die Frage, ob ein Land mehr ausgibt als es einnimmt und ob die Löhne im Vergleich zu anderen Länder und zur (gemeinsamen) Währung verhältnismässig sind.

Letztlich ist diese Betrachtung aber eine Kosten-Nutzung Rechnung, ein Begriff aus der Betriebswirtschaft, volkswirtschaftlich bedeutet Wettbewerb eher, dass der Staat Wert darauf legt, dass es fair und gerecht zugeht und dass der Markt Innovationen neben Optimierung und Varianten bekannter Verfahren in ausreichendem Mass vorhanden sind.

Wirtschaftlich bedeutet Wettbewerb, dass es keine protegierten Märkte und / oder Monopole gibt.

Wer aber politisch auf wenige Märkte setzt und nur diese fördert, der darf sich aus wirtschaftlicher Sich nicht „wettbewerbsfreundlich“ nennen, weil er letztlich den Markt genau in die gegenteilige Situation drängt.

Warum ist das so? Wer rein auf den unmittelbaren und schnellen Gewinn sieht – was heute scheinbar politisch und wirtschaftlich eingefordert wird – der streicht z.B. seine Kosten bei Entwicklung und Forschung, investiert wird dann max. in die Sicherung des eigenen Marktanteils, etwas, das heute gerne veröffentlicht wird.

Wirtschaftlich wird dieser Zustand meist „Stagnation“ genannt und wird nicht gerne gesehen. Um das Thema kleinzureden, wird meist gesagt, dass kleine Firmen viel besser sind bei Neuentwicklungen sind und man sich – bei Erfolg – dann dieser Firmen annimmt. Man sichert sich den Erfolg, das Risiko aber wird ausgelagert.

Die grossen Player in diesem Bereich bauen darauf, dass „die Kleinen“ spätestens bei der Vermarktung scheitern, zudem dem Konkurrenzdruck nicht gewachsen sind und man so früher oder später „billig einkaufen“ kann und den Markt sichern kann. Von vielen dieser Firmen und Produkten sieht man binnen kurzer Zeit nicht mehr viel. Zum Teil liegt das daran, dass die Firmen ihre Arbeitsprozesse an die des Grossen anpassen – die in aller Regeln eher verwaltungsstark als innovations- oder entwicklungsfreundlich genannt werden kann.

Für viele sind ihre Produkte und Entwicklungen aber so etwas wie „Babys“, das Kind soll einen guten Start bekommen, wenn aber nur für die Schubladen Dritter entwickelt werden darf, nehmen sie die Mühen nicht auf sich. Das Ergebnis ist klar: Echte Innovationen bleiben auf der Strecke und relativ kleine Änderungen werden gross dargestellt.

Wenn Grösse auf diese Art genutzt wird, dann ist sie sehr wohl schlecht, weil es keinen Wettbewerb auf diesem Markt gibt.