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Wie war das nochmal?

Eine Schülergruppe hatte vor einiger Zeit einen Post analysiert und mich dazu befragt. Dieses Auseinandernehmen eines Textes, den man selbst mühselig zusammengebaut hat, war damals ein surreales Erlebnis. Ein weiteres Interview kündigte sich an und ich war – gespannt.

Ist es aufwändig tagespolitisch zu bloggen?

Gut informiert zu sein mag dabei helfen, vor jedem Post sind die jeweiligen Fakten zu bestätigen – diese Recherchen können recht aufwändig werden, manchmal sind sie von einer Privatperson praktisch nicht zu leisten, weil ein einfacher Bürger selten Einblick in aktuelle Themen gewährt

wird.

Die Recherche kann aufwändig sein – aber das Schreiben selbst?

Wer weiss, was er Schreiben will, steht noch vor der Frage Wie er es schreiben will. Es gibt Tipps, zu dem Wie, z.B.: Ein Beispiel aus dem Alltag der Zielgruppe, führt in das Thema ein, danach wird das Delta zwischen Beispiel und konkreter Situation herausgearbeitet, Die Krux dabei ist, dass es wieder zu Recherchen führen kann, um das Alltagsbeispiel der Zielgruppe zu finden.

Gut – noch mehr Recherchen. Aber das Schreiben selbst?

Manchmal läuft es wie von selbst, manchmal braucht es mehrere Anläufe – und öfter leidet man zwischendrin unter der Qual der Wahl: Welchen Weg soll man gehen? Ohne Gesamtkonzept und Plan kann das zu einer Never-ending-Story werden.

Wie macht man so ein Konzept?

Zum Konzept sollte man genau wissen, was konkret und was nebenbei gesagt werden soll. Am einfachsten zu verstehen ist das, wenn man es mit einer Komposition vergleicht: Was ist Thema, was ist Variation und was thematisiert die Variation, was wird indirekt angesprochen? Auch das, was nicht gesagt und / oder angesprochen wird, ist wichtig. Der Rest ist dann Brücken zwischen den Aussagen und unter Berücksichtigung der Intentionen zu bauen.

Werden alle Posts so „konstruiert“?

Im Prinzip läuft es meist auf das heraus – nur in den wenigsten Fällen schreibt es sich, wie geschmiert, meist ist es harte Arbeit, besser wäre es, wenn man es gleich konstruieren könnte, aber bevor dieser Moment erreicht wird, werden häufiger mehrere Anläufe benötigt – oder die Ideen kommen während dem Schreiben und ändern den Text wieder und wieder. Dann bleiben gerne Fehler zurück, wie falsche Zeiten, Artikel und fehlende oder falsche Teile. Sie entstehen, weil nicht immer konkret unterschieden werden kann, zwischen dem was man hat schreiben wollen und was man geschrieben hat. Dieser Effekt kann über Tage anhalten – ohne Lektor oder andere Hilfe ist das dann sehr langweilig, selbst eine Ablenkung mit anderer Arbeit verkürzt den Prozess kaum.

Also Schreiben kann fliessen, aber die Vor- und Nacharbeiten bremsen gelegentlich?

Richtig. Recherche und Qualitätssicherung kosten gelegentlich mehr Zeit als das Schreiben selbst. Das ist dann wie in den meisten anderen Fällen im richtigen Leben.

Und wie kommt es zu den Themen, die im Blog besprochen werden?

Die tagesaktuellen Themen kommen von aussen, zumindest ich habe darauf keinen Einfluss, ich kann nur entscheiden, ob ich das Thema aufgreifen will. Die meisten anderen Themen kommen aus mehr oder weniger zufälligen Gesprächen, die ich geführt habe oder die mir berichtet wurden und gelegentlich werden auch Themen, die einem Chat diskutiert wurden, sie werden oft nur schnell zusammengefasst – und können für Dritten (am Chat nicht Beteiligte) schwer verständlich sein, weil sie gerne recht kompakt werden.

Woran liegt das?

Solche Chats laufen zum Teil über Monate, werden immer wieder aufgegriffen und ändern sich gelegentlich. Der Post ist oft geradezu lächerlich kurz gegenüber den Unterhaltungen, die nicht einfach vorgefunden werden, sondern aus vielen Chats zusammengesucht werden. Der erste Post (SynErgy) war eine Zusammenfassung meiner Zusammenfassung, wie denn ein Gesamtkonzept aussehen könnte. Mit den Worten „Damit das nicht vergessen wird“ wurden mir Blog und erster Post übergeben.

Und was passierte dann?

Dann habe ich das Ding erst mal nicht angerührt. Irgendwann wollte ich dann wissen, ob ich das handwerklich könnte und versuchte mich daran Themen wie Geld und Wirtschaft zu versuchen – weil man als Wirtschaftsinformatiker unter lauter Technikern gern darüber ausgefragt wird. Dann sollte ich weitere Zusammenfassungen von Chats online stellen und es wurden Fragen speziell für den Blog aus dem Chat an mich gestellt.

Und der Blog selbst?

Der hat alle Jubeljahre man ein Highlight – dümpelt offiziell aber vor sich hin. Allerdings werden die Texte auch im Chat (der gelegentlich mehrere tausend Mitglieder hat und – unkontrollierbar – wird er anderweitig verbreitet. Wie weit das geht, wurde mir erst klar, als ich von den Recherchen eines Sprachwissenschaftlers erfuhr, der zu bestimmten Stil- und Themenänderungen in der Journaille arbeitete – und dabei auf mich als Quelle traf.

Macht das einen stolz?

Nachgemacht zu werden ist ein schönes Kompliment – mehr aber nicht, denn „nachmachen“ ist eine handwerkliche Übung, die in Satire und anderswo zur Kunstform werden kann, ansonsten aber gehören solche handwerkliche Übungen nicht veröffentlicht. Wenn das passieren kann, ist es eher ein Zeichen, dass sich diese Berufe von diesen Qualitäten aus irgendeinem Grund distanziert haben – sicher nicht zum Vorteil ihres Berufes.

Und wie denkst Du darüber?

Wer auf relevante Qualitätsmerkmale verzichtet – der wird hoffentlich gute Gründe haben. Wenn ein absoluter Laie in der Lage sein sollte, auf einem bestellten Acker derartige Ernte einzufahren – das kann vielfältig interpretiert werden, diese Interpretationen grenzen aber an Spekulationen. Lassen wir das hier.

Und wie denkst Du über Wirtschaft – grundsätzlich?

Nach dem WERDEN ist Wirtschaft eine temporäre Erscheinung im Kontext der Gruppendynamik. Für den Menschen geht es dabei seine Ängste bezüglich eine ansonsten eher organisatorischen Frage: „Wie klappt die Zusammenarbeit von vielen bis allen Menschen – wie kann man das machen?“ Im weitesten Sinn reduziert sich Wirtschaft nur auf diese Frage – und kann vielfältig beantwortet werden. Aktuell machen wir das mit einer Mischung aus Tauschhandel und Kampf.

Was könnte man besser machen?

Ein erster Schritt wäre mehr auf Kooperation statt auf Auseinandersetzung zu setzen.

Wie kann man das machen?

Indem man gleichzeitig in zwei entgegengesetzte Richtungen geht: Kleine Gruppen arbeiten und organisieren ihren Alltag gemeinsam, bilden für grössere Arbeiten temporär grössere Gruppen, dabei halten sie bestimmte allgemeine Regeln ein. Die 150er und IvaP unterstützt von SynErgy zeigen, wie das gemacht werden kann.

Was ändert sich?

Gesellschaftlich und wirtschaftlich nur, dass jeder sich auf das konzentrieren kann, was er wirklich kann – und auf Änderungen agieren kann. Rechtlich, dass die Idee des einen zu Ideen bei anderen führen können, die der initialen Idee einen angemessenen Obolus zahlen – das kann heute digital verwaltet werden, lediglich was „angemessen“ ist, ist zu verhandeln. Für alle anderen gilt, dass sie sich jeden Tag einbringen können und täglich in kleineren Einheiten ihren Beitrag leisten.

Und was unterscheidet diese Art zu wirtschaften von der aktuellen?

Aktuell wird Wirtschaft vom Kampf dominiert. Wirtschaft lebt von Innovation und Bewegung, Kampf führt wirtschaftlich zur Stagnation – unsere Art zu wirtschaften führt regelmässig in eine Situation, in der das Geld an wenigen Stellen kumuliert. Mit anderen Worten: Wenige haben viel, viele haben wenig. Das führt entweder zu Unruhen oder dazu, dass alternative Währungen geschaffen werden. Wer auf dem alten System bestehen will, kann das nur mit Gewalt erreichen. Es ist also nur eine Frage wer wann beginnt. Dass es beginnt, das zeigt die Geschichte mehrfach – wir spielen das Spiel seit mehreren tausend Jahren.

Aber gab es nicht grosse Reiche über viele Jahrhunderte?

Sicher – und wie wirtschafteten die? Über die meiste Zeit war es Hofwirtschaft und Sklavenhaltung. In der Hofwirtschaft interessiert sich für Geld nur der Hofbesitzer – und wechselt der, dann kümmert das die Leute auf dem Hof nicht viel, denn sie haben ihre Arbeit zu machen. Auch Sklaven werden nur verköstigt etc. und kümmern sich nicht ums Geld. Gezeigt hat sich aber immer: Wenn Leute sich ums Geld kümmern können, dann wollen sie auch bei politischen Fragen mitreden können. All diese Völker wählten sich dann Leute, denen sie in einem bestimmten Punkt folgen werden (sie bilden Gruppen), meist beginnt es temporär (z.B. wer soll die Zusammenkunft leiten? Was besprechen wir? Wer leitet welche Arbeitsschritte?) dann gewinnen einige Geschmack an der Macht und von nun wird alles zu einem Instrument der Macht – im WERDEN ist das eine klassische „leidendes WIR“ Situation.

Langer Rede kurzer Sinn: Dass damals um das Geld gekämpft wurde, kümmerte wenige, weil sich wenige ums Geld kümmerten. Heute sind alle in die Wirtschaft eingebunden – die Situation ist eine ganz andere. Dennoch versuchen wir sie nach den ältesten, eigentlich längst überwunden geglaubten Regeln (spielen nicht Kinder Ritter?) zu gestalten, weil uns gesagt wird, dass Wirtschaft nur so gehen kann. Aber mal ehrlich: Leben wir noch in einer Hofwirtschaft? Ist Wirtschaft heute immer noch ein Werkzeug der Auseinandersetzung? Oder brauchen wir nicht eine stabile und florierende statt eine eruptiven weil ereignisorientierten Wirtschaft?

Und wie geht das?

Hier wird nur auf die 150er, IvaP und weitere Themen im Blog verwiesen – um zu zeigen, dass es gehen kann und um eine Lösung zu liefern. Es gibt aber viele andere – in der schieren Zahl der Möglichkeiten könnten wir ertrinken.

Warum redet keiner darüber?

Es gibt viele, die darüber reden – nur ein enger Kreis weigert sich standhaft. Es sind die, die ganz zufrieden sind, mit dem was gerade ist. In der Regel sind das – sagen wir zweifelhafte Charaktere oder einfach nur Trittbrettfahrer, es zeigt sich aber auch, dass viele Fatalisten darunter sind. Und freilich die, die etwas ganz anderes wollen.

Und was wollen die?

Durch unüberlegtes aber gewinnbringendes Verhalten den schnellsten und grössten Gewinn machen, um damit angeben zu können.

Und warum ist das schlecht?

Eine destruktive Fixierung auf einen einzigen Stoff nennt man auch Sucht. Das Verhalten ist destruktiv gegenüber sich selbst. Es ist aber auch gegenüber anderen destruktiv, da Geldwirtschaft nur dann richtig funktioniert, wenn es fliesst und keiner ausgeschlossen ist. Ruhende Gewinne fehlen im Markt, was dazu führt dass: hat einer zu viel, hat ein anderer zu wenig. Mit anderen Worten: Wer sich so verhält hat keine Ahnung davon, wie Wirtschaft funktioniert – vielleicht hat er Ahnung von dem, wie Krieg funktioniert, aber von Wirtschaft? Wohl weniger.

Aber geht es Reichen nicht immer gut?

Sie tun gerne so, protzen jedoch nur mit Luxus – das ist keineswegs ein Indiz dafür, dass es dem Menschen gut geht, es ist nur ein Indiz dafür, dass er macht, was (er meint, dass) man von ihm erwartet, um Ansehen zu bekommen. Man sieht es auch oft an ihren Freunden, von denen sie genau wissen, dass sie sich früher oder später im Clinch mit ihnen wiederfinden werden. Rein geschäftlich natürlich – Freunde kann man schliesslich ersetzen oder kaufen.

Gibt es auch glückliche Reiche?

Das kann es geben. Ist aber recht selten. Man sagt, dass jeder nur Probleme mit dem Geld hat – entweder, weil er zu viel oder zu wenig davon hat. Nur wer gerade genug Geld hat, könnte danach glücklich sein. Meist sind „Reiche“ nur aufs Geld fixiert und dem, wie man das macht und zeigt. Denk selbst nach: Wenn Deine Welt auf ein Thema reduziert ist, wie glücklich kann das sein?

Aber sind Reiche nicht immer auch Erfolgreiche?

Mag sein, dass sie den einen oder anderen Erfolg eingefahren haben, dann haben sie einmal etwas geändert, bleiben dann aber dabei und wollen, denselben Erfolg wieder und wieder erreichen – mit immer weniger Einsatz und Mittel – und auf Kosten vieler anderer. Gesellschaftlich verarmen sie, weil sie bereits menschlich verarmt waren um diesen absoluten Wunsch zum Gewinnen erfüllen zu können.

Was läuft schief?

Der Mensch, der in einer konstruktiven Gruppe ist, bringt sich ein, dazu bracht er eine Gelegenheit, sich selbst kennenzulernen und zu lernen. Bildung ist eine notwendige Übung, die jedoch für alle Arten von Menschen zugänglich sein sollte – wer besser lernen kann, kann nur auf dem vorgegebenen Weg besser lernen als andere. Es geht aber nicht um den Kampf ums Lernen, sondern darum, dass Leute lernen sich (effektiv nicht nur scheinbar) einbringen zu können.

Mit anderen Worten: In einer konstruktiven Gruppe geht es konstruktiv zu, Reichtum, so wie er heute gemeint ist, ist gleich aus mehreren Gründen nur destruktiv: z.B. weil man auf Kosten anderer lebt – oder was glaubst Du, warum sie so gerne mit dem Finger auf andere zeigen, die angeblich Schmarotzer sind?

Also hast Du doch etwas gegen Reichtum?

Nein. Wenn wir aber über (Geld-)Wirtschaft reden, dann sollten die grundsätzlichen Regeln auch genannt werden: Nur wenn Geld fliesst, funktioniert Geldwirtschaft, wird Geld gebunkert, dann fehlt es dem Realmarkt. Der aktuelle Geldbunker ist heute z.B. der Finanzmarkt. Wenn also die Regeln der ersten Stunde gelten, dann sind es diese Sparstrümpfe, die kritisiert werden. Reichtum allein könnte vom Markt abgefedert werden. Übertriebener Reichtum zeugt nur von dominierten und damit schlechten Märkten und Wirtschaft. Sie sind ein Vorbote für stagnierende Märkte. Unsere Märkte wären sehr viel stabiler und innovativer, wenn Ansehen gesellschaftlich nicht käuflich wäre. Das Thema kann also auch auf ganz anderen Ebenen diskutiert werden – Reichtum ist nur ein destruktives Indiz für vieles.

Helfen will gelernt sein

„Soll anderen geholfen werden und wenn wie?“, diese Frage wird mir auf kleiner Flamme aber kontinuierlich gestellt. Anfangs war ich etwas irritiert, denn diese Frage stellt sich dem Menschen normalerweise nicht, er hilft aus einem Impuls und aus freien Stücken heraus.

Das kann an Kindern erkannt werden: Ab einem bestimmten Alter helfen sie von sich aus, wenn sie erkennen, dass jemand Hilfe benötigt. Sie hören damit nur auf, wenn sie mit dem Prinzip der Belohnung konfrontiert werden.

Geld, eher die Idee, dass alles gehandelt werden kann, stört diesen unmittelbaren Impuls.

Die Frage führt schnell in ganz andere Gefilde und das trotz der grossen Bandbreite, die dieser Frage innewohnt. Sie betrifft immer mindestens die Objektivität und Subjektivität zwei Personen – wissenschaftlich betrachtet wird die Frage schnell komplex bis chaotisch.

Dennoch kann auch in diese Frage eine Einführung gegeben werden.

Nicht jede Hilfe wird komplex. Bei „physischer“ Hilfe (z.B. bei „über sie Strasse helfen“, einen Krankenwagen rufen, wenn man eine verunglückte Person am Boden vorfindet, oder eine Navigationsfrage zu beantworten usw.) wird sie zur einfachen Interaktion, nur der Kontext kann komplex bis chaotisch werden.

Nahe an diesem Fall scheint die „Nebensatz“hilfe positioniert zu sein. Um sie leisten zu können ist jedoch Empathie, Menschenkenntnis und viel (Lebens- und Kommunikations-) Erfahrung nötig (oder eine riesige Gruppe, die gut kommuniziert).

Dem Impuls kann nicht gefolgt werden, wenn der Rahmen dessen, der helfen könnte, nicht ausreicht. Wenn nun Aktionismus aufkommt oder (sehr viel öfter) das eigene oder allgemeine Weltbild der Person übergestülpt werden soll, dann kann die gut gemeinte Hilfe schnell kontraproduktiv werden. In diesem Fall ist es meist besser, wenn man die Hilfe „delegiert“ indem einem, der das kann, die Sache übergeben wird.

So mancher meint nun, dass dieser evtl. Hilfe benötigende, psychologische Hilfe benötigen würde. Das ist jedoch nur selten der Fall. In den meisten Fällen, ist lediglich ein Tipp und etwas Mut bzw. Aufbauarbeit nötig.

Ob ein Mensch weiter weiss oder nicht, liegt oft mehr daran, ob er noch den Willen und den Mut hat, weiterzumachen – ein Mensch, der aufgegeben hat, kann alle weiter notwendigen und / oder sinnvollen Schritte / Techniken kennen und beherrschen, nutzt sie aber nicht.

Manchmal, weil sie ihm nicht einfallen (dann wird die Situation für ihn oft von anderen Momenten dominiert oder weil Gefühle (hier im Sinne von „nicht krankhaften Gefühlen“) ihn von der Aktivität abhalten bzw. in einer Schleife halten); manchmal, weil er die Situation als „gerecht“ einschätzt und jede Aktion von seiner Seite als eine Aggression gegen das Recht betrachten würde – dann lässt er es laufen, gibt max. zaghaft Antworten; manchmal, weil er jede Aktivität als unangebracht, übertrieben oder unrecht empfunden werden – dies passiert meist, wenn er sich das erste Mal in einer solchen Situation befindet und von sich aus kein adäquates Verhalten findet oder meint, dass die wenigen Mittel, die ihm einfielen, bereits verpufften (Siehe im WERDEN die erste Phase (ICH) Vermutung des Unbekannten, der Handlungsunfähigkeit, der Alternativlosigkeit etc.).

Die Nebensatzhilfe

In all diesen Fällen kann die „Nebensatz“hilfe effektiv sein. Wem auffällt, dass ein Mensch in einer solchen Falle steckt (das ist weit vor der psychischen Erkrankung und überfordert somit jeden, der das behandeln will – das führt meist nur zur Geldmacherei) und diese gut genug kennt, kann das Gespräch in eine Richtung führen, die ihm Gelegenheit bietet, in einem Nebensatz die Lösung fallen zu lassen.

Der Adressat hat die volle Bandbreite der Reaktionen zur Verfügung. Und der Sender wird oft genug attackiert werden, kann das aber meist mit dem Hinweis auf einen ungerichteten Nebensatz, auf etwas gerade Nebensächliches, das man gerne im Nachhinein im kleineren Rahmen diskutieren könne, beilegen.

Der Adressat lässt meist ab, wenn klar ist, dass er nicht direkt adressiert war bzw. korrigiert wurde. Der Hinweis wirkt jedoch – wenn man Geduld hat. Oft sucht der Adressat nach ein paar Tagen von sich aus das Gespräch, das in der Regel allgemein und theoretisch gehalten wird. Nun darf der Sender gerne selbst vom Thema abschweifen, den der Adressat wird sich dem eigentlichen Thema in einer Spirale nähern wollen, die Abschweifungen geben ihm die Gelegenheit dazu. In dieser Phase bleibt der Nebensatz das wichtigste Hilfsmittel, denn der Adressat bestimmt das Tempo, mit dem er sich der allgemeinen und theoretischen Lösung nähern kann und / oder will.

Der Sender kann indirekt auf das Tempo wirken, indem er mehr oder weniger oft, den Kern beiläufig anspricht. Doch nicht selten wird der Sender selbst derjenige sein, der überrascht wird oder etwas lernt, denn beim Meandern oder Spiralieren zum Kern, kann der Adressat zu einer Lösung kommen, die weit besser zu seiner Situation passt, als die, die der Sender als Kern sah.

Menschen sind unterschiedlich, ebenso die Situationen und da der Sender aufgrund seiner Erfahrungen die Lösung anbietet, die konkreten Parameter und Stellschrauben aber unterschiedlich sind, können sich unterschiedlichen Kernen bzw. Lösungen ergeben.

Wann funktioniert die Nebensatzhilfe?

Immer wenn es eine Alternative zu Tätigkeiten, Kommunikation oder Aktivitäten gibt. Alternativ kann im Grossen etwas ganz anderes oder, im Kleinen, eine Variante und alles zwischen diesen beiden Polen sein. Zudem funktioniert es auch gut als Überleitung oder zur Einleitung in etwas Neues oder Grosses. Sie kann unmittelbar oder indirekt eingesetzt werden. In der Rhetorik gehen die Stichworte von allgemeinen Fragen über rhetorische Fragen bis zur Suggestivfrage. Im WERDEN sind die Stichworte leidendes ICH, die erste Konfrontation mit dem neuen Thema und wie damit umgegangen wird (vom Ignorieren bis zur Verdrängung und dem Leugnen).

Wann funktioniert die Nebensatzhilfe nicht?

Wenn die Motivation eines Senders „geteiltes Leid ist halbes Leid“ (um ein eigenes Leid zu erleichtern) oder der eigene Vorteil das eigentliche Ziel ist, denn dann fällt der Adressat vom Regen in die Traufe. Das führt früher oder später dazu, dass er eine Stagnation bemerkt und wieder in der scheinbaren Hilflosigkeit landet – aus der ihm nun sehr viel schwerer heraus geholfen werden kann, weil es diesmal um eine Sammlung von mehreren Punkten geht.

Wenn der Adressat sozial eingebunden ist, dann ist es besser, wenn verschiedenen Personen die Nebensätze bringen. Das erhöht die Möglichkeit, dass einige Punkte durchkommen.

Grundsätzlich ist die Aufgabe nicht leicht. Dieses Vorgehen ist nicht für Jedermann geeignet und selbst wenn einer „es“ bei einem Thema kann, dann bedeutet das nicht, dass er es bei jedem Thema kann, denn immer ist es wichtig, dass der, der mit einem Nebensatz hilft, über die Sache selbstverständlich und glaubhaft als „bewältigbar weil selbst erlebt“ reden kann. Der Schwank aus dem eigenen Leben macht die Aussagen erst glaubhaft und das Meandern und Spiralieren um den Kern herum ermöglicht es dem Adressaten eine „Eigenleistung“ einzubringen, die ihm das Gefühl der Kontrolle zurück gibt.

Im WERDEN sollte darauf geachtet werden, dass jedes Level allein sein Weltbild als richtig (und oft auch als wichtig) erachtet, Fehleinschätzungen bei Menschen die auf einem anderen Level leben, sind dann an der Tagesordnung. Im WIR kommt dazu, dass Gruppen, die so agieren, meist in der missionarischen Phase sind und selbst Zwang, Druck und Folter bis hin zum billigend in Kauf genommenen Tod des „Ziels“ akzeptieren.

Hilfe als soziales Konzept

Neben dem Nebensatz gibt es weitere Hilfen, die sich alle im sozialen Konzept der Kommunikation wiederfinden: Zuhören, Lernen durch Weitergabe von Erfahrungen und Wissen und Sammeln von Alternativen zusammen mit der Bewertung derselben durch (non-) verbale Kommunikation usw..

Wer sich halbwegs sozial verhält, kann nicht anders und wird früher oder später helfen – ohne es gewollt oder bemerkt zu haben.

Dies ist auch der Grund, warum ich den Post so lange vor mir herschob: Mehrfach wurde mir gegenüber behauptet, dass ich Mitarbeitern in persönlichen Belangen geholfen und dass sich diese Dinge auch in Bewertungen und Leistung der Mitarbeiter niederschlagen hätten. Mehr als wie oben beschrieben und mit Mitarbeitern täglich ca. fünf Minuten zu kommunizieren und ihnen Arbeiten nach ihren aktuellen Möglichkeiten bzw. Bedürfnissen und diese im Sinne eines aufbauenden Trainingsplans zu vergeben, habe ich nie gemacht. Die Hilfe ergab sich aus dem Kontext und im Sinn des Arbeitsauftrags – es war rein geschäftlich und sollte nicht persönlich gesehen werden.

Vorbeugen statt Auflaufen-lassen

Diese Art von Hilfe ist vorbeugend konzeptioniert und funktioniert vorbeugend am besten. Wenn bereits von aussen bemerkt werden kann, dass ein Mensch Hilfe benötigt, dann sind bereits mehrere Dinge schief gegangen. Die Hilfe umfasst dann oft vielmehr Aufbauarbeit und Motivation als konkrete Prozederevermittlung.

Oft ist wohlgemeinte Gruppendynamik oder falsch verstandene pseudo- psychologische Unterstützung wie „künstlicher Aufbau von Leidensdruck um jemanden zu zwingen zu „lernen““ die Motivation. Meist sind diese „Hilfen“ nur ein Missbrauch der Technik um etwas anderes zu erreichen. Hilfe als bewusstes Mittel zum Zweck in diesem Sinn verpufft in den meisten Fällen oder hilft nur temporär und macht es für den Betroffenen letztlich schlimmer.

Pseudo-psychologisch sind diese Hilfen, denn, sieht man genauer hin, sind diese Hilfen eher gruppendynamisch begründet und die Hilfe wird meist nur vorgeschoben bzw. wird es zum Mittel zum Zweck. Dies fällt vor allem bei vielen Führungstechniken auf, wenn sie in diesem Sinn eingesetzt werden: Zu jeder Motivation gehört der persönliche Vorteil und der Gruppe (z.B. 72 Jungfrauen und der Vorteil, meist das Überleben, der Gruppe); zumindest der persönliche Vorteil ist dann meist nur vorgeschoben: z.B. tragen die 72 Jungfrauen, damit sie wiederverwendet werden können, Keuschheitsgürtel. Diese Gründe / Geschenke sind meist vergiftet – die Betroffenen sammeln negative Eindrücke und verlieren das Vertrauen in „die dort“.

Gruppen in solchen Situationen sind meist Gruppen, die Härten gegenüber anderen, oft ehemaligen Mitgliedern, verargumentieren wollen – sie suchen Ausreden für ihre Unredlichkeit. In der Regel tun sie das, weil sie der Meinung sind, dass ihnen irgendwelche Ressourcen fehlen würden, doch solchen Gruppen fehlt es immer an allen Ressourcen. Oft versuchen sie auch an Dingen festzuhalten, die bereits überholt sind, und sie tun weder sich selbst noch allen anderen einen Gefallen.

In der IT sind z.B. seit langer Zeit neue Arbeitskonzepte und Vorgehen nötig, die jedoch verweigert werden, weil sowohl die akademische als auch die Arbeitswelt hierarchisch organisiert sind und intern fasst alle Energien auf diese Hierarchie verwenden, statt in fachliche sachliche Leistungen.

Selbstdarstellung statt konkrete Leistung ist oft das eigentliche „Problem“ wenn Gruppen Dinge vorgeworfen wird, dass sie nur mit sich selbst beschäftigt seien und die Bedürfnisse aller anderen übersehen würden (oft kombiniert mit dem Festhalten an alten „Lösungen“ die nicht mehr greifen usw.).

In solchen Fällen werden Kriterien zum Verbleib in einer Gruppe deklariert, die oft rein äusserlich sind und sicher nichts mit echter Leistung oder Optimierung zu tun haben. An dieser Stelle ist nur noch zu sagen, dass das auch wirtschaftlich kontraproduktiv ist bzw. max. alte Claims schützt. Das kann das Unausweichliche verzögern, prinzipiell aber nicht lösen, den Wechsel zu gestalten statt sich gegen ihn zu stemmen wäre vernünftig – sich beleidigt auf den eigenen Claim zurückzuziehen ist auf die Dauer nicht hilfreich – und „Hilfen“, die auf diese Art motiviert sind, verstärken letztlich nur die eigene Misere und die Schwierigkeiten der Geholfenen. Man multipliziert die Schwierigkeiten statt sie abzubauen, man vergrössert sie, statt sie abzubauen, man schafft Neue, statt sie abzubauen. Konstruktiv und zielführend ist das nicht.

Reichen Reiche der Wirtschaft?

Wie war das: „Wirtschaft funktioniert ohne Reiche?“

Richtig: Solange der Geldfluss in Gang bleibt und alle sich darauf verlassen können, dass nur kurze „schlechte“ Zeiten zu überwinden sind, dann schaden Reiche sogar, weil sie ihren Reichtum, das Geld, aus dem Umlauf nehmen – wirtschaftlich ist das schlecht, bzw. beginnt es instabil und damit kompliziert zu werden. Tausende Jahre Erfahrungen zeigen, dass die Rechnung auf Dauer nicht aufgeht.

Was ist das nun? Neid-Populismus? Neoliberalismus-Bashing?

Nein, ganz einfache Wirtschaftstheorie aus der ersten Vorlesung. So, wie sie in jedem Lehrbuch zu finden ist. Es ist max. drastisch zusammengefasst – aber was ist zu erwarten, das ganze Gespräch, das wir geführt haben, findet sich in diesen Sätzen wieder. Ganz einfach gesagt: Solange das Geld fliesst, ist alles in Ordnung, kommt es ins Stocken, dann beginnen die Probleme. Nur Reiche können Geld im relevanten Umfang parken und damit den Geldfluss ins Stocken bringen – ohne Reiche wäre es leichter. Der Schluss ist trivial, denn er sagt dasselbe aus, ist nur umformuliert (und auf diesem Level ist der Schluss auch noch erlaubt). Ob er zu sehr vereinfacht, kann diskutiert werden.

Warum redet keiner drüber?

Neben weiteren handwerklichen Grundlagen beschäftigt sich das gesamte weitere Studium mit den Konsequenzen und Möglichkeiten, die daraus folgen – alles Dinge, die den Arbeitsplatz des Mitarbeiters schaffen und sichern. Am Ende des Studiums, sind viele der Meinung, dass es nichts anderes gibt – und irren sich dabei ohne es zu wissen, denn gelehrt werden Alternativen nicht. Und selbst wenn es einer weiss, kennt er sich nicht richtig damit aus, dass diese ungern darüber reden, ist nachvollziehbar. Doch ist das Thema bei weitem nicht so gefährlich, wie es oft erwartet wird, denn es würden sich auch diesmal einfach nur Konsequenzen und Möglichkeiten ergeben. Diesmal aber andere. Ein Wissenschaftler sollte andere Szenarien durchdenken können – oder er nennt sich in Zukunft einfach „Ritter der Wirtschaft für Reiche“, das wäre zumindest ehrlich, denn sie sehen sich selbst so.

Dagobert Duck füllte seinen Geldspeicher, es mag sein, dass dieses Geld fehlt – aber das Geld wird doch wieder investiert! Heutzutage.

Der Finanzmarkt ist heute der globale Geldspeicher. Aber nicht missverstehen: Ein gewisser Anteil einer spezifischen Art von Finanzmarkt ist gut, weil er Spitzen nach oben und unten abfangen kann. Andere Arten von Finanzmarkt dienen aber nur dem Parken von Geld, denn sie sind so konstruiert, dass sie sich unter bestimmten Aspekten aus dem Realmarkt heraushalten. Die Gelder dort sehen nie den Realmarkt. Die Übergänge sind fliessend und jede Generation versucht an den Grenzen zu rütteln, jedes mal verschieben sie sich leicht und ein paar Generationen (zwei bis drei reichen neist) macht dann die Erfahrungen ein weiteres mal.

Aspekte von Finanzmärkten?

Eben weil sie sich angeblich aus dem Realmarkt heraushalten, werden sie z.B. nicht besteuert. Ein anderer Aspekt ist, dass das Geld von irgendwo her kommen muss. Wenn das Gewinne sind, die im Finanzmarkt gemacht wurden, dann fehlt zumindest eine Runde durch den Realmarkt, alle anderen Gelder wurden dem Realmarkt entnommen – und fehlen dort definitiv. Es gibt weitere.

Und Geld, das nie den Realmarkt sieht – warum schadet das?

Die elementarste Regel einer Geldwirtschaft ist, dass das Geld fliesst – ansonsten verliert es seinen Wert. Im Finanzmarkt wird – aus Sicht des Realmarkts – ein Scheinwert verwaltet, denn es fehlt in vollem Umfang im Realmarkt. Nach der Definition von Geldmenge darf dieses Geld nicht mitgerechnet werden – kann aber jederzeit in vollem Umfang in den Realmarkt eingebracht werden. Dass dieses Geld geparkt ist, ist überdeutlich. Und freilich fliesst ständig Geld aus dem Real- in den Finanzmarkt ab. Das Geld im Finanzmarkt ist quasi magnetisch und reisst Löcher im Realmarkt.

Aber wenn Geld im Markt fehlt, dann müssten doch die Preise steigen?

Nicht, wenn die (für das Volk relevanten) Produkte im Rahmen der Restgelder einen ertragbaren Preis haben. Das geht nicht ohne die Produktion auszulagern. Mit anderen Worten: Würde im Lande produziert und würden die Gewinne auf ein angemessenes Mass reduziert werden und würden die Löhne entsprechend steigen, dann funktioniert es im Sinne der Wirtschaft – im Sinne der Gewinne: Nicht.

Woran hängt es?

Der Wettkampf nimmt aktuell eine viel zu grosse Rolle ein und „reich sein“ stellt einen Fetisch dar. Wirtschaftlich reicht die Perspektive und die Zuversicht, dass das Geld weiter seine Kreise ziehen wird – das kann es aber nicht, wenn es geparkt wird: Um Kampfmasse oder eine Versicherung zu haben. Auch das zeigt, dass dann das Geld geparkt wird – weil man ja jederzeit über es verfügen können will, braucht man einen Geldspeicher. Der Finanzmarkt hat allerdings einen weiteren Vorteil: Wer gut Spielen kann, kann das Geld dort vermehren. Durch die angestrebte Inflation würde es sonst an Wert verlieren.

Muss ein Markt ständig wachsen?

Jeder, der gut in einer Sache ist, optimiert z.B. seinen Produktionsprozess und produziert damit entweder bessere und / oder mehr Produkte. Beides wirkt sich auf den Preis aus, wer aber mehr Produkte hat, braucht in der Regel auch mehr Kunden und er wird sich räumlich ausdehnen – sein Markt sollte wachsen oder er kann nur noch preiswerter werden und stösst damit bald an Grenzen.

Und aus Sicht des Geldes?

Es gibt gleich mehrere Gründe dafür, warum die Geldmenge immer etwas grösser sein sollte als die Produkte. Ein Grund ist, dass dadurch eine leichte Inflation und damit eine relativ stabile Wirtschaft angestrebt wird, ein anderer, weil genug Geld da sein muss, um Kredite vergeben und die entsprechende Institutionen zu finanzieren und damit „Innovation“ sowie „Forschung“ vorfinanziert werden können. Es gibt aber noch viele weitere Gründe bzw. kann das wesentlich kleinteiliger ausführt werden.

Warum die Anführungsstriche?

Weil jeder Markt sich selbst schützt und in diesem Sinn echte Innovation und erfolgreiche Forschung eine massive Gefahr darstellen. Wirklich gewollt sind sie nicht, es werden max. Varianten bzw. Optimierungen des Bestehenden angestrebt. Übrigens, wenn es dem Markt an Innovationen und Forschung fehlt, wird er über kurz oder lang zu einem stagnierenden Markt, der irgendwann verebbt. Kurz vor dem Fall der Mauer war es das letzte Mal im allgemeinen westlichen Markt so weit – der Mauerfall rettete damals den Westen.

Kann der „Optimierungswahn“ konkretisiert werden?

Sicher, fasst jeder, der in der Produktentwicklung sein Geld verdient, kennt die Situation, dass selbst notwendige Änderung so spät wie möglich ausgeliefert werden – um mit dem alten Produkt so lange wie möglich Geld zu verdienen und den Markt nur dann durch Neuerungen anzukurbeln, wenn er zu stagnieren droht. Das sind ganz normale Marketingaktionen. Es besteht in der Regel auch darauf, dass die Schritte möglichst klein sind. Aus Marketinggründen gibt es Produkte, deren Änderungen bereits auf Jahre hinaus feststehen und die Entwicklungsabteilungen nur noch dafür da sind um sagen zu können, dass man mit Nachdruck an den dringend benötigten Änderungen arbeite.

Am deutlichsten wird es durch Produkte, die fertig entwickelt aufgekauft und nie auf dem Markt angeboten werden. Dass für die Schublade entwickelt und geforscht wird, ist allgemein bekannt. Eine gewisse Zeit lang kursierten sogar Listen von Schubladenprodukten und -forschungen des jeweiligen Jahres.

Wenn das gängige Praxis ist, was ist dann so schlecht daran?

Weil das nur dem möglich ist, der Markt (und Kundenwunsch) dominiert. Dominierte Märkte sind für andere Anbieter uninteressant, die Entwicklung der Produkte und Märkte wird dadurch stark abgebremst, der Markt wird künstlich in die Stagnation geführt, doch wer das Marktmonopol hat, kann sowohl die Wahre, die Aussichten und die Preise kontrollieren. Ein freier Markt ist das nicht mehr sondern nur noch ein mit mathematischer Genauigkeit zu optimierendes Monopol.

Gibt es solche Berechnungen auch für andere Marktarten?

Da die meisten sich diese nicht einmal vorstellen können, müssten die Alternativen erst einmal vorgestellt werden, damit Formeln aufgestellt und verstanden werden könnten. Aber es wäre keine seriöse Auskunft ohne den Hinweis, dass solche Berechnungen eher Annahmen unter bestimmten Bedingungen sind, die sind dann aber sehr genau und genau deshalb darf man kein Jota vom Plan abweichen. Aber das ist keine Wirtschaft, wie sie und verkauft wurde, das ist sogar das Gegenteil von freiem Markt.

Wie ist das bei IvaP?

Das ist die im Blog vorgeschlagene Variante. IvaP nutzt eine dezentrale Organisation und setzt auf (Voll-) Automation, dabei wird intensiv auf digitale Techniken und Netzwerke gesetzt, jeder kann sich dadurch überall einarbeiten und einbringen. Idee, Design, Konstruktion, Individualisierung, Produktion und Vertrieb, jeder arbeitet für sich. Das schafft lokal viele kleinere Einheiten, die sich aber zusammentun können. Diese kleinen Firmen beziehen ihr Wissen weltweit und sie kooperieren weltweit – das sind die grossen Strukturen, aber sie bleiben im Hintergrund, sind nicht mehr das wichtigste sondern sie ergeben sich.

Und wie sehen dort die Formeln aus?

Man kann es ganz ohne Formel machen: IvaP arbeitet dezentral und damit eher für den lokalen Markt. Durch das Digitale kann aber an jeder Stelle der Erde eine Idee oder Lösung eingegeben und ebenso überall genutzt werden. Produziert wird lokal, die Produkte können individualisiert werden, Ideen und Optimierungen aber greifen weltweit und erreichen dadurch ein sehr grosses Publikum, wodurch sich die Entwicklungskosten sehr wahrscheinlich auf viele Produkte verteilt: Forschung, Ideen, Innovation und Entwicklung lohnt sich nun – für jedermann, auch für den Produzent, weil er diesen Teil aus seinem Aufgabengebiet streichen kann aber sicher ist, dass sich andere darum kümmern. Auch der Verkäufer kann verkaufen, was er will, gleiches gilt für Konstrukteure, selbst wenn sich die Sicherheitsvorschriften ändern, wirkt sich das belebend für das Geschäft aus. Disruptiv verliert bei IvaP jeden Schrecken.

Also verkraftet IvaP jede Art von Wachstum?

Richtig. Es kann nahezu beliebig wachsen und kleiner werden. Als Wirtschaftssystem braucht es alles (Wettkampf, Ideen und andere Arten von Motivation) es braucht aber kaum grosse Strukturen und belässt so den Spielplatz für die Wettkämpfe etc. eher im Privaten als Grösse zu fordern.

Wie soll man IvaP verstehen?

Zunächst ist IvaP eine von mehreren möglichen Entwicklungen, denn wir bewegen uns bereits mit grossen Schritten in diese Richtung (nur die digitale Spionage hält viele noch davon ab). Überlassen wir diese Entwicklung aber den Geschäftemacher, wird etwa ganz anderes als IvaP daraus: Einer oder wenige grosse Konzerne werden dann alles zentral steuern und alle werden von deren Gutwill abhängig sein – das hat dann noch weniger mit freiem Markt zu tun.

Wenn man den Wandel demokratisch und mit der Zustimmung der Gesellschaft gestalten will, dann bietet IvaP die Diskussionsgrundlage.

Ist die Geldverteilung eine reine „politische“ Aufgabe?

Wenn man es sich einfach machen will und die Welt nur aus einem Blickwinkel betrachtet (z.B. Gewinn), dann ja. Wirtschaftlich ist das aber etwas komplizierter denn: Geld muss fliessen. Dass es fliessen kann, dafür kann auch die Wirtschaft mit entsprechenden Löhnen und anderen ureigenen Werkzeugen der Wirtschaft sorgen – im eigenen Sinn, denn alle Wirtschaftsformen, die das ignorieren, denen gehen entweder die Kunden oder der soziale Friede abhanden.

Kann es also der Markt alleine richten?

Theoretisch, ja. Aber dazu müssten die Theoretiker bessere Theorien vorlegen – mit dem gerade angebotenen Material geht es nicht – es würde nur in sozialen Unfrieden und in den Kampf von jedem gegen jeden führen. Mit anderen Worten: Heute fehlen der Wirtschaft noch die dazu nötigen wirtschaftlichen Theorien und sehr wahrscheinlich würde es nicht ohne die eine oder andere unabhängige Instanz gehen – zum Schlichten und Regeln. Also: Nein, die Wirtschaft kann es nicht alleine regeln.

Und ob sie jemals ein Interesse an solchen Theorien entwickeln würde – sagen wir, dass das offen bleibt, denn der „Gewinn an sich“ spielt aktuell in der Wirtschaft einen viel zu grossen Rolle, er ist quasi ihr Alleinstellungsmerkmal (hat aber als Gruppe vergessen, dass sie die anderen Gruppen auch braucht – sie träumt heute davon, dass sie alle anderen wird digital ersetzen können, bislang schafft sie nur sich selbst (bzw. die eigenen Mitarbeiter) ab).

Wie ist das mit den staatlichen Überschüssen?

Solange ein Staat mit „schlechtem“ Geld gute Güter bezahlen kann, hat er kaum einen Grund sich zu beklagen – es sei denn, das Volk murrt, weil es an Arbeitsplätzen fehlt (doch wer sich dann an den Überschüssen abarbeitet, arbeitet an der falschen Stelle). Politisch kann in bestimmten Fällen gegensteuern werden, z.B. wenn Gewinne geparkt werden.

Hat Trump also recht?

Sicher nicht. Was er vor hat schafft zwar mehr Gewinn, macht das aber auf Kosten staatlicher Aufgaben wie z.B. der Infrastruktur, auf die die Wirtschaft angewiesen ist, ohne die es nicht geht, und es ist ziemlich sicher, dass diese neuen Gewinne eher im Finanzmarkt verschwinden als dass sie in den Realmarkt fliessen (Steuern würden das sicherstellen – allerdings müsste mit dem Geld auch etwas bewirkt werden). Einfach mal vorstellen: Alle Schwierigkeiten werden von Staat abgenommen, die fehlende Wettbewerbsfähigkeit wird durch Strafzölle kompensiert und die Gewinne steigen – hört sich an, als hätte man alles richtig gemacht. Aber: Jede weitere Änderung würde die eigenen Gewinne schmälern. Was wäre dein Herzblatt?

Fazit: Der Wirtschaft reichen Reiche nicht.

Der totale Cyberkrieg

Krankenhäuser und Firmen stehen still – weil der Staat spionieren will

Wenn man den Computern den Krieg erklärt und dazu Computer benutzt – was kommt dabei heraus?

Mit Symptomen kann man sich und alle anderen lange beschäftigen – mit eingebauten Fehlern noch länger.

Wer an die Ursachen heran will, sollte damit beginnen sich ehrlich zu machen.

Wer eine stabile digitale Welt haben will, kann sich nicht gleichzeitig missbrauchen.

Wer den Mund zu voll nimmt, kann nicht schlucken – und verhungert.

Fragen und Antworten

Tröpfelt das Geld der Reichen wirklich durch bis ins Volk?

Hinter diesem alten Bild steckt die These, dass der Reiche (hier im Sinne des Gutsherren) sein Geld in der eigenen Region investiert. Die These basiert auf dem Gutwill des Gutsherrn, es gibt und gab nie eine Garantie dafür. Heute wandern diese Gelder in den Finanzmarkt. Weder für die Region noch für dessen Bürger werden sie heute eingesetzt; die Gelder mehren die Gelder der Besitzer – die sich oft auch den Steuern entzieht und ansonsten gerne die Regeln der Staaten aushebeln, wenn sie das können (so lautet zumindest deren offizielles Credo).

Was könnte in der Wirtschaft geändert werden?

Bei Geldwirtschaft gilt nur eine Regel: Es soll möglichst kontinuierlich in Bewegung bleiben. Veränderliche Geschwindigkeiten bringen unterschiedliche Aufgaben hervor. Die erste Aufgabe ist es also die Geldmenge und den Geldfluss in Gang zu halten.

Alles andere ist relativ frei definierbar – falls es direkte oder indirekte Verbindung zu einem oder beiden der oben genannten Kriterien gibt, dann ergeben sich „von – bis“ Regeln für verschiedene Situationen (das kann gut in Simulationen gezeigt werden). Allerdings ist da Kreativität und harte Arbeit statt sture Anwendung gefragt – das ist also nichts für jedermann.

Ist das schon alles?

Das ist jedenfalls schon eine ganze Menge. Aber wenn wir schon mal dabei sind: Wir hören heute einfach zu früh auf, wir kommen zu früh – auf den Markt und hören dann auf, dabei beginnt es jetzt erst.

Was beginnt dann erst?

Die Optimierung. Das ist der effektivste Punkt in der Produktentwicklung. Firmen und Vordenker liefern im Prinzip gute Basisprodukte – die, um den grössten Markt zu gewinnen, nicht mehr als eine Art von „von Allem etwas“ sind. Das Produkt erfüllt seinen Zweck – sicher. Aber es passt noch nicht ganz. Da ist noch Luft nach oben.

Da setzt die Optimierung ein und schafft einen sich selbst belebenden Markt, wenn die Ideen frei aufgegriffen werden können (gegen Bezahlung versteht sich). Mit dieser Optimierung für den konkreten Fall, setzt Individualisierung ein – statt zentral und gut durchrazionalisiert mit wenigen Produktdesignern zu arbeiten, werden nun viele Produktoptimierer vor Ort nachgefragt.

Statt zentral mit wenigen Mitarbeitern möglichst querschnittsmässige Produkte zu erstellen, wird dezentral von allen an allem gearbeitet – mit wechselnder Spezialisierung, Interessen aber immer professionell und in einem sich ständig belebenden Markt:

Da Ideen und Produkte zügig umgesetzt werden können und Ideen andere Ideen beflügeln, sind die Teilnehmer an jeder Position um jede Hilfe dankbar – Neuerungen werden schnell angenommen und schaffen die Grundlagen für weitere Ideen und Produkte. Automation wäre dann hilfreich, heute wird sie als Gegner betrachtet.

Und was hält uns davon ab?

Vor allem die Gewohnheit. Wir sind gewohnt zu denken, dass Neu- und Weiterentwicklung einfach nur Geldverschwendung ist. Heute werden diese Gelder lieber geparkt. Beim Vorgehen oben bleiben sie im Fluss – wie gesagt: dann ist alles gut aus Sicht des Geldes, weniger aus Sicht des Gewinns. Es gibt zwar Gewinn, aber jeder kann mit kontinuierlicher Leistung sich und seine Familie finanzieren und Rücklagen (in sinnvollem Umfang) für alle Fälle bilden.

Wer heute einen „Fachmann“ dazu befragt, der bekommt viele Mythen und Legenden erzählt – es besteht offiziell ein Denkverbot in diese Richtung, die Unis arbeiten schon an ihnen – es ist nicht erwünscht, darüber zu reden, dass es Alternativen gibt. Neben Gewohnheiten also auch Tabus – aber Tabus sind auch nur Gewohnheiten.

Gruppen, Staaten – und die 150er?

Die 150er sind eine Organisationsform die sowohl mit als auch den Staat ersetzend eingesetzt werden kann. Nationalstaaten leiden wie alle Gruppen gelegentlich unter selbstgemachten Nachteilen, in die sie selbst und andere Gruppen verwickelt werden. Die 150er fangen diese Nachteile auf. Sie wären ein Gewinn für alle.

Warum Staat, wenn es Gruppen auch regeln könnten?

Schöne Frage, da kann ich nicht widerstehen: Was kann die Gruppe? Was kann der Staat? Was ist der Unterschied?

Die kürzeste Antwort ist: Staaten organisieren Gruppen, Gruppen Menschen. Bei Gruppen reicht der Eindruck, wenn sich eine Weile lang nichts tat, dann scheinen die Regeln zu stimmen. Stimmen sie nicht, dann braucht es einen guten Geschichtenerzähler, der die Umstände und die Änderungen plausibel macht. Gruppen reicht plausibel.

Ein Staat dagegen begründet während der Einigungsphase durch Nennung aller Blickwinkel und der jeweiligen Kriterien jede Entscheidung und macht sie transparent für jedermann. Staaten setzten sich mit den Dingen auseinander und begründen ihre Entscheidungen in und durch den Prozess, an dessen Ende die Entscheidung steht.

Zur Ergänzung: Oben wurde von einem demokratischen bzw. einem, von der Gesellschaft gestützten, Staat ausgegangen. Im Folgenden auch. Es gibt jedoch Mischformen, mindestens eine Gruppe verfolgt dann mehr oder weniger offen eigene und zu den offiziellen widersprüchliche Ziele. Traditionelle Kandidaten sind: Wirtschaft, Religion und Machtstrukturen (politische oder gesellschaftliche Parteien, Institutionen wie Nachrichtendienste, Polizei und Militär) oder Leute, die irgendwie und etwas zu weit, aus der Gruppe heraus-, in ihren Augen meist, hervorgetreten sind.

Die Gruppe kann, darf und soll die Regeln jederzeit den eigenen Bedürfnissen anpassen (nicht aus egoistischen oder Bequemlichkeitsgründe, das wäre sicher falsch, sondern weil es nötig ist: Da sie viele Fehler machen, haben sie viel zu korrigieren).

Das erklärt auch ein anderes Gruppenphänomen: Gruppen systematisieren nicht und sie wissen nicht, sie glauben, sie leben ungeprüft und blauäugig (einfache) Überzeugungen. Gruppen stellen sich selbst über alles und beanspruchen für sich über alle Ressourcen nach Belieben verfügen zu können.

Das stammt aus einer anderen Zeit: Als Nomaden und in einer Hofwirtschaft galt es das Überleben der Gruppe zu sichern, andere Gruppen gab es kaum, wenn hatten sie gleiche oder ähnliche Interessen, wandernde Gruppen waren aggressiv, alles andere war mindestens zweitrangig. Sie tun das eher aus Gewohnheit und weil die anderen Dinge damals (scheinbar) nicht zu beachten waren. Gruppen regeln heute noch die Dinge, nach den damals adäquat erscheinenden Kriterien.

Die Dinge änderten sich, als sich die Menschen in Städten und Arbeitsteilung organisierten. Das Grosse und Ganze benötigt ein anderes Vorgehen, Gruppen versagen ab einer bestimmten Grössen je Organisationsform. Neuerungen wie Staat (manchmal auch mit Religion und Nation) sollten das korrigieren – bis heute bleibt jedoch die Faustregel bestehen: „Je mehr Agrar, desto mehr Gruppe; je mehr Stadt, desto weniger Gruppe“ aber auch: „je mehr Hierarchie, desto mehr Gruppe“.

Es gibt massive Unterschiede zwischen der gesellschaftlichen Ordnung in einem kleinen Bauerndorf, einem auf Handel basierenden Dorf oder Stadt oder einer Grossstadt.

Im kleinen Bauerndorf lernen alle Kinder dieselben Regeln das „das macht man so“ ist dort sehr ähnlich, weil sich die Regeln regional durch die Historie (und dem, was den Ansagern wichtig und richtig erschien) ergeben haben. In der Regel reicht es, alles so zu machen, wie immer, dann klappt das schon.

Ein Händler agiert mit mehreren und wechselnden Partnern und jeder handelt mit anderen Gütern – die konkreten Umgebungen sind von Betrieb zu Betrieb, manchmal von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich, ebenso die Entscheidungen und die jeweilige Historien. Dennoch gibt es noch relativ viele Gemeinsamkeiten, wie z.B. der Stil und die Art wie man arbeitet.

In der Grossstadt weichen die Gemeinsamkeiten sehr allgemeinen Regeln. Diese Regeln stellen die gemeinsame Basis, an denen sich die Gruppen orientieren sollen. So lange diese Regeln von den Gruppen getragen und mit Leben gefüllt werden, solange gibt es den Staat (andere meinen, dass sich das durch eine Gewaltherrschaft verlängern lässt (was wiederum kein Staat im obigen Sinn wäre)).

Ein Staat legt allgemeingültige Regeln für alle Gruppen und deren Mitgliedern, die sich in ihm zusammenfinden, fest und kann dabei keineswegs willkürlich verfahren: Es gibt Regeln, an die er sich dabei hält. In einem Staat ergibt sich Arbeitsteilung fast von selbst. Deshalb kann der Staat alle Aspekte hören, bewerten und damit belastbarere bis stabilere Regeln aufstellen, als das die Gruppe, die personell, vom Wissen und von den anderen Kapazitäten her, eingeschränkt sind, je aufstellen könnte.

Der Staat bildet durch seine Strukturen neue Gruppen aus, die nun über Spezialwissen verfügen können. Diese neuen Gruppen müssen nicht mehr glauben – aber auf andere Gruppen vertrauen, denn keiner kann alles. Diese Gruppen sind ein interessantes Phänomen, doch das Thema sprengt den Post.

Ein Vorteil des Staates ist, dass er eine Bühne für die notwendige Kommunikation stellt und diese organisiert. Er moderiert eine (intensiven) Besprechung und Betrachtung aus allen Blickwinkeln und nach einer allgemeinen Einigung wird entschieden.

So sollte es zumindest sein, denn wenn alles nur mit Kampfabstimmungen erledigt wird, dann regiert im Staat bald die Gruppendynamik mit allen Vor- und Nachteilen. Solche Staaten degenerieren zu einer überdimensionalen und damit zu einer überforderten Gruppe (nationaler oder religiöser Art) bzw. zu einem Unterdrückungssystem ohne Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung und freier Justiz und Presse. Statt Wirtschaft pure Korruption.

Diesen Staaten geht die Flexibilität abhanden, die benötigt wird, um in einer dynamischen Welt seinen Teil beitragen zu können. Mit anderen Worten: Er beschäftigt sich mit sich selbst, sieht in allem nur Gegner, ist ständig im Verteidigungsmodus und bald sind ihm alle Mittel recht, um sich durchzusetzten.

Gruppen werden von der Situation gesteuert und passen die Regeln an die Situation an. Staaten verfolgen langfristige Ziele wie elementare Umgangs- und Kommunikationsregeln (die offizielle Sprache(-n) ist / sind …; nur dem Staat ist Gewalteinsatz nach bestimmten Regeln erlaubt, Bürger diskutieren das aus oder können es vor Gericht bringen usw.), Stabilität, ein kontinuierlicher, evtl. moderierter (Meinungs-) Austausch zwischen den Gruppen, aktive Meinungsbildung (im Gegensatz dazu betreiben Gruppen Stimmungen) und eine florierende Wirtschaft.

In Gruppen ist „Wirtschaft“ Aufgabe dessen, der das Sagen hat (Gruppen sind oft hierarchisch aufgebaut, das liegt meist daran, dass in der Gruppe jeder weiss, was er „zu tun“ hat, da man in sie hineinwächst, es muss ihm nicht jede Aktivität vorgekaut werden, er macht das von selbst und alles wird vom Ansager überwacht, korrigiert und gelenkt). Die „Wirtschaft“ ist Sache dessen, der für die Aussenpolitik zuständig ist, denn die Gruppe ist weitgehend autark und benötigt die Wirtschaft nicht – ganz im Gegenteil zu heute: Praktisch keiner kann sich heute aus der Wirtschaft heraushalten.

Warum „kann, darf und soll“ die Gruppe dynamischer mit Regeln umgehen als ein Staat? Je kleiner die Gemeinschaft ist, desto weniger genau und gut können die Analysen und Aspekte der aktuellen Umgebung eingeschätzt werden. Zudem sammeln sich in Gruppen meist Menschen aus der Umgebung und solche, die gleiche oder ähnliche Fähigkeiten haben. Sie verfügt über viel Spezial- aber über wenig anderes Wissen. Dass eine Gruppe sich um ein objektives Abbild der Umgebung bemüht, ist unwahrscheinlich (das müssten dann die Physiker oder Philosophen oder so sein). Um es kurz zu machen: Gruppen machen in der heutigen Welt (keine Nomaden, keine Hofwirtschaft, viel Arbeitsteilung und grosse Interessenskonflikte usw.) viele Fehler, sie können gar nicht anders als es mit Versuch und Irrtum anzugehen.

In der Gruppe sind nur die Regeln belastbar, die zwischen den Mitgliedern gelten, sie gelten als beständig, während alle anderen fremd sind, die Regeln nicht kennen oder nach anderen Regeln leben – das stempelt sie als unzuverlässig und regellos.

Der Unterschied zwischen Gruppe und Staat ist demnach die Ausgangsbasis: Gruppen gehen von minimalen, Staaten von maximalen Unterschieden der Mitglieder (und deren Zahl) aus. Beide versuchen daraus das Beste zu machen. Und Staaten organisieren Gruppen, Gruppen Menschen. Es gibt immer beides gleichzeitig und es sollte ein ausgewogenes Verhältnis sein, der Staat wird umso labiler, je unausgeglichener dieses Verhältnis ist, denn dann fällt er immer auf die Gruppendynamik zurück – so, wie wir das zur Zeit in etlichen Staaten von Russland bis zur Türkei sehen.

In einigen anderen Fällen schmücken sich die Akteure schlicht mit fremden Federn: Polen und Ungarn z.B. „sind wieder wer“. Sie meinen es „geschafft“ zu haben und dass sie das ganz alleine waren. Auch die Briten sehen das wohl so, doch „geschafft“ haben das die grösseren Märkte.

Eine Vergrösserung der Märkte erlaubt ein einmaliges Öffnen stagnierender Märkte (siehe England vor dem Eintritt in die EU, die Vorbereitungen um in die EU zu kommen und deren Abschluss, der Beitritt in die EU entsprechen Polen und Ungarn). Ein grösserer Markt erlaubt auch mehr gesunden Wettbewerb. Jedoch können auch grössere Märkte stagnieren, gerade weil sie beschützt werden, weil sich die Akteure bequem einrichten wollen.

Wie kann man schnell auf eigenen Beinen stehen?

Allgemeine Regel: Wer einen Bedarf ausmachen und ihn bedienen kann, der kann daraus ein Geschäft aufbauen.

Eine erste Regel ist deshalb: Kontaktfreudigkeit sein und zuhören! Wer drei voneinander unabhängige Menschen / Gruppen sich über das selbe Moment lustig machen und / oder beschweren hört, der hat etwas gefunden, worüber es sich nachzudenken lohnt. Wer eine Lösung anbieten kann, hat in der Regel gute Chancen am Markt.

In der Wirtschaft gilt meist die Regel: Die Idee ist nichts wert, solange sie nicht umgesetzt werden kann. Und in der Tat, an diesem Punkt scheitern viele. Auch, wenn es oft nur an Kleinigkeiten fehlt, wie z.B.: Wie oder Wer kann das produzieren?

Hier könnten lokale Politik, Wirtschaft und Kammern helfen, neben Beratung auch bei der Umsetzung (doch Vorsicht: Der Schutz der eigenen Produkte geht bei allen diesen Beteiligten leider oft vor.

So mancher hat schlechte Erfahrungen gemacht: Ideen wurden gehört, nur um mit den Worten: „Damit ist die Idee öffentlich und kann nicht mehr patentiert werden“ zu schliessen. Wieder andere wurden mit tausend anderem beschäftigt – während andere die Idee umgesetzt haben, wieder anderen wurde gesagt dass es nicht geht, im Gespräch mit einem Studenten erwies sich dann das Gegenteil. Leider scheint das alles sehr mit Vorsicht zu geniessen zu sein man merkt es auch daran, dass der rechtliche Hintergrund schlicht verschwiegen wird.

Wesentlich besser wäre eine unabhängige Firma (eine: InnoCent kurz für „Innovations Center“) bis hin zu einer Innovations-Wirtschaftsinsel wäre meist besser. Auch weil dies z.B. als Verein nur den Ideen verpflichtet ist, aber auch Kooperationen etc. mit entsprechendem (rechtlichen und verhandlungssicherem) KowHow begleitet werden kann.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass es eine der interessantesten Situationen ist, ein Produkt darauf zu testen, ob und wie es umsetzbar wäre, eine erste Marketingkonzeption zu erstellen und potenzielle Partner zusammenzubringen. An ihr kann man aber auch verzweifeln, wenn es nicht vorwärts geht – speziell dann, wenn man handwerkliche, technische oder fachliche Unterstützung benötigen würde, aber einfach nicht an sie herankommen kann.

Übrigens, Deutschland baut komplett auf der Automobil-Industrie auf und die entgleitet uns demnächst: Elektro-Autos werden heute (fast weltweit, nur in China gibt es andere Namen (und ein bisschen in Indien)) mit Tesla synonym gesetzt. Wohl gemerkt: Das Auto – das in das man sich setzt, nicht der Motor, nicht der Antrieb, das ist nur willkommenes, seit langem überfälliges, technisches Beiwerk. Und Tesla steigt in jedes Segment ein. Weder Google noch die anderen wollen nicht ernsthaft Autos bauen, Und Tesla ist offen für Zusammenarbeit. Der nächste Schritt it logisch, dass sie versuchen bei den Maschinen gleichzuziehen.

Eine Wirtschaft, die derart abhängig ist, volkswirtschaftlich weiterhin in dieser Abhängigkeit zu halten, ist grob fahrlässig. Deutschland braucht dringend neue Produkte – und diesmal bitte breiter gestreut und technisch aktuell. Aus der Industrie wird das nicht kommen – sie will dass die Dinge so bleiben, wie sie waren, bzw. hoffen sie auf einen goldenen Reiter, der sie erlöst – aber sehen sie ihn, fürchten sie die Änderungen und tun alles, dass er nicht werden kann, was er sein sollte – weil er sich nicht in der alten Garde hochgedient hat, sie vielleicht kritisierte und „anders“ ist (jede kleinste Äusserlichkeit reicht als Ausrede – und wird voller Ernst vorgetragen), und deshalb muss er ein Fremder und ein Gegner sein.

Diese Wirtschaft und leider auch diese Gesellschaft geht sehenden Auges in jede Falle, nur weil sie hofft, dass es nie ein goldener Ritter schaffen wird (von dem sie heimlich sehen, dass er nötig ist, doch jeder würde als Königsmörder betitelt, der ihn zulassen würde) damit alles so bleibt, wie es ist.

Es wäre also eine der interessantesten Arbeiten, die es heute gibt, die es aber nicht geben wird, weil sie es schlicht nicht wollen. Wer sich auf diesen Weg wagt, der sollte mit so einigen merkwürdigen Aufgaben und Widerständen rechnen. Doch es geht auch anders.

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Wer das nicht machen kann oder will, der kann sich in das stürzen, was immer gefragt isst: Essen, Getränke, Lebensmittel herstellen, liefern oder beraten und darüber dann in andere Bereiche hineinwachsen. Wichtig dabei ist, dass man sich unterscheidet und immer ein oder zwei alternative Wege oder Erweiterungsschritte parat hat.

Viele Firmen sind schlecht versorgt. In machen Firmen sind nicht einmal Getränke organisiert. Für einem Getränkemarkt lohnt sich das Geschäft meist nicht, aber es findet sich in den meisten Gegenden ein Plätzchen, auf dem Getränke im lieferbaren Umfang gelagert werden könnte. Von dort aus, reicht meist ein Fahrrad oder kleines Lieferfahrzeug aus.

Wenn nun noch ein paar Lieferanten für Zwischen-, Mahlzeiten, Süssigkeiten oder anderem Nützlichem aufgetrieben werden, ist für die meisten Industriegegenden ein attraktives Angebot geschaffen worden. Dieses Angebot kann dann ausgebaut werden um z.B. Abteilungsfeste wie Geburtstage oder „Küchenfeste“ etc. zu organisieren.

Wie im Privaten so auch im Geschäft: In der Küche treffen sich alle und sie treffen aufeinander, tauschen sich aus und dort werden viele Ideen und Lösungen geboren oder das erste mal besprochen und skizziert. Oft ist die Küche der „Meetingraum der Angestellten“. Oft der einzige „creative point“ und meist die einzige Brücke zwischen den Abteilungen.

Allein schon wenn die Brücke mit einfachsten Mitteln wie: Heute gibt es das Essen in der Abteilung / im Stockwerk XY oder den besonders guten Kaffee bei Z oder dass nur bei A die Apfelsaftschorle und bei O der Orangensaft wirklich gut ist, reicht aus, um den Dialog zwischen den Abteilungen zu verbessern, was verschiedenen Studien zufolge zehn Prozent und mehr an Innovationskraft der Firma bringt.

Nimmt man das als Kalkulationsgrundlage, wäre die Dienstleistung eine Lizenz zum Gelddrucken. Viele „creative companies“ haben ihre eigene entsprechende Versorgung, die kann man vielleicht unterstützen, andere benötigen so etwas, wissen das aber nicht. Aber bei Firmen, die nicht mal Getränke organisieren, sind die Mitarbeiter fleissige Besteller. Manchmal darf man nur bis vor die Tür liefern – aber das kann man organisieren.

Mit belegten Brötchen, heissem Leberkäse und Würstchen, aber auch mit kurz Angebratenem und Eintöpfen oder vorbereiteten Sachen wie Salate und Ähnlichem kommen sich die Parteien Schritt für Schritt näher, über die absolute Notausrüstung „Sekt und Selters“ genannt, empfiehlt man sich für die Überraschungs- und Feiermomente und das Angebot Kaffee und Teeküchen auszustatten und zu warten und sie bei Ereignissen professionell und reibungslos zu bedienen, für Nachschub und / oder Deko etc. zu sorgen und täglich gutes, abwechslungsreiches Essen anzubieten rundet das Angebot ab und schafft einem den Einstieg private und geschäftliche Ereignisse zu organisieren.

Eine Fahrradküche ist eine Miniküche an und rund um ein Fahrrad, die weit mehr als nur einen Grill bietet, man kann sie als den „Bauchladen des Küchenchefs“ betrachten, der selbst dem Feinschmecker gerecht werden kann. Mehrere können sich in einem Industriegebiet ergänzen, das ist weit mehr als sich ein Gebiet teilen, denn da das Angebot abwechslungsreich ist steigt die Zahl der Kunden an und die der Anfragen, ob man auch dort oder dort anbieten könnte.

Mittags im Industriegebiet, abends vor den Tanzpalästen oder in einer belebten Fussgängerzone oder bei Veranstaltungen usw., die Möglichkeiten sind breit gefächert. Wenn die Qualität stimmt, dann kann das funktionieren, vor allem dann, wenn man sich mit einen der Fahrer und Lieferer zusammentut.

Mit solchen Tätigkeiten, kann man sich eine solide Grundlage schaffen, die genutzt werden sollte: Wer es gut macht, kann sein Wissen weitergeben und entweder einstellen oder ausbilden oder verkaufen. Damit können auch die Qualifikation für viele Bereiche als Veranstalter, Restaurant etc. nachgewiesen werden, und der Übergang kann etwas entkrampft werden. Machen kann man das, solange man gelegentlich (die Kunst heisst: Immer rechtzeitig) die Position wechselt.

Wer das nicht will, der besorge sich einen Gewebeschein und gehe im Grosshandel einkaufen, nehme Einkäufe über den Tag im Netz an und liefere diese Abends aus. Zusammen mit einer Fahrradküche oder dem Industriecatering kann das was werden. Der eine geht einkaufen, andere Kochen und wieder andere verteilen und sind vor Ort. Zwischen den Runden ist vielleicht noch Platz für Post oder Päckchen oder andere Kundenaufträge von Kopieren über Kurier bis zum Helfen am Telefon oder so.