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Weltbilder, kurz und fündig

Welche Rolle spielen „Weltbilder“? Jedes Weltbild wirkt sich auf jede Entscheidung aus, denn der Mensch entscheidet letztlich aus dem Bauch, eine reine Kopfentscheidung trifft man selten an; in der IT wurde das mal so ausgedrückt: „Die Erfahrungen des aktuellen Projekts wirken sich erst zwei oder drei Projekte später aus – denn erst dann wurden sie verinnerlicht.“

Welche Weltbilder gibt es? Mehr als es Menschen gibt. Allerdings kann eine Hierarchie von Gruppen von Weltbildern aufgestellt werden.

Zumindest welche Übergruppen gibt es bei Weltbildern? Da gibt es eine grobe Trennlinie: Erfahrung oder belastbares Wissen. Wer mit Erfahrungen arbeitet, braucht diese nicht zu begründen, denn „er ist von allen der Erfahrenste, bzw. der, der es am besten versteht, und die Anhänger dieses Weltbild wollen zügig Antworten / Lösungen auf aktuell drängende Frage bekommen, an Erklärungen sind sie eigentlich nicht interessiert, dieses Weltbild setzt auf zentrale, absolute Führung und toleriert Willkür.“; „die mit belastbarem Wissen arbeiten setzen auf Kooperation, betrachten die Situationen und Entwicklungen, sie erarbeiten frühzeitig und gemeinsam Lösungen“.

Kann man das kürzer sagen? Die „Erfahrenen“ setzen auf „den Einen“, Größe bzw. Masse, Aktionismus und Parolen; die anderen setzen auf belastbare Fakten, erarbeiten die Datenmodelle, mögliche Szenarien und Reaktionen frühzeitig gemeinsam und quasi bereits im Vorfeld, ihr Ziel ist es (weit) vor der Krise einzugreifen und zu lenken.

Ginge auch „Zentrale, aktionistische Parolen vs. kooperatives Vorbereitet sein“? Wenn man so will und die Nähe zur Parole übersieht. Zudem ist zu beachten, dass es heute nicht mehr um das „versus“ oder um ein paralleles Nebeneinander beider Weltbilder geht, sondern um die Frage „in wie weit durchdringen und benötigen sie sich gegenseitig“?

Die Antwort auf die Fragen bitte auch noch. Jedes Element eines Gegensatzpaares bedingt und durchdringt das andere: ob etwas „hoch“ oder „tief“ ist, ist nur eine Frage des Blickwinkels, von unten sieht es „hoch“ von oben „tief“ aus, an der konkreten Höhe ändert der persönliche Blickwinkel nichts. In konkreten Fall ist zudem der Prozess des Umstiegs wichtig, sie sind quasi die Spaziergänge und damit die Wechsel der Blickwinkel im Steinbruch / Gelände.

Inwiefern werden diese Wechsel wichtig? Wie oben gezeigt ändert ein Blickwinkel nicht die Fakten oder nur selten – wohl aber die sichtbaren Lösungsmöglichkeiten, mit anderen Worten: Wer mehrere Aspekte einnehmen und verstehen kann, hat i.d.R. mehr Möglichkeiten, seine Welt wird größer und mächtiger.

Wie kommt es, dass es diese Weltbilder gibt? Als Nomaden reichten Erfahrungen (und deren Austausch) völlig aus. Auch lange Zeit nach der Entwicklung der Landwirtschaft – schon allein weil „jeder alles konnte“. Mit der Spezialisierung setzte dann der Übergang ein.

Was änderte sich? Die Kommunikation im Allgemeinen, zwischen den Spezialisten und dass sich überregionale Aspekte ergaben. Eine andere Kommunikation bedingt einen anderen Umgang.

Die Kommunikation im Allgemeinen? Zwischen den „Erfahrenen“ dient die Kommunikation fast ausschließlich dazu, sich gegenseitig die Zugehörigkeit zur Gruppe zu bestätigen, selbst zum Lernen wurden keine Worte benötigt, das passierte nebenbei und durch Abschauen. Kooperation benötigt neben fachlicher Kommunikation und Absprachen auch organisatorische oder übergeordnete, allgemeinere Formen der Kommunikation. Die Gruppe selbst wird immer weniger wichtig, bleibt deren Wichtigkeit oder z.B. die Willkür der zentralen Führung innerhalb der Gruppe wichtig, bleiben die Erfolge aus und alles tritt auf der Stelle oder macht sogar Rückschritte.

Die Kommunikation zwischen Spezialisten? Da es sie vorher nicht gab, wusste anfangs niemand, wie das geht, das war etwas Neues – und wie immer kann man bei Neuem Fehler machen. Und es war etwas ganz anderes, denn die alten Techniken und Ziele (z.B. die ständige Bestätigung der Gruppenzugehörigkeit und der Hierarchie, die Unterordnung und die Wiederholung der Parolen etc.) versagen jämmerlich; fachliche Gespräche erarbeiten Ist- und Sollzustand, in welcher Reihenfolge und wie man von einem Punkt zum nächsten kommt. Alles andere stört nur, kann sogar gefährlich werden und das Erreichen des Ziels verhindern.

Überregionale Aspekte? Die Berechnung des Erdumfangs in der Antike benötigte koordinierte Aktivitäten über mehrere Regionen hinweg; die Entwicklung von belastbarem Wissen benötigt die Falsifizierung (oder Bestätigung) durch Dritte und deren lokalen / regionalen Ergänzungen. Die Liste ist selbstverständlich nicht vollständig.

Gruppen

Sie sind allgegenwärtig und so gewöhnlich wie selten etwas, dennoch stehen sie in vielen Chats und Nachfragen im Zentrum, denn beim Umstieg von den alten Techniken zu den „neuen Techniken“ in der IT benötigen Kooperation statt wie gewohnt Hierarchie, bei den Gesprächen landet man dann schnell beim Stichworten „Gruppe“ und „Gruppendynamik“, weil im Zentrum der Gruppe sie selbst steht, was jede Kooperation letztlich unmöglich macht.

Was im Zentrum steht, verdrängt alles andere mindestens auf Platz II. Innerhalb der Gruppe ist dann der Status wichtig und verdrängt damit alles andere mindestens auf Platz III. Aufgrund des Status erledigen die mit weniger Status die Arbeit, meist nach akribisch vorgeschriebenen Verfahren, das verdrängt alles andere mindestens auf Platz IV. Die Liste kann meist um viele weitere Punkte verlängert werden.

Allein schon die Kommunikationskette, die Zahl der Interessen, durch die die Kommunikation läuft, zeigt, dass eine Kooperation nicht möglich ist, weil der Empfänger seltenst den originalen Text bekommt, dafür viel Verwaschenens.

Der erste Punkt ist demnach: Kooperation benötigt direkte Kommunikation auf Augenhöhe und über Gruppengrenzen hinweg.

Die Gruppe teilt die Welt in Innen und Außen. Alles Gute wird dem Innen zugeschrieben, alles Schlecht dem Außen. Das führt dazu, dass die Gruppe immer recht hat, alles gut regelt und das für immer und ewig geregelt hat. Wer in so einem Kontext lebt, tut sich mit Selbstkritik und selbst eine Meinung zu entwickeln schwer, für Kooperation ist das essenziell.

Der zweite Punkt umfasst demnach die Möglichkeit sich eine eigene Meinung zu bilden, dabei alles ständig kritisch zu hinterfragen (auch sich selbst und seine Motivationen). Das ist übrigens eine Voraussetzung für den ersten Punkt.

Zudem wird die „gute alte Zeit“, dieser Riesenaufwand aller Vorfahren und im Besonderen der eigene, verteidigt. Mitglieder dieser Gruppen neigen zur Konfrontation und Gewalt (übrigens nicht nur nach Außen), diese Gruppen sind rechthaberisch, starrsinnig und unflexibel. In der Kooperation ist es aber nötig offen zu sein, sich weiterentwickeln zu können und flexibel zu bleiben.

Der dritte Punkt ist das dominante/rechthaberische/manipulative Alltagsverhalten abzulegen und durch das Gegenteil zu ersetzen.

Für Gruppen ist die Größe wichtig, es gibt den permanenten Wunsch sie größer und stärker zu machen. Wer also in einem von gruppendynamischen getriebenen Überlegungen Kontext steckt, neigt dazu bei jedem kleinen Moment nach zusätzlichen Mitarbeitern zu rufen. Bei einem kooperativen Vorgehen wird die Größe schnell zum kommunikativen Flaschenhals, während man in der Gruppe die Massen mit Parolen und Rundschreiben leitet, sind alle Gespräche in der Kooperation individuell (das führt zu exponentiellen Wachstum).

Der vierte Punkt ist kleinere Gruppen bleiben länger effektiv, hierarchische Gruppen wollen immer nur wachsen.

Die Liste ist sicher noch nicht vollständig, zeigt aber wie weit entfernt die beiden Vorgehen von einander sind. Es gibt Coaches für Meinungsbildung und Kommunikation und dem Gruppendruck entkommt man zügig durch einen Entwickler-Pool. Zudem braucht es meist eine kleine interne Abteilung, die die neuen Techniken vorstellt und unterrichten kann. Ein Externer sollte beim Aufbau der kleinen Abteilung beraten und erste Vorschläge zur Auswahl der ersten Werkzeuge und Vorgehen helfen. Seine Tätigkeit ist dann in bestimmten Abständen nachzuschauen, wo man wieder in alte Fahrwasser geraten ist und freilich weiterhin zu beraten.

Die Vorschläge des Blogs kurz zusammengefasst

Seit 16.9.2020 Nachmittag stehen die Telefone nicht mehr still, es geht immer um die Ideen des Blogs, denn die Politik habe behauptet etwas für die neuen Technologien und hoffentlich bald neuen Exportartikel Deutschlands tun zu wollen. Da seien C/SE, IvaP und „framing farming“ (der Name wurde kreiert und steht für das „Ummanteln von Häuser zur Verbesserung der Energiebilanz und um „urban farming“ betreiben zu können) wohl die ersten Kandidaten.

Meist soll ich dann zur Aufbesserung des Gedächtnisses alles ganz kurz zusammenfassen.

C/SE steht für City/SynErgy und das wiederum für Synergien bei Infrastrukturen, Energie und Mobilität.

Ein paar Pfeiler an denen ein Leitsystem montiert ist, das Kabinen bewegt, um damit Menschen in Ballungsräumen von Haustür zu Haustür emissionsfrei und meist ohne Zwischenstopp zu befördern und das erstaunlich schnell: zwischen 60 und 120 km/h sollten auf den größeren Straßen möglich sein (kleiner Tipp: Einfach mal nachschauen wie weit es in der eigenen Stadt von Stadtrand zu Stadtrand ist, bei 60 km/h fährt man einen Kilometer in der Minute).

Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind alles, was Kabel oder Rohre benötigt, sowie Mobil- und andere Funknetze.

An, zwischen oder über den Pfeilern kann man Erweiterungen anbringen. Photovoltaik, aber auch überraschendes wie Bassins, in denen z.B. Fische gezüchtet werden oder Algen, die liefern nicht nur Biomasse sondern können so einiges produzieren u.a. auch Wasserstoff und anderes chemisches und medizinisches.

IvaP steht für Individualisierbare vollautomatische Produktion. Am besten stellt man sich das als ein riesiges Gewusel von Roboterarmen, Werkzeugen und Werkstücken vor. Jedes Produkt kann individuell gestaltet werden (entweder macht man das selbst oder beauftragt jemanden damit), produziert wird es dann aber vollautomatisch und in der gewünschten Qualität und mit den gewollten Materialien.

Vollautomatisch kann man heute bereits Dinge machen, die man manuell nicht herstellen kann. Dennoch würde IvaP das Handwerk aufwerten, da nun alles perfekt, schnell und kostengünstig überall erstellt werden kann, werden die Eigenschaften manuell erstellter Produkte für Liebhaber und zum Luxus tendierende Menschen sehr interessant. Zudem wird das Handwerk zu einem Testfeld der Produktionsschritte werden und Ideen ausprobieren.

IvaP sollte dezentral betrieben werden, um vor Ort zu produzieren. Eine solche Fabrik benötigt nur wenig Menschen, aber da es so viele Fabriken (überall) gibt, wird IvaP mehr Menschen in Lohn und Brot stellen, als das in der Industrie heute möglich ist. Zudem werden die Löhne ortsüblich sein, dadurch fallen sie im Preis nicht auf.

IvaP schafft neue Arten von Arbeitsplätzen, der Produzenten hat mit den Produkten nichts zu tun, ein neues Produkt setzt nur eine Spitze in der Produktion. Doch je mehr Produkte zugleich und wie schnell es geht. Das ist bei so einem Gewusel und den sich ständig ändernden Kombinationen der Produkte – das benötigt kontinuierliche Weiterentwicklung und Optimierung der Produktion. Das kann knifflig werden, da werden Menschen eingestellt werden.

Da überall auf dieselbe Art produziert wird, können gute Ideen auch überall eingesetzt werden, jeder Einsatz bringt etwas Geld und da es weltweit und praktisch ab der Sekunde, in der sie freigegeben wurden, passieren kann, ist das eine weitere Einnahmemöglichkeit für den Produzenten und den Entwickler.

IvaP verschiebt das Risiko von der Kette Investor-Betrieb-Mitarbeiter auf das Produkt. Da sich der Produzent nicht mehr um die Produkte selbst kümmert, können das nun andere machen, neben Designern, Statiker, Materialwissenschaftler usw. werden mehrere weitere Menschen wieder lokal oder regional involviert.

Jeder kann jede Idee aufgreifen, nutzen oder weiterentwickeln – wie gesagt, das Produkt trägt das Risiko. Und jeder, dessen Idee benutzt wird, verdient daran, zudem sind viele Ideen auch die Lösung in anderen Situationen, die der Ideengeber selbst wahrscheinlich nie gefunden hätte. Und da alles auch in Massen produziert wird, reichen Anteile aus, die Masse macht es.

Doch das funktioniert nur, wenn man sich darauf verlassen kann – ein sicheres Netzwerk, Hard- und Software sind Grundbedingungen, die heute leider nicht immer und überall vorhanden sind.

Während IvaP erst durch Automation und Digitalisierung möglich wird, ermöglicht C/SE das framing farming“, da heute weder Blumen noch Lebensmittel, die an einer mit Autos vielbefahrenen Straße, gewachsen sind, verkauft werden könnten, wegen den Emissionen, das wird erst möglich, wenn die Emissionen reduziert wurden, dann kann man das machen – und C/SE kann das.

Framing Farming ummantelt ein Haus, um die Flächen für die Agrarproduktion zu nutzen. Es gibt einige praktische Nebeneffekte: Das Haus wird sommers wie winters gut isoliert, das reduziert die Heiz- und Kühlkosten, bringt aber etwas Geld ein. Da die Isolierung nun vorgelagert ist, kann man sie beim Hausbau herausrechnen ebenso den Wetterschutz und das Aufputzen. Pflanzen verdunsten Wasser, die dabei entstehende Verdunstungskälte kühlt die Umgebung evtl. die ganze Stadt ab.

All diese Vorschläge greifen ineinander und / oder bedingen bzw. begünstigen sich gegenseitig. Ein weiteres Beispiel für Synergie. Es gibt noch viele interessante Vorschläge im Blog.

Zum Schluss noch ein Wort zu Autos und Fliegern. In den meisten Gesprächen reagiert das Gegenüber auf die Ankündigung von C/SE mit der Aussage: „Nutzen werde ich es sicher – aber vorher kaufe ich mir nochmal ein richtiges Auto“. Zudem liefert C/SE viel Biomaterial, das in Bio-Treibstoff gewandelt werden kann, das könnte dem Auto helfen. Zudem kann C/SE, sollte es zum Exportschlager werden, neue Märkte erschließen, denn C/SE kann den Verkehr von und zwischen Ballungsräumen bestens bedienen, aber auf dem Land wird das Auto weiterhin eine Option sein – und (unerschlossenes) Land gibt es vieles auf der Welt. Kurz, so schlecht sieht es gar nicht aus, aber Änderungen wird es geben.

C/SE kann nicht über längere Distanzen über Wasser geleitet werden. Eurasien und Afrika etc. könnte komplett von C/SE bedient werden, aber auf so mancher Langstrecken-Reise wäre der Flieger schneller, wahrscheinlich einige Mittel- sicher aber die Langstrecke sollten erhalten bleiben und Düsen können auch mit Wasserstoff betrieben werden. SE allerdings wäre in der Lage, den Flieger komplett zu ersetzen. Die Bahn hat den Vorteil, dass man mit größeren Gruppen in ihr reisen kann aber auch viele Güter transportieren kann.

Fazit: Ja, es wird sich so einiges ändern – meistens zum Guten. C/SE verbessert die Mobilität und ganz allgemein die Infrastruktur, was immer ein Anschub für die Wirtschaft ist; es bringt Geld in die Kassen der Kommunen; wirtschaftlich sorgt die dezentrale Ausrichtung aller Vorschläge dafür, dass jeder Euro in der Region mehrfach zirkuliert, auch das ist gut für die kommunale Wirtschaft. IvaP sorgt für Arbeitsplätze in der Industrie und schafft viele neue Jobs. Framing farming schafft weitere Arbeitsplätze in der Stadt, ebenso der kontinuierliche Umbau der Städte, Straßen etc. Bei C/SE kann es schnell gehen, eine Stadt kann in einem Jahr mit festen Ein-/Ausstiegsstellen umgestellt werden. IvaP wird etwas länger dauern. Bis die Städte wissen, wie sie es zukünftig machen wollen und es umgesetzt ist, werden zwei Generationen beschäftigt sein – weiter kann man nicht sehen, aber auch nicht mehr Sicherheit und Perspektiven reichen.

Viele wollen über die aktuellen Verhältnisse reden und suchen Lösungen meist in den alten Schemata – meist scheitern sie, und fragen sich und manchmal auch mich: Warum? I.d.R. stellt sich heraus, dass es eigentlich um was ganz anderes geht. Die Mängel der Gruppendynamik mit den Mitteln der Gruppendynamik zu bekämpfen wird zum Kampf gegen Windmühlen, weil man sich selbst das Thema / Aufgabe aussucht (um Narrative / Parolen schützen will), statt sich der Realität zu stellen.

Worum geht es aktuell wirklich? Man kann das auf „Gruppe vs. Flexibilität und Kooperation“ (kurz: „FlexKo“) fokussieren.

Warum tut sich die Politik so schwer das zu thematisieren? Wenn Parteien sich selbst näher an der Gruppe vermuten, dann können sie wenig mit FlexKo anfangen und tendieren dazu, es mit den alten Werkzeugen anzugehen.

Warum tun sich Firmen so schwer damit? In vielen, gerade in den großen und etablierten, Firmen, gibt es gewachsene Prozesse, die wie heilige Kühe gehütet werden, weil man denkt, dass sich das bewährt hat und deshalb immer funktionieren wird. Übrigens, das ist einer der Irrglauben der Gruppendynamik.

Was ist das Hauptproblem der Gruppendynamik? Sie funktioniert gut, solange jedes Mitglied jedes andere kennt und einschätzen kann, damit organisiert sich der Alltag praktisch von selbst, bei größeren Gruppen bilden sich Hierarchien aus. Es ist darüber hinaus wichtig, dass die Gruppe möglichst autonom ist. Da die Gruppendynamik auf Erfahrung und Narrativen basiert, steht sie allem, was von außen kommt, skeptisch, diskriminierend bis feindlich gegenüber. Auch die Wissenschaft kommt von „den Anderen“; dazu kommt noch, dass sie „belastbares Wissen“ liefert, das es extrem schwer macht, das Narrativ jederzeit und willkürlich zu ändern. Man befürchtet den Verlust der eigenen Autonomie und Willkürlichkeit, die meist euphemistisch: „Freiheit“ genannt wird.

Was sind die alten Werkzeuge? Die Werkzeuge der Gruppenbildung. Unter anderem das Prinzip „Einer kann alles“ und damit eine implizite Zentralisierung bzw. Hierarchisierung; daneben eine „Heerbildung“ bzw. die „Gruppengröße entscheidet“ oder „Quartettmentalität“, nur die eigene Gruppe hat immer Recht, die „Anderen“ grundsätzlich nie.

Was sind die neuen Werkzeuge? Die Menschen können jederzeit die Gruppe dynamisch und flexibel wechseln, sie bilden Spezialisten aus, die jedoch wissen, dass sie so speziell sind, dass sie allein weder die eigenen noch die Ziele anderer umsetzen können und kooperieren bereitwillig mit den „Anderen“ – und sie können und wollen neugierig über den Tellerrand schauen.

Wird das eine das andere ersetzen? Beides sind Formen der Organisation, für beides gibt es gute Kriterien, wann welche Form besser geeignet ist. Die Probleme sind Übertreibungen und wenn verlernt wird, dass es auch noch anderes gibt, denn dann beginnt man damit, die Welt passend zu machen, man verliert den Kontakt zur Wirklichkeit und hört mit der Flexibilität auf und schafft die Dynamik ab.

Aber Spezialisten gibt es doch schon! Mag sein, wenn sie dynamisch und flexibel kooperieren können, dann nur her damit! Der Begriff wird heute recht großzügig interpretiert vom angelernten Arbeiter bis zum Akademiker. Aber hier geht es nicht um den Spezialisten an sich sondern um die Art wie zusammengearbeitet wird, aber auch darum, bereit zu sein, seine Spezialität zu wechseln, z.B. wenn es neue Werkzeuge gibt, kann dieser Wechsel innerhalb der Spezialität stattfinden, oder wie es in der IT ist, da kommen ständig Auftraggeber aus den verschiedensten Bereichen oft sollte man sich vorbereiten, es kann aber auch bedeuteten, dass man die Branche komplett wechselt, z.B. weil einen diese Arbeit fesselt. Der Unterschied zu heute ist, dass der Spezialist „einmal lernt und dann ein Leben lang davon zehrt“. Zudem brauchte man früher immer viele derselben Art, für eine Tätigkeit, heute werden die Teams kleiner – und die werden anders organisiert als große Gruppen.

Beispiel: Für Apollo arbeiteten Heerscharen von Mathematiker und Astronomen, zum Mars wird man in diesem Bereich mit wenigen Mathematikern und Astronomen begnügen, dafür aber mit einigen Informatikern und etlichen Computern. Diese Teams organisieren sich ganz anders, das kann bis zur Selbstorganisation gehen. Wichtig ist zu bedenken, da intensiv mit Wissenschaftler und open-source gearbeitet wird, sind es letztlich wieder sehr viel mehr, die zusammenarbeiten bzw. Beiträge liefern – nur eben indirekt.

Allgemeiner: Die aktuellen Aufgaben und Erwartungen in vielen Brachen, z. B. an die IT, können mit Gruppendynamik nicht erreicht werden. Von einer Website werden meist mehrere Teilaufgaben parallel bzw. im Hintergrund gesammelt und gesteuert, wenn diese unabhängig von einander entwickelt werden, sinkt die Komplexität dieser Bausteine, man kann sie mit kleinen Teams schnell und zielsicher liefern und ändern bzw. neu erstellen (was meist auch empfohlen wird). Stichwort: Agilität. Es ist in andere Bereiche und Branchen übertragbar.

Was ist der größte Unterschied zu heute? Eine fasst schon ideale Umsetzung in einer Firma mit mehreren IT-Abteilungen ist das, was ich den „Pool“ nenne: Dort kommen alle Programmierer zusammen, wenn von den Kernteams der Applikationen Aufgaben kommen, bilden sie ein Team, das diese umsetzt, danach kommen sie in den Pool zurück, wo sie auch an eigenen oder open-source Projekten arbeiten können – letzteres, weil man ja selbst intensiv mit diesen Werkzeugen arbeitet und sie auch für die eigenen Prozesse optimieren kann. Ist der Unterschied deutlich geworden?

Ein „Pool“ statt vieler Abteilungen – was ändert sich darüber hinaus? Aktuell arbeitet die Gruppendynamik gegen die Ziele und eigentlichen Aufgaben, im Pool arbeiten sie für diese Ziele und Aufgaben.

Beispiel Abteilung Wer in einer Abteilung arbeitet, bildet oft eine eingefleischte und gewachsene Gruppe aus, grenzt sich von anderen ab, hat selbstverständlich immer den wichtigsten und härtesten Teil abbekommen, arbeitet härter als alle andere und das wird ständig kommuniziert und zelebriert. Die Gruppendynamik und damit auch die Selbstdarstellung, zusammen mit den gewachsenen Prozessen wird das Gemisch oft zur Hauptaufgabe und benötigt meist den größten Teil gelegentlich die gesamte Arbeitszeit.

Beispiel Pool Da die Gruppen nur relativ kurz bestehen und die Gruppenbewertung zur eigenen wird, lohnt sich ein Engagement in Sachen Gruppendynamik kaum, man konzentriert sich auf das Ergebnis, und lernt und testet Alternativen in den Zwischenzeiten aus. Zudem wird man alle alte Gewohnheiten und Fahrwasser auf einen Schlag los.

Senkt ein Pool die Zahl der Arbeitsplätze? Nein, meist steigt die Zahl der Angestellten sogar. Einmal weil die „Kleinteiligkeit“ mehr Arbeit verursacht, die aber von neuen Werkzeugen stark unterstützt wird, dann weil Aufgaben, die bislang manuell im Ops-Bereich durchgeführt wurden, automatisiert und kontinuierlich optimiert werden wollen, da schnell, präzise und hochwertig agiert werden, steigt die Zahl der Aufträge meist überraschend stark an.

Was bedeutet der Pool für den einzelnen Mitarbeiter? Viele Mitarbeiter, gerade die in den großen und „altehrwürdigen“ Firmen, halten an den aktuellen Prozessen fest, weil sie existenzielle Ängste haben; dazu kommt die Enttäuschung, denn: So haben sie sich die IT-Arbeit eigentlich nicht vorgestellt. Der Pool ändert da viel: Endlich nähert sich die Arbeit den eigenen / ehemaligen Vorstellungen an und er bemerkt: Nach einer Weile im Pool ist er fit für den Markt. Zufriedene, kooperative und selbstsichere Mitarbeiter heben wiederum die Qualität – manchmal aber auch die Risikobereitschaft.

Existenzielle Ängste? Erschreckend viele Mitarbeiter in den Firmen meinen zu wissen, dass sie erstaunlich gut für sehr wenig Arbeit / Leistung bezahlt werden. Darüber hinaus war es harte Arbeit, sich in die bestehenden (meist hoffnungslos und enttäuschende ineffektiv) Prozesse einzuarbeiten, ebenso in die komplexen Werkzeuge. Da befürchtet man schon mal, dass einer wie er, mit viel zu wenig Übung in den Kernkompetenzen und bei den vielen neuen Werkzeugen, keinen neuen Job finden kann. Sie sitzen in der Falle. Man kann nur kämpfen oder untergehen.

Und der Pool fängt diese existenziellen Ängste nochmal wie auf? Wenn man den Umstieg zum Pool gut gestaltet, dann wird mit einer kleinen neuen Abteilung begonnen, in denen Spezialisten – meist Externe – die Werkzeuge und möglichen Prozesse anhand von Beispielen aus dem Alltag der Mitarbeiter mit den Mitarbeiter exemplarisch lösen. Sie machen erste Erfahrungen und werden zuversichtlicher, mutiger und probieren es mit ersten Kleinigkeiten aus. Dass diese Erfahrungen ihren Marktwert steigert, ist ein wertvoller Beitrag, um die Zukunftsängste in den Griff zu bekommen.

Warum machen das dann nicht alle? Wie gesagt, die Beharrungskräfte sind wegen Gerüchten, Gruppendynamik und individueller Ängste sehr hoch. Und ja, es ist ein große Aufgabe, niemand hat Erfahrung oder eine Ahnung, wie das gehen soll, die Gefahr, dass es (oder schlimmer: man selbst) schief geht, steigt, wird mit der Zeit übersteigert und plötzlich sind sich alle sicher, dass das neumodische Zeug nicht gebraucht wird. „Nach uns die Sintflut“ hört man dann oft.

Wie wirkt sich diese Einstellung gesellschaftlich aus? Nun, viele sind der Meinung, dass sie ein Recht darauf haben, so weiterzumachen wie bisher – bislang ist es ja gut gegangen. Das nennt man auch „Verleumdung“ oder „Verdrängung“. Vorschläge werden unmittelbar diskreditiert und schlecht gemacht, dann wird die Machtfrage gestellt und letztlich wird Gewalt eingesetzt.

Wie wirkt sich das politisch aus? Der Hang zur Gewalt zeigt sich bei Trump, Putin und Co. Und da Gruppe das Altbewährte und das „Zurück in die gute alte Zeit“ bevorzugt, werden Neuerungen sowie Wissenschaft etc. gescheut, statt dessen gilt wieder das Narrativ, die Willkür und Parolen. Wer sicher auf Gewalt, Mord und Totschlag oder Krieg aus ist, der sollte diese Leute wählen bzw. unterstützen. Wer eine Zukunft und Perspektive haben will, der sollte kooperativ werden.

Zusammenfassung? Die wesentliche Änderungen, die meist verkannt werden, sind Automation und Digitalisierung. In ihrem Kontext ändern sich nicht nur die Arbeitsprozesse, sie ermöglichen auch ganz neue Produkte und weitere Änderungen. Für so manchen sind es zu viele Änderungen. Für andere immer noch zu wenig.

Wie kann der gordische Knoten gelöst werden? Indem man wie beim Beispiel „Pool“ Wege und Möglichkeiten aufzeigt, erklärt und demonstriert – eben seinen Teil beiträgt. Es gibt im Chat viele, die bereits ihr Engagement bewiesen haben, etliches wurde im Blog vorgestellt. Stichworte: IvaP, City-SynErgy (kurz: C/SE), das spezielle urban-farming etc..

Arbeit und Gruppe

Viele Menschen bauen zur Zeit ihre Arbeitswelt um, das führt zu vielen Fragen auf vielen Gebieten, neben den technischen Themen spielt eine Frage immer wieder eine herausragende Rolle: Wie ist das mit der Organisation – oder: „Warum verhalten die einen sich so und die anderen so? Und wie war das mit dem DU und dem WIR?“

Meist begann es mit der Erfahrung, dass sich manche Menschen in der neuen Ordnung sehr einfach und effektiv eingliedern und einbringen können; andere sich damit sehr schwer tun, wie schwer zeigt oft erst das Homeoffice auf. Einige verlieren regelrecht den Boden unter den Füssen, andere werden fahrig bis störrisch.

Es gibt sehr viele Gründe für diese Schwierigkeiten. Einer ist, dass die Arbeit auch gesellschaftliche Rollen übernimmt, in einigen Firmen ist das Montagmorgens gut zu beobachten, denn das häufigste Thema sind die Erlebnisse vom vergangenen Wochenende, die Planung des nächsten Wochenende oder die des Urlaubs oder anderes Privates, seltener sind Gespräche über Filme, Medien etc.. Wie lange das dauert, variiert von Firma zu Firma und von Abteilung zu Abteilung.

Erstaunlicherweise sind Abteilungen, die das exzessiv betreiben, trotz dieser „Zeitverschwendung“ oft recht effektiv. Warum? Am Beispiel einer Abteilung, die sich scheinbar nur Witze erzählte, kann das gut aufgezeigt werden: früher seien die ganz normal gewesen, aber dann, von einem Tag auf den anderen kam das mit den Witzen auf und blieb. Zu diesem Zeitpunkt befragt, sagten die Mitarbeiter, dass sie damals merkten, dass sie die Arbeit derart verinnerlicht hatten, dass sie fehlerfreier und effektiver arbeiten, wenn sie die Automation nicht durch Nachdenken oder Selbstbeobachtung stören und dass das am besten klappt, wenn sie fröhlich und vergnügt sind. Nur wenn sie ihre Arbeit prüfen, seinen sie still und hochkonzentriert, das taktete ihre Arbeit, was sie nochmal beschleunigte.

In dieser Anekdote können mehrere Gründe für die „effektive Disziplinlosigkeit“ gefunden werden: Automation, gewohnte Umgebung aber auch Rituale und Taktung sind wichtige Eckpunkte in diesem Kontext. Oder mit anderen Worten: Diese Mitarbeiter arbeiten oft als Gruppe und oft wandert das Ergebnis des einem zum anderen. Deutlich wird das auch bei Änderungen der Mitglieder manchmal auch, wenn einer erkrankte. Die Räder greifen dann nicht mehr ineinander, es wird nötig häufiger zu kontrollieren oder man wartet gelegentlich aufeinander. Weil das alle stört, sind Fluktuation und Krankenstand oft die niedrigsten in der Firma.

Auch in der IT kann man das beobachten z.B. wenn es an die Codierung geht, denn es gibt viele Programmierer, die ihren Code nach festen und gut erprobten Stereotypen aufbauen, die oft tief verinnerlicht sind. Anhand dieser Gewohnheiten kann man oft den Programmierer identifizieren und den Werdegang des Codes nachvollziehen. So mancher Programmierer behauptet deshalb, dass die Finger schon wissen, was zu tun ist, manche hören Musik andere unterhalten sich gern beim Codieren, wieder andere nutzen die Zeit zur Meditation oder Autosuggestion.

Bislang lag der Fokus auf „Reden und dabei Arbeiten“, doch wie verhält sich das, wenn am Morgen des Montags praktisch nur über Wochenenden Freizeit und Urlaub gesprochen wird? Viele wollen das unterbinden, aber folgende Anekdote kann zeigen, dass das nicht immer eine gute Idee ist.

Ein (Gebäude-) Architekturbüro wurde digitalisiert, man erwartete eine enorme Beschleunigung der Arbeit, es zeigte sich aber, dass sie langsamer wurden obwohl die Architekten und Zeichner gut mit der Software klarkamen. Lange blieb man ratlos, doch dann stellte sich heraus, dass eine Mischung aus ergonomischen Änderungen, der Arbeitsprozesse und damit die Vereinzelung der Arbeit die Ursache war: Früher arbeiteten mehrere an einem Brett, die Dreiecke kollidierten, man musste sich absprechen und organisieren und es war hell im Raum; nach der Umstellung sitzt jeder auf einem Stuhl und vor dem Rechner, es gibt keine Kollisionen mehr und keine Absprachen mehr im abgedunkelten Raum. Die Lösung war: Ergonomische, helle Beleuchtung; Schreibtische, an denen man auch im Stehen arbeiten kann; Einführung von Tischtennis und anderen Sportarten, mit denen die Abteilungen kleine Wettbewerbe austragen durften (übrigens: während der Arbeitszeit) und die Einführung einer verpflichteten fünf bis zehn minütigen Pause pro Stunde entweder im Freien oder in einem der speziell dafür eingerichteten Räume und Küchen. Der Mensch ist eben ein soziales Wesen – auch während der Arbeit, wer das vergisst, vergibt viele Chancen und Möglichkeiten.

Zudem sind diese Gespräche ein Ritual, sie bestätigt die Zugehörigkeit zur Gruppe, zudem kann die Hierarchie oft direkt an der Intensität und / oder Dauer der Gespräche abgelesen werden. Es gilt: Je mehr Hierarchie, desto wichtiger werden diese Gespräche. Werden sie unterbunden und die Mitarbeiter sofort an den Schreibtisch gezwungen, sucht sie sich Alternativen und die ziehen sich dann oft durch alle Arbeitssituationen: Jetzt wird zwar geschwiegen, aber meist sinkt die Effizienz und die Qualität statt – wie erhofft – zu steigen.

Doch in Zeiten von Corona und Homeoffice zeigt sich noch eine weitere soziale Seite der Arbeit: Sie strukturiert den Tag, erlaubt etwas Distanz zwischen Lebenspartner und das Eintauchen in unterschiedliche Welten und das Pflegen unterschiedlicher Kontakte. So mancher Partner lässt den Partner nicht arbeiten, Kinder tun sich damit auch schwer, vor allem, wenn es keinen speziellen Arbeitsraum gibt.

Eine typische Reaktion ist, früh Morgens oder tief in der Nacht zu arbeiten, Schlafmangel und andere Überbelastungen stellen sich dann schnell ein. Manchmal konnte geholfen werden, aber leider zu selten; einige Paare trennten sich, andere durchliefen eine harte Zeit, die sie enger an einander band.

Übrigens, in solchen Zeiten sollten die Hotels in der Umgebung der Mitarbeiter an diese Zimmer (selbstverständlich nur, wenn alle Regeln eingehalten werden können) vergeben dürfen.

Die sozialen Aspekte der Arbeit sind damit noch lange nicht abgearbeitet, aber letztlich sollte nur auffallen, dass die Gruppendynamiken eine große Rolle spielen, sie bringt das Gespräch immer wieder auf das DU und WIR bzw. das WERDEN. Für die, die nicht im Block nachschlagen wollen, was die Begriffe bedeuten, hier eine kurze Einführung:

Das WERDEN beschreibt im Grunde lediglich ein Prozess der mit dem Erkennen, dass etwas Neu ins eigene Leben tritt, und dass es eine direkte, eine indirekte und eine allgemeine Umgebung gibt, in die man hineinwachsen kann. Auf den Menschen übertragen, ist das Neue, das eigene ICH; dann das DU, die Familie und ähnliches, man hält sich an Erfahrungen und Parolen; dann das WIR, Menschen, die sich an gemeinsame Regeln halten und sie erarbeiten; dann das IHR, im Prinzip werden hier die Regeln abstrahiert und das Wissen um die Regeln wird vertieft und perfektioniert. Im Prinzip kann das auf den einzelnen Menschen und auf die Menschheit angewendet werden, letzter befindet sich auf der Grenze zwischen dem DU und dem WIR.

Geschichtlich kann dem DU alles bis zur Urbanisierung und Wissenschaft zugeordnet werden, mit diesen beginnt das WIR. Soweit wird wissen begann das WIR für einige wenige Menschen in Ur, alle anderen blieben im DU und viele blieben dort bis heute, in Deutschland fand das DU sein Hoch ca. im Jahr 1940, das WIR begann etwas früher, einigen wir uns auf die Aufklärung – und dass es nicht für alle galt. Selbst in D. gibt es immer noch viele Menschen, die dem DU näherstehen als dem WIR. Und das ist das Problem, das viele dieser Phänomene bewirkt.

Im Prinzip steht das DU für die Organisationsmuster aller autarker Gruppen und Staatsformen, die sich aus vielen dieser Gruppen zusammensetzen: Imperien des Altertums und in Hierarchien wie Ständen oder Klassen etc. organisierte Staaten und Institutionen. Das Zentrum des DUs sind die Gruppen und deren Unterscheidung bzw. Grenzen. Im WIR sind sie nur ein Attribut unter vielen auch, weil man ständig die Gruppen wechseln kann, im DU sind sie dagegen starr und werden aggressiv „beschützt“. Gruppen kennen Phasen und einige können sehr aggressiv werden, oder anders gesagt: Wenn eine Gruppe ihre eigene Identität in Gefahr sieht, dann wird es schnell und leicht gewalttätig – in der Anfangsphase sind Gruppen aggressiv, weil es um die Ziele geht, damit hat die Gruppe noch keine echte Identität, was sie besonders aggressiv macht. Da die Machtfrage immer eine Rolle spielt, bleibt die Gewalt immer ein Thema im DU.

Im DU kann im Prinzip jeder alles, es geht nur um die „Handfertigkeit“ und die „Wiederholung eingeübter Tätigkeiten“ und allgemeiner „Kompetenz“, das bedarf keiner oder nur geringe Organisation dafür das Gefühl immer kompetent und zuständig zu sein. Das WIR dagegen kennt Spezialisten, das braucht viel Organisation, Kooperation und die Einsicht, dass man selbst nur einen genauer: seinen Teil besteuern kann und es die anderen braucht. Ein Mensch des DUs sieht einen bei diesen Worten nur traurig an und sagt: „Das kann nie klappen“ – in seiner Welt stimmt das auch, im WIR aber nicht. Man sieht, der Übergang ist nicht leicht. Diesen Übergang nennt man auch das „leidende WIR“ da ständig zwischen DU und WIR gependelt wird und scheinbar mal die einen dann die anderen Regeln zu gelten scheinen, in Wirklichkeit, lernt man ständig dazu, kann aber noch nicht alles und fällt zurück auf die „alten Lösungen“ – ein klassischer Ödipus eben.

Wenn dann die Grundbedingungen erkannt und verinnerlicht wurden, sind diese „Rückfälle“ nicht mehr nötig, die Kooperation aufgrund der Spezialisierung wird zur Normalität auch wenn es noch viele Fragen gibt. In den folgenden Phasen werden diese Fragen beantwortet, dann beginnt der Übergang zum IHR, das letztlich die Hintergründe und abstrakten Interaktionen ergründet.

In der Arbeit wird das WERDEN interessant, wenn es um Gruppendynamik geht. DU-Menschen benötigen sie, wie Nahrung, WIR-Menschen sind dagegen unempfindlicher. DU-Menschen brauchen den direkten, WIR-Menschen den fachlich / sachlichen (ohne Tellerrand) Austausch – bei der Arbeit, privat sie das etwas anders aus, aber das ist aktuell nicht das Thema.

Ein DU-Mensch reagiert in Zeiten wie Corona ganz anders als ein WIR-Mensch. Ohne Gruppe oder in der „falschen“ Gruppen „funktionieren“ DU-Menschen nicht mehr wie gewohnt: Sie benötigen den körperlichen Kontakt, sammeln sich unter Druck und (re-)agieren (fast) nur gemeinsam, die berühmte Corona-Party, wie die Pest-Partys, benötigen DU-Mentalität. Leider trifft das DU auch auf Jugendliche zu, denn auch ihre Entwicklung startet im ICH und Kinder sind die meiste Zeit im DU-Modus, erst als Jugendliche oder Erwachsene startet das WIR – oder es wird ödipal.

Wer im DU-Modus verbleibt, braucht Stereotype und Rituale, leider auch die Ansage bzw. Rituale der Gruppe, z.B. des Chefs. Für sie wird es schwer, wenn z.B. das Ritual des „sich auf den Weg zur Arbeit machen“ oder die „anderen Regeln auf der Arbeit“ fehlt. Erstaunlicherweise reicht oft ein Placebo, z.B. eine App mit folgender Funktion: Alarm, es ist Zeit sich auf den Weg zu machen! Dazu zwei Schaltflächen eine mit der Aufschrift „Bin auf dem Weg“ die andere „kann jetzt nicht“. Folgt nach der entsprechenden Zeit ein „Alarm“ der daran erinnert, dann nun die Arbeit beginnt und wenn das bestätigt wird und es einen Chat gibt, in dem die ritualisierten Sprüche quasi auf Kurzwahl vorhanden sind, geht oft mehr als man denke sollte.

Im Prinzip kann man es zusammenfassen als: Stimmen die Orte und Rituale, dann ist alles gut, wenn nicht, beginnen die Probleme, die man unter dem Oberbegriff „Verlustängste“ und „Gruppe“ zusammenfassen kann.

In die Sprache der IT übersetzt bedeutet DU ein nicht veränderbares Release-Label im WIR aber einem Floating- oder Arbeitslabel.

Das Gute ist, dass im DU alte Rituale leicht ersetzt werden können. Die schlechte Nachricht ist, dass das nur klappt, wenn der Unterbau, die Geschichte / Narrativ stimmt. Was es so komplex macht ist, dass es individuell ist – jeder DU-Mensch braucht seine eigene Lösung. Wenn alle zusammen kommen können, kann man versuchen alle an die aktuelle Lösung zu binden – z.B. Montag morgens um 9h oder 10h beginnt das Meeting. Im Homeoffice ändert sich das.

Mitarbeiter A beginnt um 5:30h Mitarbeiter Z um z.B. 9:00h. Für jeden „Mitarbeiter“ beginnt das Montag-Morgen-Meeting gefühlt zu einem anderen Zeitpunkt. Trifft ein „Chef“ die Zeiten und kann er es durch „ein-paar-Minuten-Gespräche“ ersetzen, kann es funktionieren, ansonsten wird es für beide Seiten unangenehm.

Um es deutlich zu sagen: Je mehr Hierarchie, desto wichtiger die Gruppendynamik – das bedeutet aber auch: Die Arbeit tritt dann auf den zweiten, meist aber auf einen der hinteren Plätze, oft wird sie sogar instrumentalisiert oder nur so eingesetzt, um eigene Ziele zu erreichen bzw. zu unterstützen.

Wenn man die Chance hat gilt: Besser viele kleine, flexible Gruppen alle auf Augenhöhe und immer das gesamte Team insgesamt bewertet, nie der Einzelne. Die Zusammensetzung der Gruppe darf sich gerne und häufig ändern. Dann werden die Kräfte der Gruppendynamik zum Motor, denn die immer neuen Gruppen, machen es nötig, die neuen Partner Kennenzulernen – man schaut nun über den Tellerrand und die sozialen Kompetenzen werden wachsen.

Wie wirkt das auf einen DU-Menschen? Es gibt da individuelle Unterschiede, aber sie kommen damit meist gut zurecht. Solange das Narrativ es hergibt, kann er die Regel und Ordnung schnell ändern (seinen Sie bitte nicht überrascht, wenn er plötzlich behauptet, dass er das schon immer so gemacht hat oder hätte; das DU arbeitet ohne „gesichertes Wissen“ sondern mit „Ansage“ oder „Parolen“, die nur im Jetzt gelten, ändert sich das Jetzt, ändern sich selbstverständlich auch die Regeln und – um in der Gruppe bleiben zu können, bestätigt er damit der Gruppe, dass er zu ihr gehört).

Manche passen ihr Verhalten an die neuen Regeln an, dabei kann man sie gut unterstützten, wichtig ist nur, dass sich nicht „neue Regeln und Rechte“ zulässt, denn das für schnell und sicher zu neuen sehr langen Diskussionen ala „Aber das haben wir doch immer so gemacht!?“ – diese „Regel“ / „Tradition“ / „Gewohnheit“ wird durch die Regel: „Es wird immer das beste Werkzeug eingesetzt und es werden immer neue Werkzeuge gesucht, evtl. selbst gemacht“. Damit steigt in der IT das Interesse, dass die Produkte schnell begriffen werden können, sich gut in gemischte und veränderliche Arbeitsprozessen einsetzen lässt usw.

Aber viele brauchen sich nicht allzu sehr umstellen, im Gegenteil, denn die unverbindliche aktuelle Gruppe, die auch nicht lange zusammen sein wird und die Bewertung der Gruppe statt des Einzelnen, versachlicht die Gespräche und die Ziele: Lösungen statt Probleme zu liefern ist zwar neu, aber die meisten freuen sich über diese Änderung. Man kann es kaum glauben, aber gerade die eher DU-Menschen sind sind die aktivsten Teilnehmer im Chat, danach gefragt antworten sie: „Ich bin zwar ein DU-Mensch, aber dieses Erarbeiten von Lösungen ist so befriedigend, ebenso die Art zu arbeiten, dass man es als ITler einfach machen will. Ich bin ITler. Das wollte ich schon immer. Aber die Gruppendynamik in der Arbeit hat mir nie gefallen – das ist destruktiv und verrät die IT und die ITler. Sie diente dazu zu teilen und zu herrschen – um Machtstrukturen über die Arbeit zu stellen. Jetzt steht die Arbeit und der Kunde im Mittelpunkt: Es wird konstruktiv.“

F&A Trump und Wahlen in den USA

Wer wird der neue Präsident? Dazu kann man noch nichts halbwegs gesichertes sagen, denn bei den Wahlkämpfen in den USA geht es oft mehr darum, die Person des Gegners zu diskreditieren und selbst möglichst gut darzustellen. Sprich, es geht mehr um Stimmungsmache als ums Thema. In so einer Situation kann der letzte Tag entscheiden.

Wie wird der Wahlkampf verlaufen? Es scheint so zu sein, dass Trump eben auf diese Stimmung am letzten Tag setzt; dann ist zu erwarten, dass gegen Ende des Wahlkampf ein regelrechtes Stakkato von „positiven Momenten“ kommen könnte.

Woraus schließt Du das? Er weiß, dass Corona, sein Krisenmanagement und die wirtschaftlichen Folgen ebenso wie die „Black-Live-Matters“ Bewegung schlecht für seine Wiederwahl sind – und hofft schlicht darauf, dass sich das bis zur Wahl entweder beruhigt oder derart steigert, dass es wieder gut für seine Wiederwahl sein könnte, weil in der Krise meist konservativer gewählt wird. Er setzt auf Stimmungsmache, nur sie kann das Ruder herumreißen, zudem: Sieht es aktuell gut für den Gegner aus, desto weniger werden sich dann die Mühe machen und wählengehen.

Und wie ist das mit der Post einzuordnen? Da spielt so einiges hinein, beim Thema Wahl unterstreicht es aber die oben genannte These, denn wer per Briefwahl wählt, wählt früher und besonnener – beides ist für ihn schlecht. Besonders wenn er auf ein „großartiges“ Finale setzt.

War es das schon? Sicher nicht! Thematisiert er es, dann hofft er, dass manche meinen, dass man ihn ärgert, wenn man per Brief wählt, er setzt darauf, dass das vor allem Demokraten machen werden. Da die Organisation der Briefwahl aber selten wirklich klappt, kann ihm das bei einer evtl. Infrage-Stellung des Wahlergebnisses nur nützlich sein – und dann kann er sagen: „Ich hab ‘s euch ja gesagt!“.

Was könnten diese „Überraschungen im letzten Moment“ sein? Im Prinzip all das, was anderen Präsidenten geholfen hatte, im Amt zu bleiben, und all das, was wir bereits von ihm kennen, und das dann auf seine Art umgesetzt.

Beispiele? Bei Corona setzt er auf einen Erfolg beim Impfstoff, China-Bashing etc.; In der Wirtschaft wird er es wie immer machen und einfach behaupten, dass er das „ganz großartig“ gemacht hat; in der Außenpolitik wird er auf „äußere Einmischung“, „unfaire Behandlung“, „Demütigungen“ usw. setzten; letzte Mittel dürften dann Eskalationen von Auseinandersetzungen sowohl im In- wie auch im Ausland sein, da wird gehetzt und getrieben, eskaliert und – eben reine Stimmungsmache betrieben werden.

Was würde gegen so ein Verhalten helfen? Am besten hilft eine gute Vorbereitung und tägliche gute Nachrichten, Perspektiven und Aussichten.

Wozu die gute Vorbereitung? Trump lügt und macht katastrophale Fehler und Aussagen, macht sich gern zum Opfer und über- oder untertreibt gern – er redet und ist von der Grundstimmung her destruktiv und die anderen machen. Kann man seinen Argumenten immer etwas Konstruktives gegenüberstellen, dann wird diese Seite zur „hellen“ und die andere sprich die Trumpsche Seite zur „dunklen“ – klar was man dann wählt.

Aber Du sagst doch selbst, dass in den USA die Stimmung stimmen muss und nicht die Fakten?! Das ist ein anderes Thema, das betrifft die Art und Weise, wie die Fakten vorgetragen bzw. präsentiert werden. Nötig ist sicher ein solider oft wissenschaftlicher Unterbau – auf den verwiesen werden kann oder in einem anderen Kontext dann vorgestellt und durchgearbeitet werden kann. Was Du wahrscheinlich wissen willst ist, wie man unmittelbar auf Trump reagieren soll?

Und wie soll man „unmittelbar auf Trump reagieren“? Am besten kurz und bündig mit einem Stichwort, das gerne aus dem Trumpschen Kosmos stammen darf und diese weitere Aggression schlicht kategorisiert – in einer Ecke abstellt; gut funktionieren könnten Stichworte wie „Fake News“ und „großartig“ – freilich eindeutig ironisch, sarkastisch – emotional aufgeladen und gerne auch als Emoji. Wichtig ist, dass es das Publikum amüsiert und von einer entsprechenden Gesten untermalt wird. Ansonsten geht man gar nicht weiter darauf ein, denn zu Trump ist damit schon mehr als genug gesagt. Jetzt kommen wir zum Konstruktiven, Hilfreichen, zu den guten Aussichten und Zielen. Das ganze darf gerne so vorgetragen werden, als könnte man sich kaum vor Lachen über das gerade Gehörte / Gelesene halten, dass man mit so einem Schmarren nicht gerechnet hätte und er diesmal noch „großartiger“ war als alles andere. Kürze, auf den Punkt gebracht und dennoch den Humor und die Schlagfertigkeit nicht auslassend, zuversichtlich und überzeugt.

Aber da kann doch alles kommen! Wie soll man das schaffen? Gute Vorbereitung tut Not, aber man hat ja auch ein Team (meist mehrere), das sich auf so was eben vorbereitet. Dann braucht es Leute, die die Fakten von diesen Teams bekommen und sprachlich umsetzen. Zudem: Wenn man auf Trump nicht auf oberster Ebene reagiert sondern „nur“ auf der fachlich / sachlichen Ebene, die sich noch dazu über den „Unsinn“ nicht mehr beruhigen können, wird Trump vom Sockel geholt – auch bei seinen eigenen Leuten, denn keiner will diese „kleinen“ Despoten haben, Konstruktiv ist für viele die weitaus bessere Wahl – nur „Feudalisten“, Kampf- und Kriegsverherrlicher sehen das anders.

Wie wird Trump reagieren? Ihm ist ja wichtig, dass er als „Gottvater“, „Retter“ und als „der Einzige, der es kann“ zudem, dass er als „bedrohlich“ und „unberechenbar“ gilt. Sagen wir es so: Es wird ihm nicht gefallen und es könnte ihn irritieren. Twitter zwitschert nicht mehr. Er wird dann ganz auf TV und die anderen Medien setzen, um ständig „großartige“ Lösungen aus dem Oval Office zu präsentieren, dann auf die Duelle setzen um die Gegenkandidaten persönlich, direkt und massiv angreifen und diskreditieren. Beginnt man mit der Strategie erst nach den Duellen, dann könnte das bedeuten, dass er keine Bühne mehr hätte und in der wichtigsten Phase des Wahlkampfs nur sich selbst diskreditieren kann.

Wie würdest Du das organisieren? Ich würde so etwas wie ein internes Wiki machen und offen Ideen sammeln, die werden dann strukturiert und zu einem Gesamtkonzept zusammengefasst und im letzten Arbeitsschritt nochmal formuliert werden, um einen einheitlichen Stil zu bekommen, dann beginnt die Suche nach den Seitenhieben, die im humorigen Teil eingebracht werden können. Die Schreiber / Sprecher sollten zügig ausgesucht werden, damit sie üben können, denn je schneller die Reaktionen kommen, umso besser wirken sie.

Was glaubst Du – werden sie es so machen? Den Vorschlägen eines kleinen Blogs aus Deutschland folgen? Wohl eher nicht.

All Together

Wie sieht eine Welt aus, in der C/SE, IvaP, urban farming und die anderen Vorschläge des Blocks umgesetzt wurden – und wie könnte man die Wirtschaft resilienter gegen Epidemien machen?

C/SE ist kurz für City-SynErgy, das zum Ziel hat, den Infrastrukturen einen kräftigen Schub zu geben, was i.d.R. zu einem Schub in der Wirtschaft führt. Es kombiniert Mobilität und Energie ist aber auch hilfreich bei allen anderen Infrastruktur-Aufgaben. SynErgy wird an stehen Ringen in Leichtbauweise montiert und erlaubt es in großer Höhe, fast ohne Kurven hohe Geschwindigkeiten, die abgespeckte Variante für die Stadt senkt die Fahrhöhe auf einige Meter ab und alle Ausbauten sind optional, dafür kann man hier von Haustür zu Haustür fahren.

IvaP ist kurz für „Individuelle vollautomatische Produktion“ sie erlaubt digital konstruierte Produkte in beliebiger Stückzahl und an jedem Ort der Welt, wo es IvaP gibt, herzustellen, die Ideen und Produkte aufzugreifen und zu verändern – für den Ideeneigner lohnt sich das, weil seine Idee auch dort angewendet wird, woran er nie gedacht hätte oder Mühe gehabt hätte sich in den Kontext einzuarbeiten. IvaP ist erstaunlicherweise eher eine Logistikaufgabe, die kontinuierlich optimiert werden will, und wird das Handwerk und manuelle Arbeit anziehen und aufwerten, da sie nun zum Alleinstellungs- und dadurch zum Luxusmerkmal werden.

Urban farming bedeutet, dass in der Stadt Agrarproduktion stattfindet. Aktuell ist das nur begrenzt möglich, weil Produkte, die neben einer großen Straße angebaut wurden, nicht verkauft werden dürften – weil sie praktisch jeden Grenzwert überschreiten würden. Erst C/SE erlaubt es das im größeren Stil anzugehen; z.B. könnten die Häuser mit Kästen ummantelt werden, in denen dann vom Schnittlauch über Salat und anderem Gemüse bis zu Blumen angebaut werden könnten. Dazu kommen die anderen Ideen wie: Kreisläufe in denen z.B. Fische den Dünger für Pflanzen liefern.

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Die Enkelin fragt den Opa: „Wie war das damals, während und nach der Corona-Epidemie und dem Umbau der Wirtschaft und der politischen Systeme?“. „Wo spielst am meisten?“ „Auf der Straße mit den anderen Kindern und manchmal gehen wir auch zu einem Spielplatz – aber Spielen kann man doch überall! Alles kann zu Spielen genutzt werden! Und ganz manchmal gehen wir ja auch ins Museum für Kinder – die Autoabteilung finde ich toll und ich will mal einen Führerschein machen!“ „Damals gehörte die Straße den Autos.“ „Warum?“ „Wenn Du heute deine Freundin in der anderen Stadt besuchen willst – wie machst Du das?“ „Mama fragen, wenn sie ja sagt, greift sie zum Telefon, fragt die andere Mama und wenn auch die Ja sagt, dann ruft sie eine C/SE – Kabine setzt mich rein, dann fahre ich eine Weile und dann holt mich die andere Mama ab.“ „Damals gab es keine Kabinen, damals standen Autos vor der Tür und wenn Du Deine Freundin besuchen wolltest, dann gingen Du und Deine Mutter,oder Vater oder … ins Auto und fuhren dort hin. Wie lange fährst Du heute, die andere Stadt ist 50 km entfernt?“ „Mama hat mir das mit den Sekunden, Minuten und Stunden neulich erklärt und sie sagte, das seinen nur ein paar Minuten.“ „Damals dauerte das eine Stunde oder viel länger – und man konnte das nicht immer machen, weil es zu viel Verkehr gab stauten sich die Autos, das bedeutet, dass es alle paar Minuten ein paar Meter vorwärts ging, dann stand man eine Weile, oft lange, dann ging es wieder ein paar Meter weiter.“ „Aber das ist doch doof – und langweilig! Autos sind doch zum Fahren da – und das macht vielleicht Spaß – ich kann nicht genug davon bekommen. Im Museum für Kinder, in der Autoabteilung und in der kleinen Auto-Stadt da kann man Autofahren, aber auf der Stelle die Zeit totschlagen – das will ich nicht. Das mit dem ‚Zeit totschlagen‘ hat mir Mama beigebracht, als es um die Zeit ging und sie hat gesagt, dass man das damals oft gemacht hat – jetzt verstehe ich das schon besser.“

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Fragen und Antworten um C/SE und DU und WIR

Auf vielfache Nachfrage zu unterschiedlichsten Fragen kurze Antworten.

Viele denken gerade daran, ihre Arbeit neu zu strukturieren und zu überarbeiten, deshalb kommen erstaunlich viele Anfragen zu Gruppendynamik, generelle Arbeitsstrukturen und Varianten, viele beginnen mit grundsätzlichen Themen und fragen nach, wie das mit dem DU und WIR war.

Dann viele Fragen zur Mobilität speziell zu C/SE (City-SynErgy) wie es in pandemischen Zeiten wirken würde und wie würde sich das aufs Auto, Bahn und Flieger auswirken? Dieses Thema ist kürzer und für viele interessanter, deshalb keine langen Vorreden, auf gehts:

C/SE ist kurz und steht für City-SynErgy. SynErgy kombiniert die staatlichen Aufgaben für Infrastruktur bei Mobilität und Energie und war eine Basis für weitere Infrastruktur. Für die Stadt wurden einige Änderungen vorgenommen. Voll ausgebaut könnte man mit C/SE sich in einer der Kabinen von Haustür zu Haustür ohne Ampel oder einem anderen Stopp chauffieren lassen und das recht zügig: Oft mit 60 oder 100 km/h oder schneller. Binnen Minuten wäre man am anderen Ende der Stadt oder aus der Stadtmitte auf dem Land und umgekehrt. Für C/SE braucht man keinen Führerschein, Kinder, Kranke und Geschwächte wären so mobil wie ein Erwachsener mit Führerschein und Auto – nur schneller.

Man braucht keine eigenen Kabinen, manche Firmen werden sich jedoch welche anschaffen, um sie speziell auszustatten z.B. Handwerker.

Die Kabinen können gemeinsam genutzt werden aber auch individuell. Während Epidemien ist die wichtigste Wirkung die Vereinzelung und wegen der kurzen Fahrten ist der Aufenthalt in der Kabine kurz oft lohnt es sich nicht sich hinzusetzen. Mit ein paar Regeln sollten selbst Schmierinfektionen vermieden werden können. Die Mobilität könnte aufrecht erhalten bleiben, die Vereinzelung und kurzen Aufenthalte reduzieren die Ansteckungsgefahr. Kurz Bei Epidemien wäre C/SE hilfreich.

C/SE und Autos. C/SE erledigt die innerstädtische Mobilität weit besser als Autos und ja, C/SE verbindet auch die Stadt mit seinen Außenposten und mit anderen Städten und Dörfern besser, aber auf dem Land bleibt das Auto die bessere Option, die Stadt kann vollständig ausgestattet werden; Dörfer werden wahrscheinlich eher angebunden werden – nicht jedes Haus wird direkt angesteuert werden können, stattdessen gibt es eher Haltestellen.

Auch mit C/SE kann per Algen z.B. Wasserstoff oder andere Produkte hergestellt werden, dabei fallen große Mengen Algen an, aus denen man CO2 neutralen Sprit machen kann. Hier hilft C/SE dem Auto sogar wieder auf die Beine. Und dann kann mit C/SE gut und billig neue Gebiete durch sein Netz erschließen z.B. in Afrika, Indien und Asien. Auch hier wird es eher Haltestellen geben weil nicht jedes Dorf oder alleinstehendes Haus angeschlossen sein wird, da es nun auch dort Treibstoffe vor Ort gibt kann es auch Autos geben, allein schon weil es durch C/SE nun Infrastruktur gibt, gibt es auch gutes Internet etc. und neue Jobs – Kaufkraft und neue Märkte eben. Das ist eines der wenigen Wachstumsbereiche, die heute möglich sind, der zweite ist „von Menge zur Qualität zu wechseln“.

DU & WIR

 

Das DU ist auf die eigene Gruppe ausgerichtet, alle anderen sind „Fremde“, die aus irgendwelchen Gründen die Regeln nicht kennen – und dass sie deshalb den „Anderen“ gegenüber auch nicht gelten und sie deshalb auch nicht „über den Tisch gezogen“ werden können usw..

Das DU benötigt kaum interne Organisation denn jeder kann alles und erledigt die Aufgabe, wenn er sie bemerkt. Man lernt durch Zuschauen und Nachmachen.

Das DU braucht kein Wissen, es fürchtet es sogar, denn es basiert auf dem Bauchgefühl und baut auf Parolen. Der Grund ist: Da es kein „belastbares Wissen“ gab, ist jede Entscheidung so gut wie jede andere – Streit um „welche Entscheidung die bessere wäre?“ erübrigt sich bzw. führt nur zu internem Streit und Zwist: Deshalb entscheidet einer und die Entscheidung wird zur Parole. Manchmal wählt die Gruppe den Entscheider, manchmal ist es immer derselbe und der führt dann.

Im DU herrscht die Willkür, auch weil es kein belastbares Wissen gibt. Wer willkürlich herrscht, kann Widerspruch nicht hinnehmen und wird seine Meinung mit Gewalt „verteidigen“ bzw. durchsetzen. Das DU ist kriegerisch und vergleicht sich gerne neidisch.

Größere Verbünde kann das DU schaffen, indem es hierarchisch wird, die örtlichen Chefs delegieren bestimmte Parolen an den Herrscher und übernehmen sie (wie gesagt, die sind ja fast beliebig austauschbar) bleibt aber vor Ort der willkürliche Herrscher seines Bereichs, er wird zum Funktionär.

Das DU funktioniert nur in der autarken Gruppe. Es gibt nur ganz wenige Spezialisierte und meist auch nur wenige Rollen. Herausragend ist nur der Chef / Herrscher und der Schamane, der meist auch der Arzt war. Es kann sich auch in hierarchische Systeme mit willkürlichen Untergruppen retten.

Dem DU kann alles, was vor der Urbanisierung angesiedelt ist (Nomaden, Bauer, Dorf und die großen Imperien) zugeordnet werden, politisch tendiert es eher nach rechts.

Das WIR zeichnet sich durch Spezialisierung, Kooperation und Strukturierung bzw. Organisation aus. Die Gruppe spielt nur noch eine untergeordnete Rolle, sie dient meist nur als austauschbares Etikett, denn man gehört nicht nur einer Gruppe sondern vielen an und man ist frei jeder Gruppe bei- oder aus jeder Gruppe auszutreten. Das nötigt die Gruppen konstruktiv und aktuell zu bleiben – das nimmt die Aggressionen heraus, manchmal verstecken sie sie nur.

Dem Spezialist ist klar, dass er so speziell ist, dass er seine und die anderen ihre Ziele nur mit anderen Spezialisten erreichen können und da er jederzeit – so er sich das nötige Wissen aneignen kann – ein anderer Spezialist werden kann. Deshalb ist und bleibt er kooperativ und konstruktiv. Der Spezialist kennt keinen Claim nur „seinen Teil der Arbeit“ und, um den erfüllen zu können, ist er jederzeit bereit „über seinen Tellerrand sehen“ und bleibt neugierig; deshalb schützt er auch keinen Claim, er arbeitet immer mit anderen Spezialisten zusammen und meidet Hierarchien nach dem Motto „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Das liegt u.a. daran, das die Zahl der nötigen Mitarbeiter gesunken ist und größere Zahlen nur temporär nötig werden; jetzt werden andere Strukturen und Organisationsformen nötig.

Am deutlichsten wird das wenn man das Apollo und das Mars Programm vergleicht. Um die nötigen Berechnungen für Apollo durchzuführen wurden viele Mathematiker benötigt, die in Schichten Teilberechnungen durchführten und zusammenführten. Angeblich ähnlich viele Astronomen und andere Spezialisten. Bei einer Mars-Expedition war ein Astronom, ein Mathematiker und ein oder zwei Informatiker fest dabei, den Rest erledigten meist Computer.

Übrigens, einer hat mal ausgerechnet ob es möglich gewesen wäre diese Berechnungen auf dem „alten Weg“ zu berechnen, sein Ergebnis war: Im geforderten Zeitrahmen: Nein.

Deshalb legt er Wert auf flexible Strukturen und Organisation. Im Prinzip läuft das in der IT dann so: Für jedes Produkt gibt es ein kleines Kernteam, das aus Spezialisten fürs Fach, Organisation und Umsetzung (technische, grafische, ergonomisch …) besteht, das auf Spezialisten zurückgreifen kann, die nacheinander aber auch parallel in mehreren Projekten arbeiten können und die technische Umsetzung wird an einen Pool von Programmierer übergeben, die auch an eigenen Projekten bzw. bei OpenSource Projekten mitarbeiten sollen – schließlich nutzen wir sie alle.

Das kann auf alle Bereiche, bei denen „on demand“ gearbeitet werden kann, übertragen werden. Doch ist das freilich nur ein grober Rahmen, bei den Details kann man dann viel falsch machen doch gibt es da wenige allgemeine Regeln, denn das wird schnell speziell – doch dieser Punkt sprengt den aktuellen Rahmen, bei Interesse kann das in einem speziellen Post geschehen.

F&A zu Corona

Ansteckung Über kleinste Tropfen, die den Weg in die Augen oder Atemwege finden. Diese Tropfen können in der Luft je nach Virus unterschiedliche Distanzen überwinden, deshalb gilt: Umso näher umso ansteckender. Fremde Hände oder Lippen im eigenen Gesicht, sind aktuell nicht zu empfehlen.

Die Tröpfchen finden sich in der Luft oder auf Oberflächen, auf denen sie sich sammeln oder auf die sie übertragen wurden, z.B. weil sie von Hand zu Hand weitergereicht und infizierte Stellen von anderen Händen berührt wurden und dann im Gesicht verteilt werden.

Wann ist man ansteckend? Ein völlig Gesunder kann Viren verteilen ohne sich selbst anzustecken, wenn er die Viren an der Hand hat, sich nicht ins Gesicht fasst und die Hände zeitnah gründlich wäscht. Ein Erkrankter verteilt in den unterschiedlichen Phasen der Erkrankung unterschiedlich viele Viren.

Schutz vor Ansteckung Impfung wäre das beste Mittel. Bis zwei Meter Distanz halten und keinen direkten oder indirekten Kontakt zu Personen oder Gegenständen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören: Am besten bleibt man im eigenen Haushalt und besucht keine Haushalte, weder von Freunden noch von Verwandten. Vor und nach dem Verlassen des eigenen Haushalts intensives Händewaschen und draußen überall häufiges Hände waschen zur Not könnten auch alkoholhaltige Reinigungstücher oder gegen Viren wirkende Handdesinfektionsmittel helfen. Weder sollte man Personen, die nicht dem eigenen Haushalt angehören, die Hand schütteln noch sich mit Küsschen begrüßen oder Gegenstände von Hand zu Hand weiterreichen.

Stoff vor dem Mund Etliche einfache Mittel können die Zahl der ansteckenden Tröpfchen in der Luft effektiv reduzieren – solange sie richtig angewendet werden und klar ist, dass die anderen Regeln dadurch nur unterstützt aber nicht ersetzt werden. Übrigens, wenn durch durchfeuchteten Stoff geatmet wird, verteilt das die Tröpfchen sehr effektiv – es kann also genau das Gegenteil erreicht werden.

Zumindest als symbolische Wertschätzung oder Gruppenschutz können sie sinnvoll sein, sie sollten aber nicht über lange Zeit getragen werden (austauschen und den trockenen nehmen!) und unter freiem Himmel sollten sie nur getragen werden, wenn die Distanz gebrochen wird oder man sich quasi direkt ins Gesicht spricht. In sie zu niesen oder husten ist nicht gut, zumindest sollten sie danach ausgetauscht werden (oder bei Schals, eine andere Stelle vor dem Mund platziert werden).

Masken Es gibt verschiedene Arten von ihnen, die bekannten OP Masken sollen die Weitergabe von Krankheiten verhindern, sie schützen nicht den Träger. Andere Maskenarten schützen beide Seiten. Diese sollten den Profis und den Menschen, die besonders geschützt werden sollen aber in die Öffentlichkeit gehen (manchmal einfach, weil man das gelegentlich braucht, dann aber auch, wenn man keinen hat der einkaufen geht, aber auch, wenn man zu Arzt geht oder …) vorbehalten sein.

Die Herstellung von Masken und Schutzkleidung ist in bestimmten Bereichen anspruchsvoll, weil bei Gesundheitsprodukten besondere Regeln gelten, ansonsten ist der Prozess der Herstellung einfach und er kann gut automatisiert werden. Zwar ist Stoff im Spiel, aber solange nicht genäht wird, was beim Schutz vor Viren sowieso eher Lücken reißt (Verschweißen ist besser), kann die zusätzlich Herausforderung bewältigt werden. Neben rechtlichen Fragen gibt es auch den Moment, dass manche die Gelegenheit nutzen wollen um sich zu bereichern.

Technisch wäre eine wiederverwendbare Maske bei der der Filter nur selten getauscht würde und die einfach zu beatmen wäre, die beste Lösung: Hydrophobe Oberflächen leiten den Luftstrom, ein paar Änderungen der Durchschnitte der Wege können zu einer weitgehenden Entwässerung der Atemluft führen, in der Regeln wurden damit auch die Viren ausgespült. Ein letzter Filter verhindert dann, dass durch die Atemluft evtl. mitgerissene Tröpfchen den Weg nach draußen oder, in einem zweiten System nach drinnen, filtern. Das kontaminierte Wasser, das gesammelt wurde, wäre dann die eigentliche Herausforderung; aber auch bei Wegwerf- oder Einmalprodukte ist die Entsorgungen das Problem – nur das Volumen variiert.

Durchseuchung Sie gibt an wie viele Erkrankt sind oder waren bzw. wie viele gerade Antikörper haben oder produzieren. Sie wird aber gern auch synonym für das Ziel „einer schnellen 100% Durchseuchung“ verwendet.

Was hilft wie? Es gibt einen Antikörpertest, der zeigt ob sich der Körper gegen die Virenkrankheit wehrt oder bereits gewehrt hat. Da bei vielen die Krankheit unbemerkt bleibt oder mit einer einfachen Verschnupfung verwechselt werden kann, würde dieser Test gleich an mehreren Stellen helfen: Man bekommt genauere Daten zum Grad der Verteilung der Seuche („Durchseuchung“), das wäre gut, weil dann besser abgeschätzt werden kann, in welcher Phase eines Seuchenverlaufs man sich befindet, und die positiv Getesteten könnten sich freier bewegen, da sie nicht mehr angesteckt werden können (zu testen wäre aber noch, ob sie noch ansteckend sind).

Welcher Test steht auf Nummer zwei? Sichere, schnelle Massentests, die einen akute Erkrankung signalisieren und die in Massen durchgeführt werden können.

Gibt es andere Wege, die wie Tests wirken könnten bzw. selektiveres Testen ermöglichen könnten? Bienen könnten helfen, denn sie können sehr gut riechen und trainiert werden auf spezielle Stoffe (Rauschgifte z.B.) zu reagieren. Da der Corona Virus eine Erkrankung der Atemwege darstellt, ändert sich der Geruch des Atems, die bei jeder Erkrankung unterschiedlich ausfallen und sogar anzeigen können wo der Virus gerade aktiv ist und welchen Grad diese Aktivitäten erreichten. Der Mensch kann das selten sicher riechen, aber Bienen können das und sie können trainiert werden bestimmte Gerüche zu signalisieren zudem können sie das sehr lange und sicher tun. Reagieren dann die Bienen, dann sollte getestet werden. Übrigens, das Training der Bienen soll recht schnell gehen und die nötigen Bau- und Betriebsstoffe sollten in ausreichendem Maß vorhanden sein.

Wie könnte man das organisieren? Überall wo Schlange gestanden wird, kann ein Rahmen aufgebaut werden, der die Biene beheimatet und die Gerüche pro Mensch (z.B. durch Gebläse) isoliert und zuordenbar machen, die Bienen melden den jeweiligen Geruch z.B. durch Flügelbewegungen, die von Kameras und Software erkannt werden und signalisiert werden können. Oder eben bei Eingängen, da Abstand gehalten werden soll, gehen die meisten Menschen eh einzeln durch.

Begriffe wie Individuum, Gruppe, Projekte etc.

Während in den warmen Jahreszeiten meist konkretes Wissen oder Themen bei mir nachgefragt werden, werden die Fragen in den kalten Jahreszeiten abstrakter und grundlegender. Manchmal werden sie so grundlegend, dass ich befürchte die ganze Welt erklären zu sollen – in einem Post!

Manchmal aber geht auch mir ein Knopf auf, z.B. wenn ich erkenne, dass es sich nur um eine Begriffsverwirrung handelt – das macht es wieder machbar! Und obwohl die Verwirrung mehrere Ebenen und mehrere Fachgebiete umfassen wird, wird es ein kurzer Post, denn es gibt ein Zentrum, folgender Einschub soll helfen es heraus zu arbeiten:

In einer Hierarchie ist das Leben einfach: Einer gibt die Parole aus und alle anderen wiederholen sie bzw. halten sich daran. Hierarchien funktionieren nur in einfachen Umgebungen und reduzieren die Möglichkeiten aller auf die des Einen. Hierarchien müssen durchgesetzt werden, meist greifen sie dafür auf Gewalt zurück.

Es gäbe subtilere Wege. Doch die setzen eine „erweiterte Kommunikation“ voraus, damit einen engeren und direkteren Kontakt – evtl. sogar auf Augenhöhe. Nichts fürchten die Hierarchie mehr als „Kommunikation auf Augenhöhe“ – es muss immer einen entscheidenden Unterschied geben, die Hierarchie muss gewahrt oder – meist durch Gewalt – geklärt werden.

Für die Soziologie ist eine hierarchische Organisation effektiv, da sie die Gewalt in der Gruppe ritualisiert und sie damit auf ein Minimum reduziert. Auch die anderen Seiten der Hierarchie sind soziologisch relevant: Hierarchien erfinden den Stand, Status, Macht und den Wettkampf.

Soweit mit dem Auszug, das wird für unsere Zwecke reichen, denn alles was wir brauchen ist jetzt da: Viele Begriffe, die in vielen Fachgebieten vorkommen und deren Bedeutung sich manchmal nur leicht unterscheiden, in anderen Fällen aber schon fasst gegensätzlich sind oder bewertet werden können.

So ist Hierarchie nur eine Organisationsform, die soziologische, wirtschaftliche, ethnische aber auch religiöse Aspekte und viele andere Aspekte kennt. Das selbe gilt für die meisten Begriffe, die im Auszug vorkommen: Wer einen Kontextwechsel verpasst, der kann den Rest missverstehen oder meint etwas verstanden zu haben, was gänzlich anders gemeint war. Das kann u.U. soweit gehen, dass alle Gesprächspartner davon überzeugt sind, sich ganz genau verstanden zu haben – erst mit der Zeit tun sich die Abgründe auf und es zeigen sich die Missverständnisse.

Juristisch bzw. bei „Verträgen“ kann man das nutzen, denn es basiert auf Ungenauigkeiten und Interpretationen. Die meisten Sprüche des delphischen Orakel fallen in diese Kategorie. Beim Orakel wurde es praktisch zu einer Kunstform, bei anderen passiert es aus Unwissenheit, wieder andere können einfach nicht anders, weil man ja irgendwo und irgendwie „beginnen“ muss, und wieder andere instrumentalisieren es, um sich Vorteile zu verschaffen, damit sie hinterher immer sagen können, dass das „selbstverständlich so gemeint war! Das wisse doch jeder! Und der habe sein Geld nicht bekommen, weil Dummheit bestraft werden muss, das sei man schließlich der Gesellschaft schuldig“.

Übrigens hört man genau dieselben Sprüche, wenn eine Person „gebrochen“ werden soll. Auch bei diesem Vorgang wird mit leeren, noch zu interpretierenden Worthülsen gearbeitet, die zu brechende Person wird absichtlich in diese Falle tappen gelassen, um ihr ihre „Dummheit aufzuzeigen“, ihr Angst zu machen, um immer Recht zu bekommen und somit klar zu machen, dass „selbst denken“ nur zu Schwierigkeiten führen wird.

Gebrochene Personen tun, was man ihnen sagt, und sie werden nie selbst aktiv werden. Sie wurden zu reinen Maschinen degradiert – und die werden in Zeiten der Automation und Digitalisierung nicht mehr gebraucht. Manche Menschen schließen nun darauf, dass in naher Zukunft nur noch die wichtige Oberschicht benötigt werde und auf die „unteren Klassen verzichtet werden könne!. Andere sagen: Toll, dann können sich die Menschen anderen als der sinnlosen Plackerei zuwenden.

Auch der Begriff „globales Dorf“ fällt in diese Kategorie, denn die einen verstehen den Begriff so, dass damit gemeint sei, dass die neuen Möglichkeiten die Welt quasi verniedlicht werden und dass „jeden Ort und jeden Menschen auf der ganzen Welt jederzeit für jedermann erreichbar sein werde, da man nur über den Dorfplatz gehen müsse, um alles und jeden zu erreichen“. Die anderen wollen zurück ins Dorf und damit die „alten Gruppendynamiken wieder aufleben lassen: Zurück in eine Zeit in der jeder alles über alle anderen wusste und ihn jederzeit sanktionieren kann, wenn er nicht in der Spur bleiben will“.

Beides sind nur Interpretationen eines schnell dahingeworfenen, scheinbar aussagekräftigen und für jeden scheinbar selbsterklärenden Begriffs, doch beide könnten nicht weiter von einander entfernt sein: Die einen wollen die Zeit zurückdrehen, die anderen wollen auf „Schnellvorlauf“ schalten. Die einen wollen die „gute alte Zeit zurück bekommen“ und die anderen „eine Zukunft haben“.

Um es kurz zu machen: Da hilft nur Reden und die Definitionen klären.

Jetzt naht das schnelle Ende dieses Posts, denn wie bei allen Missverständnissen gilt auch hier, dass man zu früh meinte alles verstanden zu haben oder jemand anderen suggerieren wollte, dass dem so sei. Kommunikation ist nichts für Voreilige. Und so manchem wird nun ein Licht aufgehen: Ach deshalb macht er bei jedem Projekt diese seltsamen „Begriffs-Wikis“. Richtig, deshalb.

Und noch etwas: Dem ganzen vorbeugen zu wollen, indem man nur auf homogene Gruppen setzt, irrt, denn das kann immer vorkommen, gerade in Projekten wandeln sich die Bedeutung der Begriffe ständig, das ist ein Prozess, kein Zustand, wie so mancher meint. Und weil wir gerade dabei sind: Homogene Gruppen sind wie eine Einmann-Lösung: Alle liefern dieselben Lösungen – und alle gehen gemeinsam unter, wenn es mal keine Lösung gibt.