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Fragen zu Wahlen 2021

Aktuell wollen viele von mir wissen, was sie wählen sollen. Es wird keinen Tipp geben, da ich weder Parteigänger oder -anhänger bin. Aber auch, weil mir keine Partei einfallen will, die gewählt werden könnte, da gibt es viele Gründe, hier nur ein paar:

  • Alle Parteien sind klimatisch zu wenig engagiert und wenn dann einer meint mit „ich glaube schon, dass das, was wir machen wollen, reichen wird“ argumentieren zu können, dann stellt sich dieser Mensch selbst ins Aus.
  • Irgendwie wollen alle nur alle anderen gängeln und zwingen, bestenfalls sollen die Menschen „mitgenommen“ werden, dann sind scheinbar alle Tricks erlaubt. Man denkt „von oben herunter“ und ignoriert Kooperation total.
  • Sie bleiben in ihren Blasen, sie fragen die, die eigene Interessen vertreten, und denken von diesen einen guten Vorschlag zu bekommen – für wen wohl?

Warum ist die Wahl so offen?

Obwohl in Deutschland Parteien gewählt werden, gilt das beim Kanzler immer weniger. Die Parteien haben das bemerkt und Kanzlerin Merkel hat gelernt, dass ein Wahlkampf der auf Themen basiert, schwer ist, und dass es einfachere Wege gibt: Narrative und Parolen – das ist nicht sonderlich demokratisch, aber es sichert die Macht.

Der Hauptgrund ist wohl, dass es keinen Kanzler gibt, der wiedergewählt werden will; zwar scheiden sich die Meinungen, aber der Kanzlerbonus kann zwischen 20% bis 30% liegen. Mit anderen Worte: Solange es es keinen Wechselstimmung gibt, kann der regierende Kanzler sich recht sicher sein, dass er wiedergewählt werden wird.

Das macht einen Wahlkampf ala „Sie kennen mich“ möglich und verdrängt alle anderen Themen, das ermöglicht ein „Weiter so“. Eine Begrenzung der Kanzlerschaft könnte helfen.

Dass es nicht so weiter gehen darf – es sei denn, man sagt sich: „Nach mir die Sintflut“ -, dürfte den meisten klar sein, denn das Wetter entwickelt sich genau nach den Vorhersagen der Modellen zur Erderwärmung.

Union und SPD stehen aber für ein „Weiter so“, das schwächt beide; und die SPD als Junior schwächt es doppelt. Dass sie sich jetzt erholt, hat mehr mit den Fehlern der anderen zu tun, als mit ihrer Stärke, ihre aktuelle Einheit und die Zwiste in den anderen Parteien sprechen jedoch für sie. Dass sie sich erholt hat als Gründe: Die Eigentore der anderen und eine gute Defensive.

Die Schwäche der Grünen ist, dass viele Angst haben, dass sie (die Partei an sich oder das aktuelle politisches Personal) nicht für die Härten im Leben eines Politiker gemacht sind, und dass dem eher ein Scheitern folgen wird, das zu einem „weiter so“ werden wird.

Die FDP und die Linke wurden oft als Königsmacher gewählt, bei der Linken weiß man, wie sie sich entscheiden würde, bei der FDP weniger. Sogenanntes „taktisches“ Wählen wird schwer, weil es taktisch besser ist, die Parteien direkt zu wählen.

Kurz: Den „Großen“ traut man nicht – zu viele Versprechen, zu wenig Realismus – siehe Klima und die wirtschaftlichen Entwicklungen, und die Kleinen werden schnell zur „verlorenen Stimme“, das wollen die wenigsten, können sich aber kaum entscheiden, wen sie unterstützen sollen.

Doch wie steht es denn nun um den Willen des Volkes?

Interessant ist, dass die meisten Stammwähler ihrer jeweiligen Partei unterstellen „dem irgendwie nicht gewachsen zu sein“. Sie meinen, dass für die anstehenden Aufgaben nicht die richtigen Mitteln gefunden wurden, und man es zu sehr mit den alten Wegen / schartigen Waffen versuche.

Bei den Grünen ist es eher eine Art „Angst vor der eigenen Kurgage“ und dem eigenen Personal.

Bei der SPD beobachten die meisten Stammwähler erstaunt die Entwicklung, mache befürchten, dass es zu viele Wechselwähler werden, und überlegen sich bereits, eher den Wunschpartner zu wählen als die eigene Partei.

Die FDP Wähler sehen sich der Königsmacherrolle beraubt und überlegen sich realistischere Forderungen zu stellen.

Die Stammwähler der Union haben Angst vor dem „weiter so“ – und wollen es manchmal doch; viele sagten mittlerweile: „wirtschaftlich und gesellschaftlich haben wir zu viel verpennt oder wollten es nicht sehen, damals hätten kleinere Änderungen gereicht, vor den nun anstehenden großen Änderungen – die machen mir Angst“, hier kommt es fast eine Schockstarre oder man hört, dass man sich nicht zwischen den anstehenden Zielen entscheiden könne und im Zweifel fürchtet, nur die alten Wege, wählen zu können.

Bei den Wählern aus der IT bzw. dem Homeoffice, haben mittlerweile viele, meist gute, Erfahrung mit dem „agilen“ Arbeiten gemacht, und gesehen, wie es sein könnte ohne die Einmischen von Abteilungen, Traditionen … einer nannte es das „Konzern- und Abteilungsgesockse“. Einige wollen sich selbständig machen. Viele wollen wechseln und interessieren sich sehr für den Programmierer-Pool. Der Wahlkampf ist ihre kleinste Sorge, wenn es dazu Kommentare gibt, dann in die Richtung Abteilungsgesockse und „die sind dem eh nicht gewachsen“.

Zwischen 30% bis 40% sind noch unentschieden, das bedeutet für die Umfragen, dass sie volatil sind, zudem liegt die statische Bandbreite bei Umfragen dieser Art zwischen 2% bis 3%, es ist noch alles offen.

Das ist der Grund, warum immer mehr sich mit anderen offen über die Alternativen bei den anstehenden Wahlen austauschen möchten, der zweite: Kaum einer sieht eine Partei, der er sich anschließen möchte oder könnte und sehen sich vor einer Wahl zwischen Teufel und Beelzebub. Viele trauen es dem „politischen Personal“ schlicht nicht zu, zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen zu treffen und vermuten, dass die erwarteten lagertypischen Antworten, nur Fehler sein können und nicht auf der Höhe der Zeit seien.

Viele Unentschiedene spielen damit, diesmal nicht wählen zu gehen. Etliche vermuten: Außer einer großen Koalition kommt eh nichts raus. Manche wünschen sich das sogar, weil sie eben keine „typische Lagerpolitik wollen“.

Wie sind die aktuellen Reden aus den Unionskreisen angekommen? Laschet: eher durchgefallen und Söder outet Scheurer als „Abzocker“ und „bayrischen Geldsegen“ – Abteilungsgesockse der übelsten Art und: mit den alten Mitteln wird es nicht gehen, doch sie bieten nichts Adäquates an, das ist das aktuelle Stimmungsbild.

Afghanistan

Als der Westen in Afghanistan militärisch aufmarschierte, passierte genau das dasselbe: Schneller als sie fahren konnten, wurde das Land „westlich“. Das Volk entschied das und genau das ist auch wieder passiert, der Unterschied ist, dass es sich damals vom Westen Verbesserungen erhofften, dann 20 Jahre lang sahen, dass sich in den relevanten Bereichen nicht wirklich was verbessert hat, und es heute geschehen lassen, denn es ist der Mühe nicht wert, sich für Korruption und Unterdrückung einzusetzen – dagegen schon.

Das ist der Punkt, der den Taliban nun auf die Füße fallen kann: Der Westen ließ zu, dass die Korruption etc. wie gehabt weiterging, das zermürbte Volk und Militär und der Westen sah zu. Kommen nun Scharia und die Willkür eines Kalifats dazu, dann kann es dem Volk wieder schnell zu viel werden. Aber – wird es etwas dagegen unternehmen können?

Die die können werden das Land verlassen. Das sind meist die, die es sich leisten können, auf uns übertragen wäre das einmal der Mittelstand gewesen. Wie sie das Geld verdient haben, ist wichtig, denn Korruptionsgewinnler sind i.d.R. auch Rechtsbeuger und Anhänger sehr altertümlicher Wirtschaftsvorstellungen:

Es gab eine „Elite“ (oft „von Gottes Gnaden“ oder „weil man erfolgreich war“ oder „weil man gut vernetzt ist“ etc.) und andere Stände / Kasten / Hierarchien etc. die meist mit allen Mitteln aufrecht erhalten wurden.

Das altertümliche Wirtschaftsbild funktionierte damals, weil so gut wie keiner daran teilnahm: Die meisten lebten in einer „autonomen Haushalt“, erledigten ihre Arbeit und versorgten sich selbst. Die Wirtschaft und das Geld blieb lange Zeit „ein Werkzeug der Eliten und des Krieges“, denn anfangs waren die Eliten meist die Kämpfer (in Europa die Ritter später die Offiziere) oder Funktionäre der Hierarchie, die meisten der Durchhalteparolen und Durchsetzungsprinzipien des Kapitalismus und in anderer Wirtschaftsvorstellungen stammen aus dieser Zeit und spielten – wie bereits gesagt – nur für wenige eine Rolle.

Zudem gab es in den lokalen Reiche nur interne Regeln – wenn überhaupt; alles war verhandelbar, das war auch Tradition, denn anfangs gab es weder Erfahrungen noch Regeln, die darauf basieren könnten, was Raum für Willkür bot, das gibt man nicht auf und liefert eine der Basen für Korruption.

Doch diese Willkür bekommt schnell einen Rahmen, denn „Vertrauen“ spielt in der Wirtschaft eine große Rolle – zumal, wenn es sich nicht um bidirektionale Aktionen sondern um ganze Märkte geht. Der „ehrbare Kaufmann“ der Hanse ist so ein Beispiel.

Man kann ein erstes Fazit ziehen: Je weniger Teilnehmer, umso verhandelbarer (bei ungleichen Partnern geht das bis zum Vorschreiben der Verträge) wird jeder Punkt. Oder: Je größer der Markt, desto mehr (allgemeine bis konkreten) Regeln gibt es.

Daraus kann man schließen: Da heutige Märkte sehr groß sind, weil alle daran teilnehmen, basieren diese Märkte nicht nur auf Vertrauen (das aber einer der Kernpunkte bleibt) sondern auch auf Regeln, diese basieren entweder auf Erfahrungen, aus denen nicht selten Traditionen wurden, oder auf belastbaren Daten und heute oft auf Simulationen und Vorhersagen. Letztere bergen in (immer noch und mehr oder weniger gut versteckten) hierarchischen Systemen jedoch das Risiko, dass „geliefert wird, was (vermutlich) gewünscht ist“ Stichworte: „Vorauseilender Gehorsam“ und „beauftragte Ergebnisse bei Bürokratie, Wissenschaften und Erzählungen“.

Mit anderen Worten: Die alten Wirtschaftsbilder funktionieren nicht auf allgemeinen Märkte – die, denen das nicht gefällt, bauen auf die schiere Macht des Geldes, auf Monopole und auf neue „Zwischenschichten“ in allen Märkten, um sie indirekt steuern und regeln, letztlich aber um sie beherrschen zu können.

Indirekt wird auch in der westlichen Wirtschaft auf die ältesten Wirtschaftsbilder gesetzt, obwohl man nachweisen kann, dass sie dort nicht funktionieren und letztlich stagnierende und damit bald verschwindende Märkte produzieren. Das altertümliche Wirtschaftsbild hat nichts gegen Korruption, diese weist auch auch eine „funktionärsbasierte Wirtschaft“ hin, das heißt, dass es einen Zuständigen gibt, der in diesem Bereich weitgehende Entscheidungsvollmacht (um nicht Willkür zu sagen) hat und sich selbst aus ihm zu finanzieren hat.

Nach diesen Ausführungen sollte verständlich sein, was Rechtsstaat und Gewaltenteilung bedeutet: Erst durch verbindliche (aber nicht durch Religion oder Tradition vorgegebene sondern ) Regeln, lohnt sich ein gesellschaftliches und wirtschaftliches Engagement und die Gewaltenteilung befreit vom „einsamen Entscheider und mehr oder weniger willkürlichen Entscheidern“ vor allem aber die Einhaltung der Regeln.

Da hier aber Afghanistan das Thema ist, sollen diese Einführungen in die auch bei uns aktuellen Fragen und Themen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche, abgeschlossen werden: Wenn wir nicht die Regeln ändern und die Bestrebungen nach Marktdominanz auf die aktuelle Situation anzupassen. Letztlich kann man sagen, dass die „internen offenen Fragen und Wandlungen im Westen, die Intervention und den Aufbau der nötigen Strukturen und Möglichkeiten scheitern ließen“. Diese offenen und internen Fragen basieren auf den Bestrebungen einiger, die aktuelle Ordnung als gescheitertes Experiment zu diskreditieren, um zu alten Regeln zurückkehren zu können, koste es die anderen, was es wolle.

Mit anderen Worten: Afghanistan ist nur ein Effekt der Verweigerung etlicher, die nötigen Schritte und Entwicklungen die durch die aktuellen Momente nötig werden, zu verweigern. Schon wenn man stehenbleibt, leitet man die Rückentwicklung ein. Siehe Afghanistan.

Bildung, die es zumindest ermöglichen sich selbst und seine eigenen Möglichkeiten erkennen zu können und so die Basis zu legen, dass man sich bestens in und für die Gesellschaft bewegen zu können, dass man sich eine Meinung erarbeiten und diese offen sachlich und gemeinsam und in jedem Bereich auf Augenhöhe diskutieren zu können, allgemein lernen und sich ausbilden zu können und somit auf eigenen Füßen stehen zu können, statt zurück zu altforderen Weltbildern und Ansichten und damit zurück ins Glied geschickt und dominiert zu werden.

Wetter-Tote im Westen Deutschlands

Wetter-Tote im Westen Deutschlands. Wir trauern mit und nehmen Anteil – helfen auch, wenn wir dürfen.

Was ist passiert? Das Wetter bildet Hoch- und Tiefdruckgebiete aus, dass sie sich bewegen, dafür sorgt der sogn. „Jetstream“. Das sind zwei Starkwind-Ringe, die sich an den Polen bilden, sie entstehen durch den Temperaturausgleich zwischen den kalten Polen und dem Rest der Welt. Die Pole werden immer wärmer, dadurch werden diese Systeme kleiner und schwächer, das ändert ihre Position – jetzt bewegen sich die Wettersysteme bei uns nicht mehr. Bei stehendem Hochdruck, kann das zu den „Jahrhundert-Sommer“ der letzten Jahre führen; bei stehenden Tiefdruckgebieten regnet sich alles an einem Ort ab. Die Konsequenzen sind von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Die betroffenen Gegenden sind bergig und haben gewundene Flüsse in Tälern. Die Berge ringsherum wirken wie Trichter, sie sammeln den Regen an den tiefsten Punkten, das Volumen und die Fließgeschwindigkeit steigen, das bietet neue Möglichkeiten und lässt das Wasser ganze neue Wege suchen.

War das absehbar? Es gibt Studien von 2000, die genau das vorhersagen auch, der Zeitraum stimmt. Aber niemand hat es geglaubt, dass es derart zuschlagen wird – damit hat keiner gerechnet. Die Krisenstäbe sollten sich routiniert vorbereitet haben, wurden dann aber – überrascht.

Was kann man dagegen tun? Generell gilt, dass man diese Situationen gut mit Modellen untersuchen kann, und Simulationen mit den gewonnen Daten füttert, um Alternativen und deren Auswirkungen besser einschätzen zu können. Man sollte sich vorbereiten und immer wieder: Klima, Klima, Klima.

Was ist zu beachten? Den Wasser Wege anbieten und die Infrastrukturen so anlegen, dass sie möglichst lange funktionieren. Zudem sollte die Ausrüstung so gewählt werden, dass man sich so schnell wie möglich orientieren und sich einen Überblick verschaffen kann und Geräte hat, mit denen man sich in möglichst vielen Situationen noch frei bewegen kann.

Die häufigste Frage heute war „Würden die Themen des Blogs helfen“? Sicher – da das eigentlich kein guter Zeitpunkt ist, halte ich es sehr kurz:

C/SE: Pfeiler schützen, solide Fundamente, Pfeilerhöhe solide begründen (eher höher gehen), die Systeme sollen trocken bleiben, denn dann gibt es noch Strom, Kommunikation und evtl. Mobilität.

Framing Farming: kann auch zum Hochwasserschutz ausgebaut werden und so gebaut werden, dass Türen und Fenster schnell abgedichtet werden können.

Sind die Wege wirklich noch offen, Frau Baerbock?

Öffentlicher Verkehr, Energie und Basis für dezentrale Infrastrukturen wie Telefon und Internet etc..

Ein paar Pfeiler in der Mitte der Straße, verbunden mit einem einfachen Leitsystem, das Kabinen von der Größe z.B. 2x2x2 Meter mit 60 oder mehr Stundenkilometer hoch über der Straße und damit getrennt von den langsameren Verkehre auf dem Boden bewegt. Diese Bauweise ermöglicht eine Leitung des Verkehrs ohne Kreuzungen, zudem können die Kabinen dicht hintereinander herfahren, weil sie digital gesteuert (keine Schrecksekunde) und einen kurzen Bremsweg haben, da sie sehr leicht sind.

Die Bauweise ist sehr viel günstiger als der normale Straßenbau, speziell wenn der Mittelstreifen größerer Straßen, Bahnlinien, Kanälen oder Flüssen genutzt werden kann. Es ist auch möglich durch Schiebetechniken alles nötige mitzubringen und den nächsten Pfeiler quasi von oben oder aus der Luft zu setzen. Es kann recht zügig gebaut werden.

Die Antriebe und Bewegungsmodelle können von konventional (Verbrennungsmotor und Räder) bis voll elektrisch (z.B. die Transrapid-Technik herunter skaliert, berührungslos, leise und ganz ohne Emissionen) variiert werden. Es kann unterschiedlich ausgebaut werden, von „mit Haltestellen“ wie beim ÖV bis zu „von Haustür zu Haustür chauffiert werden“.

Das System kann den öffentlichen und individuellen Verkehr in und zwischen Städten und Dörfern sehr viel angenehmer für alle Beteiligten erledigen, die wichtigsten Kriterien wären: Ausbau / Verbesserung, der allgemeinen Infrastruktur: solche Momente sind immer ein Schub für die Wirtschaft; getrennte Bewegungsräume vom sich schnell bewegenden Verkehr von den anderen; es kann völlig emissionsfrei sein; zwischen den Pfeilern können in Kabelkanälen Leitungen geführt werden; und die Wege werden schneller zurückgelegt (kleiner Tipp: bei 60 km/h legt man einen Kilometer pro Minute zurück, das andere Ende der Stadt wird oft binnen weniger Minuten erreicht werden ebenso die nächste Stadt oder Dorf).

Über oder zwischen den Pfeilern kann man den Platz weiter nutzen z.B. können Bassins für Algen montieren werden. Neben enormen Biomassen können Algen auch zur Produktion von Stoffen (z.B. Wasserstoff) genutzt werden. Etwa 20 bis 25 Jahre alte Berechnungen aus den USA zeigen, dass ein Überbau von ca. 10% des deutschen Autobahnnetz den Energiebedarf Deutschlands decken könnte.

Wird es dann keine Autos mehr geben? Nein. Für den schnellen Weg von A nach B werden die meisten eine Kabine nehmen, aber an so manchem Wochenende werden z.B. Ausflüge gemacht und der Stau könnte ein HighLight werden. Dennoch, die Zahl der Autos bei Stadtbewohnern wird sinken, etwas schneller, als das der aktuelle Trend zeigt (der könnte jedoch kurzfristig gestoppt werden, denn viele sollen sich nochmal ein „richtiges“ Auto kaufen); doch betrachtet man das System als Exportprodukt, dann könnte z.B. Afrika einen kräftigen Schub bei der Infrastruktur und Wirtschaft bekommen, doch wird das Netz dort nicht so engmaschig sein wie z.B. in Europa, für Autos werden dort neue Märkte erschlossen.

Wie wirkt sich das auf die CO2 Bilanz aus? Beim Verkehr in den Innenstädten wäre es ein Durchbruch und wenn die Biomasse in nicht mehr gebrauchten Bergwerken entsorgt würde, könnte Deutschland wahrscheinlich CO2 Rechte verkaufen, selbst wenn aus der Biomasse Brennstoffe oder Benzin etc. gemacht werden würde, ließen sich beim Heizen oder bei der Stromerzeugung viel einsparen; wird dann noch Wasserstoff erzeugt, dann nur zu den Kosten der Bassins und deren Pflege, dieser Wasserstoff könnte direkt für den Betrieb der Kabinen verbraucht werden, Überschüsse könnten z.B. Salz verflüssigen, das hat den Vorteil, dass Strom direkt entnommen werden kann um Spitzen im Netz zu bedienen; oder per Dampf Strom auf herkömmliche Weise zu erstellen. Kurz und bündig: Beim Verkehr, Heizen und / oder Stromversorgung würde die CO2 Belastung z.T. erheblich reduziert.

Wie wirkt sich das organisatorisch aus? Es wird ein dezentrales Netz etabliert, das von jedem für kleines Geld genutzt werden kann, und das die Reise von A nach B sehr viel kürzer macht. Das bedeutet, die Leute werden effektiver und bekommen einen größeren Bewegungsraum: Bei vielen Verbindungen zwischen den Städten wären 400 km/h durchaus machbar. Der schnell entschlossene Theater- oder Ausstellungsbesuch in einer anderen Stadt, wäre möglich. Für Politiker entscheidender dürfte sein, dass deren Spielräume größer werden, denn der Weg ins Krankenhaus wird ja sowohl für das Personal wie für die Kundschaft bequem, komfortabel und kurz. Einige Krankenhäuser könnte man zusammenlegen andere könnte man separieren; das selbe gilt für Schulen, eine Idee war eines der alten verlassenen Dörfer zu einer großen Schule oder großes Krankenhaus umzubauen, das würde auch Raum in den Städten schaffen.

Wie wirkt sich das wirtschaftlich aus? Das hängt ganz von der Umsetzung ab. Zunächst aber: Herkömmliche Verbindungssysteme haben den Nachteil, dass sie teuer und pflege-intensiv sind, schlicht: Sie kosten nur. Der hier vorgestellte Weg macht mit etwas mehr Aufwand daraus eine Produktionsstelle, die über lange zeit und mit wenig Aufwand Energie liefert; das macht sie zu einer interessanten Investition. Auch die Beförderung kann Gewinnbringend umgesetzt werden, aber das sollte gut bedacht werden.

Wenn die Infrastruktur deutlich besser wird, ist das immer auch ein Schub für jede Wirtschaft, einfach weil mehr möglich wird. In einem Schwellenland können die Effekte sehr groß sein, aber selbst im Westen würden diese Effekte sehr effektiv sein, denn die dezentralen Lösungen füllen den kommunalen Säckel und die Gelder z.B. für Energie, die vorher fast direkt in den Finanzmarkt wanderten, drehen eine paar lokal / regionale Runden: Das heißt, jeder hat mehr Geld im Säckel. Und das bedeutet: Die Wirtschaft könnte boomen – wenn man es richtig macht.

Wenn die direkten Einnahmen lokal oder regional genutzt werden können, hätten diese Kommunen eine Einnahmequelle, die ungefähr dem Energieverbrauch der Gegend gleichzusetzen wäre. Da nun die Gelder für die Energien nicht mehr bei großen Konzernen und damit direkt im Finanzmarkt landen, sondern falls sie regional ausgegeben werden, regen sie dort den lokalen Markt an und – wenn man es richtig macht – werden sie mehrfach den lokalen Besitzer wechseln, bevor sie im Finanzmarkt gehen, würde die lokale Wirtschaft stark befeuert und die Binnennachfrage anregen.

Mehr Einnahmen bringen mehr Steuern zusammen mit den direkten Einnahmen, könnte das zu Steuersenkungen führen.

Dennoch: Es wird die ganze Wirtschaft betreffen, in den meisten Fällen positiv, aber es wird immer welche geben, die meinen, dass ihnen die Felle wegschwimmen werden. Für Versicherungen sind höhere Risiken in der Regel lukrativer und wenn es kaum noch Autos (das ist ihre Befürchtung, ich rechne eher damit, dass die Zahl zwar sinken wird, dass aber bestimmte oder andere Autotypen, wie Fun-Fahrzeuge oder Mobile Arbeitsplätze … geben wird) in den Innenstädten gibt, woher kommen dann die Einnahmen?

Nicht zu unterschätzen sollte auch dieser Effekt sein: Fasst jeder, mit dem ich sprach verstand es schnell, doch die Reaktion (meist vor Corona) war oft „Dann kauf ich mir jetzt nochmal ein „richtiges“ Auto“; eine relevante Änderung der aktuellen Infrastruktur befeuert immer auch ein letztes Aufbäumen der alten Möglichkeiten quasi zum Abschied. Im Prinzip helfen dann nur noch neue Märkte oder das Produkt verschwindet seine Marktrelevanz.

Der Vorschlag kann all das liefern. Dann würde er z.B. der deutschen Wirtschaft Perspektiven eröffnen: Neben dem Auto und dem Maschinenbau gäbe es international und als Exportgut tauglich plötzlich mehrere Produkte: Der Vorschlag taugt als Basis für jegliche Infrastruktur, mit anderen Worten: „Nicht nur ein Netzwerk würde verbessert sondern viele“, wirtschaftlich bedeutet das schlich, dass „viel mehr möglich wird“ und es gibt noch weitere Möglichkeiten …

Können Lasten transportiert werden? Theoretisch alles, was in die Kabine passt. Der Rest hängt von der Statik und der gewünschten Stabilität ab. In einem kleineren System könnte ein Art lokales Liefersystem etabliert werden, das Pakete, Einkäufe oder andere Lieferungen bis zur Haustür oder an eine zentrale Stelle z.B. einen Kiosk bringt, von dort kann man es sich dann abholen oder liefern lassen.

Sehr schwere Lasten könnten beide Leitsysteme und im Raum über den Pfeilern vorzugsweise in den verkehrsarmen Zeiten transportiert werden. Wie lang solche Transporter wären hängt von der engsten Kurve ab.

Taugt es als Alternative zur Neuen-Seidenstraße? Je schwerer die zu transportierenden Lasten werden, umso stabiler und teurer wird der Unterbau und umso langsamer kann gefahren werden. Ob beide Nutzungsformen parallel oder auf zwei Systemen umgesetzt werden sollten, würde sich schnell erweisen, der Statiker sollte das schon einschätzen können und wann wer wie fahren könnte, würde mit Simulationen in Erfahrung gebracht werden.

Das System sollte Personen befördern und wurde sehr leicht konstruiert – die beiden Anforderungen sind nicht ganz stimmig. Doch sollte es möglich sein bestimmte Langstrecken so zu bauen, dass auch schwerere Lasten transportiert werden können: Sie sollten möglichst gerade und keine Höhenunterschiede aufweisen, das ist eher die Sache von SynErgy weniger von City-SynErgy.

Wie wirkt sich das bei einer Epidemie aus? Das hängt ganz von der Art der Epidemie ab, ist sie hochansteckend und schnell tödlich, dann wird es kaum einen Unterschied zwischen den aktuellen und der vorgeschlagenen Lösungen geben. Ansonsten, ist es eine Schmiereninfektion, dann kann man sich in den Kabinen leicht selbst schützen, indem man nichts anfasst (da es sehr komfortable und ruhige Umsetzungen gibt, kann das jeder). Bei Aerosolen hilft ebenso nichts anfassen, vor allem aber die Vereinzelung (man fährt dann nicht in Gruppen mit Unbekannten, sondern jeder für sich) und der kurze Aufenthalt in den Kabinen, danach wird kräftig gelüftet und vielleicht mit UV desinfiziert.

Kritiken? Da sich den meisten die Verbesserungen im Alltags schnell erschließen, gibt kaum Kritik, nur ein Einwand war nicht so leicht entkräftet: „Aber dann kann mir ja jeder in die Wohnung / den Garten sehen!?!“. Die Kabinen bewegen sich mit ca. 60 km/h oder schneller, in der Minute bringt man genau einen Kilometer hinter sich, ein direkter Einblick hat man dann nur ein oder zwei Tausendstel Sekunden, ansonsten sieht man schräg hinein – da müsste man sehr schnell „spannen“. Zudem sieht man wahrscheinlich durch ein gebogenes Plastikelement, die weisen immer Verzerrungen auf, was sich noch verstärkt, wenn schräg durch sie gesehen wird. Und wem all das nicht reicht: Bei Fenster helfen Vorhänge oder eine helle Lampe, die nur das Fenster und nicht den Innenraum erhellt, und im Garten einen Sichtschutz aufstellen. Zudem bewegen sich die Kabinen in wenigen Meter Höhe, betroffen wären nur ein oder zwei Stockwerke, bedenken sollte man aber auch: Der Nachbar von gegenüber hatte bislang beste Umstände zum entspannten Spannen, jetzt haben sich seine Möglichkeiten verringert – um wie viel, hängt vom Verkehr ab.

Wie hoch ist die Kapazität gegenüber der Straße? Das durchschnittliche Auto ist 4,5 Meter lang, da kann man 2 Kabinen im Abstand von 50 cm unterbringen. In ein Auto passen i.d.R 5 Personen, stehend dürften 6 Personen in eine Kabine passen. Auf der Länge eines durchschnittlich langen Autos, könnten max. 12 Personen transportiert werden. Auf 100 m passen somit 20 Autos und 40 Kabinen beide mit Abstand. Max. 100 Personen beim Auto und 240 bei den Kabinen. Realistischer dürften 3 Personen in zwei Autos bzw. Kabinen sein: Auf 100 m wären das 30 Personen in Autos und 60 in Kabinen.

Ein Auto mit Fahrer braucht einen Sicherheitsabstand von der Länge des halben Tachostand. Das führt dazu, dass es egal bei welcher Geschwindigkeit immer 200 Autos auf einem Kilometer in in derselben Zeit sind. Wenn kontinuierlich zwischen 80 und 100 gefahren wird, liegt die Kapazität eines Fahrstreifens zwischen 1.500 und 2.500 Autos pro Stunde.

Bei den Kabinen könnte der Abstand 50 cm bleiben, aber das hängt mehr von der rechtlichen als von den Möglichkeiten der Steuerung ab. Bei 60 km/h würden 6 Autos aus dem Bereich fahren und 6 nachkommen – in der Sekunde. In einer Stunden sind das mehr als 20.000 Kabinen.

Mit anderen Worten ein Leitsystem entspricht einer (optimal genutzten) zehnspurigen Autobahn.

Am Beispiel Israels …

Mitten in der Xten Corona-Welle eskaliert in Israel eine lang schwelende Krise. Ist das Zufall oder hat das einen Grund?

Eher ist Corona der Zufall. Die Zahl der Raketen ist ein starkes Zeichen, denn sie sind sicher nicht zufällig entstanden. Doch auch, dass sie entstanden sind, ist sicher kein Zufall.

Im Prinzip interessiert meine Anrufer nur, ob das ein „normaler bzw. zu erwartender“ Effekt ist oder ob da was „aus dem Ruder gelaufen“ ist?

Die meist unerwartete Antwort lautet: Beides ist der Fall. Der erste Punkt ist: wenn sich zwei Gruppen von einander distanzieren, dann kann sich der Effekt verstärken oder abschwächen, beides ist möglich, damit ist das ein erwartbarer Effekt – unter bestimmten Umständen; der zweite ist, ein Konflikt dieser Art, der so lange besteht und nur in seiner Heftigkeit variiert, wird i.d.R. von Interessen „am Köcheln“ gehalten, der erste Punkt kann das eine gewisse Zeit erledigen, aber mit der Zeit gibt es Bekanntschaften und diese bewirken, dass die Beteiligten erkennen, dass alle nur Menschen sind – die Konflikte flauen ab und werden irgendwann eingestellt.

Dennoch sind solche Konflikte nicht wirklich normal sondern einfach nur „erwartbare Effekte unter bestimmten Umständen“ zu denen eine aktive Trennung und permanente Nennung und Betonung der Unterschiede gehören. Die jedoch aktive aufrechterhalten werden. Spätestens wenn sich eine (oder alle) Gruppen für etwas besseres halten (und das geschieht schnell, weil es ja Unterschiede gibt), das eigenständige Handel durch Parolen ersetzt wird und die „Anderen“ die Überlegenheit nicht anerkennen wollen, wird es eng.

Damit sollte auch die große Frage vorläufig beantwortet worden sein, die hinter der ungewöhnlich hohem Zahl von Nachfragen steht: „Kann das auch bei mir in der Firma / Abteilung passieren?“ Als Berater u.a. für Arbeitsprozesse scheine ich als eine erste Anlaufstelle bei Fragen dieser Art angesehen zu werden, dennoch bin ich nicht der Richtige, die Spezialisten wären Psychologen, Soziologen und Konfliktberater.

Die Psychologen klären die individuellen Aspekte, die Soziologen, die Dynamiken unter mehreren Menschen und Gruppen, die Konfliktberater können auch dazu verwendet werden aufkeimende Konflikte zu erkennen oder die Organisation der Firma so zu gestalten, dass es kaum Potenzial für Konflikte gibt, die die übrigbleiben sind meist fachlich sachlicher Natur, die zum Geschäft gehören und durch eine professionellen Arbeitsweise und Gesprächskultur bewältigt werden können.

Das Grundproblem ist die Abschottung der Mitglieder der Gruppen und deren Konsequenzen, denn gibt es Kontakte, dann können zwar Konflikte aufkeimen, doch die legen sich aus beider- bzw. gegenseitigen Interessen meist schnell wieder.

Für die Abschottung gibt es mehrere Gründe. Als der Mensch Nomade war, war es schlicht normal, dass man in seiner Gruppe blieb und andere Menschen zu festen Terminen traf – u.a. um sich über die letzten Ereignisse zu informieren und als Heiratsmarkt.

Doch das macht die erste Erscheinungsform nicht zur „normalen“ oder gar „natürlichen“ Form, damals ging es nicht anders und man bedenke: wenn alle zusammenkommen, dann war das ein freudiges Ereignis, die häufig beobachtete Abschottung war nicht gewollt sondern ergab sich schlicht aus der Größe der Gruppe, die sich unter den regionalen Umständen autark ernähren und versorgen konnte.

Als der Mensch sesshaft wurde, wurde dieses Vorgehen schlicht übernommen – doch durch die Entstehung der Dörfer und Ansammlungen von Sesshaften und den ersten Spezialisierungen ergab sich die Situation, dass man sich „nicht mehr aus dem Weg gehen“ konnte und somit die Stimmung sich eher anheizte als bis zum nächsten Zusammenkommen abzuflauen. Gemeinschaften, die kein anderes Ventil finden, beginnen damit Kontakte zu vermeiden bzw. sie nur zu festgesetzten Zeiten zuzulassen, das kann mehrere Gründe haben.

Ein weiterer Grund konnte sein, dass sich die Gepflogenheiten innerhalb und unter den einzelnen Höfen änderten. Trotz der relativen Nähe können alle Höfe recht unterschiedliche Böden oder von anderen Umständen betroffen sein, jeder macht es dann auf seine Art und Weise, man unterscheidet sich in den Vorgehen und diese werden mit den Worten „das macht man so“ weitergegeben. Treffen nun zwei derart Konditionierte aufeinander, können sie die Frage nach dem „Recht haben“ nicht klären (um den nun sehr wahrscheinlichen Nachfragen vorzubeugen: Beide haben Recht, wenn die Umstände und Erfahrungen beachtet werden, doch die kennen i.d.R. Konditionierte nicht, denn das verursacht nur, dass man die Diskussionen von damals wieder und wieder führen muss – das ist die schlechte Seite der Macht: Faulheit und Unterdrücker der Denk- und Redefreiheit).

Ein weiterer Grund ergab sich später, anfänglich konnte jeder alles, mit der Zeit wurden die Höfe oft größer und Spezialisten waren den ganzen Tag mit einer Aufgabe beschäftigt, wurden die Höfe noch größer, dann brauchte es mehrere Spezialisten für die einzelnen Aufgaben. Damals sind die ersten homogenen Gruppen aufgekommen, vorher waren es meist Familien oder Clans, die Mitglieder konnten alles (vielleicht gab es Rollenunterschiede aber in der jeweiligen Rolle konnte jede / jeder / jedes alles).

Vor diesen ersten homogenen Gruppen gab es eine sehr viel gröbere Gruppierung, die nur wenige Stände oder Unterschiede kannten wie Elite und alle anderen usw., die oft als gottgewollt dargestellt bzw. begründet wurden. Damals wurde die Hierarchie erfunden und dann die Spezialisierung, die letztlich zu den heute oft noch üblichen homogenen Gruppen führten, diese führten zu „Interessen, die von der Elite durchzusetzen seine – oder sie verliert ihr Recht für diese Gruppe zu sprechen“ (aus demokratischen Ansetzen wurde purer Egoismus).

Die homogenen Gruppen hielten sich bis ins industrielle Zeitalter und z.T. bis heute, das heißt: in bestimmten Branchen. Durch die Automation und Digitalisierung wurden aus „Heerscharen von Mitarbeiter“ kooperative, interdisziplinäre Teamplayer, die sich selbst organisieren und die Arbeit gleich selbst erledigen.

Um die Frage hinter der Israel Frage abschließend zu beantworten: Wenn wirklich agil gearbeitet wird, dann werden „israelische Verhältnisse“ in der jeweiligen Abteilung / Firma sehr unwahrscheinlich. Je hierarchischer, gruppendynamischer und traditioneller der Betrieb und / oder die Betriebsphilosophie ist, umso wahrscheinlicher wird, dass es passieren wird oder gar zur Tagesordnung gehört – vielleicht mit anderen Waffen, aber das Potenzial ist da.

Doch was passiert gerade in Israel? Weder bin ich vor Ort noch bin ich involviert, reden kann ich nur über die allgemeinen Umstände. Es gibt mehrere Gruppen, die sich von anderen Gruppen abschotten weil sie sich selbst als die, die allein die Wahrheit kennen, einschätzen, deshalb schauen sie auf alle anderen hinunter und diskreditieren sie, was bis zum Genozid gehen kann. Für diese Gruppen, ist alles bereits gesagt, die Parole ausgegeben und jetzt ist Zeit zu handeln. Das nennt man gelebter Extremismus.

Es gibt einige wenige Kriegsgewinnler – und sehr viele, die darunter leiden. I.d.R. sind die Kriegsgewinnler an der Macht. Die sie erhalten wollen und deshalb die Konflikte weiter köcheln oder anheizen – so, wie es ihnen gerade eben nutzt, und das auf beiden Seiten.

Doch wie können sie sich „an der Macht“ halten? Ein erstes Indiz zeigte sich im „arabischen Frühling“, damals stellte sich die Bevölkerung zwar auf die Hinterbeine, delegierte die politische Arbeit nun demokratisch zu machen, an die alte Garde, die für politische Aufgaben eben zuständig sind.

Demokratie will gelebt werden – von allen; man kann sie nicht delegieren. Werden aber die alten Rollen weiter eingehalten, dann kommen auch die alten Verhältnisse wieder heraus – das ist eine andere Form des bekannten „weiter so“, das war zwar eine unfreiwillige aber auch allzu gutgläubige Variante, doch das Ergebnis stand von vornherein fest.

Es ist anzunehmen, dass es in Israel seit langer Zeit genau nach diesem Schema läuft: „Die“ sind zuständig für die Politik, also sollen sie es auch richten – doch „die“ haben andere Interessen, z.B. an der Macht zu bleiben und das versuchen die einen durch Perspektive und „Aufstiegschancen“ und die anderen, indem sie sich selbst bereichern und „die anderen“ arm halten. Letztere wollen nur noch Überleben und nehmen quasi jeden Job an, werden Söldner; erstere meinen, dass sie es „selbst geschafft haben“ und dass die anderen Gruppen schlicht versagt haben – „selber Schuld“ und damit basta. Das gilt auch innerhalb der eigenen größeren Gruppe, die Abschottung schließt alle mit einer anderen Meinung aus.

Solche extremen Haltungen erlauben nur eine Lösung: die eigene; für Diskussionen oder Erörterungen ist es zu spät. Und die, die an der Macht sind, sagen sich: „Solange sie mich lassen, mache ich das so weiter …“.

In Israel gibt es Gruppen, die extrem gläubig sind, und deshalb meinen, allein die echte Wahrheit zu kennen; dazu gibt es Gruppen, die extrem an der Hierarchie hängen und eben politisches an die jeweilig zuständige Gruppe delegieren; dazu kommen Gruppen, die sich schlicht opportun geben (das ist eine Eigenschaft von Gruppenmitgliedern die den „Anderen“ gegenüber gilt: Sie sind Freiwild und man darf und soll mit ihnen tun, wie es einem gefällt), entweder aus Not oder weil man sich wichtiger glaubt als die anderen.

Lösen kann man solche Konflikte nur indem die Mitglieder der Gruppen sich kennen und schätzen lernen. Der Brexit zeigt das sehr deutlich: Es sind eher die Alten, die ihn wollten, denn sie sind auf die Insel fokussiert, die britische Jugend ist eher international und kooperativ – die einen wollen, dass es die Insel schafft, die anderen wollen es auf der ganzen Welt schaffen. Ist die britische Jugend deshalb „egoistisch“? Nein, ihr „Spielfeld“ oder ihre Welt ist einfach ein paar Nummern größer.

Europa hat gezeigt, dass es möglich ist, solche Strukturen zu überwinden – allerdings nach mehreren Weltkriegen und Jahrhunderten des immerwährenden Kriegs und bislang nur für ein paar Jahrzehnte – und selbst in Europa und im Westen gibt es Tendenzen, zurück in die Familien- und Clan Strukturen zu fallen. Dennoch zeigte sich, dass Handel treiben und Kooperieren besser ist als ständiger Krieg – ich kenne keinen, der mir in diesem Punkt widerspricht. Selbst Nazis und andere Extreme nicht – sie argumentieren allerdings in zwei Richtungen anders: die einen meinen, dass sie das selbst viel besser könnten; die anderen, dass das nicht nötig wäre, man hätte die Sache schon längst „endgültig klären können“.

Gleichzeitig zeigt sich, dass der alleinige Fokus auf Wirtschaft nicht ausreicht, Kooperation und Kommunikation sind die weiteren Standbeine des Friedens, und da Wirtschaft auf Verlässlichkeit basiert ist der wichtigste Baustein ein gutes Rechtssystem – ohne Willkür und anderen anarchischen Aspekten.

In Israel gibt es leider sehr viele Menschen, die eher in den alten Regeln leben, die das aber nicht unbedingt wollen, sondern keine andere Möglichkeiten haben wollen und dennoch machen sie, nach den alten Regeln, alle anderen zu Anderen und das befreit sich – ihrer Meinung nach, und alter Meinungen – von allen Regeln, doch die alten Regeln fordern: da diese Leute sich nicht an die Regeln halten (weil sie sie nicht kennen und deshalb „Barbaren“ sind, gelten sie ihnen gegenüber nicht, also nutze was nutzvoll ist (der Zweck heiligt und fordert die Mittel)!

Wer mehr Argumente für Humanität oder Menschenrechte braucht, der frage Psychologen, Soziologen und Konfliktberater.

Übrigens, das „Kultur“-Argument gilt nicht, denn die hier genannten Themen werden von allen Glaubens- und Philosophie-Richtungen aber auch von den meisten Verfassungen gleich bzw. sehr ähnlich beantwortet. Varianten gibt es nur, wenn angenommen wird, dass die betroffen Menschen eher der einen oder anderen Entwicklungsstufe entsprechen. Übrigens, eine „höhere“ Entwicklungsstufe bedeutet nicht, dass einer besser als die anderen wäre, es bedeutet nur, dass andere Aufgaben und Herausforderungen gehandhabt werden können – falls das notwendig wäre.

Was notwendig ist – ist eine Frage, die von vielen Gruppierungen heute mit „Krieg“ beantwortet wird, in Zukunft hoffentlich mit „Kooperation“. I know I`m a dreamer – but imageing …

Es geht weiter, auch wenn Eliten zurück in die gute alte Zeit und dazu die Gewohnheiten einiger Alter nutzen, wollen, die Zukunft lässt sich nicht vermeiden – man kann wie Ödipus versuchen sie zu reanimieren. Mehr nicht. Die Zukunft wird man verfehlen und die Vergangenheit nicht neu gewinnen – man wird alles geben, aber nichts bekommen: weil man Altem huldigte statt Neuem zu helfen.

Menschen, Politik und Systeme

Menschen sind soziale Wesen und sind auf andere Menschen angewiesen, vor allem anfangs und im Alter werden andere benötigt doch die Umgebung kann Grenzen setzen. Zur Umgebung gehört auch, wie sich der Mensch organisiert – den Teil kann er zwar selbst definieren, das wissen wir heute oder seit ein paar Jahrzehnten, das hat sich aber leider noch nicht überall herumgesprochen. Dennoch ist zu sagen: Die große Freiheit liegt vor und – ebenso die große Verantwortung.

Anfangs lernte der Mensch seine Umgebung aus Erfahrungen kennen und lernte sich in ihr zu bewegen. Damit man sich auch alles gut merken kann und vielleicht auch, weil es weder Bücher, Radio, TV oder Internet gab, verpackte man alles in Geschichten und erzählte diese Abends am Lagerfeuer.

Für die große Masse blieb das auch erstaunlich lange so: im Prinzip bis ins industrielle Zeitalter. Es hatte sich aber etwas geändert. Bei Nomaden konnte noch jeder alles, auch bei den Bauern war das noch wichtig und jeder arbeitete ab, was gerade anstand, nur wenn „Andere“ oder „Fremde“, z.B. der Nachbar (die machten seltsame Dinge und kannten sich wahrscheinlich nicht aus), kam, durfte er nur mit einer bestimmten Person sprechen. Seit es Handwerk gibt, brauchte man immer mehrere vom gleichen Schlag und auch die Haushalte organisierten sich auf diese Weise, das Handwerk bildete die Gilden und alle, die gleiche bis ähnliche Arbeiten verrichteten, organisierten sich auf ähnliche Weise. Die Industrie organisierte sich ähnlich, sie schuf die heterogenen Abteilungen und reduzierte die Qualifikation auf das nötigste herab – denn wenn jemand nur kurz eingearbeitet werden muss, dann kann wieder jeder alles. Willkommen zurück bei den Nomaden.

Im Hier und Jetzt haben sich viele Dinge verändert, denn die Automation und die Digitalisierung übernahmen viele Routinetätigkeiten. Die Berechnungen für die Apollo Flüge führten hunderte Mathematiker durch, die zum Mars ein kleines gemischtes Team aus den Fächern Physik, Mathematik, Informatik und gelegentlichen Besuchern z.B: Spezialisten für Materialeigenschaften usw..

Solche „gemischten Teams“ organisieren sich selten hierarchisch, wenn es dennoch eine Hierarchie gibt, dann ist der Chef meist keiner der Spezialisten sondern der Organisator und Kommunikator (nach Innen und nach Außen) des Teams, sowie ist er der, der die Abläufe (im Team und in der Firma) kennt. Das Team organisiert sich selbst; wenn es aktuell einen Schwerpunkt gibt, hat der jeweilige Spezialist etwas mehr zu sagen als die anderen, da er aber auf die anderen angewiesen ist, bleiben alle professionell – da bleibt kein Platz für Eitelkeiten oder Machtspielchen, Mitgliedern, denen es um solche Sachen geht, bleiben selten lange.

Ein Architekt (für Gebäude) sagte nach einer Einführung in das Thema, er habe neulich mit einer Firma gearbeitet, die Wert darauf legte, dass immer so viele Arbeiten wie möglich parallel durchgeführt werden: Am ersten Tag kamen die großen Geräte für die Erdarbeiten aber auch die Gärtner legten bereits los, sie gruben einige Bäume aus, die später wieder gepflanzt werden sollten und ebneten einiges grob ein. Nur die Betongießer arbeiteten anfangs allein. So früh wie möglich stießen Maurer dazu, die auch die Leute die Strom und Wasser etc. legten unterstützten, z.B. schlugen sie die Schlitze und verfüllten sie; nachdem die Fensterbauer die Rahmen gesetzt hatten, verputzten sie. Dann begann der Innenausbau. Die Betongießer hatten bereits die nächste Decke gesetzt und sie war nun soweit, dann begannen die Maurer die Prozession der Handwerker durch das Gebäude abzuführen. Da immer alle anwesend waren, konnten viele Problemchen direkt von den Handwerkern geklärt werden. Es ging unheimlich schnell, z.B. bei der Logistik: Ein LKW kam vorbei und brauchte alle Werkzeuge, die nächsten brachten die gerade benötigten Materialien, sie wurden in der Firma zusammengestellt und dann gemeinsam ausgeliefert und entladen.

Er bewunderte das und fragte sich damals, warum sie das so machen, bis es klick machte und er erkannte: Man braucht (manchmal) weniger Personal, es ist effektiver und weil die Kunden und die meisten Mitarbeiter zufrieden sind, steigt die Qualität und es gibt mehr Aufträge, damit kann man mehrere Baustellen gleichzeitig bedienen und die Zentrale wurde besser ausgelastet zudem konnte nach einer bestimmten Zeit immer mehr in der Zentrale vorbereitet werden, was auf den Baustelle dann nur noch montiert wurde – das begann oft schon bevor der erste Bagger auf der Baustelle war.

Es ist schon erstaunlich in wie vielen Branchen das funktioniert, wichtig ist aber, dass die Entscheidungen zeitnah und direkt vor Ort getroffen werden können – mit etwas Vorbereitung und guter Planung bekommt man das schnell und sicher in den Griff.

Es geht aber nicht, wenn man auf den alten Regeln besteht, die schon ewig galten, besteht, oder zu denen viele zurück wollen – aus den unterschiedlichsten Gründen. In heterogenen Gruppen wird der Schein im gleichen Maß wichtiger, wie die Größe der Gruppe steigt – die Arbeit rückt an die zweite, dritte oder vierte Stelle, mit dem Ergebnis: die Effizienz aller Mitarbeiter sinkt, deshalb kann man nur noch kleinere Arbeiten übernehmen, deshalb wird immer weniger möglich – die IT kann ein Lied davon singen, sie hat aber auch andere Fehler gemacht.

Warum aber kann es mit den „alten Regeln“ nicht funktionieren? Als der „Chef“ erfunden wurde, um die „fremden“ / „andersartigen“ / „falschen“ Ideen von den „eigenen“ Leuten fern zu halten, wurde versucht die „Gleichartigkeit“ der Gruppe, die gemeinsamen Überzeugungen, zu schützen und es war nahezu jedes Mittel recht. In einer Welt voller autarker und heterogenen Gruppen kann das (eine Weile) funktionieren, aber irgendwann werden die tradierten Geschichten, ausgegebenen Parolen und Narrative unglaubwürdig. Das kann mehrere Gründe haben oft ist es einfach eine Änderung in der Umgebung oder eben dass durch die lange „Gebrauchszeit“ und den dadurch nötigen Anpassungen die Stimmigkeit der Geschichten verloren gegangen ist.

Wenn die Stimmigkeit verloren ging, dann wird das von den meisten Betroffenen früh bemerkt und sie werden „flexibel“, die Dinge werden erst zum Lippenbekenntnis, man beginnt im geheimen eigene (oder noch älteren) Idee auszuprobieren, man sucht nach Alternativen – und wenn einer ein gutes neues Narrativ erzählt, kann es sehr schnell gehen, viele Überzeugungen wurden regelrecht begraben, Archäologen können einiges dazu erzählen.

Die „Änderungen der Umgebung“ dauern etwas länger, denn es gibt viele Gründe dafür, dass es sie geben kann. Der häufigste Grund war wohl die ganz normale Wanderung, weil es immer mehr Menschen gab. Eine neue Familie siedelte sich einfach in der Nachbarschaft an, anfangs war das problemlos möglich, weil es keine anderen Menschen gab oder nur wenige, man wurde sich schnell einig. Dennoch änderte sich die Umgebung, mal wurde es bergig oder es gab ein Flussdelta, Steilklippen oder Sandstrand, Steppe oder Dschungel. Erste Erfahrungen hatten die Eltern bereits gemacht, aber es gab Neues – das änderte die Geschichten am abendlichen Lagerfeuer bereits.

Wanderung durch Bevölkerungszuwachs waren häufig; es konnten ganze Gruppen das Wandern anfangen, Wenn aber Gruppen wandern, waren es häufiger (temporäre aber fatale) Änderungen des Wetters / Klimas. Manchmal reichten explizite Verbote. Wenn eine Gruppe aus einem nördlichen Bereich einwanderte und bei der Fleischversorgung auf Schwein setze, wurde schnell bemerkt, dass Schweinefleisch in dieser Gegend schnell schlecht wird, ist die Zahl der Abnehmer groß genug, dann braucht es meistens keine weiteren Regeln, denn die Leute schlachten Schweine und sie werden gleich verzehrt. In kleineren autarken Gruppen, reicht das nicht aus und das führt zu expliziten Regeln bzw. zu konkreten Verboten z.B. von Schweinefleisch – weil es die Erfahrung fordert.

Über eine gewisse Zeit kann man die Narrative ergänzen, aber irgendwann werden sie unstimmig und durch neue ersetzt. Für die Masse der Mitglieder ist das meist eine Erleichterung, denn für sie kommt es fast schon zu spät. Für die, die die Narrative propagiert haben, ist es aber eine Katastrophe und sie kämpfen um die alten Narrative, um nicht als Lügner oder Versager bzw. Prediger falscher Lehren dazustehen. Sie „glauben“ an das was sie sagen und fordern die Welt auf, sich an diesen Glauben anzupassen.

Für die Masse aber sind die Narrative selten echte „Glaubensfragen“, da ihr klar ist, dass im Grunde jedes Narrativ gleich gut ist und sie austauschbar sind, die Narrative werden von vielen geduldet, solange dadurch Streit vermieden werden kann.

Das sieht man auch daran, dass für viele das Narrativ nur im Äußeren gilt, im Haus oder Hof, gelten andere, eigene; die allgemeinen Narrative gelten nur im öffentlichen Bereich – im inneren und Äußeren nur Lippenbekenntnisse, damit es keinen Streit gibt. Für die meisten sind sie Mittel zum Zweck und es wird genommen, weil es sonst nichts gibt – für diese Aufgabe.

Heute gibt es da eine weitere Möglichkeit: Belastbares Wissen. Das funktioniert nicht bei allen Fragen, belastbares Wissen für die Frage nach dem Sinn des Lebens, gibt es nicht. Es bleibt also Platz für das Narrativ. Aber dort, wo es belastbares Wissen gibt, dort werden die Narrative zu Anekdoten. Das gefällt den Vertreter oder Anhängern der Narrative nicht – sie diskreditieren es, wann immer sie können, denn sie meinen, dass sie ihre Machtposition gefährdet, auf das sie ein Geburtsrecht von Gottesgnaden haben – das Narrativ bestätigt das!

Das Narrativ wird wieder beliebter, immer wenn es um Gruppen und Macht geht. In allen älteren sozialen Organisationsformen gibt es eine Person, die im Fall des Falles entscheidet, wer Recht hat und der dieses Recht auch durchsetzt. Er ist ein Alleinherrscher – eine Rolle, die im Patriarchat einem Mann, im Matriarchat einer Frau zukommt, die in vielen Fällen schlicht überfordert sind. Kommt dann noch dazu, dass es üblich ist zu überprüfen, ob jeder seiner Rolle gerecht wird, und um zu beweisen, dass man selbst seiner Rolle gerecht wird, wird das zum Dauerstress – und ufert dann aus. Zudem wird die Macht gerne missbraucht, es gibt dann „gute“ und „schlechte“ Herrscher und man hat halt mal Glück oder Pech.

Wie wirkt sich das wirtschaftlich aus? Ein Alleinherrscher ist immer die letzte Instanz. Man macht, was einem gesagt wird – und nur das. Unternehmerisch tätig wird nur der Alleinherrscher, alle anderen nicht. Da kann sich so was wie Wirtschaft nur marginal entwickeln und da der Alleinherrscher immer auch Kriegsherr ist, wird die Wirtschaft immer auch zur Waffe. Eine Agrarökonomie kann damit betrieben werden und wenn sich die Herrscher zurückhalten und den unteren Ebenen fast freie Hand geben (was z.B. in den Städten oft der Fall war), dann kann es bis zum Handwerk und Universitäten gehen und funktionieren – darüber hinaus nicht. Denn niemand würde etwas entwickeln, weder Neues noch Optimieren, denn die Willkür erhöht bzw. maximiert das wirtschaftliche Risiko.

Wer im Narrativ denkt, vergisst meist, dass es das meiste von dem, was es heute gibt, nicht gäbe, wenn wir im Narrativ, bei den Alleinherrschern und der Willkür geblieben werden. Der Willkür wurde man mit Rechtsstaat und dem Alleinherrscher durch Gewaltenteilung Herr, dem Narrativ durch belastbares Wissen. Heute sind viele gesellschaftliche Ordnungen Mischformen, sie enthalten noch viele Elemente der früheren Ordnungen und aktueller Ordnungen.

Warum aber scheint alle Welt doch wieder zurück ins Narrativ zu gehen? Da gibt es zwei Gründe. Der erste ist, dass es manche gibt, die es sich auf einem relativ hohen Niveau bequem gemacht haben, und diesen Zustand beibehalten wollen – das kann man auf Dauer nicht mehr mit belastbarem Wissen machen, bleibt also nur das Narrativ. Der zweite Grund ist, da das Vertrauen in die großen Gesellschaftsverträge der Demokratien zu Gunsten der Familien bzw. Clans und Banden geschwunden ist, übernehmen eben archaischere Systeme – man fällt zurück, gibt den Ödipus, man könnte auch nach vorne blicken und gehen.

Die extremen Formen des Kapitalismus sind fast reine Umsetzungen der alten Vorstellungen. Wie die neuen funktionieren sollen, ist manchmal strittig – vor allem von denen, die am liebsten bei den alten Lösungen bleiben wollen.

Aus Kariere, Kampf und Streit wird Kooperation; aus „einer kann alles besser als alle anderen“ werden mehrere Spezialisten, die zusammen das gemeinsame Ziel erreichen – das kennt man, die Liste kann fast jeder vollenden.

Manche wollen unbedingt die Systemfrage diskutieren. Was ist besser: Demokratie oder Diktatur? Die Frage wird oft so formuliert: Scheinbar kommt China bei vielen Themen besser zurecht als die westlichen Demokratien.

Zunächst ist zu sagen, dass der Schein in Diktaturen häufiger trügt: Die Daten wurden bereits mehrfach interpretiert, bis sie veröffentlicht werden, ihnen zu trauen ist riskant. Dann kann China als manchmal noch Schwellenstaat, ganz anders agieren, als erfahrene Wirtschaften: viele Chinesen wissen nicht, was sie sich einhandeln bzw. sehen nur auf evtl. eigene Vorteile, die Nachteile werden ignoriert. Das ist Narrativ pur, aber die Ausgrenzung der Nachteile fällt einem für gewöhnlich auf die Füße. Würden die Folgekosten eingepreist, wäre China tief in den roten Zahlen – nicht nur China aber China und Diktaturen im allgemeinen wären tendenziell roter, da sie wesentlich geringeren Standards folgen, was du heute nicht besorgst, wird morgen eben teurer – oder kann gar nicht mehr korrigiert werden, das wird dann noch teurer.

Zudem wird immer deutlicher, dass viele dieser Diktaturen zu dem wurden, was sie heute sind, damit ihre Mitglieder vor rechtlichen Verfolgungen sicher sind und einfach so weitermachen können wie bisher. Wenn es manchmal den Anschein hat, dass sie in bestimmten Bereichen besser machen, dann einfach nur deshalb, weil sie bislang nichts oder nur wenig zu bewahren haben und sich heute entscheiden und freilich unbelastet die heute bessere Entscheidung treffen können. Dennoch werden auch sie denselben Fehler machen wie wir: Zu große Strukturen und Konzerne, die schnell nur noch ihre Vorteile sichern wollen und die Mittel dazu haben, können sie dann noch auf Narrative zurückgreifen oder ihre Ansichten besser „verkaufen“ – sie haben ja die Ressourcen, die es ihnen ermöglicht Stimmung zu machen – greifen echte Argumente nicht mehr und, wie oben beschrieben, werden wirtschaftlich immer weniger Risiken eingegangen, in der ersten Phase scheint das sogar gut für die aktuellen großen Strukturen sein, auf die Dauer aber fehlt die Entwicklung der Wirtschaft, sie stagniert und schwindet.

Wie gesagt, der Schein trügt oft und man kann das nicht von einer kurzfristigen Anschein abhängig machen. Dass bei uns scheinbar alles länger dauert oder nicht mehr möglich ist, liegt einfach daran, dass es nicht reicht immer mehr Regeln zu geben sondern es eben auch nötig die zu testen, wie die aktuellen wirken und evtl. gegensteuern. Wenn sich dann der Regelgeber an die wenden, die die Regeln anwenden sollen, und nachfragen, was denn zu ändern wäre, hilflos und achselzuckend auf die Antwort „Nichts“ reagieren und die Hände in den Schoß legen, dann kann das nichts werden und die Welt wird dann von den Funktionären und der Bürokratie gelenkt, dann hat die Politik versagt, doch das ist keine Frage der Systeme, das würde einem Diktator auch auf die Füße fallen.

Manchmal ist es eben an der Zeit aufzuräumen und klar Schiff zu machen. Versäumt man das oder zögert es zu lange hinaus, dann werden die ewig Gestrigen immer lauter und wollen „zurück in die gute alte Zeit“ und die „Experimente beenden“.

Was steht an? Eine Wirtschaft fasst ausschließlich auf eine Branche zu reduzieren, ist ein enormes Risiko, das man nicht eingehen sollte. Eine gesunde Wirtschaft benötigt viele, möglichst gleichwertige Standbeine. Es braucht eine kontinuierliche Prüfung, wie sich Regeln auswirken und wo sich neue Risiken auftun und es soll frühzeitig gegengesteuert werden, warten auf die nächste Krise, um wirtschaftlich oder politische Erfolge einzufahren, sollte keine Option mehr sein. Eine gesunde Wirtschaft benötigt möglichst konstanten evtl. leicht steigenden Geldumlauf, die aktuellen Märkte reduzieren aber diesen Umlauf und bremsen sie aus – übrigens gehören Aktien und Börsen als reine Spekulationen und Geldmehrungsinstrument nicht zu den Umläufen, im Gegenteil, sie entziehen das Geld diesen Umläufen.

Wie könnte die schöne neue Welt aussehen? Der Blog hat das bereits mehrfach skizziert: Der städtische und interstädtischer Verkehr sollte auf City-SynErgy umgestellt werden, da man sich dann quasi von Haustür zu Haustür durchaus auch vereinzelt, chauffieren lassen kann und binnen Minuten von einem Ende der Stadt am anderen Ende oder in einer anderen Stadt wäre, statt im Stau oder an Haltestellen zu stehen, wird es sicher gut angenommen, und da es nebenbei auch zur Energiegewinnung verwendet werden kann, käme Geld in die Kassen der Städte und damit in den lokalen Markt. Und hätte man sichere digitale Netze und eine digitale Verwaltung, könnte man die Auswirkungen und Entwicklungen der Regeln besser erkennen und man könnte sie kontinuierlich optimieren. Vollständig ist die Liste nicht, aber den Blog in einem Post zu wiederholen, würde den Rahmen sprengen.

Kurz und Fündig Corona

Ansteckung ist bei Viren auf mehreren Wegen möglich manche Viren nutzen alle Wege andere nur einen oder wenige. Bekannt sind vor allem: Austausch von Körpersäften, Körperkontakt, Schmieren und Aerosole etc. Meist spielt auch die Menge der Viren bei einer Ansteckung eine Rolle; es dürfte die Regel gelten: je ansteckender der Virus ist, umso weniger Viren reichen, um sich im Körper zu verbreiten.

Aerosole können Viren übertragen und sie können, vor allem in geschlossenen Räumen, längere Zeit „in der Luft stehen bleiben“; deshalb kann man sich in einem nicht oder schlecht gelüfteten / gereinigten Raum noch anstecken, selbst wenn der Träger den Raum bereits verlassen hat. Je intensiver die Atmung, desto mehr Aerosole entstehen und umso weiter tragen sie. Im Freien und vor allem bei Wind verlieren sie sich schneller als in Innenräumen.

Schmieren Husten, Niesen aber auch Sprechen oder Singen können feucht sein, das Ergebnis nennt man dann Schmieren. Je ansteckender die Krankheit ist, umso weniger Schmiere reicht aus, da kann es sein, dass der Griff an die Nase oder ins Gesicht bereits reicht, um ansteckend zu sein. Schmieren werden vor allem durch gemeinsam oder von vielen genutzte Gegenstände aufgenommen, auf einigen Oberflächen halten sie sich länger als auf anderen, bei Rolltreppen sollte die Handläufe gemieden werden, Türklinken (gerade in öffentlichen Räumen) und bitte weder Flaschen noch Gläser etc. Kreisen lassen …

Träger und damit potenziell ansteckend sind alle, die Viren in ihren Aerosolen haben. Ob und wie stark sie ansteckend sind, dürfte von der Virenmenge in den Aerosolen abhängen und davon, ob es den Viren gelingt, in den Körper einzudringen und sich dort zu vermehren.

Abstand zu halten ist eine der ersten Maßnahmen, er verhindert Ansteckungen durch Schmieren, Körperkontakt und verringert die Gefahr, dass größere Mengen Aerosole eingeatmet oder durch Schmieren aufgenommen werden.

Masken manche reduzieren andere filtern die meisten Viren aus der Atmung. Sie sammeln aber auch Aerosole und damit Viren, deshalb sollte jeder nur seine eigene Maske berühren und sich nach der Handhabung schnell die Hände waschen oder desinfizieren.

Hygiene meist wird darunter verstanden die Hände zu waschen und Gegenstände, die von Hand zu Hand gehen können, zu waschen bzw. zu desinfizieren. Vor allem können Ansteckungen durch Schmieren verringert bzw. verhindert werden.

Lüften befreit den Raum von effektiv frei schwebenden Aerosolen, Ventilatoren können den Prozess beschleunigen, können aber bei ihrer Arbeit Viren sammeln. Vorsicht bei der Reinigung der Ventilatoren vor allem dann, wenn die Ventilatoren anderer gereinigt werden sollen. Aerosole können Schmieren bilden.

Klimaanlagen Umluftklimaanlagen können zur Virenschleuder werden, Filter und UV-Licht können helfen und die Viren meist fast vollständig abtöten; Frischluft-Anlagen können mit gutem Lüften verglichen werden. Allzu sicher sollte man sich jedoch nicht sein, denn es kann sein, dass der eine Teil eines Raums gut gelüftet andere aber schlecht, dort können sich Aerosole sammeln (weil sie schwerer sind und sich dort oft Wirbel bilden).

UV-Lampen wenn sie intensiv genug sind, können sie die DNA von Viren usw. zerstören, das tun sie auch im Auge, hineinschauen ist demnach gefährlich, das kann man aber verhindern, indem sie in einem lichtdichten Luftkanal ihre Arbeit im Luftstrom verrichten. Mehr als ein Ventilator, die UV-Lampe, ein Zylinder mit Boden und Deckel, eine kleine Steuerung und Strom sind nicht nötig, um Räume nahezu keimfrei zu machen, in pandemischen Zeiten oder in einer Grippewelle kann das sehr nützlich sein in Großraumbüros, Klassenzimmer oder im öffentlichen Verkehr usw. sein. Dennoch sollten die anderen Maßnahmen nicht vernachlässigt werden, denn die Schmiereininfektion und der direkte Virenaustausch bei Körperkontakt und von Aerosolen bleibt freilich bestehen.

Geimpft gleich „nicht ansteckend“? Offiziell heißt es in etwa „dass die Impfung eine Ansteckung weitgehend verhindern kann, sicher aber einen schweren Verlauf verhindere“. Geimpfte können durchaus Virenträger und -verteiler sein, denn die Viren werden durch die Aerosole der Atmung aufgenommen und verteilt, die Impfung wirkt jedoch nur, wenn die Viren in den Körper eindringen und dort wird die Vermehrung weitgehend verhindert aber nicht immer vollständig, die Aerosole der Atmung werden wahrscheinlich nicht ansteckender, werden aber weiter verteilt, gerade bei stark ansteckenden Varianten, könnte das ausschlaggebend sein.

Geimpft gleich „frei von den pandemischen Maßnahmen“? Nein. Ganz entschieden: Nein. Denn die Impfung liefert nur eine Scheinsicherheit (für sich selbst und für andere), denn sie können immer noch selbst erkranken und sie können die Krankheit (meist wohl) symptomfrei übertragen, was die Nachvollziehbarkeit von Infektionen sehr viel schwerer macht. Reisende Geimpfte könnten zudem weitere Mutationen weltweit verbreiten und damit die Lage nur verschlimmern.

Was hilft? Nicht bzw. nur wenig und wenn, dann möglichst regional und kurz, reisen. Schnelle robuste Lockdowns bereits bei geringen Anzeigen, doch das ermöglicht relativ kurze und überschaubare, statt ewige Teil-, Lockdowns. Die UV-Lampen, oder entsprechende Raumluftreiniger im allgemeinen, in Massen eingesetzt, sind eine gute Vorbeugung, zumindest können sie die aerosole Virenlast gut reduzieren, bei der Arbeit, in den Schulen, beim Einkaufen und in Ämter etc.. Weltweite Immunität durch schnelles Impfen statt Durchseuchung. Entwicklung von Medikamenten, die Erkrankten die schweren Verläufe ersparen zumindest erleichtern.

Was können die Ideen des Blocks beitragen? Die Idee mit den Bienen kam bei einigen Tierschützern nicht besonders gut an, wurde im Großen und Ganzen aber gut aufgenommen; übrigens, sie lernen schneller und sind effektiver als Hunde; da im Chat aber viele Techniker sind, interessierten sie sich mehr für evtl. technische Lösungen wie Sensoren, die die Viren in der Atemluft zählen (das wäre dann vergleichbar mit einem Alkohol-Test). City-SynErgy kann Reisende vereinzeln und ohne Zwischenstopp von A nach B bringen, zudem wären sie ein guter Zeitpunkt für die Sensoren. IvaP würde es erlauben überall (nahezu) alles vor Ort produzieren zu können und neue Ideen sofort weltweit anbieten zu können. Dezentrale Lösungen helfen ganz allgemein: Hier können Lieferketten kaum unterbrochen werden und den aktuell noch wirtschaftlich schwachen Schwellenländer würde sie einen kräftigen Schub liefern.

Rollen

Zur Zeit klagen viele, dass das Personal immer „aufmüpfiger“ würde, es seinen oft die, die schon immer „schwierig“ waren, aber auch einige, die bislang „ganz passabel“ waren, und es würde ärger und ärger. Ich soll dann sagen, was man da machen kann – aber das ist nicht mein Bereich, auch wenn man das meinen könnte, wegen dem WERDEN etc., das kann nur erklären, warum sich jemand so verhält und dass es geändert werden kann, wenn der Betroffene es will und sich viel Mühe gibt.

Als Externer habe ich mit den folgenden disziplinarischen Themen eigentlich nichts zu tun. Wenn ich scheinbar irgendwas besser mache als andere, liegt das wahrscheinlich nur daran, dass ich zuhören und gelegentlich tragfähige Lösungsvorschläge unterbreiten kann. Zudem bin ich seltener vor Ort und biete Perspektiven an, die machbar erscheinen. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich es vermeide der Übermittler schlechter Nachrichten zu sein.

Doch in diesem Fall geht das leider nicht, denn es ist in den meisten Fällen so, dass einige scheinbar der Meinung sind, dass sich Gegner gebildet haben, das ist ein Fall für einen Konfliktberater, das ist nichts für einen Berater der IT. Alles, was ich versuchen kann, ist, es ein bisschen verständlicher zu machen. Wie so oft, ist es Gruppendynamik und -konflikte.

Wen ein Weltbild nur auf Rollen basiert, dann ist die Persönlichkeit sehr wahrscheinlich schon früh gebrochen und manipuliert worden und darauf eingeschworen worden, nur auf die „Einhaltung der Rollen zu achten“ und „dass sie nichts, die Gruppe und die Rolle alles“ sei; was sie in diesem Zustand dann auch sehr engagiert tut, da sie nun das Leid mit Zins und Zinseszins verteilen darf, das sie selbst erlitten hat. Sie glucken immer zusammen, sie tun sich schwer damit allein zu sein – und hier entstehen dann die ersten Probleme, denn die Rollen sind ihrer Ansicht nach immer wichtiger.

Wenn sie Familie haben, dann geht diese vor und sie kommen aus ihren Rollen nicht mehr heraus, ein gutes Beispiel ist die Rollen des „Herr im Hause sein“, dazu gehören dass „sein Wort Gesetz“ ist, vor seiner Familie wird er nie „ja Chef“ sagen oder sich unterwürfig oder auch nur kooperativ verhalten, ganz im Gegenteil, er wird versuchen, dass es „so aussieht, als hätte er das Sagen“.

Hat er keine Familie und kann nicht auf Bekannte oder Freunde zurückgreifen, dann beginnen viele von ihnen damit, die Chats, Video-Konferenzen und Telefonate zu komplizieren, zu dominieren und zu bestimmen; es sind oft die, die vorher unauffällig waren und machten, was man ihnen sagte. Sie sind meist der Grund, warum die Leute Hilfe haben wollen, denn sie stehen kurz davor, ihnen wegen „disziplinlosem Verhalten“ zu kündigen.

Es gibt noch weitere spezielle Situationen, aber hier sollen nur diese beiden kurz behandelt werden.

Im ersten Fall hilft es oft, sich an feste Zeiten zu halten und ihn bestimmt zu beauftragen, dass bei diese Gesprächen kein Familienmitglied anwesend sein darf – übrigens, ein Arbeitsspaziergang ist eine gute Möglichkeit.

Leider fallen solche Leute oft durch sehr laute Stimmen auf, das liegt meist daran, dass sie zeigen wollen, dass sie nichts zu verstecken haben und jeder hören kann oder soll, was sie zu sagen haben, denn sie meinen, dass sie das Sagen haben – Geheimes oder Sicherheitsrelevantes darf dann nicht besprochen werden, auch nicht in der Wohnung, denn dann hört freilich die ganze Familie und die Nachbarn zu. Das ist eines der weiteren Probleme und das fällt oft erst auf, wenn man im Homeoffice ist. Auch in diesem Fall wird angerufen.

Da für diese Leute der Schein wichtiger ist als das Sein, sind diese Mitarbeiter meist sehr gut ausgestattet und könnten im Homeoffice oft sogar effektiver sein, als vor Ort, aber da sie „seit kurzem“ so rumbrüllen, werden sie zur Gefahr für die Firma oder Abteilung und man darf ihnen nichts mehr anvertrauen.

Wer die Situation retten will, sollte den Mitarbeiter zu einem Gespräch am besten einbestellen oder sich im Freien und auf „neutralem Boden“ treffen; es sollte einen nicht wundern, wenn bei diesem Treffen der Mitarbeiter wieder „ganz der alte“ zu sein scheint, denn er ist nicht in der Familie und weiß meist, dass es in letzter Zeit nicht so gut lief. Im Gespräch wird kurz und bündig die Situation, ihre Ernsthaftigkeit und was noch fehlt, um zu welchen Konsequenten zu kommen, nachdrücklich dargestellt.

Wie gesagt, feste Telefonzeiten können helfen, aber da nicht bekannt ist, wie er sich beim Arbeiten verhält (ich habe mal einen erlebt, der sich den Code vorgesungen hat (singen konnte er nicht!)), bleibt das Sicherheitsrisiko leider bestehen, das heißt, er wird an anderen Dingen arbeiten. Diese Konsequenz wurde meist schon erreicht. Doch das muss nicht schlecht sein, der Tapetenwechsel tut vielen gut und wenn man ihn wählen lassen kann, kann er im Homeoffice ein sehr guter bleiben, meist hilft auch, dass man sich ein oder zwei Halbtage im Büro trifft, das reduziert die Telefonate.

Bei den Kandidaten, bei denen die Arbeitskontakte mittlerweile die einzigen sozialen Kontakte sind, sieht es etwas anders aus, zum einen drohen sie zu „vereinsamen“, zum anderen senken sie die Effizienz aller. In dem Fall kann sich ein Arbeitgeber glücklich nennen, wenn er zwei mit diesem Symptomen hat und diese zusammenbringt, i.d.R. erkennen sie sich schnell und gibt man ihnen die Gelegenheit, kurz unter sich zu sein, haben sich zwei oder drei gefunden. Und man hat eine Echo-Blase geschaffen, das bedeutet, dass man sich damit ein größeres Problem schaffen kann, denn wenn sie sich zusammentun, wird für sie diese Gruppe immer wichtiger und die Umwelt leider zu „den Anderen“ damit auch die Firma und Abteilung und dort können sie „den anderen auch am meisten“ schaden – doch das benötigt das entsprechende Weltbild, die Echo-Blase fördert dieselben leider.

Doch auch in diesem Fall gibt es eine oft erstaunlich wirksame Lösung: Im virtuellen Büro kann jeder Mitarbeiter einen Aufenthaltsort angeben und es gibt Räume wie Kaffeeküche und Kantine in denen Raum für privatere Gespräche ist.

Einer, der das einrichtete, rief nach zwei Wochen an und fragte nach „warum einige wenige, die fast nur in der Pause oder der Kantine „herumhängen“, die allgemeine Effizienz sogar drastisch zu steigern scheinen?!?“.

Es wurde vorgeschlagen, dass er eine neue virtuelle Abteilung „Fragen und Antworten“ einrichten solle und diesen Mitarbeiter dort temporär einen neuen Wirkungskreis zu (x%) zu geben und alle Mitarbeiter aufzufordern, bei Fragen, die sonst in der Kantine und der Kaffeeküche „geklärt“ wurden, dort zu besprechen. Zwei Wochen später kam die erstaunte fast telegrafische Anfrage: „Nachfrage ist exorbitant, allgemeine Effizienz noch weiter gesteigert, Nachfrage der neuen Abteilung gigantisch – warum?“ Der Effekt ist eigentlich bekannt aber hier sollen einige Momente verdeutlicht werden:

Es gibt in offenen Gruppen immer Menschen, die gern um Rat (weniger um Tat) gefragt werden oder denen in einem kurzen Plausch auch „Emotionales“ anvertraut wird – und die das „Emotionale“ handhaben können, wodurch Konflikten vorgebeugt und Verständnis bzw. Empathie und Kooperationbereitschaft gesteigert werden (in einem Scrum Team ist das eine der Rollen des „Masters“) und es gibt Mitarbeiter, die gerne von anderen Mitarbeitern bei Fragen, wie man diese oder jene fachliche Frage klären könnte, konsultiert werden. I.d.R. meiden diese diese Orte, weil sie genau wissen, dass sie nicht mehr herauskommen, aber dann bekommen sie eben Besuch im Büro – weit seltener, aber ausreichend oft, dass ihre „Effizienz“ sinkt – sie werden oft falsch beurteilt; übrigens, neben diesen „internen Beratern“ werden auch „externe“ benötigt.

Im vorliegenden Fall wirken Kaffeeküchen und Kantinen wie eine solche „Beraterstelle“ ohne den „Makel“ dass man sich an eine „Spezialisten“ gewandt hat, was für Rollen-Weltbilder immer einen Makel darstellt, da der Mann „gottgleich“ „immer alles alleine lösen“ kann, den „Schein zu wahren ist dabei wichtiger, als das meiste andere“. Wenn „private Gespräche“ im geschäftlichen Kontext erlaubt sind, wirkt das wie ein Ventil, das den Druck aus den einzigen Gesprächen nimmt, die es für einige in dieser Zeit gibt – man kann wieder arbeiten und die Rollen vergessen und: „Ja!, man macht während der Arbeit Pausen und trifft dabei andere – was ist dabei?“.

Ich wurde gefragt, ob es eine gute Idee wäre, dort „professionelle Helfer“ einzuschleusen?“. Nein war meine Antwort. Dass ein interner Berater dort gelegentlich vorbeikommt, lässt sich nicht vermeiden, gehört quasi dazu, auch externe Berater können ganz normal sein, aber Leute, die sich für „auffällig gewordene Mitarbeiter aktiv interessieren“ fallen nicht nur auf, sie verschärfen die Situation, sie nutzen dann nichts, denn die Betroffenen meiden dann einfach diese Räume.

Fazit: Es gibt viele Gründe warum Mitarbeiter ihr Verhalten im Homeoffice ändern – allein die neuen Umstände sind Grund genug. Bei manchen eskaliert es aber, oft, weil die Situation zu Hause einfach schwieriger ist; überraschender weise tolerieren das aber die meisten und führt nur zu Fragen der Organisation. Schwierig wird es, wenn Mitarbeiter in einen anderen Rollenkonflikt geraten: „Der Chef der Familie duldet jemanden über sich?“ oder „die Arbeit wird zum Ersatz der sozialen Kontakte und dabei wirkt sich ein bislang unentdecktes oder verborgenes Weltbild aus“.

Kann der „Chef“ den Schein nicht wahren, wird er infrage gestellt; kann ein „kommunikativer“ aber auf „Rollen reduzierter“ Mensch seine Rollen nicht mehr „ausleben“ „trägt er sie in die Arbeit“ und scheint sich zu verändern, „leider oft und so stark, dass sie nicht mehr tragbar sind“.

Es bieten sich zwar relativ einfache Lösungen an, aber oft bleiben Risiken bestehen oder es bleiben nur Teillösungen bzw. gibt es keine Garantie, da der betreffende Mensch sich frei entscheiden kann. Wie es ausgehen wird, entscheiden beide Betroffene, denn nur sie können es gemeinsam lösen – gibt es auch nur einen, der sich querstellt, dann funktionieren das nicht, denn in der IT und vielen anderen Bereichen ist „Sein und Kooperation“ mittlerweile wichtiger als der „Kampf um den Schein“ – was Rollen letztlich ausmacht.

Kurz und fündig

Gibt es mehr als die zwei bereits genannten Typen von „Weltbildern“? In einem sehr groben Raster kann man vier Typen definieren, ich verwende hier die im Block bekannten Überbegriffe des WERDENs:

  • ICH: Impulsiv, affektiv, ignoriert andere, kann gut allein, lebt meist ohne Bezug zu anderen. Das ICH sollte nicht mit Egoismus verwechselt werden, denn zum Egoismus gehört, dass es einen „Kampf um Ressourcen und dass die eigene Person privilegiert bzw. über alle andere gestellt wird“. Das ICH lebt einfach vor sich hin – aber nicht im „Hier und Jetzt“; und es erklärt sich nicht die Welt, es ist einfach in der Welt.

    Es ist für sozial lebende Arten wie Menschen nicht relevant, allerdings kann es passieren, das sich einzelne Personen, im ICH wiederfinden – das ist aber selten.
  • DU: Es reduziert die Welt auf drei Einheiten: die eigene Person, die eigene Bezugsgruppe, die Anderen. Die eigene Person und die eigene Bezugsgruppe bilden ein Tandem oder eine Einheit – im Gegensatz zu den Anderen. Da nun mehrere Menschen zu synchronisieren sind, werden „Erklärungen der Welt“ nötig (sogn. „Narrative“ lateinisch für Geschichten) aber auch für Überzeugungen, Rituale und Zeremonien. Es liebt einfache Lösungen und tendiert zur Parole etc..

    Dieses Weltbild basiert maximal auf Alltagserfahrungen, fundiertes Wissen gibt es nicht (oft wird es diskreditiert, geleugnet und / oder bekämpft) und große Teile basieren auf Mythen oder sind frei erfunden. Treffen zwei Narrative aufeinander gewinnt entweder der bessere Rhetoriker meist aber das Faustrecht.

    Das DU wird problematisch, wenn die eigene Person und die eigene Bezugsgruppe zu sehr verschmelzen, und weil dieses Weltbild die Welt zweiteilt: Die eigene Bezugsgruppe und die Anderen oder: Gut und Böse. Wer so denken muss, kann in bestimmten Situationen nicht anders als „böse“ zu sein, das wird meist dadurch erklärt, dass die Anderen so schlecht waren, dass sie einen „dazu gezwungen“ haben; das führt dazu, dass alles Schlechte / Böse den Anderen zugeordnet wird und diese dann ganz allgemein zum Sündenbock und „Opfer jeglicher aggressiven Ventilhandlung“ werden. Das DU wird sich oft selbst zum Feind, da die Anderen einen meiden, werden andere aus der eigenen Gruppe zu deren Ersatz, dadurch wird die eigene Gruppe immer kleiner – und kann zum Schluss verschwinden. Nicht nur aus diesem Grund setzt das DU auf Masse, kriegerisches, Gewalttheorien und Helden spielen wichtige Rollen. Zudem bilden sich im und durch das DU Hierarchien, Macht, Funktionäre, Status, Gesellschaftsklasse und Untergruppen etc.
  • WIR: Das Narrativ erklärt „irgendwie“ die Welt, das WIR hält sich an „belastbares Wissen“, es ermöglicht Digitalisierung und Automation, beides ändert die Arbeitswelt und wirft damit Fragen auf, wie diese neue Welt organisiert werden soll. Manche fühlen sich in der alten Welt ganz wohl oder wollen alte Privilegien schützen, sie wollen alles im DU belassen bzw. ins DU zurück. Andere können nicht anders und wollen sich den neuen Herausforderungen stellen, der Weg dazu ist meist „weg vom Narrativ und fataler Gruppendynamik, und hin zum belastbaren Wissen, Wissenschaft und konstruktiven Arbeitsprozessen in Kooperation“. Der Unterschied zwischen dem DU und dem WIR liegt in der Organisation und der Art, wie kommuniziert wird. Für so manchen ist das ein einfacher und pragmatischer Wechsel der Paradigmen, für andere ein „Kampf der Ideale“ oder „der Systeme“; dabei wird vergessen, dass es nur ein „operativer Wechsel“ ist, der sich zwar auf die allgemeine Organisation auswirkt – was letztlich aber Alltag ist: Gegen den die Gegner sich letztlich stemmen, ein Widerspruch in sich.
  • IHR: Im Prinzip beschreibt das WERDEN lediglich den Prozess, wie etwas Neues in das entsprechende Weltbild integriert wird, während das ICH, das DU und das WIR noch „mit und um den Umgang Regeln“ diskutieren, integriert das IHR Neues und Regeln ins Leben aller und souverän umgehen, im Prinzip mit ihnen spielen bzw. sie handhaben fast schon leiten und bestimmen.

Organisation im DU und WIR? Das DU basiert auf dem Narrativ, das letztlich frei erfunden sein kann und wenn zwei Narrative konkurrieren gibt es kaum eine Möglichkeit zu beweisen, welches der Narrative „Recht“ hat – zwar versucht man es mit Worten und einer Debatte, kommt es aber hart auf hart entscheidet letztlich die Gewalt oder das „Gottesurteil“. Im DU und in der Welt der Narrativ entscheidet das Faustrecht darüber, welches Narrativ gewinnt. Das DU basiert auf Gewalt, weil es keine andere Basis für Entscheidungen kennt und / oder zuläßt. Wer im DU etwas organisieren will, kommt um Macht, Masse, Hierarchie, Klassen und Status etc. nicht herum.

Im WIR wird aus Macht das Können der Spezialisten; aus Masse kleine Teams, aus Hierarchie wird Kooperation; aus Klassen werden individuelle Eigenschaften Einzelner; aus Status wird der kurze aber glückliche Moment, in dem man sich als Spezialist erweist – nicht behauptet.

Arbeiten im DU basiert einmal darauf, dass „jeder alles kann“ und „überall eingesetzt werden kann“ das war bereits bei den Nomaden so, denn jeder wollte mit kleinem Gepäck reisen, deshalb machte man so viel wie möglich aus dem, was vor Ort war; beim Ackerbau konnten auch die meisten jede Tätigkeit durchführen; selbst in den Hauswirtschaften wurde das verlangt allerdings gab es auch die Hierarchie; dieses Prinzip rettete sich über das Handwerk bis in das Zeitalter der Industrie, solange viele Menschen zu organisieren waren. Der Begriff Kooperation bedeutet hier oft eher Loyalität. Im DU wird vieles schnell zum Befehl bzw. zur Parole. Durch die Hierarchie entstehen Untergruppen mit den entsprechenden Dynamiken; sowie Funktionärsgesellschaften.

City/SynErgy (C/SE) / Pandemie / Mobilität

Was ist City/SynErgy? Mitten auf einer großen Straße fährt man mit dem Fahrrad und bleibt trocken obwohl es regnet, weil über einem ab Pfeilern und an einem Leitsystem zwei Röhren montiert sind, in denen Kabinen Menschen ohne Zwischenstopp oder Stau von A nach B bringen. Man bewegt sich rasch, meist zwischen 60 und nun rechnerisch sind 400 km/h möglich, in den meisten Städten ist man in Minuten am anderen Ende der Stadt.

Die Röhren und die Kabinen sind aus durchsichtigem Plastik gemacht, nach vorne und hinten erkennt man die groben Umrisse der Gebäude, ebenso zu den Seiten, nur direkt nach links oder rechts sieht man etwas mehr aber keine Details und weil man so schnell unterwegs ist – man sieht nicht wirklich was. Man kann sich orientieren aber nichts und niemanden „beobachten“.

Es gibt eine App über die eine Kabine bestellt wird, in – sagen wir – zehn Minuten an die gewohnte Position direkt vor der Wohnung und man sagt, wohin es gehen soll. Da (nahezu) alle Fahrten bekannt sind, können diese so geplant werden, dass es weder Stau noch Zwischenstopps geben wird.

Da C/SE die Mobilität über die Straße verlegt, sinkt das Unfallrisiko und der Aufwand für die Steuerung etc. Es schafft Platz auf der Straße und kann so den Autoverkehr (ja, es kann sein, dass es den noch geben wird, aber er wird sehr viel weniger sein und in den Wohnquartieren wahrscheinlich nicht mehr geduldet werden) entlasten.

Im Blog finden sich weitere Details zu City/SynErgy, hier nur noch, dass die Kabinen ca. 2x2x2 Meter groß geplant sind und man kann sitzen oder sich anlehnen.

Wie wirkt C/SE in einer Pandemie? In einer Pandemie verbreitet sich eine (neue?) Krankheit weltweit direkt von Mensch zu Mensch. So oder so droht der Stillstand des gesamten öffentlichen, privaten und wirtschaftlichen Raums, denn wenn alle krank sind, kann auch niemand mehr etwas machen. Besser ist es, wenn die Krankheit erkannt wurde, nur die direkte Umgebung zu isolieren und die Menschen zu vereinzeln und die Kontakte zu minimieren.

Man kann die Kabinen von C/SE zusammen mit anderen nutzen, in einer Pandemie aber nie mit Fremden. Bei einer Schmiereninfektion bleibt man einfach in der Mitte stehen, lehnt sich nicht an und setzt sich nicht, man behält die Maske auf und fasst nichts an – dann kann eigentlich nichts passieren. Wenn auch Aerosole infizieren können, gelten die gleichen Regeln und die Kabinen stellen die Lüftung höher ein. Zwischen zwei Kunden könnten UV-Lampen die einfach gebauten Kabinen schnell und sicher desinfizieren.

Damit würde C/SE individuelle Mobilität für jedermann von Haustür zu Haustür ohne Aufenthalte oder Zwischenstopp ermöglichen, in einer Pandemie wäre das ein wichtiger Punkt, kein Treffen im Taxi oder öffentlichen Verkehr, Bahnhof, Flughafen oder Tankstelle, selbst ins Krankenhaus kann man fahren, da die Kabinen dort leicht desinfiziert werden können. Sich auf der Fahrt anzustecken ist unwahrscheinlich, die Mobilität könnte damit jederzeit aufrechterhalten werden. Ob und wenn wem was wann erlaubt ist, ist und bleibt eine Entscheidung der Politik. In einer Pandemie wäre C/SE hilfreich aber auch sonst schafft es Platz in der Stadt, ist nahezu emissionsfrei, reduziert die Unfallgefahr, kann viel fürs Klima machen – sich einfach mal im Blog umschauen kann sich lohnen.

Home Office

Es wird heiß diskutiert. Alle digitalisierten Arbeiten könnten auch zuhause, im Hotel, im Bürokomplex um die Ecke oder wo auch immer erledigt werden – sofern die Umgebung stimmt, die Ressourcen vorhanden sind und die Sicherheit eingehalten werden kann.

Gleichzeitig die Kinder zu betreuen und zu arbeiten sollte man vermeiden, denn dann leidet meist beides. Um die Mobilität zu reduzieren, könnte man auch im Hotel oder Bürokomplex gleich um die Ecke arbeiten.

In der IT geht sehr viel im Home-Office, denn die meisten sind zu Hause gut ausgestattet oft gibt es sogar einen separaten Raum, die meisten können sich in das Netz der Firma einloggen und mit den gewohnten Werkzeugen und Umgebung weiter arbeiten. Routinearbeiten und Tätigkeiten, die zum Flow führen können, oder Telefonate, werden im Home-Office oft sogar besser und schneller erledigt.

Alles rein Fachlich / Sachliches kann gut digital diskutiert werden, hier reicht eine fast rein verbale Kommunikation aus. Wenn aber nicht nur auf Worte sondern auch auf andere mögliche Reaktionen geachtet wird und darauf direkt das eigene Verhalten geändert wird, das verlangt eine direktere Form der Kommunikation – digital kann man bereits durch schlechte Bild- und / oder Tonqualität so viel Information verlieren, dass bestimmte Gespräche nicht mehr erfolgreich geführt werden können.

Aber auch die übliche Verzögerung, kann kritisch werden, einfach weil man scheinbar zu spät reagiert – dann kann es schon vorbei sein, weil die Entscheidung bereits getroffen wurde. Das gute alte Telefon ist schneller und stellt eine klare Verbesserung dar. Dies ist der Grund, warum man immer häufiger sieht, dass über das Telefon gesprochen wird, am Rechner dann irgendwo ein winziges Live-Kamera-Fenster steht und i.d.R. zusammen an Dokumenten gearbeitet wird.

Erfolgreich agil organisierte Teams kommen mit der Situation gut zurecht, bei ihnen zeigen sich die sozialen Aspekte der Arbeit wie die werktägliche räumliche Distanzierung vom Partnern, andere gesellschaftliche Kontakte, andere Umgangsformen, andere Rituale – das dauert eine Weile, bis sich das einschleift und sorgt für so manchen peinlichen und / oder lustigen Moment.

Was scheinbar ein Sexvideo ist, ist oft genug eine Ritual nach einer Auseinandersetzung zwischen Partnern, das beginnt mit einem derart starken Impuls, da vergisst man schlicht die Umwelt – und, dass da eine Kamera ist … war … noch läuft … es tut so gut. Übrigens liebe Moderatoren, wenn das passiert, dann bitte unmittelbar die Verbindung trennen (evtl. den neuen Link schicken). Einer jungen Kollegin, die sich seit etwa einem Jahr mit ihrem Freund eine Wohnung teilt, passierte das wie folgt: Es gab beim Frühstück eine kurze aber heftige Diskussion über etwas Alltägliches, aber es vielen deftige Worte. Zwei Stunden später wollte / sollte ihr Partner einkaufen gehen, wie immer verabschiedete er sich mit einem kurzen Bussi auf die Wange – aus dem affektiv von beiden ein Kuss und dann … wurde. Seit diesem Ereignis verabschieden sie sich hochoffiziell, bevor sie zur Arbeit geht und die Tür bleibt geschlossen und wird nur noch von ihr geöffnet. Rituale eben, aber man bleibt ja Mensch – manchmal ändern sie sich.

Am besten erreicht man das indem man den „neuen Arbeitsplatz entpersonalisiert“ indem man bei einer Videokonferenz vor einer leeren Wand oder einem von hinten beleuchten Leintuch sitzt (um den privaten Bereich zu schützen) und immer bestimmte Gegenstände auf dem Schreibtisch stellt, wenn man arbeitet und diese wieder wegstellt, wenn die Arbeit vorüber ist, sowie mit Ritualen, Zeremonien und festen Arbeitszeiten.

Wenn es möglich ist, sollten diese von der Arbeit übernommen werden (zur gewohnten Zeit Anfangen, gleiche Pausen, bleiben Sie für die Kollegen in den Pausen ansprechbar, ein kleiner Plausch ist durchaus gut …) – übrigens, der Weg zur Arbeit gehört meist nicht zur Arbeit, viele fangen deshalb zu früh an und hören zu spät auf; das sind nicht nur Überstunden, auf die Dauer kann das zur Überbelastung führen, auch „gelegentlich eben nochmal die den Verlauf zu checken“ außerhalb der Arbeitszeiten, ist keine gute Idee.

Soweit der angenehme Teil bei diesem Thema. Gruppendynamik und Hierarchie dominieren den Rest des Posts. Ich wurde in der letzten Zeit häufig gefragt „warum funktioniert das bei uns mit der Agilität nicht?“. Folgt dem Satz noch ein „mehr“, besteht Hoffnung und man kann vermuten, dass sie einfach nur in alte Fahrwasser geraten sind, das lässt sich korrigieren.

Ist es die Gruppendynamik, wird es schwierig, ist es aber gar die Hierarchie, wird es komplex. Es gibt immer einen Weg zur Agilität aber er wird immer länger, evtl. so lang, dass es scheint, dass es sich nicht mehr lohnt. Der kürzeste Weg ist dann der beste: Harter Bruch mit dem bisherigen und ein kompletter Neustart. Erstaunlicherweise funktioniert das meist gut und schnell, denn da alles neu ist, gibt es kaum eine Möglichkeit wieder in alte Fahrwasser zu geraten. Da alles neu ist, gelten die alten Gruppendynamiken nicht mehr und da es Hierarchie in der Agilität nicht gibt, kommt von hier auch kein Ärger mehr – wenn man das korrekt durchführt. Doch das wäre ein anderer Post.

Es gibt einen klaren Unterschied zwischen gesellschaftlicher Entwicklung und Gruppendynamik, denn letzteres ist schlicht nur eine Möglichkeit oder Ausprägung von ersterem und Hierarchie stellt quasi nur eine eingefrorene Version der Gruppendynamik dar, meist um irgendwas zu bewahren oder etwas solang wie möglich hinauszuzögern. Das mit dem Stehenbleiben beginnt bereits in der Phase der Gruppendynamik. Um es kurz zu machen: Stehenbleiben verträgt sich nicht gut mit Agilität ebenso wenig mit sinnlosem Aktionismus.

Im Home-Office wird mancher Mitarbeiter zur Flipperkugel zwischen Hier-bin-ich-Chef-hier-kann-ich-sein und Ja-Chef. So mancher Mitarbeiter beginnt im Home-Office eigene Ideen zu entwickeln, wird vielleicht sogar rebellisch – „im Büro würden die sich das nie trauen!“, das hört man die Tage häufiger und sie wollen auf keinen Fall Home-Office. Das Fachlich / Sachliche tritt hier klar in den Hintergrund, meist schadet das dem öffentlichen Auftrag / dem geschäftlichen Erfolg – auch, wenn dieser Führungsstil der Massen, früher vielleicht nötig war, heute „arbeiten“ in der IT die Computer, es sind keine Massen von Menschen mehr, die noch zusammenzuführende Teillösungen liefern, die aktiven Teams organisieren sich heute anders, weil sich die Umstände geändert haben.

„Nach mir die Sintflut“ ist dann oft zu hören, es kann aber auch gut sein, dass die „Sintflut früher kommt“. Letztlich werden die Anhänger des alten Führungsstils selbst zu den oben bereits beklagten Flipperkugeln zwischen den „alten“ Wegen und den “neuen“ Werkzeugen (viele dieser Wege und Werkzeuge sind selbst schon ein Jahrzehnt alt), die meist wesentlich bessere Lösungen anbieten, sie fühlen sich geschützt, weil die Digitalisierung als unsicher gilt und solange der „Berg der vor ihnen liegenden Arbeit groß“ ist, sind sie ja „wichtig“.

In einem agilen Umfeld kann / darf / soll sich ein Mitarbeiter mit eigenen Meinungen und Ideen einbringen; im gruppendynamischen Umfeld wiederholen man Parolen, die von wenigen vorgeben werden; im hierarchischen werden Repressionen befürchtet. Für den hierarchischen Bereich ist Home-Office ein illoyales oft auch eine „experimentelles, betrügerisches und aggressives“ Ansinnen (dahinter steckt meist die Furcht vor dem möglichen Kontrollverlust); für die gruppendynamischen Umfelder sind es ein „unvernünftiger Widerstand gegen die, mit den besten Erfahrungen“; im agilen Bereich werden aus denen, die sich einen Überblick erarbeiten können, die gesucht, die eine bessere Lösung für ein bestimmten Thema liefern können als man selbst – wer das auf den Einsatz eines bestimmten Werkzeugs reduziert, verkennt, dass „Angelerntes“ nichts mit Wissen oder der Fähigkeit einen Weg von A nach C über B… zu finden, zu tun hat, denn das sind unterschiedlichste Arbeiten und das kann funktionieren – immer die Fähigkeit zur Kooperation vorausgesetzt.

Das Thema Home-Office gleitet schnell in andere Bereiche ab. Einfach bleibt es, solange einfache und routinierte Tätigkeiten von jedem Ort erledigt werden können oder in der IT Sprache „alles, was mit Entscheidungsbäumen abgearbeitet oder vorbereitet werden kann, kann und / oder sollte digitalisiert werden, erst danach wird der Mitarbeiter „gefordert“ sein, doch vieles kann / darf / soll weiterhin manuell geschehen: Eine alte Regel für Optimierung ist: 70% der Aktivitäten können meist automatisiert werden, will man mehr, rächt sich das meist, indem zu viele potenzielle Kunden abgewiesen werden müssen – man schadet sich selbst, wirtschaftlich ist manuelle Arbeit wirksam sofern nicht alles manuell erledigt wird.

Home-Office ist bei agil organisierten Teams gut wirksam; je gruppendynamischer oder hierarchischer es wird, desto ineffizienter wird es, manche sagen sogar, dass es kontraproduktiv wird. Das stimmt nicht ganz, denn Routinetätigkeiten oder Arbeiten, die einen Flow benötigen, werden oft trotz hierarchischen oder gruppendynamischen Umgebungen auf der Arbeit im Home-Office besser, schneller und zuverlässiger erledigt als im Großraumbüro. Selbst diese Formen der Organisation können vom Home-Office profitieren – wobei ich einige kenne, die es richtig falsch gemacht haben und andere, die es sehr gut gemacht haben.

Um es kurz zu machen: Der Erfolg von Home-Office und wie die Abteilung / Firma organisiert ist, hängen direkt von einander ab. Egal was wir wollen, es gibt ganz eindeutig eine systemische Frage, die allerdings mit dem „Kampf der Systeme“ nichts zu tun hat, denn beide sogn. Alternativen wie Kapitalismus und Sozialismus wollen letztlich eine „Elite“ etablieren, die das Sagen „für immer und ewig“ übernehmen; aber heute stellt sich die Frage „kooperativ und konstruktiv“ oder „egoistisch und destruktiv“ mit anderen Worten „gute Perspektiven gegen permanente, sinnlose Aggression“.

Je agiler gearbeitet wird, umso besser funktioniert das Home-Office aber auch, wenn es kleine, klare Aufträge, die man allein erledigen kann, gibt; je mehr soziale Momente dazukommen, umso häufiger muss man sich sehen, denn das mit den Parolen und Hierarchien funktioniert weit weniger gut, wenn sich jeder auf sicherem Terrain wähnt, dann werden vorschnelle, einsame und emotionale Entscheidungen getroffen werden, dann wird es rumpeln.